Vor allem finde ich Arbeitszeit manchmal schwer messbar. Letztens im Auto ein Lied gehört und Zack war da eine Stunde zu in meinem Kopf. Wo und wann notiert man sich die 4 Minuten?
Mit Verlaub, aber diese Aussage ist so unglaublich kleinlich und so typisch ist für uns Lehrkräfte.
Jeder gedankliche Pups soll bitteschön als Arbeitszeit zählen und dann malt man sich auf der Basis dessen, was andere hier geschrieben haben, aus, dass man am Tag gefühlte Drölfzig Mal sich "einstempelt" und wieder "ausstempelt".
Mit Ausnahme des reinen Unterrichts behaupte ich einmal, dass jede/r während der sonstigen noch abzuleistenden Arbeitszeit gedanklich auch einmal weit weg von der Arbeit ist. Muss man das dann gegenrechnen? Wollen wir eine solche Kleinlichkeit auch gegen uns angewandt wissen?
Nochmal das Beispiel von der Behörde:
Es interessiert niemanden. Wenn ich meine Arbeit in der vorgegebenen Zeit erledige, fragt niemand danach, was ich wann wo wie im Detail gemacht habe. Natürlich könnte man auch in der Behörde während der Arbeitszeit theoretisch zwei Stunden auf der Toilette verbringen, Schwätzchen mit den KollegInnen halten, endlos im Internet surfen (es gab bei uns ein separates WLAN für private Zwecke) oder auch einfach nur am Schreibtisch Däumchen drehen, wenn gerade wirklich nichts Dringendes zu tun ist.
All das geht auch bei uns Lehrkräften. Die Arbeitszeiterfassung wird kein individuelles 1984 Szenario sein.
Ich bin so dreist zu behaupten, dass die Sorge vor der Praktikabilität eher vorgeschoben ist und einige Angst vor der neutralen Erfassung der Arbeitszeit haben - was sicherlich an der Sorge vor zu viel Überstunden liegt...