Das "dann erhöhen wir halt Erbschafts- und Vermögenssteuer und besteuern die Reichen", das hier bei einigen durchscheint, ist mir schlicht zu platt und für mich die links-progressive Variante einer Stammtischparole.
Man sollte nicht vergessen, dass für den Aufbau dieses Vermögens in der Regel ja auch versteuertes Einkommen aufgewendet wurde. Käme man nun mit einem saftigen Steuersatz daher, müssten viele Erben ihre Immobilien veräußern, denn anders könnten sie die Erbschaftssteuer in der Regel nicht aufbringen.
Was man auch bedenken sollte, eine Erbschaftssteuer jenseits von Gut und Böse (die Definition davon lasse ich bewusst offen) kommt mittelbar einer anteiligen Enteignung gleich. Je nach Größe des Immobilienbesitzes geht dann über zwei Generationen ein Großteil dieses Vermögens einfach an den Staat.
Die Gerechtigkeitsdebatte wird sich immer im Kern darum drehen, dass alles, was einem nutzt und anderen, (die man als Feindbild auserkoren hat,) "schadet" als "gerecht" empfunden wird. Erst kommt man selbst, dann die anderen. Es bedarf schon eines reflektierten und "aufgeklärten" Gerechtigkeitsempfindens im Sinne des Nutzens der Allgemeinheit, um das zu vermeiden.