Alles anzeigenHallo,
ich bin seit mehreren Jahren in NRW im Schuldienst und merke, wie verschiedene Kollegen, die auch etwa mit mir angefangen haben, recht scharf auf A14 Beförderungen sind.
Meist werden die Stellen dann mit Blick auf die Sonderaufgabe ausgeschrieben, die der zu befördernde Kollege hat, zB Koordination der Schulpartnerschaft, Erasmus+, Digitalisierung etc.
Was mir aber noch gar keiner treffend beantworten konnte: was ist der Reiz an der A14? Die Netto rd 150€ allein können es doch nicht sein, zumal dafür auch mindestens eine Entlastungsstunde für die Sonderaufgabe entfällt.
Ist es der Wunsch nach dem Titel?
Oder das Sprungbrett zu A15?
Alles das finde ich jetzt nur mäßig reizvoll. Hab auch keine Geldnot. Aber vllt übersehe ich da was?
Aus eigener Erfahrung kann ich dazu Folgendes sagen:
Nicht wenige KollegInnen machen die Zusatzaufgabe Jahre, bevor sie befördert werden. Eine Beförderung schmeichelt dem Ego und gibt einem unterbewusst das Gefühl, "etwas geschafft" zu haben. Hier greift auch der Belohnungseffekt. Auf die Hierarchie im Kollegium und den Umgang miteinander wirkt sich das hingehen überhaupt nicht aus - wenn man einmal von der Unzufriedenheit und dem unterschwelligen Neid derer, die bei den Beförderungen nicht zum Zuge gekommen sind, absieht. A14 und dann A15 sind faktisch die einzigen Karriereoptionen, die man unterhalb der Schulleitungsebene hat.
Ich war damals (2010) auch so einer, dem das wichtig war. (Dazu gibt es ja den vor mehreren Jahren von mir gestarteten Karriereoptionenthread zu A15 in diesem Forum. Warum A15 für mich KEIN Karriereziel mehr ist - Forum rund um Schulleitung und Schulverwaltung - lehrerforen.de - Das Forum für Lehrkräfte)
Als man mir suggerierte, ich könnte auch eines Tages Schulleitung machen, habe ich mich geschmeichelt gefühlt und dachte, jetzt müsste ich bald nach der A14 auch die A15 machen. Die Irrungen und Wirrungen diesbezüglich findet man auch in dem besagten Thread.
Vielleicht muss man es andersherum drehen. Wenn ich mit Ende 20 oder Anfang 30 in den (lebenslangen) Schuldienst eintrete, dann habe ich zwischen 35 und 40 Dienstjahren vor mir, die ich mit irgendetwas füllen muss. Es gibt KollegInnen, die sich all die Zeit mit ihrem A13 Gehalt und der einen oder anderen Zusatzaufgabe zufrieden geben - andere waren mit A14 zufrieden und wussten, dass sie wahlweise die Schule wechseln müssten oder eben als A14 in Pension gehen.
Ich wollte irgendwann nicht mehr nur unterrichten sondern mehr Verantwortung übernehmen. Das habe ich auf Umwegen sozusagen geschafft. Einmal unabhängig vom Geld und dem "Rang" hätte ich mir auch rein beruflich nicht vorstellen können dreieinhalb Jahrzehnte immer dasselbe zu machen - und das wäre aufgrund der Strukturen, die Schulen haben, vermutlich genauso gekommen.
Letztlich musst Du Dir für Dich selbst überlegen, was Du möchtest und wohin Du möchtest. Und diese Entscheidung haben die A14er- und A15erInnen ebenso für sich getroffen.