Beiträge von Bolzbold

    Danke an alle, die sich bis jetzt beteiligt haben.

    Da waren eine Menge pro- und contra-Argumente dabei, die in die an meiner Schule sicherlich demnächst stattfindende Diskussion einfließen werden.

    Gruß
    Bolzbold

    P.S. Natürlich "höre" ich gerne noch weiter zu.

    In unserer Schule gab es heute eine Diskussion in der Fachgruppe Englisch, ob man nicht einen USA-Austausch organisieren könne. Ein Kollege schlug ein Programm einer Organisation vor, die diesen Austausch für ca. 1500 Euro für einen Zeitraum von drei Wochen durchführen könnte. (Flug, Unterbringung bei Gastfamilien, Ausflugsprogramm)
    Es kam relativ schnell die Kritik auf, dass das ja für die Schüler, die sich das nicht leisten können, weil ihre Eltern das Geld nicht aufbringen können, unfair sei. Dies ist der Knackpunkt, ob ein solcher Austausch überhaupt eingerichtet werden soll oder nicht.
    Isoliert betrachtet kann ich das verstehen.

    Ich habe dann einmal quer gedacht (gedacht heißt nicht, dass das unbedingt meiner Meinung entsprechen muss!) und mich gefragt, ob man in der Schule grundsätzlich und immer auf die sozial Schwächeren Rücksicht zu nehmen hat und somit die Schüler, deren Eltern das Geld hätten, auf solche Projekte verzichten müssen.
    Egalitarismus in der Bildungslandschaft ist ja mittlerweile als Ausdruck sozialistischer Bildungspolitik hoffähig geworden - vor allem in SPD-regierten Ländern. So wird von stärkeren Schülern ja mittelbar ein weitaus höheres Maß an Sozialkompetenz eingefordert im Rahmen der Ideologie, dass die Schwächeren von den Stärkeren lernen und profitieren können.

    Ich frage mich nur, ob Schule jegliche Form von sozialer Differenzierung, die ja von Außen in die Schule hineingebracht wird, krampfhaft negieren oder nivellieren muss und so tun sollte, als gäbe es keine Unterschiede. Ist die Verabsolutierung von Chancengleichheit (faktisch ist es ja Gleichmacherei) in allen Bereichen des schulischen Lebens nicht Augenwischerei und insofern Heuchelei, als dass die soziale Schere dadurch ja nicht verschwindet und letztlich die Schüler ja durch ihr ganzes Leben begleiten wird - ganz gleich, an welchem Ende sie letztlich stehen?
    Laufen die Schüler wohlhabender Eltern nicht üblicherweise in entsprechenden Klamotten, Handy und anderen Gadgets herum, wohingegen der Hartz-IV Schüler im Extremfall mit Kik und Konsorten auskommen muss? Führt das dem ärmeren Schüler nicht in viel stärkerem Maße tagtäglich vor Augen, wie brutal soziale Unterschiede sein können, als so ein Austausch?

    Mich würden dazu einmal Eure Meinungen interessieren.

    Gruß
    Bolzbold

    Ich habe seinerzeit in der UPP eine DVD mit einem Musikvideo gezeigt. Um mich entsprechend rechtlich abzusichern, habe ich meinen Hausprüfer gefragt, ob ich da ggf. Probleme kriegen könnte.

    Er sagte mir, dass die Kommission nicht dazu da sei, die Wahrung des Urheberrechts zu überprüfen. In anderen Worten: Wenn die Bilder mit einer entsprechenden Quellenangabe versehen sind, ist das für die UPP so erst einmal OK. Keine Kommission würde sich dazu mit einem Laptop oder wahlweise einem Eier-Telefon-4i hinsetzen und das übers Internet vorher überprüfen und Dir dann sogar noch Punktabzug geben oder einen Formfehler unterstellen.

