Beiträge von Bolzbold
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Unabhängig von Neles These wird so aber auch den unterschiedlichen Lernertypen die Möglichkeit gegeben, sich entsprechend seiner Stärken einzubringen.
Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, individuellere Leistungsüberprüfungen zu machen statt ständig am Schreibtisch monoton zu korrigieren. -
Muss ja.
Wenn früher die oberen 20% eines Jahrgangs ans Gymnasium gegangen sind und heute 50% und mehr, dann liegt das mit Sicherheit nicht daran, dass die deutschen Schüler alle intelligenter geworden sind.
Ausgehend von der Gauß'schen Normalverteilung muss bei einer Verdopplung der Abiturientenzahlen das Level sinken. Und das tut es jährlich. -
Hm, verstehe nicht, warum man nicht darüber reden darf. Wer es nicht will, muss ja nicht. Ich wäre nicht sauer. Geschätzte 80 Millionen andere Deutschen reden gerade nicht mit bei diesem Thema, da ist es zu verkraften, wenn 2-3 andere hier auch nicht drüber reden mögen.Andererseits merkt man vielleicht, dass andere auch so denken und verfolgt es dann "ermutigt" weiter oder lässt es bleiben.
Jede neue Idee fängt damit an, dass einer sie äußert. Die heutigen ganzen Bestimmungen und Bedingungen, z.B. bei den Klassenarbeiten, fingen auch damit an, dass einzelne nicht mit dem zufrieden waren, wie es vorher / bis dahin war und es artikulierten
Niemand verbietet Dir darüber zu schreiben.
Die Argumentation, dass wenn jeder so denkt... oder dass wenn einzelne anfangen anders zu denken... ist mir bekannt und in meinen Augen mittlerweile ideologisch bzw. idealistisch verbrannt.Bildungspolitik ist kein Ergebnis feuchter Pädagogenträume, dass wenn man mit etwas unzufrieden ist, man es artikuliert und es dann geändert wird. Da sitzen ganz andere Leute an den entscheidenden Hebeln, die die Praxis mit einer Borniertheit ignorieren und letztlich auf Geheiß einer verblendeten Bildungsideologie oder auf Geheiß des Finanzministers Entscheidungen treffen. So war es bei G8, so ist es bei G9.
Ich stehe für eine pragmatische Bildungspolitik, die sich kritisch fragt, wo wir stehen, wo wir hinwollen und was wir dafür tun müssen. Liberaler Elitarismus oder Bildungsegalitarismus von Rot-Grün sind gleichermaßen auf jeweils einem Auge blind.
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Wir hatten bei uns vor einiger Zeit einen Vortrag eines Didaktikprofessors, der in dasselbe Horn geblasen hat.
Die kritisch-reflektierte Lesekompetenz ist bei vielen angehenden Studenten entweder nicht vorhanden oder auf erschreckend niedrigem Niveau.
Das wird ihnen aber durch die Anforderungen des NRW-Abiturs mittelbar anerzogen. Ich habe Erwartungshorizonte gelesen, bei denen das Nacherzählen des Klausurtextes mehr oder weniger der Kern aller drei Aufgaben war.Wenn die Schüler die Struktur eines Textes wiedergeben bzw. analysieren sollen, teilen sie den Text in "Sinnabschnitte" (ich hasse dieses Wort!) ein und geben dann den Inhalt der einzelnen, zuvor abgezählten Absätze wieder.
Das ist Deutschland im Jahre 2017. -
Das kommt darauf an, ob sie originär Englisch studiert haben oder ob sie den C1-Schein gemacht haben, den Sprachinstitute gerne und großzügig in der Vergangenheit ausgestellt haben.
Gerade bei der Apostrophitis und anderen bei Schülern gängigen Fehlern, die auf von GS-Lehrern erstellten Lernkarten stehen, mag man Vermutungen anstellen, ohne all die GS-KollegInnen dabei aus dem Blick zu verlieren, die tagtäglich fachlich fundierten Englischunterricht erteilen.Wer am Gymnasium Englisch bis zum Ende durchnimmt, bekommt das GeR-Niveau B2/C1 attestiert.
