Beiträge von Bolzbold

    Wir hatten damals auch die Möglichkeit, Kopfhörer zu verwenden. Die Schule stellte einfache Kopfhörer zur Verfügung. Die Schüler haben aber die vom PC an die Tischkante verlängerten Klinkenbuchsen regelmäßig zerstört, indem sie sie ganz herausrissen oder aber die Kabel abrissen. Mit den Kopfhörern verhielt es sich zum Teil nicht anders.

    Die Konsequenz daraus war, auf Ton am Schülerrechner zu verzichten oder eben BYOD.

    Innerhalb der Schule gelten aber zunächst mal die beamtenrechtlichen Vorgaben des Landes. Engere Regelungen würde ich verbuchen wollen unter "Umgang mit Verdachtsfällen", bei denen eine aufgrund vergangener Vorfälle auf einem ärztlichen Attest bestehen möchte. Oder sehen das die KuK ( @Seph @Bolzbold ) mit entsprechend mehr Erfahrung und Rechtskenntnissen anders?

    In NRW wird zwischen tarifbeschäftigten und verbeamteten Lehrern unterschieden.
    § 15 Abs. 2 ADO NRW

    (2) Wird der Dienst wegen Krankheit von Beamtinnen oder Beamten länger als drei Arbeitstage [sic!], von Tarifbeschäftigten länger als drei Kalendertage [sic!] versäumt, so ist eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen, aus der die voraussichtliche Dauer der Erkrankung ersichtlich ist (§ 62 Absatz 1 LBG, § 5 Absatz 1 EntgFG).

    Damit gilt:

    Ist der Beamte von Freitag bis Montag einschließlich krank, braucht er KEIN Attest.

    Ist der Angestellte von Freitag bis Montag einschließlich krank, braucht er ein Attest.

    Die Gesetze und Verordnungen der anderen Bundesländer dürften ähnliche Regelungen enthalten.

    Eine Attestauflage bei häufigem Fehlen ist dieser Vorschrift nicht zu entnehmen.

    Die gemeinsamen Besprechungen dieser Problematik in der Klassenleiterstunde sind definitiv keine Kollektivstrafe. Anhand der Eingangsschilderung gehe ich davon aus, dass der Gesprächsbedarf auch seitens der Schüler vorhanden ist.

    Wenn es sich immer um dieselben wenigen Schüler handelt, die sich daneben benehmen, dann sind Vorschläge zu Verhaltensalternativen natürlich ein probates Mittel - eine Runde auf dem Schulhof zu drehen wäre hier sicherlich hilfreich. Gleichzeitig denke ich, dass hier aber natürlich auch die Eltern ins Boot gehören - wobei ich einmal davon ausgehe, dass das bereits erfolgt ist.

    Die Einführung eines Ruhedienstes mag der Selbstständigkeit der Schüler dienen, ist aber andererseits auch schlichtweg ein Denunziationsinstrument. Wer aufschreibt und meldet, hat auf einmal Macht. Damit wäre ich sehr vorsichtig - es sei denn, dieses System würde wirklich von allen Schülern akzeptiert. Aus pädagogischer Sicht bin ich da dennoch skeptisch.

    Wir können noch einmal festhalten:

    Solange der Lehrkraft kein schuldhaftes Fehlverhalten nachzuweisen ist, kann sie für Schäden jeglicher Art sowie für Verunfallungen der Schüler nicht haftbar gemacht werden.
    Das eine Bein im Knast ist ein Mythos, der in diesem Fall von uns Lehrern sorgsam gepflegt wird.

    Das tragische Beispiel der verstorbenen Schülerin aus NRW sollten wir aus genau diesem Grund genauestens verfolgen, da hier die Bezirksregierung bzw. die Gerichte das Verhalten der begleitenden Lehrkräfte sehr genau unter die Lupe nehmen werden.

    Das Problem dabei ist in NRW in vielen Fällen, dass man ein Betreuungspaket schnüren muss, dass von 7 bis 17 Uhr alles abdeckt, auch spontanen Vertretungsunterricht über die eigene Unterrichtszeit hinaus, sowie die bereits angesprochenen diversen Stundenplanwechsel, die es geben kann. Das lässt sich mit unserem standardisierten und oft starren Betreuungssystem oft nicht machen. Gerade wenn beide Elternteile an Ganztagsschulen arbeiten, braucht man streng genommen Betreuungspersonen, die jederzeit Gewehr bei Fuß stehen, um alle möglichen Eventualitäten abzudecken.

    Wenn es dann ganz schlecht läuft, bringt einen das an den Rand der Verzweiflung und mitunter darüber hinaus. Das Organisieren an sich ist noch nicht einmal das Problem. Wohl aber das ständige Hoffen und Bangen, dass das Setting funktioniert und mal länger als ein paar Wochen so hält.

    Handelt es sich um eine formale Versetzung oder um eine temporäre Abordnung mit Rückkehroption an die alte Wirkungsstätte?

    Was Deine aktuelle Tätigkeit angeht: Die Arbeit mag ggf. erst einmal dröge und natürlich völlig anders sein als der "Dienst an der Front". Dennoch könntest Du Dir ja ggf. Tätigkeiten an Land ziehen, die auch intellektuell herausfordernder sind. Ggf. kannst Du das Ganze ja auch als Chance sehen, Verwaltungserfahrung zu sammeln. Das kann ja ggf. für Dich in ferner Zukunft auch einmal insofern vorteilhaft sein, alsdass Du dann weißt, wie so eine Schulbehörde tatsächlich tickt.

