Beiträge von Bolzbold

    Also, die Schulleiterin erhält eine Krankmeldung. Daraufhin sagt sie der Vertretungsplanerin, dass die Kollegin absent ist. Und dann, meint ihr, müsste die Vertretungsplanerin der Schulleiterin darüber eine Rückmeldung geben?

    Du bist ein Meister im absichtlichen Missverstehen. Ausgehend davon, dass der Vertretungsplaner die Info bekommt, würde er dann diese an die Schulleitung weitergeben. Wenn die Krankmeldung, wie von Dir vorgebracht, direkt an die Schulleitung geht, ist dieser Informationsfluss natürlich obsolet.

    Worum es in der Sache ging - das ist Dir sicherlich nicht entgangen - war die Überlegung einer wie auch immer gearteten Reaktion seitens der Schulleitung für den Fall, dass der Verdacht entsteht, eine Lehrkraft würde vorsätzlich fehlen, wenn man sich seitens der Schule erdreistet, sie gegen ihre eigenen Präferenzen (und Befindlichkeiten) für Vertretungsunterricht einzusetzen.

    Zur Zeit habe ich aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankungen viele (und auch hohe) Arztrechnungen zu zahlen.

    beebee2020 : Die Beihilfe hat mir da aber formlos und auch problemlos einen Abschlag gezahlt. Das könntest du auch probieren.

    Mittlerweile habe ich die Kosten von der PKV und auch von der Beihilfe erstattet bekommen. Die Beihilfe hat den Abschlag dann wieder rausgerechnet. Allerdings hat das Ganze (erstaunlicherweise ?) nur 14 Tage in der Bearbeitung gedauert.

    Das kommt auf die Sachbearbeitung und die Behörde an, bei der man arbeitet. Als ich noch in der Landesbehörde war, ging das sehr (!) schnell. Davor - und vermutlich jetzt auch wieder danach - dürfte das deutlich länger dauern. Ist halt so. Die Leute dort sind chronisch unterbesetzt und so ergibt sich eben ein Rückstau.

    Weil du direkt Bezug auf mich genommen hast, möchte ich deine Aussage kurz widerlegen. Dafür reicht ein Argument, selbst wenn du es als schwach empfinden solltest. Ein Argument dagegen, als Mann Grundschullehrer zu werden (das meintest du doch), ist, dass Männer, zumindest in Bayern, an der Grundschule diskriminiert werden, niedergeschrieben in einer Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus. Zwei Frauen dürfen eine Schullandheimfahrt begleiten, aber keine zwei Männer (Punkt 4.2):

    Durchführungshinweise zu Schülerfahrten Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 9. Juli 2010, Az. II.1-5 S 4432-6.61 208

    Das dürfte weniger der Diskriminierung dienen als den Realitäten geschuldet sein. Grundsätzlich sollen immer ein Mann und eine Frau mitfahren. Leider gibt es nicht genug Männer, also dürfen ausnahmsweise auch zwei Frauen mitfahren. Das ist in meinen Augen eine sehr pragmatische Vorgehensweise, die dazu dient, dass solche Fahrten überhaupt stattfinden können. Oder hast Du von einem Fall gehört, wo zwei Männer fahren wollten, aber mit Verweis auf diese Regelung nicht durften?

    Hier könnten wir uns den aktuellen Debatten anschließen und uns fragen, wer denn die Deutungshoheit über solche Regelungen hat. Ob das immer der- oder diejenige sein sollte, der/die sich diskriminiert fühlen könnte...?

    Deinen Rat mit dem Ersparten finde ich allerdings auch nicht gut, wobei das natürlich aktuell bei keinen Zinsen Sinn macht, ansonsten eher nicht.

    Das ist eine pragmatische Lösung, weil es so kein Loch in unseren normalen Haushalt reißt. Bei zwei Erwachsenen und drei Kindern kommt da schnell pro Quartal ein gutes vierstelliges Sümmchen zusammen....

    Ich bin selbst noch recht jung und hab das selbe Gefühl, verstärkt sich als Vertretungsplaner auch immer mehr:

    Kaum Distanz (regelmäßig Mails nachdem der Vertretungsplqn oben ist mit Änderungswünschen), vorschieben von Gründen („ich hab mich um 12 mit ner Freundin verabredet“- 2. Block ist bei uns um 11 zu Ende und danach hab’s noch einen Block Vertreten) oder bei drei jungen Kollegen beliebt „krank melden nachdem einem die Wünsche für die Vertretung nicht gewährt wurde „

    Ich glaube, da ist dann mal ein Gespräch mit der Schulleitung und mit der BASS als "Waffe" fällig. Die BASS lässt sich für gewöhnlich mit Verweis auf die Work-Life-Balance nicht aushebeln.

    Hallo und herzlich willkommen in diesem Forum.

    Nachdem Du jetzt Dampf abgelassen hast, sollten wir in der Tat die Sachen nüchterner betrachten .

    Ja, es kann sowohl bei der Debeka als auch bei der Beihilfe mal länger dauern. Bei der Debeka sind vier Wochen eher die Ausnahme - so lange musste ich noch nie warten. Bei der Beihilfe dauert es sehr oft sehr lange. Das ist ärgerlich, aber nicht zu ändern.