Da ich mittlerweile genug Englischprüfungen im Abitur abgenommen habe, nehme ich einmal in Anspruch zu behaupten, dass das Niveau B2 auch an der Grundschule nicht zum Erteilen von qualifiziertem Englischunterricht befähigt - die Einser-Abiturienten einmal ausgenommen. -
Für die Rahmenbedingungen sind das Schulgesetz und die Kernlehrpläne maßgeblich. Und ja, sonstige Mitarbeit musst Du bewerten. Ob Du das mit Noten oder plus und minus machst, ist Deine Sache. Letztlich musst Du daraus eine Halbjahresnote bilden können.
Und einen Test so zu konzipieren, dass der reproduktive Anteil so hoch ist, dass die meisten Schüler den Test packen, sollte nicht so schwer sein. -
Da wird niemand definitiv nein sagen können.
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Hängt im Endeffekt davon ab, wo genau du später unterrichtest. Ich bin sehr viel im beruflichen Gymnasium unterwegs. Shakespeare, Appropriation, absurdes Theater, Präimplantationsdiagnostik.... Themen die mich bestimmt nicht unterfordern.
Meine Kenntnisse von meinen Aufenthalten in Neuseeland und Australien helfen mir dabei bestimmt nicht. Was mir hilft ist, dass ich mich in der Sprache deswegen so sicher fühle, dass ich Fehler direkt höre/ sehe und wenn ich dann doch mal unsicher bin direkt weiß wo/ wen ich um Hilfe bitten kann und, dass mich Schüler, die Muttersprachler sind, nicht überfordern.Ich denke auch, dass die interkulturelle Erfahrung einem eher persönlich als später beruflich etwas bringt. Die Entwicklung der Sprachsicherheit und des Sprachgefühls sind jedoch in meinen Augen unverzichtbare Vorteile, so dass ich meine Auslandsaufenthalte, auch wenn sie nicht während des Studiums waren, nicht missen möchte.
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Es geht hier nicht darum, etwas zu entscheiden. Es geht hier nur um Meiungen. Wie du schon merkst, nehme ich Dinge nicht einfach so hin, wie sie sind, weil sie so sind (Stichwort "basta").
Dann empfinden wir Korrekturfachlehrer künftig Klassenarbeiten als unsinnig - schreiben lassen müssen wir sie aber trotzdem. Das führt doch zu nichts.
Sich darüber zu distinguieren, dass man Dinge nicht einfach so hinnimmt, führt ebensowenig irgendwohin.
Man kämpft sinnvollerweise dort, wo man realistischerweise etwas bewirken kann. Alles andere ist im Schulbetrieb sinnlose Energieverschwendung.Und manchmal ist "basta" eben "basta". Demokratie heißt nicht, dass man in allen Fragen Mitspracherecht hat.
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Ist das jetzt nicht ein wenig kleinlich?
Die sonstige Mitarbeit umfasst die reine mündliche Mitarbeit ("Aufzeigen und Beitrag bringen") sowie die nicht-mündliche Arbeit (Arbeit in Gruppen, schriftliche Arbeitsergebnisse etc.).
Wenn Du die rechtsverbindliche Definition haben möchtest, schau in die entsprechenden Kernlehrpläne. -
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Hallo,
mich würde interessieren, welche Notenbewertungsschlüssel Ihr (z.B. für schriftl. Arbeiten) verwendet?
Wieviel Prozent ergeben welche Note - in welcher Schulform und für welche Schulstufe? Mich interessiert insbes. Sek I und Sek II.
Wo setzt Ihr die Defizitschwelle an bzw. was genau versteht Ihr darunter?
Sind Eure Verteilungsschlüssel linear? Oder verwendet Ihr Punktehäufungen, Sockel o.ä.?
Nutzt Ihr immer denselben Schlüssel, oder verschiedene? Wie weit passt Ihr im Einzelfall (Klausur/Test) an?Je nach Lage fühle ich mich immer mal wieder unsicher bei der Notenvergabe, insbes. ab dem Bereich 4 minus und schlechter. Müsste ich nach Gefühl bewerten, würde ich am liebsten bei 50% noch eine 4 (bestanden) vergeben, bei unter 50% eine 4 minus (nicht bestanden), u.s.w. Außerdem würde ich gern die Prozentstufen mit jeder schlechteren Note immer weiter auseinanderziehen (1 plus nur bei 100%), sowie für die Note 6 einen sehr niedrigen Sockel ansetzen. Das geht aber alles zumindest dann nicht, wenn man linear bewertet.
