Beiträge von Bolzbold

    Ich habe einmal eine Nachfrage zu den sehr aufwändigen Korrekturen: Stehen diese (also die ganzen Bemerkungen, Verbesserungen von seiten des Lehrers usw.) im Verhältnis zum Lerneffekt für die Schüler?

    Wäre da nicht ersatzweise eine Nachbesprechung bzw. eine gemeinsame Verbesserung vom Lerneffekt her effektiver?

    Da ich in der Oberstufe nur das positiv korrigiere, was die SchülerInnen aus meiner Sicht nicht wissen oder nicht besser schreiben konnten, spielt dieser Aspekt "nur" insofern eine Rolle, als dass der Lerneffekt nur bei den SchülerInnen vorhanden ist, die ohnehin leistungsstark sind.

    Das Lesen, verstehen, entziffern, korrigieren, in das Bewertungsraster eintragen als Ganzes nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und ist eine Tätigkeit, die sehr viel Konzentration verlangt. Eine Nachbesprechung findet bei mir zusätzlich statt, da sage ich dann generelle Dinge zur Klausur.

    Deiner Nachfrage stehen die KMK-Vereinbarung zur Oberstufe sowie die Oberstufenverordnungen der Bundesländer entgegen. Wir müssen das so machen - nicht zuletzt, da wir ab der Q-Phase bereits abiturrelevante Noten vergeben müssen.

    Ich hätte gejubelt. Keine Sek I, was das an Nerven spart...

    Bei sicherlich deutlich über 100 Oberstufenklausuren pro Quartal? Das sind für eine/n Anfänger/in selbst bei schnellem Arbeiten geschätzte zwei vollständige Arbeitswochen, die man neben dem vollen Deputat noch abreißen muss. Soviel zum Thema Nerven...

    Bezüglich der Beförderung:
    SGV § 7 Beförderung, Erprobungszeit | RECHT.NRW.DE

    Abs. 2 und 3 sind für Dich relevant.

    Bezüglich der Funktionsstellen:
    SGV § 34 Zugang zu Leitungsämtern und Ämtern mit besonderen Funktionen | RECHT.NRW.DE


    Bezüglich der Versetzung:
    JaehrlicherVersetzungserlass.pdf (nrw.de) Ziffer 3.

    (Diese Informationen hat Dir ein Funktionsstelleninhaber mit 17 Jahren Dienstzeit (nach dem Ref.) und ebenfalls einer 5-Punkte-Bewertung in der letzten dienstlichen Beurteilung zusammengestellt. Mit gezieltem Googeln und Lesen lassen sich diese Infos alle problemlos zusammentragen. :) )

    Wenn man Kinder hat, relativiert sich alles, egal wo man wohnt. Wir haben zeitweise 3 Studenten auf einmal finanziert. Mit Kindern kann man nicht durchgängig arbeiten, wenn man sie nicht von Anfang an irgendwo abgeben will. Kitas, Musikschulen und anderes kosten viele hundert Euro pro Monat (und nicht jeder kann sich das leisten, was ungerecht ist). Meist arbeitet eine/r mehrere Jahre Teilzeit, was weniger Gehalt/Besoldung bedeutet und weniger Rente/Pension. Dafür finanzieren unsere Kinder die Rente/Pension der Kinderlosen.

    Richtig. Aber nur zum Teil. Die Kinderlosen haben ihrerseits unsere universitäre Ausbildung durch ihre Steuern mitfinanziert. Ebenso finanzieren sie öffentliche Einrichtungen, von denen unsere Kinder profitieren, mit. Daher ist das mit der Aufrechnung so eine Sache.

    Was vermutlich langfristig schwerer wiegt als die Kosten, die Kinder "verursachen", sind tatsächlich die Gehaltseinbußen und die dadurch verringerte Pension. Gleichwohl gehe ich davon aus, dass meine Frau und ich "bis zum Schluss" zusammenbleiben werden und damit ohnehin alles in einer Kasse bleibt. So werden wir auch im Alter nicht darben müssen.

