@Silicium
Dinge werden dadurch nicht wahrer, indem man sie gebetsmühlenartig wiederholt.
Bei sechs Korrekturgruppen zu je 25 Schülern sind 150 Hefte pro Durchgang bei durchschnittlich 2,5 Arbeiten pro Halbjahr also insgesamt 750 Hefte / Klausuren im Schuljahr zu korrigieren. (In der Sek I sind es drei Arbeiten, in der Sek II nur zwei Klausuren). Das entspricht schätzungsweise dem durchschnittlichen Pensum eines Doppelkorrekturfachlehrers.
Setzen wir einen Durchschnittswert von nur 20 Minuten pro Heft an (in Klasse 5 ist es deutlich weniger, in der Oberstufe oft das dreifache), kommen wir auf 15.000 Minuten bzw. 250 Stunden.
Im Schnitt unterrichtet man abzüglich der Ferien ca. 40 Wochen zu 5 Tagen, also ca. 200 Tage pro Jahr.
Du darfst gerne weiter behaupten, dass Du jeden Tag mindestens eine Stunde mit Versuchsaufbau etc. in der Sammlung verbringen wirst.
Du darfst auch gerne behaupten, dass Du das zum großen Teil in den kurzen Ferien (Weihnachts-, Oster-, Herbstferien) tust.
Glauben wird Dir das keiner.
Ich will den Chemie- und Physikkollegen weiß Gott nichts Böses.
Aber wäre es denkbar, dass die bei diesen Kollegen in deutlich geringerem Maße vorhandenen Klagen über die zu hohe Arbeitsbelastung weniger ein Ausdruck der "Toughness" der Kollegen sind als vielmehr ein Ausdruck einer eben nicht zu hohen Arbeitsbelastung?
Könnte man nicht im Gegenzug die Klagen der Chemie- und Physikkollegen als Dünnhäutigkeit auffassen, weil es im Wesentlichen in ihrer Entscheidungsgewalt liegt, wie viel sie experimentieren, wohingegen Klausuren und Arbeiten geschrieben werden müssen?
Gruß
Bolzbold