Beiträge von Bolzbold

    Im Gespräch, bei dem sie mit dem Anwalt drohte, haben wir ihr auch die Möglichkeit aufgezeigt, die Entschuldigungen einfach per Mail einzureichen. Trotzdem kam jetzt das Schreiben des Anwalts. Dieser bittet uns aufzulisten, welche Tage und Stunden genau betroffen sind. Finde ich eigentlich falsch herum. Die Mutter müsste wissen, wann das Kind krank war und diese Zeiten entschuldigen. Wenn wir ihr das einfach "verraten", dann kann sie einfach alle Zeiten im Nachhinein entschuldigen. Ja, wofür braucht man dann überhaupt die Fehlzeiten auf dem Zeugnis, wenn man sie eh jederzeit auf Null setzen kann?

    Jein. Es ist in der Tat nicht Eure Pflicht, das der Mutter zu sagen. Aber nachweispflichtig wärt Ihr im Klagefall ggf. dann schon.

    An wen ging das Schreiben?

    Als Schule seid ihr meines Wissens keine Rechtsinstanz; ein solches Schreiben hat an die Bezirksregierung zu gehen.

    Soweit erst mal Tee trinken ...

    Da stimme ich dann im Gegenzug zu.

    Das erste Rechtsmittel ist der Widerspruch. Kann die Schule diesem nicht abhelfen, geht das Ganze zur Bezirksregierung. Wenn diese dem Widerspruch nicht abhilft, bleibt die Klage vorm VG. Mir erscheint das hier aber auch eher als ein Nebenkriegsschauplatz und eine unnötige Drohkulisse. Das kann man also letztlich ohne Probleme aussitzen.

    Das sehe ich anders als Websheriff.

    Wenn die Mutter weiß oder davon ausgehen kann, dass ihr Kind die Entschuldigungen nicht vorlegt, muss sie andere Wege vereinbaren.
    Die Entschuldigung ist eine Bringschuld durch die Eltern. Wenn der/die ÜberbringerIn nicht "funktioniert", kann daraus ein Anspruch auf Zeugniskorrektur erhoben werden.

    Die Einspruchsfrist bei Zeugnissen beträgt in der Regel bei vorhandener Rechtsmittelbelehrung einen Monat, bei fehlender Belehrung ein Jahr.

    Verstehe ich alles. Auf der anderen Seite verlangst du, dass sie darauf verzichtet, aus dem beruflichen Desaster zu entkommen, nur damit man mehr von der Partnerschaft hat. Vielleicht wird sie ja krank und zerbricht daran. Wenn da so viel Liebe im Spiel ist, könnte doch der Partner sich auch auf die Socken machen. Fühlt er sich denn gut dabei, wenn sie leidet, nur damit die Partnerschaft nicht ins Wanken kommt? Vielleicht käme sie ja durch diesen Verzicht ins Wanken und es stünden Vorwürfe im Raum.

    Wenn es nur diese Alternative gäbe, ja. Aber das habe ich ja mit keinem Wort beschrieben.
    Wir reden hier von 800km, Zeit und Geld, die es kostet, sich zu sehen. Das macht man nicht mal eben. Meine jetzige Frau und ich hatten ein Jahr "Fernbeziehung" mit Pendeln, da aber nur 80km. Da war man in einer Stunde da. Bei 800km braucht man einen halben Tag.

    Aus meiner Sicht ist dieser Weg nicht der Richtige.

    Ich würde mich vor Ort nach Alternativen umschauen und ggf. über den Weg der Krankschreibung - denn das wäre hier ja nicht vorgetäuscht sondern echt - Zeit gewinnen, um eben diese Alternativen auszuloten. PR und ggf. Rechtsbeistand würde ich hier auch zusätzlich ins Boot holen.

    Wogegen ich mich in der Situation der TE massiv sträuben würde, wäre, dass mich die Schule mittelbar zu einem solchen wie von ihr beschriebenen Schritt "zwingt", der mich zwar beruflich entlastet, aber - aus meiner Sicht - mindestens mittelfristig totunglücklich machen würde.