    Gruß
    Bolzbold

    Ich weiß, dass es nicht erlaubt ist. Ein Schüler, der Physik versteht, aber mich massiv beleidigt wird trotzdem bei mir eine schlechte mündliche Note bekommen.
    Für mich gehört angemessenes Sozialverhalten zur Mitarbeit im Unterricht. Wer den Unterricht massiv boykottiert, stört und / oder den Lehrer krass beleidigt und dafür dann auch noch eine gute Note kassiert wird in seinem Verhalten bestätigt. Dass das offiziell nicht in die Begründung einfließen darf finde ich schlimm, es öffnet Schülern Tür und Tor für Beleidigungen, aber das ist eben das Kuschelpädagogiksystem, das den Lehrer wehrlos macht.

    Sei mir nicht böse, aber das ist blanker Unsinn und zudem völlig einseitig betrachtet.
    Das Unrecht des Schülers muss mit den uns dafür zur Verfügung stehenden Mitteln geahndet werden - aber nicht dadurch, dass ich selbst unrecht handle. Das magst Du für Dein Ego mit dem Euphemismus "seelisches Wohlbefinden" schönreden, doch das zeigt eigentlich, dass Du in der Position des Mächtigeren noch tiefer sackst als der Schüler, von dem Du Dich ans Bein gepinkelt fühlst. Das Ausnutzen einer Machtposition zur Befriedigung seiner Rachegelüste oder zur Pflege des angekratzten Egos ist fernab der moralischen Verwerflichkeit m.E. sogar noch primitiver, weil perfider, als eine profane Beleidigung durch einen Schüler. Es bedarf einer deutlich höheren negativen Energie, um so zu handeln.
    Und nebenbei: Es sind gerade Kollegen, die diese Ebenen (Leistung und Sympathie) nicht trennen können (oder wie Du nicht trennen wollen), die es uns anderen Kollegen insofern schwer machen, weil für einen Schüler ein einziges Erlebnis einer durch persönliche Abneigung erhaltenen schlechten Note reicht, um diese Befürchtung auf alle anderen Lehrer zu übertragen und damit alle künftigen Lehrer, die den Schüler unterrichten, unter Generalverdacht zu stellen. Ich habe das als Lehrer oft genug erlebt. Es bedarf einer Vielzahl an eindeutigen Gegenbeweisen, um einem Schüler dieses "Trauma" wieder zu nehmen.

    Zitat


    Was mir aber wohl niemand verbieten kann ist, dass ich einen Schüler konsequent vor die Tür setze, sobald er mich beleidigt. Niemand kann mich zwingen jemanden zu unterrichten, der mir gerade "Fotze" an den Kopf geworfen hat. Wer vor der Tür sitzt, weil er massiv Mist gebaut hat, kann wohl auch kaum zum Unterricht sinnvoll beitragen = schlechte Mitarbeitsnote.

    DAS ist etwas anderes. Hier ergreifst Du eine Erziehungsmaßnahme. Das würde ich ähnlich machen.

    Zitat


    Ihr wollt ganz ehrlich behaupten jemandem, der Euch "Fotze" nennt, seid ihr ernsthaft noch wohl gesonnen? Ich meine in welcher Welt lebt ihr denn dann? Jemand der so dreist zu mir ist (obwohl ich ihn im Unterricht fair behandelt habe!), ist mir sowas von egal und dem werde ich sicher nicht noch die Möglichkeit bieten zu sagen "Haha, hab den Silicium beleidigt und krieg trotzdem ne 2, so ein Loser".

    Wenn Du das Ganze auf einen Machtkampf zwischen Dir und dem Schüler reduzierst, wobei Du Dich dann auf die Ebene des Schülers begibst, magst Du Recht haben. Ich finde das Argumentieren mit Extrembeispielen und -reaktionen eher als einen Ausdruck argumentativen Notstands. Und Deinen emotionalen Ausbruch hier finde ich überzogen.

