Beiträge von Bolzbold

    - frage ich mich, welche rechtlichen Konsequenzen sowas haben könnte? In spätestens 2,3 Jahren möchte ich zurück nach Deutschland und wieder als Lehrer in Hessen arbeiten. Könnte man mir da ernsthaft was anhängen, wenn ich die Klausuren nicht schreibe wie vorgeschrieben?? Also von Seiten des Schulamts?

    Ich bitte darum, die Frage auf rein sachlicher, in diesem Fall also juristischer Ebene zu behandeln und mir nicht mit irgendwelchen moralischen Verpflichtungen etc. zu kommen.

    Man wird Dir nichts "anhängen" sondern dieses Vorgehen als Dienstvergehen erachten, da Du klare und konkrete Vorgaben vorsätzlich nicht beachtet hast bzw. haben wirst. Im Falle eines ähnlichen Auftretens vor der Einstellungsbehörde bei Wiedereinstellung wie hier könnten ggf. Zweifel an der persönlichen Eignung für den Schuldienst erwachsen. Ich bin ob Deines Duktus' allerdings gerade wenig geneigt, die Zeit aufzubringen, um die entsprechenden Gesetze zu wälzen.

    Du willst Dich aus Faulheit und gekränktem Stolz arschig verhalten und lässt jede Sachlichkeit oder Achtung vor den rechtlichen Vorgaben hier vermissen, forderst diese Sachlichkeit aber von den UserInnen hier ein. Das kommt mir doch etwas sehr selbstsüchtig und selbstgerecht vor.

    Rußland konnte sich 1988 bzw. 1989 aus Afghanistan auch zurückziehen.

    Korrekt. Ergänzend zwei Zitate von Wikipedia: "Die sowjetische Führung gelangte zu der Einsicht, dass der Krieg nicht zu gewinnen war, und suchte fortan nach einem Weg, ihre Truppen aus dem Land abzuziehen, ohne das Gesicht zu verlieren." "Der Afghanistankrieg und seine enormen Kosten beschleunigten den Prozess, der schließlich zur Auflösung der Sowjetunion führte."

    Das dürfte auch Putin wissen. Selbst bei einem bedingungslosen Rückzug wird Russland der Paria in Europa sein bzw. bleiben. Auch das weiß Putin, also braucht er im wahrsten Sinn des Wortes Verhandlungsmasse - sprich Teile der Ukraine - je mehr desto besser (für ihn aus seiner Sicht.)

    Das Sicherheitsbedürfnis von Russland ist leider keine reine Befindlichkeit, sondern eben seit Jahren bestimmend für die dortige Politik - es hat sich in der kollektiven Psyche festgesetzt und geht da auch nicht mehr so schnell raus. Wird das Sicherheitsbedürfnis nicht in irgendeiner Weise befriedigt werden, geht der Konflikt weiter oder weitet sich sogar aus. So einfach ist das leider. Man muss nun mal sehr genau aufpassen, dass man keine Eskalationsspirale in Gang setzt, aus der man nicht mehr hinauskommt. Bei einem großen Konflikt gibt es eben noch mehr Verlierer als jetzt schon. Das ist leider ein sehr schmaler Grat, falls es überhaupt einen gibt. Wer es derzeit mit der Integrität der Ukraine in ihre offiziellen Grenzen (also samt Krim und Donbass) wirklich ernst meint, müsste dafür gegen Russland in den Krieg ziehen und würde letztendlich einen Weltenbrand auslösen.

    Genau das ist der Punkt - darauf hatte ich ja auch schon hingewiesen. Dieses Sicherheitsbedürfnis mit westlicher Brille schlichtweg zu ignorieren, war ein Kardinalfehler - und die Vorboten der Folgen dieser Politik konnte man 2007 bereits erkennen... Russland kann und wird sich nicht ohne Zugeständnisse des Westens oder "Gewinn" aus diesem Krieg zurückziehen können. Für eine vollständige Niederlage ist dieses Land zu groß und militärisch zu stark.

    Das ist auch OK so. Insofern war der Preis auch ohne (Ab)-Wertung gedacht.

    Wenn man allerdings in die andere Richtung läuft und wirklich etwas verändern will, sollte man wissen, dass Bildungspolitik in erster Linie Politik ist und wenig mit Bildung zu tun hat.

    Dieses Wissen hatte ich schon vor meiner Abordnung an die Behörde - und jetzt ist noch eine Menge Erfahrung aus eigenem Erleben von der "anderen Seite der Theke" hinzugekommen...