    Ich wiederhole mich zwar hier, aber ich glaube nicht, dass ich 800km von meiner Liebe entfernt bei allem beruflichen Frieden, den ich dort finden könnte, glücklicher wäre. Ich wäre anders unglücklich als jetzt, aber definitiv unglücklich.

    Bei 800km und dem Stress, sich im Idealfall jedes oder jedes zweite Wochenende zu sehen, würde ich mir das wirklich SEHR gut überlegen. Denn ein Partner, der 800km weit weg wohnt - das ist ja fast die Maximalentfernung, die man in Deutschland entfernt leben kann - kann gar nicht in derselben Form für einen da sein, als wenn man mit ihm zusammenlebt. Umgekehrt gilt natürlich dasselbe.

    Ganz ehrlich, Sprüche wie "eine echte Liebe hält das aus" oder "Ihr könnt Euch ja in den Ferien sehen" halte ich für das, was sie sind. Sprüche.
    Ein solches Vorhaben ist eine einseitige, sehr heftige und möglicherweise irreversible Veränderung, die sich natürlich auch auf die Beziehung auswirken wird.

    "Ich fliehe wegen meiner desolaten beruflichen Situation 800km weit weg an eine andere Schule und hoffe, dass dort alles besser wird."

    Schulisch kann das sogar so sein, auch wenn es darauf keine Garantie gibt. Aber beziehungstechnisch ganz sicher nicht. Es wäre eine Entscheidung, die Du für Dich triffst und die von den Auswirkungen her klar gegen den Partner ginge, auch wenn bzw. gerade weil er daran keinen Anteil hat.

    Wäre ich dieser Partner, würde für mich trotz allen Verständnisses für die Situation meiner Partnerin immer im Raum stehen, ob unsere Beziehung nicht ausreichend stark war bzw. ihr ausreichend Halt gegeben hat, dass sie deswegen unserem Kind und mir ein völlig anderes Leben aufzwingt, das ich so nicht haben wollte. Ich würde meine Partnerin unendlich vermissen und wäre kreuzunglücklich, dass ich sie nur noch am Wochenende - und vermutlich nicht mal an jedem Wochenende - sehen könnte.
    Wäre es eine temporäre Episode, würde ich das nolens volens mittragen. Aber ein solcher Schritt wäre ja vom Grundsatz her auf Dauer ausgelegt. Ich wüsste nicht, ob ich das packen würde. Und ich würde dann irgendwann auch darüber nachdenken, ob eine Trennung dann nicht die langfristig weniger schmerzhafte Entscheidung wäre. (Wie ich mich dann entscheiden würde, wäre natürlich noch einmal eine ganz andere Sache.)

    Frage am Rande:
    Spielt irgendeine andere Person außer dem LAG bei dieser Entscheidung, so weit weg zu gehen eine (positive) Rolle?

    Bolzbold, du hast gerade voll ins Schwarze getroffen.

    Das, was du schreibst, ist GENAU SO - aber ich habe es mir bisher so noch nie eingestanden.

    Ungeachtet der Ausgangsfrage, was wir tun würden, musst Du Dir die Frage stellen, ob Du für den Beruf im Extremfall alles aufzugeben bereit bist.

    Ich war auch vor fünf Jahren extremst unzufrieden, wenngleich meine Probleme damals im Vergleich zu Deinen wie Petitessen erscheinen. Ich habe dann sozusagen temporär den Job gewechselt. Den Preis hat anfangs meine Familie bezahlt, bis ich dann in der Behörde auch anteilig Homeoffice machen durfte - und Corona habe ich faktisch dadurch fast vollständig im Homeoffice verbracht. Jetzt bin ich nicht mehr in der Behörde, aber dafür an einer Schule, wo es sich aushalten lässt.


    Meine Frau ist die Liebe meines Lebens - daher stünde meine Ehe nie zur Disposition - ebenso wenig meine drei Kinder, die noch eine Weile im Nest bleiben. Eher würde ich kündigen und im Privatschulbereich anheuern oder was auch immer.

    Falls Du allerdings an dem Punkt sein solltest, Dein ganzes Leben im Rahmen der schulischen Situation, einer möglichen Midlife Crisis und dem anstehenden "Empty-Nest"-Syndrom komplett umzukrempeln, wäre das jetzt in der Tat die Chance.

