Beiträge von Bolzbold

    Wenn wir doch jetzt alle wissen, wie es richtig gehen sollte, dann sollten wir alles daran setzen, dass wir keine Situationen schaffen oder zulassen, in denen das Geld nicht rechtskonform oder sicher eingesammelt oder aufbewahrt wird.

    Die Schulformbindung ist nicht in jedem Fall so. Meine Frau (andere BR) konnte während der Elternzeit ein Jahr an einer anderen Schulform unterrichten, musste aber danach wieder an ihre alte Schulform zurück. Sie hat dann Urlaub aus familienpolitischen Gründen beantragt und konnte sich dann eine Schule ihrer Schulform quasi aussuchen. Das werden wir nun solange fortsetzen, bis sie eine Chance hat, dorthin versetzt zu werden.

    Es gibt auch während der Elternzeit keinen Anspruch auf Einsatz an einer anderen Schulform. Die BR kann das erlauben, muss sie aber nicht.

    Aus Erfahrung in der Arbeit bei der Schulaufsicht kann ich Dir sagen, dass eine Woche "nichts" ist. Stell Dich auf mehrere Wochen ein - alternativ kannst Du auch einfach im Personaldezernat anrufen.

    Hier in Deutschland kann man glücklicherweise nicht mal eben in den Keller gehen, sein Sturmgewehr holen und um sich ballern, weil einem die Sicherung durchbrennt. Das ist doch der Kern des Problems. Wenn ich in den USA sauer bin, gehe ich hin, stecke meine Waffe ein und schieße wahllos auf irgendwelche Menschen oder ggf. gezielt auf diejenigen, die mir aus meiner Wahrnehmung heraus Unrecht getan haben.

    Diese Kurzschlussreaktionen mit diesen hohen Opferzahlen sind in den USA nur durch die flächendeckende Verfügbarkeit von Waffen möglich. In Deutschland könnten das "nur" diejenigen, die im Vergleich zu den USA zu den relativ wenigen Menschen zählen, die eine Waffe besitzen. Ja, kommt vor, aber eben nicht so häufig.

    Hinzukommt natürlich auch noch der Umstand, dass in den USA Gewaltanwendung alltäglicher und "hoffähiger" ist als das Zeigen nackter weiblicher Brüste oder die Abgabe von Alkohol an 18jährige (je nach Bundesstaat.) Gewalt als Teil des Gründungsmythos des Frontier-Spirits, bei dem es auch ums nackte Überleben (aber eben stets züchtig gekleidet!) ging - als Mittel, um die Kontrolle und die Ordnung zu wahren. Sex und Alkohol drohen aus Sicht vieler AmerikanerInnen hingegen heute immer noch, eben diese Ordnung zu zerstören. Das muss man wohl sozio-historisch betrachten, um es kognitiv nachvollziehen zu können.

    Gerade in Deutschland haben wir ja "ein Problem" mit übertriebener Gewaltdarstellung, was sicherlich auch sozio-historisch bedingt ist. Sex und Alkohol sind hingegen stärker Ausdruck von individueller Freiheit geworden. Vor diesem Hintergrund können sich Deutsche und AmerikanerInnen nur bedingt "verstehen".

    Ich grabe das nochmal aus: Gibt es rechtliche Grundlagen (für NRW), wie sich der Dienstweg auf eventuelle Kommunikation mit der Polizei auswirkt? Darf die Schulleitung überhaupt untersagen, die Polizei zu rufen oder eine Anzeige zu stellen?

    Das müsste in der ADO vom Grundsatz her geregelt sein. Was die Polizei und Anzeigen angeht, so kannst Du Delikte gegen Dich jederzeit anzeigen. Was Delikte in der Schule angeht, so denke ich, dass das nach § 59 SchulG sowie insbesondere nach § 20ff. ADO - hier vor allem § 29 in Verbindung mit BASS 18-03 Nr. 1 - in den Hoheitsbereich der Schulleitung fällt.

    nö ging nicht. Ich habe keine Banklizenz und bin auch nicht die Verwaltung von Geld anderer qualifiziert. Ja ich weiß, Lehrer müssen das dann aber trotzdem auf eignes Risiko machen, weils ja ssoooo wichtig ist und es denkt ja sonst keiner an die Kinder. Tut mir leid das geht einfach nicht.

    Ach so - den Fall meintest Du. Ja, da würde ich mich auch mittlerweile weigern und andere Lösungen einfordern.