    Bolzbold

    Einen Auslandsurlaub, nicht jedes Jahr sondern gelegentlich, wo würdest Du denn in Deiner Bedürfnispyramide einordnen?

    Wenn wir einen Urlaub im Ausland verbracht haben, dann bisher (in den letzten 16 Jahren) nur zweimal in den Niederlanden und einmal in Paris zum runden Geburtstag meiner Frau. Ich war 2014 das letzte Mal alleine im überseeischen Ausland, als ich meinen Vater ein letztes Mal besucht habe, bevor er gestorben ist. Seitdem keine Flugreise mehr.

    Ein Auslandsurlaub ist ein "nice to have", denn Flugreisen mit drei Kindern in der Hauptsaison gehen echt ins Geld. Unsere Urlaube haben bisher allesamt jeweils - wenn überhaupt - maximal ca. 3.000 Euro für uns alle zusammen (für zwei Wochen in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus inkl. Essen, Ausflüge, Eintritte, Sprit) gekostet. Teils deutlich weniger, denn da sind wir "geizig". Der Erholungswert eines Urlaubs mit drei Kindern bemisst sich für uns nicht durch die Entfernung des Ortes. Urlaub mit drei Kindern ist Alltag unter erschwerten Bedingungen - es sei denn, man gibt einen fünfstelligen (!) Betrag für einen zweiwöchigen Urlaub im Familotel mit Kinderbetreuung und Action rund um die Uhr aus. Und das können (und wollen) wir uns in der Tat nicht leisten.

    Das stimmt natürlich. Unser Zinssatz lag damals bei kurz über 4%. Da war die Rate dann doch nicht so niedrig, trotz des niedrigen Kaufpreises. Am Ende kommen wir wahrscheinlich aufs gleiche insgesamt Bezahlte raus. Wobei ich einige Immobilien schlichtweg für überbewertet halte. Die hätte ich auch mit niedrigem Zins nicht gekauft. Das wäre für mein Gefühl zu viele Schulden gewesen. Ich freue mich eher, dass wir in einigen Jahren abbezahlt haben. Dazu die Kids aus der teuren Zeit raus. Davon können wir wirklich mehr als gut leben, auch wenn unser Städtchen mittlerweile zum Speckgürtel einer Großstadt gehört.

    "Damals", also 2010, als wir gekauft haben, bekam man relativ problemlos Doppelhaushälften für um die 220.000 Euro, die noch keine zehn Jahre alt waren. Der Zinssatz lag wie von Dir dargestellt bei ca. 4%, stellte also schon eine gewisse Belastung dar. Damals bekamen unsere Vorbesitzer noch die Eigenheimzulage, die fiel bei uns dann erstmalig weg. Damals waren wir in der Konstellation A13 (VZ)/A12 (TZ-50%) ein Kind und hatten die Rate so angesetzt, dass wir bis zum Abitur des Kindes das Haus abbezahlt haben wollten. Heute ist die Konstellation A15/A12 (TZ 30%), drei Kinder und wir haben die Rate bei der Anschlussfinanzierung so angesetzt, dass wir anderthalb Jahre vor dem Abitur des Großen fertig sein werden.

    Meine Frau und ich haben seitdem ein deutliches Gehaltsplus bekommen. (2010: ca. 5.100 Euro netto - 2022 ca. 7.800 Euro netto.) Die Teuerungsrate liegt insgesamt zwischen 2010 und 2022 bei ca. 26%.

    Natürlich werden auch wir die steigenden Energiepreise deutlich zu spüren bekommen - aber - und das sage ich ganz ohne Arroganz - wir können (bzw. wir müssen) uns das leisten, auch wenn es natürlich die Kasse sehr belasten wird.