    Bist Du bereit, den Preis dafür zu bezahlen?

    Nur mal zum Verständnis:

    Du wärst grundsätzlich bereit dazu, aufgrund einer untragbaren Situation an Deiner aktuellen Schule in Verbindung mit der Zusage bei einer anderen Schule Partner/in und erwachsenes Kind zu verlassen?

    Damit müssten zwei andere Menschen für eine Situation "bezahlen", für die sie nichts können. Das Problem ist Deine Schule - und offenbar lässt sich dieses Problem nicht dort, wo es entstanden ist, lösen.

    Für mich hört sich das irgendwo nach Flucht an - egal wohin, egal zu welchem Preis, aber Hauptsache weg.

    Ist es das, was DU willst? Also wirklich willst?

    EDIT: Deine Ergänzung hat sich mit meinem Beitrag überschnitten.

    Bei einer insgesamt fünfköpfigen Familien kommt man da in der Regel innerhalb eines Quartals locker drüber. Aber als Single bei, wenn ich mich nicht irre, 360 Euro KDP und 50% Beihilfesatz musste man schon mehr als einmal zum ZA oder zum Hausarzt oder Facharzt, um da effektiv drüberzukommen.

    Freuen wir uns darüber, dass die KDP nun seit dem 01.01.2022 abgeschafft ist.

    Darf ich fragen, an welche Begriffe du spontan bei dieser Umschreibung gedacht hast?

    Auf jeden Fall passt das zu meinen Überlegungen sowohl zu den potentiell verwendbaren Begrifflichkeiten angesichts der Umschreibungen, als auch dem, was ich dann warum eben gerade auch nicht verwende. Vermeintlich "coole" Begriffe haben für mich keinen Selbstzweck. Sprachliche Präzision ist mir bedeutend wichtiger, ebenso wie ganz generell die Förderung der Bildungssprache, was manchen umgangssprachlich verbreiteten, "coolen" Begriff (für mich fällt beispielsweise "markern" in diese Kategorie) im schulischen Gebrauch für mich tendenziell untauglich macht. Zumindest aber kommen solche Begrifflichkeiten nur ganz bewusst zum Einsatz im Rahmen eines didaktisch/pädagogisch motivierten Registerwechsels, den ich dann aber sprachlich deutlich erkennbar gestalte, damit meine mehrheitlich DaZler eben solche Registerunterschiede überhaupt erst erkennen und erlernen können.

    Da bin ich ganz bei Dir. Mitunter übertreibe ich es dann gegenüber den SchülerInnen, so dass ich gefühlt jedes dritte Wort in einem Satz, den ich sage, durch Anglizismen ersetze. Aber das ist dann richtig anstrengend... :)

    Ich fand die Items teils sehr simpel. Durch die Auswahl an häufig gebrauchten Anglizismen werden m.E. aber die Ergebnisse verfälscht.
    Feedback, Mindmap etc. sind Begriffe, die faktisch den Charakter von Lehnwörtern haben. Andere wiederum klingen "cool", so dass man sie anstelle der deutschen Begriffe verwendet.

    Ist die Durchführung und Auswertung dieser Umfrage tatsächlich etwas, wofür man heutzutage - anteilig - einen Abschluss bekommt? (Das ist eine ernst gemeinte Frage, weil ich das wissenschaftliche Niveau dieser Umfrage ehrlich gesagt vergeblich gesucht habe.)

    LEO - Lehrereinstellung Online.NRW

    Verena - Vertretungseinstellung nach Angebot (nrw.de)

    Diese Seiten solltest Du Dir genau ansehen und dann überlegen, wie Du vorgehen möchtest. Wichtig ist, dass Du über verlässliche Informationen verfügst und im Anschluss gezielt vorgehen kannst. Dazu gehört natürlich auch, dass Du Dich nicht auf Hörensagen oder was Deine MitreferendarInnen tun, verlässt.

    "Üblich" ist vieles. Natürlich würden Grundschulen im Anschluss gerne Stellen für ihre ReferendarInnen ausschreiben - sofern sie es dürfen. Und dann muss sich diese/r ReferendarIn ganz regulär bewerben.

