Beiträge von Bolzbold

    Ich muss mich irgendwie rechtfertigen und werde in die Ecke gedrängt nur weil ich wissen wollte, ob ich zum Freitagsgebet gehen kann. Einfach nur Absurd.

    Wenn mir jemand erklären kann, warum ich so Verfassungsfeindlich oder sonst was wäre, nur zu. Ich will ja auch dazu lernen.

    Du wirst in keine Ecke gedrängt - auch von mir nicht.

    Was mich interessiert, ist, ob Du als gläubiger Moslem einen reflektierten Umgang mit den kulturell-religiös bedingten Konflikten pflegst, die muslimische SchülerInnen, die in Deutschland aufwachsen, haben können. Und natürlich auch, wie Du bei solchen Konflikten zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen agierst.

    Ich möchte diesmal ganz ausdrücklich darum bitten, einmal Jamahas weitere Antworten und Einlassungen abzuwarten, bevor sich hier wieder einige UserInnen rhetorisch gegenseitig weiter an die Gurgel gehen und deren Schreibfernduelle den Thread dominieren. Das tut diesem Thread nicht gut und lenkt von der eigentlichen Ausgangsdiskussion ab.

    Wärt Ihr bitte so lieb?

    Ich könnte mir vorstellen, dass der Faktor Nicht-Wissen beim Umgang mit diesem Thema eine nicht unerhebliche Rolle spielt.

    Jamaha

    Lass Dir gerne Zeit bei der Antwort auf meine Fragen. Mir sind tiefgründigere Antworten lieber als etwas, das hastig zusammengestellt wurde und dann zu Fehlinterpretationen führt.

    Ich habe einige Kollegen mit Migrationsunterricht, einer ist auch Muslim, macht aber anscheinend Kompromisse.

    Ich unterrichte an einer Schule, an der die allermeisten Schüler Migrationshintergrund haben (häufig aus Nordafrika, Asien, Russland, andere EU-Länder). Ich habe bisher nicht bemerkt, dass Kollegen mit Migrationsunterricht anders wahrgenommen werden. Es hängt von anderen Dingen ab, ob man respektiert wird.

    Ich würde teilweise zustimmen. Es hängt auch von anderen Dingen ab, aber beispielsweise so auszusehen wie eben diese Schüler mit Migrationshintergrund, reicht oft aus, dass man anders "gelesen" wird und eher als "einer von ihnen" gelesen wird. Manchmal reicht es auch, dass sie die Gewissheit verspüren oder darauf vertrauen, dass ich sie nicht anders behandle.

    Ja also im Mathe-Unterricht, zeige ich den Kids wie man die Gebetswaschung vollzieht. (Packung Ironie)

    Schüler, vorallem junge Kinder, suchen Identifikationspersonen.
    An Brennpunktschulen machen leider öfters Migra-Kids Probleme. Kein Rassismus, ist halt einfach so.

    Und ich glaube, dass wenn einer von denen sie belehrt, es doch eher zum Ziel fühlt, weil ich eben weiß wie es ist, sie zu sein.

    Beispiele dafür gibt es zu Hauf.

    Radikale Schüler, die selten sind, die es aber gibt - hören die auf mich oder auf Dieter (m50), die sich vielleicht ein Buch von Islamhasser xy gekauft hat und den Kindern was erzählen will. (Extremes Beispiel, entschuldigt. Ich habe weder was gegen Susanne, noch gegen 50 jährige).

    Braucht man nicht mehr Migranten, die Lehrer sind in der heutigen Zeit oder liege ich falsch?

    Ich bin da durchaus bei Dir. Auch ich bin aus ähnlichen aber dann doch an entscheidender Stelle anderen Gründen eine solche Identifikationsperson. Aber meine Fragen hast Du irgendwie ignoriert. Daher noch einmal meine freundliche Bitte, doch zu diesen Fragen ein paar Antworten zu geben.

    Wobei man fairerweise sagen muss, dass es schwierig wäre, das zum Maßstab zu machen in der Frage. Das kann- nicht bei dir, aber bei anderen Menschen/ Schulleitungen- sonst durchaus die Basis sein für eher willkürliche Ablehnungen, denen genau genommen eigene Vorurteile zugrundeliegen.

    Und eben diese Vorurteile finden wir ja auch bereits hier im Thread. Ich denke, da sollten wir uns einmal an das erinnern, was wir unseren SchülerInnen beibringen - Stichwort Multiperspektivität und kritisches Hinterfragen auch der eigenen Position - und unseren Ansprüchen selbst genügen.