    Meinst Du mit "wollen", daß es gar keine Dinge mehr gibt, die du haben willst, sie dir aber nicht leisten kannst? Oder ist es eher so, daß Du dir die Frage stellst, ob du etwas wirklich haben willst, weil das im Umkehrzug auch bedeuetet, daß das Geld eben für andere schöne Dinge dann nicht mehr reicht?

    Bei mir ist es eher der letztere Fall. Ich überlege mir immer, ob ich gewisse Dinge wirklich haben will, weil ich mir immer sage: "Wenn ich das wirklich so mache, kann ich mir andere Dinge eben nicht mehr leisten. Ist es mir das wert?"

    Es gibt Dinge, die ich haben möchte, mir aber nicht leisten kann. Also kann ich sie mir eben nicht kaufen. Das sind aber alles "nice to haves" und keine "must haves". Insofern komme ich damit gut klar.
    Es gibt Dinge, die kann ich mir theoretisch leisten, aber ich kaufe sie mir nicht, weil ich nicht einsehe, so viel Geld dafür auszugeben. Ebenfalls "nice to haves". Auch damit komme ich gut klar. Die von Dir am Schluss gestellte Frage spielt dabei natürlich auch eine Rolle.

    Gäbe es Dinge, die zu den "must haves" gehören und die ich mir nicht leisten könnte, wäre das die einzige Konstellation, in der ich mir dann Sorgen machen würde. Zu diesen "must haves" gehören nur die Dinge, ohne die es nicht geht. Obdach, Nahrung, Energie, medizinische Versorgung, Teilhabe am sozialen Leben (sprich Kommunikation) und Mobilität. Alles andere ist im Grunde verzichtbar.

    In Verbindung mit der tollsten Frau der Welt und einem weitgehend harmonischen Familienleben wähne ich mich daher als glücklichen und nahezu sorgenfreien Menschen.

    Irgendwas ist ja immer, und den Spruch "Geld allein macht nicht glücklich" finde ich so falsch nicht. Und auch nicht den vom Gras, das auf der anderen Seite immer grüner sei.

    Das trifft mit Sicherheit zu, solange es sich in den für einen selbst akzeptablen Bandbreiten bewegt. Vermutlich würden meine Familie und ich auch mit einem Tausender weniger im Monat auskommen, allerdings müssten wir dann auch öfter mal darüber nachdenken, ob wir uns Dinge leisten können. Das Wollen war bei uns bisher meistens der entscheidende Faktor.

    Ein Einkommen, das einen sorgenfrei abends zu Bett gehen und morgens aufstehen lässt, stellt auch keine latente Gefahr für die Partnerschaft dar. Vor diesem Hintergrund wähne ich mich durch aus glücklich.

    Dann ist ja gut, dass in NRW niemand gezwungen wird gewichtete "sonstige Mitarbeitsnoten" zu vergeben. Ich gebe ja pädagogische Noten. Da ist das egal. Und wenn das 1. Quartal dann länger und 3+ war und das 2. kürzer und 2- kann ich entscheiden ob ich eher die Verbesserung sehe, oder die Länge der Quartale.

    Für die EPh würde ich da zustimmen. In der Q-Phase gilt der 15-Punkte-Schlüssel. Da gewichte ich streng genommen solange nicht, wie ich in Punkten denke. Die Gewichtung kommt ja erst mit der Umrechnung zustande.

    Das dürfte vor allem dann problematisch sein, wenn in den beiden Quartalen nicht dieselbe Anzahl an Leistungsnachweisen vorliegt. Also gleich viele Klausuren, gleich viele gleich gewichtete "sonstige Mitarbeitsnoten" und so.

    (Und bevor jemand einwendet, dass Noten nicht arithmetisch berechnet werden: Ja, aber dennoch wird häufig erstmal irgendeine Art von Rechnung vorgenommen, die dann aber noch pädagogisch angepasst wird. Bitte also nun nicht in diese Diskussion starten, mir ging es nur um die Verrechnung der Quartalsnoten.)