    Alternativ gibt es natürlich auch Vertretungsstellen (das ist der zweite Link) - da läuft das etwas anders. Daher abschließend noch einmal die Empfehlung, sich auf beiden Seiten gründlich einzulesen.

    Ich mache das und ecke damit an.

    Zum Thema Deutschnoten auf dem Zeugnis: diese fallen trotz mieser Klassenarbeiten entsprechend gut aus, da viele mit der Mitarbeit, bei kurzen Tests und Referaten punkten können. Aber es bereitet mir tatsächlich Bauchschmerzen, diesen Schülern eine "befriedigende" Note auf dem Zeugnis zu attestieren.

    Das liegt dann an den beiden Komponenten, aus denen sich die Fachnote zusammensetzt. Ich würde jemandem, der schlechtes Deutsch schreibt, auch nicht per se eine schlechte Fachnote geben - die anderen Teilleistungen haben ja schließlich ihre Berechtigung. Bei mir reicht die Ankündigung, dass es möglich ist, eine Klausur entsprechend abzuwerten. Bislang musste ich das noch nicht tun. Aber ich würde es tun, wenn die Leistung entsprechend ist.

    Den Zahn könnte man ihnen deutlich einfacher ziehen, wenn die Klausuren eben nicht so lang wären. Wie oft höre ich den Spruch "ich habe zu allem was geschrieben es musss gut sein"? Oder auch "ich habe 13 Seiten geschrieben, das ist mindestens eine zwei".

    Jein. Es wird immer SchülerInnen geben, die sich über zu wenig Zeit beklagen und solche, die damit ausgekommen sind. Das ist meine Erfahrung aus jeder Klausur, die ich habe schreiben lassen. Ein direkter Zusammenhang zwischen diesem Feedback und dem tatsächlichen Klausurergebnis ist da ja auch nicht per se gegeben.

    Bei uns ist das in der Q1 in der Tat so, dass die SuS' eher am unteren Ende der Bandbreite der Klausurdauer liegen. Die meisten haben damit ein Problem. (Das liegt aber meiner Einschätzung nach auch daran, dass die KuK' die Ausgangstextlänge nicht proportional (deutlich) reduzieren sondern zum Teil schon Texte einsetzen, die dem Umfang einer Abiturklausur entsprechen. Das habe ich angesprochen und festgestellt, dass da offenbar bei einigen gar kein Bewusstsein dafür vorhanden war.

    Bleibt also die Frage: Warum nur? Weil man unbedingt alles abprüfen will, was an Kompetenzen im KLP steht?

    Die offizielle Begründung lautet sinngemäß so, dass man den SchülerInnen durch die zusätzliche Zeit ermöglichen möchte, inhaltlich mehr in die Tiefe zu gehen und so qualitativ (und eben nicht quantitativ) bessere Ergebnisse zu erzielen. Die Realität sieht natürlich anders aus. Viele SuS' denken eben, dass sie primär über Quantität ihre Punkte bekommen....

    20 Jahre ist der Beginn meines Refs. nun her.

    Wohnort im Rheinland, Seminar in derselben Stadt, Schule in der Eifel.
    Das bedeutete morgens um 5 Uhr (!) aufstehen. Um 6.10 Uhr fuhr der Bus. Um 6.40 fuhr der Zug, der dann gegen 8 Uhr am Schulort ankam. Um 8.20 Uhr begann die erste Stunde.
    Die Rückfahrt war ähnlich. Schulschluss um 13.30 Uhr - Ankunft zu Hause gegen 15.45 Uhr.

    Ein Umzug in die Eifel kam in Ermangelung eines Autos für mich nicht infrage, zumal wir damals ein Koop-Seminar mit einem anderen Seminarstandort hatten, der auf der anderen Rheinseite lag. Das wäre mit ÖPNV vom Schulort her faktisch nicht mehr zu schaffen gewesen.

    Ja, es war Scheiße. Aber ich habe es durchgezogen bzw. -ziehen müssen. Heute blicke ich zwar mit Unbehagen auf diese Zeit zurück, aber ich bin froh, dass ich es durchgestanden habe.

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