    Zitat


    Jemand der mir so massiv ans Bein pinkelt muss damit rechnen, dass ich zurückpinkele und das aus einer höheren Position, wo man eben nicht nur das Bein trifft. Mag sein, das ihr alle viel professioneller seid. Dürft Euch alle überlegen fühlen :thumbup: . Mir ist mein persönliches seelisches Wohlbefinden wichtiger als 110% korrekt zu handeln. Niemals könnte ich ertragen so gedemütigt zu werden und den Schüler auch noch den, von ihm ausgehend (!!!), unter der Gürtellinie geführten Kampf gewinnen zu lassen, indem er grinsend da steht, seine 2 kassiert und nichts weiter passiert, weil die Schulleitung wieder behauptet man könne eh nichts nachweisen. Mir kann man eben auch nicht nachweisen, dass der Schüler mündlich vllt doch nicht so schwach ist, wie ich ihn einschätze.

    Sorry, aber das "wie Du mir, so ich Dir" ist primitiv und eines Pädagogen unwürdig. Und wenn man hier anders handelt als Du, hat das auch nichts mit Kuschelpädagogik zu tun. Mit liegt dieses Schwarz-Weiß-Denken doch ziemlich fern.

    Zitat


    Aber immerhin werde ich niemals weinend aus dem Unterricht laufen oder ein psychisches Wrack sein, das in die Frühpension geht, weil die Schüler ihm so zusetzen.

    Frei nach dem Motto: Ich mag aus Eurer Sicht schlecht sein, aber ich bin aus meiner Sicht wenigstens nicht so schlecht wie die 1% der Lehrer, die weinend aus dem Raum laufen. Willst Du das allen Ernstes als Argument verkaufen?

    Zitat


    Wer tatsächlich denkt, dass man trotz solcher Verhaltensweisen gute Noten verdient, der wird im Beruf sicher auf Veständnis stoßen, wenn er seinem Chef sagt "Nun seien Sie doch mal bisschen professioneller, ich hab sie zwar Wichser genannt, aber meine Arbeitsleistung ist sehr gut! Ich will nicht nur, dass sie die Kündigung rückgängig machen, ich möchte noch eine Gehaltserhöhung für meine Leistung, die ist doch unabhängig von meinem Verhalten"

    Das kann man nun einmal nicht vergleichen. Schüler und Lehrer sind auf unterschiedlichen Reifestufen, ferner ist das Machtgefälle aufgrund des Schüler-Lehrer-Verhältnisses doch ein anderes als im Arbeitsleben. Die rechtliche Lage ist in beiden fällen recht eindeutig - nämlich in dem Punkt, dass sie nicht dieselbe ist.

    Sorry, Silicium, aber aus diesem Beitrag von Dir spricht noch ein spürbares Maß an mangelnder Reife, was man Dir aufgrund Deines Alters sicherlich nicht vorwerfen kann. Als Lehrer brauchst Du zum Überleben nicht primär die Fäuste, wie Du es im übertragenen Sinn in Deinem Posting andeutest, sondern Gelassenheit und Souveränität. Und auch mit diesen beiden Werten kann man einem Schüler, der einen beleidigt, beikommen.

    Kleine Episode am Rande:

    Mir ist in Musik seinerzeit ein Schüler ziemlich mit seiner Art auf die Nerven gegangen. (Beleidigt hat er aber nie.) Dennoch war seine Leistung "sehr gut", was ich ihm mit eben dieser Note auch bescheinigt habe. Das hat mir erkennbar seinen Respekt eingebracht - auch noch zwei Jahre nachdem ich ihn nicht mehr unterrichtet habe.

    Gruß
    Bolzbold

    Ich denke, man macht es sich zu einfach, einzelne scheinbar positive Aspekte einer Gesellschaft als Vorbild darzustellen unter dem (in meinen Augen) augenwischerischen Verweis, dass man sich der Schattenseiten einer Gesellschaftsform durchaus bewußt sei.