    In der RP war gestern ein Artikel über einen Schüler (17) aus NRW, der im Comer See ertrunken ist, als die Lehrkraft "kurz nicht aufgepasst" hätte. Das finde ich von der Berichterstattung her krass. Bei 17jährigen Schülern muss ich als Lehrkraft nicht jederzeit damit rechnen, dass jemand an einer Stelle, wo das Baden verboten ist, in den See springt. Vor dem Hintergrund der Schülerin, die in London wegen mangelnder Hilfe durch die Lehrkräfte gestorben ist, könnte ich mir allerdings vorstellen, dass da sehr genau hingeschaut wird.

    Rein rechtlich kann der KL für einen Tag eine Beurlaubung erteilen - das fällt in seinen Entscheidungsspielraum. Vor diesem Hintergrund KANN Deine Reaktion dem Schüler gegenüber als Untergraben der Autorität des KL durch eben diesen aufgefasst worden sein. Vielleicht hatte er aber auch nur schlecht geschlafen, oder der relative Mondwinkel passte gerade nicht - kurzum: Seine Wut hat sich womöglich bei Dir entladen, aber Du warst nicht primäre Ursache. Das wirst Du nur durch ein klärendes Gespräch herausfinden.

    Wenn eine Schule tatsächlich keine Fahrten anträte mit der Maßgabe, erst zu fahren, wenn sie wisse, wohin das Geld zu überweisen sei? Was soll schon passieren, käme auf einen Versuch an.

    Das käme einem Offenbarungseid gleich, weil die Schule problemlos ein Schulkonto einrichten könnte, auf das die Beträge eingezahlt werden können. Wie ich vor Jahren bereits schrieb, hatte meine alte Schule ein solches Konto - damit fällt Deine Option weg.
    Die "selbstständige Schule", wie sie in NRW heißt, darf auch selbstständig denken, wie sie triviale Probleme in den Griff bekommt. Dieses "Problem" dürfte lösbar sein.

    Warum nicht einfach Fahrten oder andere mit Geldeinsammeln verbundene Aktivitäten so lange verweigern, bis das Problem endlich einmal "oben" angekommen ist und gelöst wird?

    Weil das nicht zulässig ist. Eine Schule bzw. eine Schulkonferenz hat kein Recht - zumindest nicht in NRW - Klassenfahrten per se aus dem Programm zu streichen bzw. nicht anzutreten. Der einzige valide Grund wäre das Fehlen von Reisekostenerstattung für die Lehrkräfte. Und das ist ja tatsächlich mittlerweile behoben.

    Vielleicht kann man das am nächsten Tag in Ruhe klären. Bitte den Kollegen um ein kurzes Gespräch unter vier Augen und gib ihm ein Feedback der Situation von gestern. Zeige Verständnis für seine Verärgerung, aber mache ihm klar, dass ein solches Verhalten nicht geht und Du Dir künftig einen anderen Umgang unter Kollegen wünschst.

    Kursfahrt in der Oberstufe (2016):

    Schülerin (16) wird krank. Kollegin geht mit ihr zum Arzt, während ich das Programm vor Ort (keine gebuchten Fahrten o.ä.) fortsetze. Später kommt Kollegin dazu, Schülerin bleibt im Hotel - die Kollegin bzw. MitschülerInnen schauen im Laufe des Tages nach ihr.

    Das kann (!) also alles ganz problemlos laufen. Hätten wir an dem Tag die gebuchte Fahrt nach Mailand oder Verona gehabt, hätte ich das mit ihr und ihren Eltern abgesprochen, ob sie den Tag im Hotel verbringt.

    Es gibt ja doch immer mehr Kinder und Jugendliche, die nur bei einem Elternteil (meist der Mutter) aufwachsen. Heißt aber nicht zwangsläufig, dass dann kein männliches Vorbild da ist, diese Rolle kann ja auch der Onkel, beste Freund der Mutter, neue Mann, Nachbar, Vater der Freunde etc einnehmen. Und auch der Vater, der ja hoffentlich trotzdem noch für seine Kinder da ist. Es gibt aber auch genug weibliche Influenzer, die eine Art "Mutterfigur" für KuJ darstellen können.

    Männliche Rollenvorbilder habe ich in meiner Kindheit und Jugend durchaus wahrgenommen. Diese sind aber meines Erachtens nicht mit Vaterfiguren gleichzusetzen. Es gab sicherlich Menschen, die in meinem Fall so etwas wie väterliche Freunde für mich waren - das konnten sie aber nur dadurch sein, dass die Vaterfigur eben faktisch unbesetzt geblieben war.

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