Beiträge von Bolzbold

    Wäre es nicht möglich, dass die Plätze im Kurs limitiert sind wir an der Uni?

    Sind noch Plätze frei, ok… wenn nicht, bekommt der Schüler eben nicht den Deutsch-LK, sondern muss in Englisch oder Französisch in den parallel laufenden LK. Ggf. wird gelost. So müsste dich auch eine gleichmäßige Aufteilung möglich sein.

    Die Plätze sind nach oben mittelbar limitiert, ebenso nach unten - nur eben nicht nach starren Quoten. Und das ist gut so.

    Eine Umsetzung Deines Vorschlags käme an einigen Schulen dem Ende des Wahlprinzips in der Oberstufe gleich und würde zu einer nicht unerheblichen Chancenungleichheit beitragen, was mittelfristig dann kleinere Schulen benachteiligen und in ihrer Existenz bedrohen würde. Für einige SchülerInnen würde das zudem bedeuten, dass sie entweder gar nicht erst ihr Abitur bestehen oder aber deutlich schlechter als andere SchülerInnen.

    Die negativen Folgen einer solchen Entscheidung überwiegen die scheinbaren Vorteile bei weitem.

    Danke euch.

    Wäre es vielleicht denkbar, die Schulleitung mit Blick auf die Zielgrößen darauf hinzuweisen, dass ein Widerspruch gegen die Benotung durch SuS kommen könnte?

    Ganz ehrlich kann ich doch die SuS nicht in der sonstigen Mitarbeit beurteilen zum Quartal, vermutlich werde ich von den meisten SuS nie etwas hören.

    Ich finde das so schlimm, dass man total der Willkür ausgeliefert ist. Einige Kollegen haben wirklich kleine und einfache Klassen (z.B. IK mit wenigen SuS, die in ihren Arbeitsheften arbeiten) und andere zig 4.-Fach Prüfungen und rappelvolle Kurse, jedes Jahr immer wieder. Wie kann das sein?

    Mal abgesehen von diesen ganzen Sonderschulen wie im Gefängnis, Schule für Kranke, tlw. auch WBK... wo recht kleine Kurse oder wie bei der Schule für Kranke teilweise Einzelunterricht stattfindet. Die Bezahlung ist gleich. Eigentlich ist man doch blöd, an einem normalen Gymnasium zu arbeiten und sich so schikanieren zu lassen.

    Widersprüche können immer kommen - die Lerngruppengröße dürfte da jedoch argumentativ nicht greifen.

    Was aus Deiner Sicht Willkür ist, hat ganz handfeste und sachliche Gründe, die ich weiter oben ausführlich erläutert habe. Es gibt Sachzwänge, die ich als Schulleitung nicht auflösen kann - und dennoch ist es meine oberste Aufgabe, dass der Laden läuft.

    Dass beispielsweise Doppelkorrekturfachlehrkräfte durch VERA, ZP10 und Abitur immer gekniffen sind und mit jeder Lerngruppe, die sie nicht fachfremd unterrichten, auch eine Korrekturgruppe haben, ist der Sache und nicht der Willkür geschuldet - nur um einmal einen dieser Sachzwänge anzuführen.

    Du darfst das Ganze gerne als Schikane empfinden, das ist aber dann Dein ganz persönliches Problem - und das würde ich Dir im eins zu eins auch je nachdem, wie Du da auftreten würdest, genauso sagen - nachdem ich Dir vorher die Hintergründe erläutert hätte.

    Am Gymnasium musst man gemäß APO-GOSt ein Mindestangebot an Kursen vorhalten - darunter geht es nicht.
    In der Regel ist das Angebot an LKs und GKs reichhaltiger - das brauchen die Schulen aber auch zum Überleben. Wenn man das Kursangebot zusammenstreicht, wird man langfristig für die eigene SchülerInnenschaft und kurzfristig auch für die Schulformwechsler nach der Sek I unattraktiv.

    Kompensieren kann man Engpässe über Kursgrößen, Stundenkürzungen in der Sekundarstufe I und die gerade erwähnte Anpassung des Kursangebots.