    Es müssen Ausreden sein. Es gab beim Überfall auf die Ukraine keinen legitimen Grund, der diesen Krieg hätte rechtfertigen können. Das wusste auch Putin - und er wusste, dass ihm der Großteil dieser Welt seine Begründungen nicht abkaufen würde.

    Darf ich dir den diesjährigen Naivitätspreis anbieten? Genau wegen dieser zwei von dir kritisierten Aspekte wird Bildungspolitik betrieben. Diese ist soweit weg von Sachorientierung, dass dein Wunsch die nächsten vierhundertdrei Jahre ein Wunschtraum bleiben wird.

    Ich habe mir lediglich etwas gewünscht. Ich arbeite in der Behörde - den Naivitätspreis nehme ich gerne an, wenn freies Wünschen das als Reaktion nach sich zieht.

    Ich habe nur einen Wunsch an die Politik:

    Liebe Politik gleich welcher Ideologie: Halte Dich aus Bildungsfragen dergestalt raus, als dass Du Dir primär politischen Geländegewinn oder ideologische Selbstbefriedigung versprichst. Schau Dir die Probleme im Bildungswesen an und löse sie sachorientiert - und höre auf diejenigen, die es fachlich schlichtweg besser wissen als Du.

    Das brauchte man damals niemandem mehr erklären. Das haben doch alle Russen gesehen. Warum ist denn Putin so beliebt im Inland? Er hat dafür gesorgt, daß es den Menschen besser geht als zu den Zeiten des Zusammenbruchs der UdSSR unter Gorbatschow und Jelzin.

    Es stellt sich die Frage, wie vielen Menschen es effektiv besser geht - Stichwort Oligarchen und Kleptokratie, Wahlmanipulationen, aktive und gewaltsame Unterdrückung jeglicher Opposition.

    laleona

    Die UdSSR hat eine globale Auseinandersetzung zweier antagonistischer Ideologien als Repräsentant einer der beiden Ideologien klar verloren. Wohlgemerkt von außen betrachtet. Das hat aber damals nicht jede(r) verstanden oder verstehen wollen. Wie wollte man es den Menschen der ehemaligen Sowjetunion erklären, dass alles Streben der letzten 75 Jahre umsonst war. oder dass die eigene Lebensweise der anderen hoffnungslos unterlegen war. Wir reden hier ja nicht wie bei Deutschland über "nur" 12 Jahre Nazi-Zeit, wo die Erinnerung an das Früher noch vorhanden war, sondern über eine Zeit, die über mehr als drei Generationen ging.

    Ein einfaches "Rüberwechseln" mit einigen Jahren Verzögerung war für die ehemaligen Satellitenstaaten möglich, weil sie ihre Freiheit durch den Kommunismus nach dem zweiten Weltkrieg verloren bzw. gar nicht erst wiedererlangt hatten und sich somit als "Opfer" des Kommunismus wähnen konnten.

    Ein Beitritt Russlands zur EU oder zur NATO wäre auf der Basis der Werte und des nicht vorhandenen Vertrauens unmöglich gewesen - das ist es auch heute noch. Abgesehen davon wäre die EU-Außengrenze dann in Fernostasien gewesen. Die NATO hätte mit einem Beitritt Russlands erst Recht keine Daseinsberechtigung mehr gehabt.

    Bedrohungsgefühle sind oft irrational.
    Im Kern aber sind EU und NATO geographisch dichter an Russland herangerückt - das ist ein Faktum. Und dass ehemalige "Bruderstaaten" mittlerweile dem "feindlichen" Bündnisblock beigetreten sind, ist ebenso ein Faktum.

    Man kann durchaus einmal fragen, wieso nach dem Ende des Kalten Kriegs das eine Defensivbündnis sich aufgelöst hat, das andere aber wie selbstverständlich bestehen blieb. Wer war denn ab 1991 die Bedrohung für die NATO? Einzelne kleinere "Schurkenstaaten" wohl kaum.

    Wenn der aufgeschobene Berg zu groß ist (eigentlich schon weit vorher), ist es dringend Zeit, über Strukturierung von Arbeitsprozessen und Priorisierung zu sprechen und bei sich nicht abzeichnender Änderung die Überlastung anzuzeigen und selbst zu entscheiden, was dann liegen bleibt.

    Ja, das müssten alle KollegInnen dann konsequent tun. Solange es eine "kritische Masse" gibt, die noch in der Probezeit ist oder gerne eine A14-Stelle ergattern möchte, wird das aber nicht passieren. Die innere Struktur von Kollegien führt dazu, dass die Preise verdorben werden und immer genug "Willige" vorhanden sind, die die Arbeit erledigen.