    Ich finde die Diskussion nicht spannend, nur haarsträubend, aber ich wollte ohnehin nichts mehr dazu schreiben. Erbsthaftes Danke aber für dein freundliches Angebot.

    Diese Diskussionen werden wir immer öfter führen, weil allmählich auch mehr muslimische Lehrkräfte an die Schulen gehen. Ich könnte mir vorstellen, dass gerade wegen entsprechender drohender Ressentiments viele potenzielle LehramtsstudentInnen davon abgeschreckt werden. Vielleicht schaffen wir es hier ja tatsächlich einmal, bei einem solch spannenden (ich bleibe dabei, wie Du siehst) Thema halbwegs sachlich, ohne Polemik und Ideologie zu diskutieren.

    Auch mit Verlaub, du kennst nicht die Sicht einer Frau.

    Du kennst vielleicht die Sicht einer Frau, die nicht selbst betroffen ist. Vorschlag: Lass uns das, sofern hier Bedarf besteht, separat diskutieren und diesen eigentlich interessanten Thread nicht von unserem Dissens trüben.

    Ich kann arbeitsrechtlich (und auch beamtenrechtlich) aus dem Grundgesetz zwar einen prinzipiellen Anspruch ableiten hierauf Rücksicht zu nehmen. Aber eben nur soweit dies aus arbeitsorganisatorischen Gründen möglich ist. Hier findet immer eine Güterabwägung statt und das bedeutet eben auch, dass der Arbeitnehmer auf die Sachzwänge die mit seinem Aufgabenbereich verbunden ist genauso Rücksicht nehmen muss.

    Ich könnte bei einem gläubigen Moslem, der integriert ist, der sich konstruktiv und positiv in die Schulgemeinschaft einbringt und ein guter Vermittler zwischen den Kultur- und Glaubensgemeinschaften ist, wirklich gut damit leben, wenn er im Gegenzug dann Freitagmittag früher geht, um in die Moschee zu gehen.

    Hallo Liebe Lehrer, Ich stehe vor der Berufswahl und wollte mal fragen, wie es mit der Unterrichtseinteilung ausschaut. Als Muslim MUSS ich jeden Freitag in die Moschee je nach Sommer-/Winterzeit wäre es um 13:15 oder 14:15, jeweils so 30-45min. Ich hatte einen muslimischen Lehrer, der Freitags um dieser Uhrzeit frei bekam von der SL. Hat man als Lehrer einen Anspruch drauf oder muss man das mit der SL seperat vereinbaren. LG (Lehramt Gymnasium oder BK)

    Du hast ja jetzt eine Vielzahl von Antworten zu dem Thema bekommen.

    Mich würde als Schulleitungsmitglied noch einiges andere interessieren:

    • Wie stehst Du zum Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau?
    • Wie gehst Du mit Muslimen und Nicht-Muslimen um?
    • Wie offen(siv) oder diskret übst Du Deine Religion außerhalb der Moschee aus?
    • Wenn Du muslimisches Rollenvorbild an Brennpunktschulen sein möchtest, wie gehst Du mit Jugendlichen um, denen die Worte eines Mullahs, eines Imams, des Familienpatriarchen wichtiger sind als unsere freiheitlich-demokratische Rechtsordnung? Kommst Du da manchmal in Rollenkonflikte?
    • Wie gehst Du mit Konflikten im Rahmen von vorehelichen Beziehungen mit wenigstens einem/einer Beteiligten, der/die Moslem ist?

    Ich frage das deshalb, weil mir das als Schulleitungsmitglied viel wichtiger wäre als die Frage, ob ich es Dir stundenplantechnisch ermöglichen kann, Freitags rechtzeitig zur Moschee zu kommen. Ich persönlich würde Dir das sogar ermöglichen, wenn es denn ohne andere stundenplantechnische Konflikte geht, wenn ich von Dir den Eindruck hätte, dass Deine Religion nicht zu Konflikten innerhalb der Schulgemeinschaft führt.

    (Bevor Du ggf. anti-muslimische Ressentiments meinerseits befürchtest: Mein Vater war Moslem, so wie seine gesamte Familie.)

    Nee, im Ernst: Ich bin auch kein Fan von "Schubladen-Denken" und vermag nicht zu sagen, diese und jene Eigenschaften usw. sind für die Lehrkraft an sich typisch.

    Die Umfrage habe ich mir kurz angeschaut, aber direkt wieder abgebrochen. Woher soll ich bspw. wissen, ob die meisten Lehrkräfte fachlich kompetent sind oder ihren Beruf lieben und gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeiten? Das kann ich doch nur für die - zahlenmäßig wenige, bezogen auf alle Lehrkräfte in Deutschland - Lehrer*innen beurteilen, mit denen ich näher zu tun habe.