Mich wundert auch, dass online-Rechner unter einer Defizitschwelle offenbar immer die Note 5 verstehen (Note 4 gilt komplett als nicht Defizit), obwohl 4 minus doch auch schon "nicht bestanden" ist?
Ich würde gerne mal ein paar Erfahrungen einholen, wie andere das handhaben.
Catania, das müsstest Du eigentlich als Vorgabe der Fachgruppe haben, denn das sind in der Regel verbindliche Fachschaftsbeschlüsse.
In der Sek I setzen wir 50% als Grenze für ein "noch ausreichend", also Vier. Dann gehen wir linear nach oben.
Eventuelle Rundungsfehler und Grenzwertprobleme kann man mit intelligenter Bepunktung von Anfang an umgehen, d.h. also im Idealfall durch vier teilbare Punktintervalle jenseits der 50%.In der Sek II soll ja Stück für Stück an die Abiturbedingungen herangeführt werden. Wir haben infolge dessen das Bewertungsmuster des Abiturs übernommen, d.h. ab 45% gibt es eine glatte Vier.
Der Grund dafür war, dass wir als Fachschaft keine Grundlage dafür gesehen haben, in der Q-Phase strenger zu sein als im Abitur.Mich wundert doch etwas, dass Du offenbar über die offiziellen Vorgaben der Notenvergabe nicht Bescheid weißt.
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D.h., dass es für die Feststellung der Zeugnisnoten auch genügen würde, wenn ich nur diese Klassenarbeiten schreiben lasse?
War das ein akuter Aussetzer, kennst Du Deine Kernlehrpläne und die sonstigen Gesetze und Verordnungen nicht oder ignorierst Du diese gar? -
Es geht um vergleichbare, standardisierte Testverfahren, die in meinen Augen eben NICHT dem Gutdünken der Lehrkraft überlassen sein dürfen.
Dann wäre der Aufschrei der Willkür bei nicht genehmen Noten noch um einiges größer.Es steht jedem Lehrer frei, die Leistungsfeststellungsverfahren im Rahmen der sonstigen Mitarbeit durch mehr oder weniger schriftliche Anteile zu gestalten. So MUSS man nicht zwingend Vokabeltests schreiben...
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Ob wir mit der reflexartig anmutenden Dekonstruktion der Legitimität von Prüfungen bzw. Notenvergabe in denselben weiterkommen?
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Also, was ich weiter oben eigentlich meinte, war, dass Kinder in Deutschland, die in einem muslimisch geprägten Umfeld aufwachsen, möglicherweise die westliche Kinder- und Jugendliteratur nicht so interessant finden, weil sie keine Identifikationsfiguren finden. Infolgedessen lesen sie vielleicht weniger gerne die "Klassiker" und was sonst noch zum "Mainstream" gehört.
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Man könnte hier vielleicht auch noch anführen, dass viele Bücher im Wesentlichen von der westlichen Kultur geprägt sind, so dass sie womöglich für muslimische Kinder und Jugendliche nicht sonderlich attraktiv wirken. Die Anzahl der deutschsprachigen Bücher mit authentischen Geschichten und Themen des orientalischen Kulturraums ist doch recht überschaubar.
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Na das ist doch eine Einladung an die "Loser", sich einzureden, sie hätten einfach nur am Tag X eine schlechte Leistung erbracht und wären ansonsten doch top ausgebildet.
Andererseits: Wenn Referendare mit gutem Examen zu mir in den Ausbildungsunterricht kommen und dann darüber stöhnen, sie müssten sich ja erst in das Thema einlesen, weil sie es nicht im Studium hatten...
...dann wäre ich geneigt einzuräumen, dass das 1. Staatsexamen in der Tat nur bedingt etwas über die fachliche Eignung aussagt. -
In dieser Hinsicht sind Examenskandidaten wie Schüler.
- Noten sagen ja gaaar nichts aus über die fachliche Eignung
- man hatte einen (oder zwei oder drei) schlechten Tag
- es lief halt blödDas Ganze dann nochmal beim 2. Staatsexamen.
Solche Threads hatten wir in der Vergangenheit immer mal wieder.
Wie will man so später seinen Schülern die erteilte Note glaubwürdig gegenüber vertreten?
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Thread geschlossen.
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