    Tipp:

    • Kurzfristige finanzielle Widernisse, sind keine Grundlage, über einen Statuswechsel nachzudenken.
    • Das Geld kommt früher oder später rein. Wenn man mit den ÄrztInnen frühzeitig redet, sind sie oft kulant, weil sie selbiges eben auch wissen.
    • Die PKV aufgrund der Bearbeitungsdauer der Leistungsanträge zu wechseln, ist Unsinn. Es kommt auf die Leistungen und die Prämie an - nebenbei könnten andere Versicherer ähnlich lange brauchen.
    • Wenn Du ein finanzielles Polster hast, würde ich daraus die Arztrechnungen bezahlen und sie aus dem "laufenden Geldverkehr" sprich reguläre monatliche Ausgaben herausziehen. (Wir sind eine fünfköpfige Familie und zum Quartalsende hat uns das in den letzten Jahren immer ein Loch in die Kasse gerissen. Seitdem ich die Rechnungen aus dem Ersparten begleiche und die Erstattungen dorthin zurücküberweise, ist unser Haushaltskonto wieder so wie es sein sollte.)
    • Denke auch bei dem Statuswechsel an weniger Leistungsspektrum sowie an längere Wartezeiten bei den Ärzten, wenn Du in der GKV bist. Und dann sind da natürlich auch noch die Zuzahlungen (Praxisgebühr, Medikamente etc.), die es nicht zu unterschlagen gilt.

    Ich habe es in einem anderen Thread auch schon geschrieben:

    Die Forderung der Gymnasiallehrkräfte - so sie denn mehrheitlich überhaupt von ihnen unterstützt wird - halte ich für unglaublich borniert.

    Sollen wir dann mal mit den Kombis Sport/Kunst o.ä. um die Ecke kommen? Dann kommt wieder die (Lautstärken)Belastung etc., etc. Kann man anderen nicht auch einmal etwas gönnen? Insbesondere dann, wenn die formalen Gründe für die niedrigere Besoldung nun schon eine Weile weggefallen sind?

    Hach je, ich bin Gymnasia(aaaa)llehrer. Und ich bin fachlich sowas von besser ausgebildet. Und ich darf die Abiturprüfung abnehmen. Uiuiui. Erstarrt in Ehrfurcht, Ihr niedrigere Schuformklientel. :uebel:

    Aber da die Lehrkräfte in $1 explizit ausgeschlossen werden, gilt der $5 ja auch nicht für sie.

    (Wobei es schon irritierend ist, dass man die Vollzugsbeamten auch in beiden Paragraphen explizit erwähnt. Einmal als Ausschluss, einmal als Ausnahme. )

    Kl. Gr. Frosch

    P.S.1: am Handy habe ich kein Paragraph-Symbol. Nutze mal das Dollarzeichen. Das ist ähnlich

    P.S.2: und das "gilt nicht für Lehrer" war damals in dem Thread auch die Quintessenz. Nicht das "gilt nicht für Beamte." Jetzt erinnere ich mich wieder.

    Bei Samsung Handys läuft das über den Buchstaben "s". Merkwürdigerweise ist das §-Zeichen nicht bei den Sonderzeichen. Musste ich auch erst lernen.

    Ich glaube, dass dem nicht so ist (wurde hier im Forum schon mehrfach diskutiert). Da kennt sich aber der User plattyplus besonders gut aus.

    SGV Inhalt : Verordnung über die Arbeitszeit der Beamtinnen und Beamten im Lande Nordrhein-Westfalen (Arbeitszeitverordnung - AZVO) | RECHT.NRW.DE vgl. § 5

    Was lernen wir daraus? Diese Arbeitszeitverordnung hat eigentlich die passenden Regelungen - nur gilt diese Regelung ausdrücklich nicht für uns Lehrkräfte.

    Das ist natürlich so gewollt. Denn würde man die geltenden Arbeitszeitregelungen auf unsere Tätigkeit übertragen, kämen wir spätestens bei den Klassenfahrten an natürliche Grenzen. Es ist auch deshalb so gewollt, weil der Unterrichtsbetrieb Vorrang hat - da sehen die Regelungen dann vor, dass man auf die arbeitszeitrechtlichen Belange der Belegschaft keine Rücksicht nehmen muss. Nur so funktionieren der Betrieb.

    Tendenziell beobachte ich aber auch, dass sich die Einstellung neuer Kollegen verändert hat. Das ist auch kein Wunder. Das ist die erste Generation, die mit den Idealen der individuelle Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung sowie der Social-Media-Selbstdarstellung "Hochglanz-Leben" aufgewachsen ist.

    DAS ist allerdings eine Entwicklung, der ich so gar nichts abgewinnen kann - und mit diesen KollegInnen tue ich mich in der Tat schwer. Das ist sowas von nicht meine Welt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die "Alten" von vor 20 Jahren auch mit meiner Generation Probleme hatten - und sei es nur, weil wir eben Computer bedienen konnten und sie nicht...