    Das mag grundsätzlich so sicherlich in dem einen oder anderen Fall zutreffen, bei Andran sehe ich das aber als nicht zutreffend an - es sei denn, man möchte ihm das unbedingt zuschieben, weil er es gewagt hat, ein kommunistisches Land in einzelnen Bereichen als positiv oder gar uns überlegen darzustellen. (Der Kalte Krieg ist vorbei...)

    Zitat


    Die Dinge hängen zusammen. Ein System besteht aus Einzelteilen - und das Schulsystem einer Gesellschaft ist untrennbar mit der Gesellschaftsform verbunden.

    Das ist richtig - und das wurde hier auch nicht bestritten.

    Folgt man der grundsätzlichen Logik Deines ersten von mir zitierten Satzes, dürfte man über Gesellschaften in Anbetracht der Schattenseiten, die jede Gesellschaft zweifelsfrei hat, ja nie einzelne positive Aspekte herausstellen und noch weniger Aspekte als vorbildlich bezeichnen. Und ob die scheinbar oder anscheinend positiv sind, liegt wohl im Auge des Betrachters (und seinem zivilisatorischen Background).

    Werde doch einmal konstruktiv: Wie hätte Andran das denn so formulieren müssen, dass er sich nicht dieser Kritik aussetzen muss?

    EDIT: Sorry, Melo, unsere Beiträge haben sich überschnitten. :X:

    Gruß
    Bolzbold

    Solche E-Mails bekomme ich über meinen E-Mail-Provider zu Hauf - und der sieht sich außer Stande, diese E-Mails als Spam selbst auszusortieren.

    Was ich daran fast schon lustig finde, ist der Umstand, wie schlecht diese Fake-Mails gemacht sind. Es hat Zeiten gegeben, da musstest Du wirklich gut hinsehen, um ein Fake von einer echten Mail zu unterscheiden - aber wenn so eine Mail über ein (schlechtes) Übersetzungsprogramm massenversendet wird, erkennt das eigentlich jeder sofort. Und falls nicht, sollte die Person, die auf so etwas hereinfällt, lieber ganz schnell die Finger vom Internet lassen.

    Gruß
    Bolzbold

    In einer juristischen Einführungsvorlesung wurde uns seinerzeit der Unterschied zwischen Gesetz, Moral und Sitte am Beispiel des Geschlechtsverkehrs zwischen unverheirateten volljährigen Personen unterschiedlichen Geschlechts nahe gebracht: nach dem Gesetz erlaubt, nach der Moral verboten, nach der Sitte dem Mann erlaubt, der Frau verboten.

    Tempora mutantur ... :D

    DAS muss ich mir merken. Dieser Lebensrealität kann sich ja (langfristig) niemand verschließen... :X:

    "Ohje" dachte ich auch gerade. Diesen Satz (nicht alles ist schlecht / gewisse Schichten leben sehr gut) haben wir doch in den letzten 70 Jahren allein in Deutschland schon mindestens 2x gehört.

    :thumbdown:

    Man muss diese Aussagen nicht zwingend in einen totalitären Kontext bringen. Es dürften sich sicherlich hinreichend Belege dafür finden, dass dies eine Art "Bonmot" ist, welches nicht auf bestimmte Epochen festgelegt ist. (Und dass sowohl die gesamtdeutschen Nazis als auch die ostdeutschen Steinzeit-Stalinisten (als auch die westdeutschen Kanzlerdemokraten) auf Werte zurückgegriffen haben, die es schon VOR ihnen gab und in der Gesellschaft verankert waren, sollte auch evident sein.)

    Im Kern hat Andran durchaus Recht - es ist aber eben immer eine Frage der Perspektive und dessen, worauf man gerade schaut oder achtet. Und dass Andran die Schattenseiten durchaus nicht vergisst, hat er doch auch klar gemacht, oder?