    Noch ein Wort an Tabularasa: du kommst hier in eine community, wo Menschen einer Profession sich in ihrer Freizeit gegenseitig informieren, beraten, aber auch kontrovers diskutieren. Großzügigerweise auch Menschen, die noch nicht mal in dem Berufsfeld angekommen sind.
    Ab dem Moment, wo du deine Frage/dein Anliegen hier in die Öffentlichkeit gestellt hast, hast du kein Recht auf einen thread frei von Teilen dieser Öffentlichkeit und auch keine Meinungshoheit. Wer öffentlich fragt, kriegt öffentlich Antwort, auch missliebige. Wenn du damit nicht umgehen kannst, musst du Menschen unter vier Augen oder in einer geschützen Form (email, Brief, Gespräch, Telefonat) fragen.

    Liebe tabularasa,

    was gibt es an dieser Aussage eigentlich misszuverstehen? Was hat das mit der von Dir unterstellten Anarchie zu tun?

    Hätten wir das Kindergartenkind, das neu in die Gruppe kommt und sich auf Anhieb nicht so gut mit den anderen versteht, an die Hand nehmen sollen und mit den Worten in die Gruppe zurückbringen sollen: "So, jetzt seid mal alle nett zu tabularasa und seid doch auch mal ihrer Meinung. Ihr könnt doch nicht alle immer nur Eure eigene Meinung gelten lassen - das wäre ja Anarchie." ???

    Sorry, aber dann ist dieses Forum wirklich nicht die richtige Adresse für Dich. Das Geisterfahrersyndrom treffen wir hier zwar regelmäßig an, aber therapieren können und wollen wir es hier nicht.

    Hallo und herzlich willkommen in diesem Forum.

    Zu Deinen Fragen möchte ich Folgendes antworten:

    Nr. 1: Neigung ist gut und schön - ggf. bringt sie Dir etwas bei eventuellen Problemen in 2 und 3.

    Nr. 2: Das ist ein Problem. Erst vor dem Ref. fließend Französisch sprechen zu können, ist zu spät. Das wird ggf. im Studium schon ein dickes, dickes Problem. Den Auslandsaufenthalt würde ich bei Deinem geschilderten Sprachniveau dringend VOR Studienbeginn, also bevor Du Französisch studierst, erfolgen.

    Nr. 3: Das kann man so pauschal nie sagen. Wenn Dein Sprachniveau beispielsweise nicht sonderlich hoch ist, wirst Du mehr Schwierigkeiten haben als bei höheren Sprachniveau.

    Französisch wird so pauschal definitiv nicht eher gesucht, weil es in der Regel die zweite Fremdsprache an weiterführenden Schulen ist und auch in der Oberstufe mit Ausnahme von Profilschulen oft nur mit einem Grundkurs pro Jahr belegt wird. Französisch in Verbindung mit einem Nebenfach kann somit ein Freifahrtschein in die Arbeitslosigkeit sein.

    Nr. 3:


    Ich denke nicht, dass das hier noch etwas bringt. Ich habe für mich die Konsequenz gezogen, dass ich das Seminar schiebe oder mir ein anderes Seminar suche.Diskutieren bringt hier wenig. Das endet bei seiner Persönlichkeit zu 90 Prozent damit, dass er mir eine schlechtere Note rein drückt und wir wissen ja, dass Dozenten und Profs eher am längeren Hebel sitzen.
    Ich kenne diese Art von Menschen. Das sind krankhafte Narzissten, die überzeugt von sich selbst sind und überhaupt nicht mit Kritik umgehen können.


    Du sollst ja auch nicht diskutieren sondern eine Grenze ziehen. Ich bin voll bei Dir, wenn Du sagst, dass man mit solchen Menschen nicht diskutieren kann.

    Aber übertrage das doch noch einmal auf die Schule - was würde das bedeuten? Dass Notenbeschwerden per se nichts bringen, weil der Lehrer / Schulleiter am längeren Hebel sitzt? Nochmal zurück auf den Aspekt des Tradierens des Mythos'. Möchtest Du das in der Schule so fortsetzen?

    Hier muss man doch klar zwischen der Sache und der Angemessenheit des Verhaltens differenzieren.

    In der Sache mag der Dozent im Kern Recht gehabt haben, jedoch ist es respektlos und teilweise "machtmissbräuchlich", wenn man sich so in einem Seminar aufführt.
    Wenn Dich das so gestört hat, würde ich ein persönliches Gespräch mit dem Dozenten führen und ihm schildern, wie vorgeführt und runtergemacht Du Dich gefühlt hast und dass Du Dir als erwachsene Person wünschst, dass man so nicht miteinander umgeht.
    Ich glaube, dass Dozenten auch letztlich so weit gehen, wie man sie lässt.

    Wenn man hier als Erwachsener "kuscht" - wie will man später seinen Schülern glaubhaft vermitteln, dass man für seine Rechte eintreten soll und Zivilcourage zeigen soll?
    Der Mythos, dass man eine schlechte Note bekommt, wenn man etwas gegen den Lehrer sagt, wird hatrnäckig tradiert und manifestiert so die Schuld bei der Lehrkraft - beim Abhängigkeitsverhältnis zwischen Erwachsenen, sei es im Studium oder im Referendariat scheint dieses hündische Verhalten noch stärker ausgeprägt zu sein als in der Schule.

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