    Bist du dir da sicher? Ich dachte, die vorgeschriebenen 11 Stunden Ruhezeit müssen zwischen dem Unterrichtsende an dem einen und dem Unterrichtsbeginn am Folgetag liegen. D. h. wenn jemand bspw. 1,5 Stunden Fahrtzeit vom/an den Schulort hat, ist das ihr/sein "persönliches Pech". Mal als Beispiel: Unterrichtsende an der Abendschule ist um 20:30, durch 1,5 Stunden Heimfahrt ist der Kollege aber erst um 22 Uhr zuhause; morgens muss er um 6:30 Uhr wieder aus dem Haus um pünktlich zu Unterrichtsbeginn um 8:15 Uhr wieder in der Schule zu sein. Die 11 Stunden Ruhezeit (zwischen 20:30 und 8:15 Uhr) wären damit aber trotzdem eingehalten, oder?

    Wenn Du es so rechnest, stimme ich Dir zu. Allerdings kratzt dieses Beispiel schon arg an der Lebensrealität, weil nun einmal nicht jeder so wohnt, dass er/sie innerhalb von wenigen Minuten zu Hause ist, damit die Ruhezeit auch eingehalten werden kann.

    Bolzbold mit dem guten Stundenplan meine ich bei einem guten Freund aus einem anderen Kollegium: Die haben auch Abendschule. Das ist für Jung wie Alt belastend, wenn man um 22 Uhr nach Hause kommt und um 6.30 Uhr wieder aus dem Haus fährt. Der Unterricht muss eben auch gemacht werden. Hier verwundert es, dass gerade frisch Eingestellte einen Einsatz alle 14 Tage verweigern.

    Das ist arbeitsrechtlich auch eigentlich so nicht zulässig. Dass man das verweigert, kann ich verstehen. Vielleicht haben die "Alten" hier auch einfach keine Ahnung von ihren Rechten und haben zu lange zu vielem "Ja und Amen" gesagt?

    EDIT:

    Auch wenn es zulässig ist, wie wir ja jetzt wissen, kann man natürlich darüber streiten, ob und wie legitim es ist, sich hier zu weigern.

    Bolzbold das hängt bestimmt wieder mit der eigenen Arbeitsweise zusammen. Ich habe in meinen Praktika und in meiner Zeit als Sozialarbeiterin an den GSen in der Region zu 90% KuK erlebt, die mit Wochenarbeitsplänen arbeiten.

    Das können diese KollegInnen gerne tun. Aber ich würde mich gegen die Erwartungshaltung verwehren, dass ich selbige Pläne bitte erstellen und hochladen möge, wenn ich krank bin.

    Die neue Generation tickt insofern anders, als dass sie bestehende Hierarchien und Pfründe nicht als Gottgegeben hinnimmt. So gesehen hat dann die Erziehung zur Mündigkeit etwas bewirkt - weil diese Strukturen hinterfragt werden. Die Grenze zur Impertinenz ist hier sicherlich fließend und hängt davon ab, wie ruppig und lautstark man seine Interessen vertritt.

    Die "Studienratsmentalität" in einem Kollegium, das zehn oder fünfzehn Jahre lang im eigenen Saft gekocht bzw. gealtert ist, ohne dass jemand Neues eingestellt wurde, kenne ich noch zu gut aus eigener Erfahrung. Ich fand dieses Gutsherrengehabe ehrlich gesagt ziemlich daneben.

    Warum muss man sich einen guten Stundenplan oder den Einsatz in "interessanten Klassen" verdienen?

    Belehren ist natürlich so eine Sache - man ist neu, engagiert, möchte sich einbringen und meint, als junge(r) Wilde(r) könnte man nun die Welt verändern und den etablierten Kräften mal sagen, wo es lang geht. Das ist das Privileg der Jugend. Die "Erfahrung" (i.e. die erfahrenen KollegInnen) wird da metaphorisch sanft eine Hand auf die Schulter des/der jungen KollegIn legen und lediglich erwidern, dass weder alles schlecht ist, was die Alten machen noch alles besser ist, was die Jungen machen - und dass diese Dynamik auch schon vor zehn oder zwanzig Jahren so war.

    Hier erwarte ich, als Studierte und Mutter, einfach, dass vernünftig vertreten wird oder die erkrankten KuK einen Wochenarbeitsplan erstellen.

    Zustimmung für den ersten Teil - nämlich dass vernünftig vertreten wird.
    Klare Ablehnung zum zweiten Teil, denn diese Erwartungshaltung empfinde ich als übergriffig.

    Ich denke auf jeden Fall auch, dass Introversion und ein guter Lehrer zu sein sich nicht widersprechen. Vor allem nicht in der Grundschule.

    Es mag sich nicht widersprechen, aber die Grundschule ist genauso viel oder wenig ein geeigneter Ort dafür wie die anderen Schulformen. Die Kinder brauchen hier viel mehr An- und Zusprache - der Kontakt zur Lehrkraft - ganz besonders zum Klassenlehrer - ist hier von zentraler Bedeutung. Übermäßige Introversion ist dann nicht zwingend förderlich. Ein Hindernis ist sie aber ganz sicher nicht.

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