    Gruß
    Bolzbold


    Die Rechtmässigkeit des Einsatzes eines solchen Trojaners ohne konkreten Verdacht auf Missbrauch sollte unbedingt eingehend durch einen Rechtsexperten überprüft werden. Gibt es nicht eine Gewerkschaft oder Ähnliches, die die Mittel dafür hat einen entsprechenden Auftrag zu erteilen?

    Ich würde wetten, dass diese vertragliche Abmachung gegen zwingendes Recht verstösst.

    Da würde ich nicht dagegen wetten wollen. Und wieder ein Schritt zur empirischen Verifizierung des Peter-Prinzips am Beispiel einiger Politiker.

    Gruß
    Bolzbold

    Doro

    Man müsste eigentlich viel früher ansetzen. Berichtigungen sind für Schüler ein lästiges Übel - bei schlechten Arbeiten sogar eine regelrechte Strafe. Zum einen fehlt es am Willen, sich mit seiner schlechten Leistung noch einmal auseinanderzusetzen, zum anderen fehlt es wie Du richtig sagst, schlicht am Wissen bzw. der entsprechenden Kompetenz. (Oh wie ich das K-Wort hasse!)

    Die korrekte Berichtigung einer Klassenarbeit, die keine Verschlimmbesserung sein soll, setzt also voraus, dass der Schüler die Fehler erkennt, die richtige Lösung kennt (und ich korrigiere alles das, was der Schüler können und wissen müsste, nicht jedesmal positiv!) und diese Lösung auch aktiv im Kontext anwenden kann. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Das fehlende Können hat der Schüler vorher schon unter Beweis gestellt. In der Berichtigung soll er aus dem Nichts plötzlich dieses Können dennoch an den Tag legen. Das kann so nicht funktionieren.

    Eigentlich kann man bei den meisten Schülern, die jenseits der vier in einem Fach stehen, auf die Berichtigung verzichten, weil sie schlichtweg für diese Schüler keinen greifbaren Vorteil oder Lernzuwachs hat.

    Je länger ich darüber nachdenke, desto (noch) weniger halte ich von Berichtigungen.

    Gruß
    Bolzbold

    Nun ja, was wird passieren?

    Jeder, der halbwegs vernünftig denkt, wird seine Daten auf den Lehrerrechnern in der Schule löschen und das tun, was er sowieso in Ermangelung entsprechender PC-Ausstattung an vielen Schulen tun wird - er arbeitet zu Hause.

    Die mögliche Gesetzeswidrigkeit des Aufstöberns von möglichen Urheberrechtsverletzungen ändert nichts daran, dass diese Urheberrechtsverletzungen de facto (und natürlich de jure) begangen werden. Die subjektiv empfundene Ungerechtigkeit oder Sinnlosigkeit des geltenden Urheberrechts rechtfertigt nicht dessen Bruch durch uns. Hier ist der Gesetzgeber gefragt, im Sinne einer ökonomischen Bildung im doppelten Sinne entsprechend tätig zu werden.
    Wenn die Landesregierungen vor den Verlagen und Rechteinhabern einknicken, wäre es das einfachste, jeder Lehrer nähme seine Daten von den Schulrechnern runter. Dann wird die Überprüfung der Rechner zu einer Peinlichkeit - allerdings nicht für uns.

    Es müsste jedem von uns mittlerweile klar sein, dass eingescannte Schulbuchseiten einer Digitalisierung gleichkommen und nicht erlaubt sind. Wer das dennoch tut, hatte in der Vergangenheit recht wenig zu befürchten. Jetzt steigt die Gefahr des Erwischtwerdens um ein paar Prozent. Im Einzelfall kann das für den einzelnen Lehrer teuer werden.