    Was hindert dich denn im Moment genau daran, dir eine feste Arbeitszeit zu definieren und diese auch einzuhalten? Für mich persönlich macht es keinen Unterschied, ob ich vom AG gezwungen von 8 bis 16 Uhr im Büro zu sitzen habe oder mir diese 8 Arbeitsstunden selbst in feste Bänder verteile : z.B. ich bin 8 bis 14 Uhr in der Schule und plane mir dann noch einmal von genau 19 bis 21 Uhr Arbeitszeit zu Hause ein. Dann nehme ich die Arbeit auch erst 19 Uhr wieder auf und höre 21 Uhr auf.

    Wenn die Arbeit sich innerhalb dieser Korridore erledigen lässt, ist das auch kein Problem. Das Problem sind die vielen kleineren und größeren Dinge, die spontan anfallen und am besten vorgestern erledigt sind. Manche Dinge kann man nicht liegen lassen, weil sie termingebunden sind, andere lassen sich nicht unbegrenzt aufschieben. Gleichzeitig muss man darauf achten, dass der aufgeschobene Berg nicht zu groß wird. Damit wird das Ganze zu einer großen Mängelverwaltung, bei der man auch nicht wirklich an den Punkt kommt zu sagen, dass die Arbeit endlich erledigt ist. Dagegen sind 41 Stunden in der Behörde bei 30 Tagen Urlaubsanspruch wirklich ein Klacks...

    Ne, so wird das nichts.

    Seph


    Und genau das ist beispielsweise bei Klassenfahrten etc. nicht umsetzbar. Eine Teilzeitkraft, die in NRW einen Leistungskurs in Schiene 1 unterrichtet, wird wohl alle zwei Jahre auf Kursfahrt gehen (müssen) und sich vermutlich nachhaltig unbeliebt machen, wenn sie auf ihr Recht als TZ-Kraft besteht - sofern sie es denn überhaupt kennt. (Dass ich damals als Mann und VZ-Kraft mit gerade geborenem dritten Kind meine SL gebeten habe, nicht fahren zu müssen, war wohl ein Unikum.)

    Gerade als (Doppel)Hauptfachlehrkraft ist es schulorganisatorisch bei der aktuellen Quote an TZ-Kräften oft nicht leistbar, dass sie regelmäßig mehrere Jahre am Stück keine Klassenleitung und keine Klassenfahrten übernehmen müssen. Dann heißt es schnell "wenn Du nicht fährst, muss aber KollegIn XY fahren..."

    Ab einer gewissen TZ-Quote ist das nicht mehr umsetzbar, ohne die VZ-Kräfte (in der Regel eher die Männer) übermäßig zu belasten.

    Viele Menschen wünschen sich bessere Bedingungen, sehen sich aber oft wegen der Umstände außer Stande, zur Verbesserung ihrer Situation aktiv beizutragen. Wenn ich auf mich selbst schaue, liegt das auch an verschiedenen Bedürfnissen, die sich nun einmal nicht miteinander in Einklang bringen lassen bzw. bei denen die Opportunitätskosten - wenn ich das einmal so technisch bezeichnen darf - zu hoch sind.

    Auf die A13 Beförderungsstellen im Primarbereich bezogen haben die GS-Kräfte so gesehen immer noch guten Grund sich zu beschweren. Würde man die Besoldung für alle GS- und Sek I-Lehrkräfte auf A13 anheben, käme natürlich auch sofort die Frage nach Beförderung nach A14 oder A15 auf. Das würde für NRW dann richtig, richtig teuer. Ohne entsprechende Lobby glaube ich auch einem Herrn Kutschaty nicht, dass er das durchsetzen wird bzw. kann.

    Ich bin immer wieder etwas von Gehaltsdebatten irritiert...auch wenn diese hier ironisch ist. Die wahre Ungleichheit bzgl. Vermögen liegt doch eher in der Frage, ob eine satte Erbschaft winkt oder nicht. Hierin unterscheiden sich insbesondere die neuen und die alten Bundesländer erheblich. Ich darf mir von einer Bekannten immer wieder anhören, dass sie ja so "arm" dran sei, weil sie 300€ weniger verdiene als andere in ihrem Umfeld. Dass sie vermutlich bald eine Immobilie mit Wert um die 3/4 Mio herum erben wird, vergisst sie dabei natürlich zu erwähnen ;)

    Mir scheint, dieses Lamentieren gehört gewissermaßen zum guten Ton. Schließlich vergleicht man sich ja immer mit denen, die vermeintlich mehr haben, besser dran sind etc. Würde man den Vergleich nach unten anstrengen, müsste man sich dauerhaft zu den glücklicheren Menschen zählen.

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