    Alle diese Entscheidungen sind schmerzhafte Entscheidungen, die man als Schulleitung nicht leichtfertig trifft, aber eben treffen muss, damit man die Stundentafel und die Vorgaben der APOs weitestgehend (aber eben oft nicht vollständig) einhalten kann. Dazu gehören dann auch Kursgrößen von 35 SchülerInnen. (Damit hatte ich in einem vokalpraktischen Kurs vor einigen Jahren gar kein Problem. Im Gegenteil - da konnte ich satt vierstimmig singen lassen.)

    SGV § 6 (Fn 6) Klassenbildungswerte | RECHT.NRW.DE

    Nicht schön, aber leider wohl hinzunehmen. Gleichzeitig kann es im Gegenzug dann passieren, dass man bestimmte LKs mit deutlich unter 12 Personen bestückt hat und so das Ganze nur mit großen GKs ausgleichen kann.

    In der Unterrichtsverteilung, die ich für dieses Schuljahr basteln durfte, mussten wir die GKs in der Oberstufe auch "voll" machen - wenngleich wir nicht bei 35 SchülerInnen liegen. Das ist ärgerlich, aber womöglich tatsächlich nicht anders machbar.
    Mit Blick auf das Gesamttableau kann man ggf. keinen weiteren Grundkurs aufmachen, wenn man keine weitere Englischkraft mehr hat oder die theoretisch vorhandenen schon zu viele Korrekturen oder andere Belastungen haben. Je nach Zweitfach ist da noch ein Mangelfach dabei, dann passt es auch dort nicht.
    Dann will man den KollegInnen ja auch keine regelmäßige (teils zustimmungspflichtige) Mehrarbeit aufhalsen oder im Rahmen der Pflichtstundenbandbreite das Plus der KollegInnen zu hoch werden lassen, wenn man im Grunde schon weiß, dass man dieses Plus im darauffolgenden Schuljahr sowieso nicht abgebaut bekommt und die Kollegen dann pro forma zwar ihr Saldo auf "null" gesetzt bekommen, aber sofort wieder mehr Stunden machen müssen (=> Milchmädchenrechnung.)

    Das ist schon extremst dreist von Deiner Schulleitung, da sie um eben diesen Missstand weiß. Eine verantwortungsvolle Schulleitung hätte Dich nie darum gebeten.
    Ich würde diese Zusage an Deiner Stelle zurückziehen, denn das war eine Bitte um Selbstausbeutung.

    Wenn Mehrarbeit nicht vergütet werden kann, dann kann und darf sie auch nicht angeordnet werden. So machen wir das. Ich kann nur den Kopf schütteln über dieses Vorgehen der Schulleitung.

    Ich denke es ist jetzt definitiv an der Zeit, nicht weiter über die hingeworfenen Stöckchen zu springen. Wäre ich der TE, würde ich mir einen Ast lachen, wie viele Leute ich hier für mich eingespannt habe und wie es mir immer wieder gelungen ist, den Thread weiter am Leben zu erhalten.

    Wie hier mehrfach geschrieben wurde, haben wir doch ein ausgefülltes Freizeitleben. Das Lehrerforum ist doch sicherlich nur ein kleiner Teil davon - lasst uns das doch an genau dieser Stelle einmal beweisen.

    Mein Tipp gegen Langeweile:

    In Lehrerforen abhängen und sich der Aufmerksamkeit, die man augenscheinlich erhält, erfreuen und kommunikativ so geschickt agieren, dass man im Zentrum der Aufmerksamkeit bleibt.

    Jetzt auch einmal on topic:
    Es ist schwierig, Dir hier etwas zu raten, weil man letztlich im Dunkeln stochert und Du wahlweise "nicht für mich" oder ggf. auch mal "gute Idee" dazu sagen kannst. Die Frage (nicht Du als Person) hat in der Tat etwas von einem Kleinkind, das nicht weiß, was es machen soll.

    Ich würde ein Instrument oder eine Sprache lernen wollen, wenn ich in Deiner Situation wäre.
    Ich selbst komme selten in die Verlegenheit, mich in den Ferien zu langweilen, weil bei mir zu Hause (glücklicherweise nur noch) eins von drei kleineren Wesen Deine Frage ganz oft stellt und somit meine Frau und mich und mitunter auch seine Geschwister auf Trab hält. (Die beiden anderen können sich mittlerweile selbst beschäftigen...)

