Meine Frau und ich sind beide Lehrer an verschiedenen Schulen und haben drei Kinder - zwei im schulpflichtigen Alter und eins im Kindergarten.
Wir haben sowohl positive als auch negative Erfahrungen in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gemacht.
Wesentliche Faktoren dafür waren/sind:
- Verfügbarkeit und zeitlicher Umfang der Kinderbetreuung
- eigene Stundenpläne und der Anteil an Nachmittagsunterricht (in der Regel sind die Pläne inkompatibel bzw. können keine Rücksicht aufeinander nehmen)
- außerunterrichtliche Termine (Konferenzen, Exkursionen, Klassenfahrten, Feste)
- Korrekturbelastung
- Kinderkrankheitstage und das (Un)Verständnis der Schulleitung
- Schließtage der Einrichtungen der Kinder
- zeitliches und finanzielles Minusgeschäft der TZ-Arbeit
Meine Frau hat aufgrund der Doppelkorrekturfächer seit dem ersten Kind nie mehr als 50% gearbeitet und damit immer eine erhebliches Minusgeschäft mit ihrer TZ-Arbeit gemacht. In den Hauptbelastungsphasen näherte sich ihr Brutto-Verdienst dem Anderthalbfachen des Mindestlohns an.
Das Hauptproblem ist letztlich Folgendes:
Man muss als Doppellehrerhaushalt immer damit rechnen, dass sich einer der Stundenpläne plötzlich ändert und das ganze Betreuungssetting über den Haufen geworfen wird. Diese Ungewissheit, wie lange die Pläne diesmal gelten, ist ein erheblicher Stressfaktor. Neben den Einrichtungen wie OGS oder KiGa oder Tagesmutter bräuchte man streng genommen eine Person, die jederzeit Gewehr bei Fuß steht, um jeden spontan veränderten Betreuungsbedarf sofort abzufangen. Auch in der heutigen Zeit wären das vermutlich die Großeltern, wenn sie denn in der Nähe wohnen würden und nicht selbst noch berufstätig wären, wie das ja auch oft noch der Fall ist. Wir haben keine, also muss es irgendwie so gehen. Es ist bisher irgendwie so gegangen. Aber wir haben zwischendurch immer wieder Momente gehabt, wo wir nicht wussten, wie das noch funktionieren soll.
Ein Vorteil der ganzen Sache ist immerhin, dass man in den Schulferien nie ein Betreuungsproblem hat und dann immer mit der ganzen Familie zusammen ist. Wem Familie wichtig ist, der wird das zu schätzen wissen.