Halten wir doch einmal fest, dass es Ersatzschulen in kirchlicher Trägerschaft gibt. Die Gesetze erlauben die Einrichtung dieser Schulen und auch deren Anspruch auf Identifikation mit den Werten der katholischen Kirche. Die Gesetze sehen ferner vor, dass diese Schulen aus Steuergeldern finanziert werden. Wer das nicht möchte, muss die Gesetze ändern und vorher für entsprechende Mehrheiten sorgen.
Wenn wir das Ganze einmal abseits der von Dir genannten Prinzipien betrachten, dann stelle ich beobachtend folgendes fest:
Es gibt Tausende von Lehrkräften, die an kirchlichen Ersatzschulen arbeiten. Offenbar freiwillig. Ebenso gibt es Tausende an Schülerinnen und Schülern die diese Schulen besuchen. Der tatsächliche Einfluss der Kirche mit der von Dir genannten Diskriminierung scheint entweder nicht so groß zu sein, oder die Menschen sind allesamt Heuchler, weil ihnen die Schule gut genug ist, um dort zu arbeiten bzw. dort zu lernen und sie deshalb die Diskriminierung in Kauf nehmen. Da maße ich mir jetzt kein Urteil an.
Diskriminierung ist aus meiner Wahrnehmung heraus ein integraler Bestandteil nahezu aller großer Religionen. Man sieht es am Frauenbild sowie am Umgang mit Un- bzw. Andersgläubigen sowie an dem oft erhobenen Absolutheitsanspruch.
Worüber man somit diskutieren kann, ist, ob das Schulwesen nicht vollständig in staatlicher Hand sein sollte, d.h. alle konfessionellen Schulen abgeschafft werden. Das wäre vermutlich in der heutigen Zeit sogar eher durchsetzbar als vor 75 Jahren.