    Ich habe mir vorhin auch bewusst die Randbemerkung verkniffen, dass in den Geschichtslehrwerken auch ziemlich viel Quatsch drin steht. Werde bestimmt keine Stunde machen in der Graf Stauffenberg abgefeiert wird. Vielleicht eher eine über Georg Elser.

    Also einerseits sprichst Du von Versagensängsten, andererseits erhebst Du Dich über Geschichtslehrwerke und machst eine polemische Bemerkung zu einer Stunde, in der "Graf Stauffenberg abgefeiert wird (sic!)." Das ist aus meiner Sicht eine merkwürdig anmutende Kombination und führt auf den Weg zur Selbstdisqualifikation.

    Am Rande: Deine persönliche Haltung zu historischen Ereignissen ist im Unterricht eher sekundär - Du hast einen Lehrplan zu erfüllen, der Dir neben Verbindlichkeiten auch hinreichend Freiheiten lässt. Die beiden von Dir angeführten historischen Personen eignen sich übrigens auch sehr gut für einen Vergleich und für die anschließende Diskussion, wieso das Stauffenberg-Attentat bekannter ist als das Elser-Attentat oder wem man ggf. eher ein Denkmal setzen sollte, bzw. um bei Deinem Wortlaut zu bleiben, wer da abgefeiert wird oder werden sollte. Das kann ich mir in Klasse 10 bzw. in der Oberstufe sehr gut vorstellen.

    Nur durch die rechtliche Brille betrachtet:

    „Die Schulleitung hat bei der Festlegung der Sitzordnung im Lehrerzimmer das Direktionsrecht, muss jedoch die Mitbestimmungsrechte des Personalrats beachten. Gemäß § 72 Abs. 1 LPVG NRW hat der Personalrat bei Maßnahmen, die die Arbeitsbedingungen betreffen, ein Mitbestimmungsrecht. Dies umfasst auch die Sitzordnung, da sie die Arbeitsumgebung und damit die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte beeinflusst. Die Schulleitung muss den Personalrat vor der Umsetzung der Sitzordnung informieren und dessen Zustimmung einholen. Eine Maßnahme, die der Mitbestimmung des Personalrats unterliegt, kann nur mit dessen Zustimmung getroffen werden. Falls der Personalrat Einwände hat, muss er diese innerhalb einer Woche schriftlich mitteilen.“ (LAG Hamm, Urt. V. vom 13.01.2000 - 17 SA 1712/99)

    Danke für dieses Urteil. Leider gibt es das nur bei zwei Portalen hinter einer Bezahlschranke, so dass ich das nicht selbst nachvollziehen kann. Das Thema war ja offenbar eine Kündigung - insofern wundert es mich, was das eine mit dem anderen zu tun hat.

    Hast Du hier ggf. eine allgemein zugängliche Quelle?

    Es gibt durchaus Situationen, in denen aufgrund einer wie auch immer gearteten Erkrankung in Verbindung mit einer eskalierten Konfliktsituation zwischen einer Lehrkraft und der Schulleitung die zuständigen DezernentInnen Abordnungen mit dem Ziel der Versetzung (und einer dann erfolgten Versetzung) vornehmen.

    Dann wäre nicht das Personaldezernat sondern der/die schulfachliche DezernentIn zuständig - und er/sie bekommt das im Zweifelsfall auch durchgesetzt. Anekdotische Evidenz, aber dennoch.

    Mir wurde nach ein paar Wochen in der Behörde nahegelegt langsamer zu arbeiten, um die Dynamik im Team nicht zu stören.

    Ich habe exakt dasselbe gesagt bekommen und mich dann für einen Mittelweg entschieden. Es gab, das muss ich wohl einräumen, ab und an auch von mir bearbeitete Vorgänge, denen ein paar Tage zur "Reifung" der Lösung bzw. des Antwortentwurfs gut getan hätten. Das habe ich dann im Verlauf meiner Zeit dort berücksichtigt.

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