    Fazit:
    Wir haben es selbst in der Hand, ob uns ein "Schultrojaner" oder wie auch immer man diese Schnüffelsoftware bezeichnen mag, wirklich ans Bein pinkeln kann oder nicht.
    Ich für meinen Teil habe damit fernab der juristischen Bedenken hinsichtlich der Rechtmäßigkeit eines solchen Vorgehens kein Problem, weil man die alten Gurken bei uns, die sich allen Ernstes Computer schimpfen, für so etwas ohnehin nicht gebrauchen kann.

    Gruß
    Bolzbold

    Nele

    Dramatisch könnte es für diejenigen Kollegen sein, denen man einen solchen Verstoß nachweisen kann. (Login-Zugänge, Kollegen-Accounts...). Das Land wird nämlich eventuelle Forderungen der Rechteinhaber an den Kollegen weiterleiten. :X:

    Mal im Ernst: Es ist wohl mehr eine Frage der Kommunikation.

    Gruß
    Bolzbold

    Elternschrecks Fragen zielen von Anfang an darauf ab, Defizite und Schwachstellen bei uns selbst einzugestehen - am Ende der Argumentationskette steht dann das biblische "wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein".

    So funktioniert das aber nicht. Die Antwort, die ich pauschal geben würde, wäre, dass ich sicherlich niemals 100% in allen Kategorien erreiche, wobei das auch allenfalls ein idealistischer Wert wäre. Ich denke aber, dass man mit Werten jenseits der 70% zufrieden sein kann.

    Gruß
    Bolzbold

    naja.. damit kann ich leben. im endeffekt werde ich mich auch für meinen job nicht verstellen.
    ich geh nun mal von mir selbst aus. ich kann mir gut vorstellen, dass einem im stress einmal dinge durchgehen.
    von daher kann ich den vater verstehen.

    Diese Haltung finde ich ebenfalls problematisch. Zum einen wird Mensch sein und Lehrer sein mittelbar im Gut-Böse-Schema gegeneinander ausgespielt, zum anderen hat Dein Job ganz klare Anforderungen und Regeln an Dich. Da geht es nicht um Verstellen oder nicht. Es geht darum, dass Du Dir einen Entscheidungsspielraum anmaßt, den Du schlicht und ergreifend nicht hast.

    Zitat


    ich werde hier sicherlich mit meiner meinung nicht hinterm berg halten.. egal wie hier die echten,engagierten, sich an die regeln haltenden anderen kollegen das sehen..
    icch muss mit meinen entscheidungen ja auch leben bzw. mit konsequenzen...

    "Auch wenn es möglicherweise falsch ist, ich mache trotzdem das, was ich will, ganz gleich, was die anderen sagen." Auch das erinnert mich stark an Denk- und Verhaltensmuster von Jugendlichen, nicht von Erwachsenen.

    Gruß
    Bolzbold

    Coco sieht selbst, dass es unfreundlich war vom Vater die TE nicht zu fragen, entscheidet sich aber dafür, dass nicht an die große Glocke zu hängen und die Beurlaubung durchgehen zu lassen.
    Das ist meiner Ansicht nach durchaus eine Entscheidung, die man begründen kann. Mir persönlich wäre es z.B. reichlich egal ob das Kind nun da ist oder nicht, da die Eltern dann eben verantworten müssen, dass dem Kind eventuell Lernstoff fehlt (vor den Ferien sicher vernachlässigbar).

    Haben wir denselben Beitrag gelesen?
    Die Tatsache, dass wir unsere Kompetenzen nicht überschreiten wollen und uns an die Regeln halten, die für alle gelten, ist jetzt auf einmal kritikwürdig? Wenn man das Ganze an den Schulleiter weiterreicht, weil ER der Entscheidungsbefugte ist, macht man ein Fass auf?

    Zitat


    Dann wäre Cocos Verhalten formal natürlich falsch gewesen und die bessere Lösung wäre gewesen zu sagen:"Sehr geehrter Herr X, so gerne ich auch Ihrem Wunsch entsprechen würde, dazu habe ich nicht die Befugnis. Für Beurlaubungen wenden Sie sich bitte an die Schulleitung".