    Wenn es um die Außenwahrnehmung geht, auch wenn einige Items wie Stammtisch klingen, dann finde ich das durchaus berechtigt, so zu fragen. Es geht ja nicht um eine differenzierte Meinung sondern um das, was man vermutlich eher spontan wahrnimmt. Für alles andere müsste man die Items ganz anders konstruieren.

    Hallo,

    danke zunächst für die willkommenen Worte.

    "Lehre" ist sehr allgemein ausgedrückt, und Pädagogik wollte ich damit nicht ausschließen. Der schulische Alltag ist mir selbst ja auch nicht fremd. Eine universitäre Laufbahn ist für mich aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) erstrebenswert. Meine beruflichen Erfahrungen der letzten Jahre haben mir gezeigt, dass ich mich nach einem lebendigeren Umfeld sehne, wie es z.B. die Schule bietet, in dem das, was ich ursprünglich studiert habe, auch zusätzlich noch Anwendung finden kann.

    Danke für die Erläuterung. Turtlebaby hat Dir die ursprünglichen Fragen bereits beantwortet.
    Was Deine späteren Chancen betrifft, so wirst Du Dir mit der Fächerkombi aller Voraussicht nach die Schule aussuchen können. Solltest Du bezüglich Deines künftigen Wohnorts auch bundeslandunabhägig sein, stehen die Chancen sogar noch besser.

    AB2000

    Was mich interessieren würde, das ist der Erkenntnisgewinn, den Du Dir von dieser Umfrage erhoffst. Ich frage das deswegen, weil man gefühlt wöchentlich Artikel über den LehrerInnenberuf in diversen Zeitungen, Magazinen und Portalen zu lesen bekommt, die mitunter auch mit entsprechenden Umfrageergebnissen unterfüttert sind.

    Die nächste Frage, die ich mir stelle, ist, wie Du die Validität und die Reliabilität Deiner Ergebnisse sicherstellst, wenn Hinz und Kunz an Deiner Umfrage teilnehmen können (der Link ist ja öffentlich einsehbar und zugänglich.)

    Da die Moderation es sogar zulässt, dass du andere als Gesindel bezeichnest: Bring doch mal ein paar Beispiele, was du genau meinst mit gefärbten Argumenten und der "Nazi-Keule". Du willst ja bestimmt nicht selbst so etwas sein, das Totschlagargumente nutzt. ("Das" ist hier Lokalkolorit)

    Nein, aber wir haben in der Tat auch ein Privatleben und arbeiten nicht in Schichten, dass wir 24/7/365 innerhalb von wenigen Minuten reagieren.

    Ansonsten stimme ich Dir in der Erwiderung zu LegoHeld durchaus zu.

    In Geschichte gibt es Anwendungsarbeiten. Quellenarbeit, und bei den Quellen wird natürlch das Datum und der Anlass angegeben.
    Einordnen in den historischen Kontext und dann werden Beurteilungen, Erörterungen usw. verlangt. Da sollten die SuS dann auch mal ein konkretes Datum einfließen lassen, aber mehr auch nicht. Und: besser gar kein Datum als ein falsches ;)

    Das Gerücht, dass man in geschichte reihenweise Daten lernen müsste,. hält sich genauso hartnäckig wie das, dass man in Deutsch dem Lehrer zu Gefallen schreiben müsse.
    (was man natürlich eh sollte:mir gefällt eine korrekte Übersetzung, ein korrekter Zusammenhang auch besser als Murks :D )

    Das Problem bei isoliert gelernten Fakten und Daten ist ja, dass man keine Querverbindungen herstellen kann und die Bedeutung der Fakten - auch zueinander - nicht kennt. Das macht das Charakterisieren oder Urteilen schwierig - das sind AFB II und III, die für ein "gut" ja zu erfüllen sind.

    Ungeachtet dessen ist es bei Klassenfahrten immer problematisch, wenn eine Lehrkraft absolut nicht fahren will und man sie im Extremfall auf ihre Dienstpflichten hinweisen muss.
    Ich würde hier die Lehrkraft nicht vollständig "davonkommen" lassen und mit ihr verbindlich vereinbaren, wann und wohin sie das nächste Mal eine Klassenwahrt organisiert und begleitet. Es kann ja nicht immer an denjenigen hängenbleiben, die sofort "hier" rufen oder gar nicht oder zu leise "nein" sagen.

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