    Das ist dann ein Problem, wenn man in der Q-Phase von den vier genannten Teilnoten ausgeht. Damit macht man sich das Leben aber unnötig schwer. In dem Moment, wo ich als Lehrkraft der Ansicht bin, dass die vorhandenen Leistungsnachweise für eine Beurteilung in einem der beiden Bereiche nicht ausreichen, muss ich entsprechend weitere Nachweise einholen. (Stichwort Feststellung des Leistungsstands durch Prüfung.)

    Hinsichtlich der Rechnung ist es in der Tat so, dass viele KollegInnen mangels besserer Alternative so vorgehen. Für die SchülerInnen suggerieren vier Teilnoten auch ein höheres Maß an Transparenz - aber eben auch Forderungen nach pauschalem Aufrunden zugunsten der SchülerInnen.

    Ich kenne das von der anderen Seite. Bei uns können Lehrkräfte nicht ihren Dienst antreten, weil die Verträge nicht fertig sind. Das Problem hast Du ja gerade beschrieben. Eine Lösung habe ich dafür auch gerade nicht parat. Wenn die SachbearbeiterInnen nicht da sind oder vertreten werden oder der/die Vorgesetzte die Verträge nicht unterschreiben kann - aus welchen Gründen auch immer - dann wird sich da wohl auch so schnell nichts ändern.

    Spannend! Ich hab bisher immer nur hingenommen, dass wir den (Oberstufen)Schülern ihre Noten zum Ende eines Quartals nennen MÜSSEN. Dachte das wäre irgendwo festgeschrieben.

    Das stimmt ja auch im Kern. Die Feinheit ist, dass man ihnen "nur" den Leistungsstand, also eine immer noch veränderbare temporäre Note, mitteilt und keine justiziable Teilnote.

    Schaut man sich die anekdotischen Evidenzen an, kommen wir hier nicht wirklich in die eine oder die andere Richtung weiter.

    Es gab Gründe für die jeweilige Berufswahl, die sich aus Motivation, Interesse, Ängsten und Sorgen sowie dem, was man von den anderen Berufsfeldern damals wahrgenommen hat, speisen. Andere Menschen haben auf der Basis ihrer Gemengelage andere Entscheidungen getroffen.

    Und falls wir wirklich zu den oberen 10 oder 15% gehören sollten - ist der Blick "nach unten" eigentlich viel krasser - denn ein Großteil der Menschen muss offenbar mit weniger Geld und zum Teil schlechteren Arbeitsbedingungen auskommen. Scheint offenbar auch zu klappen.

    Wenn ich ehemalige Mitstudenten anderer Fächer treffe, die eine mehr oder minder entspannte 40 Stunden Woche mit Homeoffice und aufgeschriebenen Überstunden haben und jetzt mit 40 in den sechsstelligen Bereich kommen, bereue ich meine damalige Berufswahl, sowohl wenn ich mir die Spannweite der interessanten, wechselnden Tätigkeiten anschaue als auch aufs Gehalt, bei dem bei uns Lehrern bekanntermaßen eher minimales Steigerungspotenzial vorhanden ist. Besagte Kollegen sind übrigens keine "overachiever" sondern genauso durchschnittlich wie ich ;).

    LehrerIn wird man nicht primär des Geldes wegen sondern - und das tun hier viele UserInnen recht offen kund - wegen der Jobsicherheit und dem Beamtenstatus.

    Das ist eben eine Abwägung, ob ich die Chance auf ein fettes Gehalt, außertarifliche Bezahlung (und oft auch Arbeitszeiten) haben möchte, oder ob ich mit weniger zufrieden bin, mir aber in Krisenzeiten keine Gedanken darüber machen muss, ob ich am Monatsende mein Gehalt aufs Konto bekomme.

    Es heißt "etwa in der Mitte", lässt also bewusst eine gewisse Toleranz zu.

    Leistungsstand ist ein Zwischenstand, aber keine justiziable Note im eigentlichen Sinne - es gibt keine zwei Quartalsnoten, aus denen sich die SoMi-Note zusammensetzt.

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