    Ersetze Konjunktiv mit Indikativ und es passt.

    Zitat


    Ich finde folgende Reaktionen:

    allerdings deutlich überzogen und über das Ziel hinaus.

    Wenn ich mit den Argumenten von Teenagern versuche, diejenigen, die sich korrekt verhalten wollen, in ihrer persönlichen Integrität anzugreifen, dann ist das für mich befremdlich und ein Stück weit eines Lehrers unwürdig. Ich lasse garantiert keine Fünfe gerade sein, wenn mein "nettes" Verhalten gegenüber dem Vater möglicherweise auch dienstrechtliche Konsequenzen für mich haben könnte. Da hält sich mein Gutmenschentum in hoffentlich gesunden Grenzen.

    Gruß
    Bolzbold


    Ich bin nicht deiner Meinung. In der Schule mangelt es meiner Meinung sicherlich nicht an "Alpha-Männern", sondern an Lehrern mit einer gereiften Persönlichkeit. Zu einer solchen wird man nicht geboren, zu einer solchen wird man und das ist eine Lebensaufgabe! Wenn man sich sowohl selbstkritisch hinterfragen kann als auch selbstbewusst ist und seine Schüler mag, sie sogar sehr mag, ihnen das Beste wünscht und in ihnen das Beste sieht, kann man sich einige Patzer erlauben, ohne dass die Schüler über die Tische gehen.

    Richtig. Und dennoch gehen manchen Kollegen diese Fähigkeiten mit der Zeit verloren bzw. es stellt sich immer stärker heraus, dass sie diese womöglich nie hatten. An diesem Punkt sehe ich dann auch die Crux des Beamtentums, weil dies genau das unterschwellig fördert bzw. zumindest toleriert.

    Zitat


    Für mich findet Erziehung nur in Beziehung statt. Und das funktioniert in meiner Welt nicht in einem autoritären Führungsstil. Ich für meinen Teil will ERziehen, nicht DREssieren. Und diesen Mittelweg auszutarieren ist nicht einfach und eine Sache der Erfahrung. Diese kann man jedoch nur machen, wenn man sich in das Wagnis hineinbegibt.

    Sehe ich ähnlich. Autoritativ tut es doch auch...

    Gruß
    Bolzbold

    Find ich hochproblematisch. Heißt ja wieder nichts anderes, als dass Frauen irgendwie überempfindlich sind und spezielle Probleme haben, und dass man sich um die nicht so wirklich kümmern muss.

    Ich muss mich doch sehr wundern, was Du aus meinem Posting herauszulesen glaubst. Das Frauenbild mancher Jungen kann man wohl getrost als gestört bezeichnen. Dieses Bild lässt sich aber nicht durch Ordnungsmaßnahmen korrigieren sondern durch Gegenbeispiele von Frauen.

    Zitat


    Wenn mich jemand beleidigt, habe nicht ich ein "Beziehungsproblem". Typischer Rat an eine Frau, sich den Schuh doch bitteschön selbst anzuziehen.

    Können wir mal von der feministischen Ebene wegkommen? Darum ist es mir nie gegangen und ich verwehre mich gegen eine solche Deutung meiner Aussagen.

    Zitat


    Durch Ignorieren wird das Problem ganz bestimmt nicht gelöst. Der Junge ist erst in der 8. Klasse, der kann sich noch zu einem richtig fiesen Macho auswachsen, das deutet sich ja im Posting der TE schon an.

    Richtig. Und Machos brauchen weibliche Rollenvorbilder, die ihnen ziemlich deutlich zeigen, dass dieses Verhalten nicht durchgeht. Da ist die Rolle, die die Lehrerin einnimmt, m.E. von zentralerer Bedeutung als eine Klassenkonferenz. Letztere wird die Wahrnehmung der Rolle der Frau nämlich nicht ändern.

    Gruß
    Bolzbold

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