Beiträge von Bolzbold

    Zwischen A13/11 und A15/11 liegen ca. 1.300 Euro brutto. A15Z sind nochmal ca. 250 Euro oder so mehr.
    Das Geld hat mich in der Tat nicht gelockt - ich wusste ja vorher, dass man damit nicht reich wird. Das war auch nie mein Streben.

    Ich habe jetzt die Möglichkeit, beide Bereiche, die ich in jetzt 16 Jahren Schuldienst und knapp vier Jahren in der Behörde kennenlernen durfte, zu kombinieren. Beides alleine genommen füllt mich nicht aus. Beides zusammen füllt mich hoffentlich aus und fordert mich zeitlich und energetisch, ohne mich zu überfordern. Wir werden sehen. Ich bin gedanklich flexibel genug, um im Fall der Fälle dann ggf. wieder etwas anderes zu machen. Jetzt mache ich erst einmal zum neuen Schuljahr (stv.) Schulleitung.

    Mir wurde von den Dezerneten erklärt, dass man gerne Stellvertreter einstellt, die schnell wieder wegwollen. Da diese dann gut sind und als Schulleiter gebraucht werden.

    Schade, bei uns wärest du bestimmt auch gut untergekommen. Mal sehen, ob unsere Stelle jetzt noch leer läuft.

    Interessante Sichtweise der Dezernenten. Die kannte ich noch gar nicht.

    Die Ausschreibung bei Euch hatte ich auch zur Kenntnis genommen, sie kam aber drei Wochen zu spät und wäre fahrtechnisch keine Verbesserung gewesen, insbesondere falls ich den Vertretungsplan morgens hätte machen müssen. Da hätte ich dann noch früher aufstehen müssen - das hätte ich meiner Familie nicht mehr glaubhaft vermitteln können.


    Vor zwei Jahren wäre ich ja echt super gerne zu Euch gekommen, aber da passte es aus Sicht der Dezernentin nicht - und jetzt passte es eben für mich nicht mehr.

    Wege dürfen sich ändern und vorher gesprochene Meinungen und Worte ebenfalls. ;)

    Die Welt und das Leben sind flexibel, da sollte man Stein und Meißel gerne daheim lassen.

    So, wie ich dich hier erlebe, kann deine Schule froh sein, dass du dich umentschieden hast.

    Herzlichen Glückwunsch - und für dich immer das richtige Gefühl für ein gutes Maß.

    Prost. ;)

    Vielen Dank - ich habe in der Tat einige Wandlungsprozesse, was das angeht, durchlaufen. Deswegen beuge ich mich diesen Realitäten jetzt auch und will gar nichts mehr vollmundig ausschließen...

    Herzlichen Glückwunsch zur Stelle als stv. Schulleiter!
    ich verfolge deinen Werdegang ebenfalls mit großem Interesse, da ich aktuell in einem ähnlichen Dilemma wie du damals stecke. Die Beförderung auf eine A15-Stelle wird an meiner Schule in den nächsten Jahren nicht möglich sein. Daher habe ich es in diesem Jahr mit Bewerbungen an anderen Schulen probiert, wobei ich konstatieren musste, dass ein Interesse für mehr als zwei andere Schulen bei der BR nicht gerne gesehen wird. Warum das so ist, erschließt sich mir bis heute nicht...
    Deshalb hoffe ich nun, dass sich in naher Zukunft für mich vielleicht eine Stelle beim Ministerium ergibt, und ich auch diesen Weg gehen kann.

    Vielen Dank.

    Das mit dem Missbilligen von Mehrfachbewerbungen seitens der BR kann ich Dir erklären.
    Man möchte keine KarrieristInnen sondern KandidatInnen, die sich auch mit der jeweiligen Schule identifizieren können und dort im Idealfall ein paar Jahre bleiben. (Deswegen hat man wahrscheinlich auch die sechs Jahre Verweildauer als Soll-Kriterium bei den Ausschreibungstexten eingeführt.)

    Ich habe mich auf genau eine Stelle beworben und das dem Dezernenten im Vorgespräch auch entsprechend erläutert. Das kam, wie ich später mitbekommen habe, sehr gut an. Dasselbe habe ich meinem künftigen Chef damals gesagt. Und in der Tat wollte ich genau diese Stelle haben und nicht die zwei Wochen später ausgeschriebene stv. SL-Stelle an einem anderen Gymnasium mit noch passenderem Schwerpunkt, das aber von der Fahrzeit her ähnlich weit weg gewesen wäre wie meine Noch-Schule.

    Hinweis für die Bewerbung beim MSB:

    Positive Gründe klar benennen können - die PersonalerInnen sind sehr findig im Erkennen von "Schulflüchtlingen".

    Dabei ist das doch eigentlich Arbeitszeit :pfeif:

    Spaß beiseite: der Arbeitsweg ist ein dickes Brett. Das würde mich auch bewegen, eine Bewerbung abzusenden. Ich wohne auch nah. Der Leidensdruck müsste sehr groß sein, dass ich mich nochmal umorientieren würde.

    Ich bin sehr gespannt auf deine weiteren Erfahrungen. Ich für mich schließe jedenfalls ein weiteres Verfahren aus. :lach: mich hat das wirklich gestresst.

    Das nächste Verfahren wäre dann ja direkt das EFV, also das Eignungsfeststellungsverfahren bei einer Bewerbung auf die Schulleiterstelle. Soest kenne ich zwar aus meiner Zeit in der Behörde, aber da muss ich jetzt so schnell nicht wieder hin.

    Das mit der auf der Straße verschenkten Lebenszeit kann ich nur zu gut nachvollziehen.

    Warst du denn der einzige Bewerber oder musstest du dich gegen jemanden durchsetzen?

    In diesem Fall war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort und hatte keine Mitbewerbung. (Und trotzdem gibt es Fälle, in denen Leuten auch in solchen Konstellationen geraten wurde, das mit der Bewerbung noch einmal zu überdenken...)

    Ich sollte wohl in diesem Thread für mich nichts vollständig ausschließen.


    Gleichwohl kann ich mir eine Konstellation vorstellen, in der ich dann auch die nächsten Jahre (also mehr als zwei :) ) da bleibe, wo ich bin. Nun traue ich mich eigentlich gar nicht mehr weiterzuschreiben, da meine Aussagen bezüglich meiner beruflichen Zukunft ungewollt ja doch eine recht geringe Halbwertszeit haben...

    Herzlichen Glückwunsch zur Beförderung und viel Erfolg beim Meistern der neuen Herausforderung!

    Spannend, deinen Werdegang so über die Jahre nachvollziehen zu können. Was hat dich letztlich doch bewogen, diesen Schritt zu gehen. Man wird ja nicht vorgehaltener Pistole gezwungen. ^^

    Ich muss mir wohl im Nachhinein eingestehen, dass ich dieses "Ziel" wohl nie so ganz beerdigt habe.
    Gleichwohl hatte ich ja geschrieben, dass ich das nur machen werde, wenn ich das zu eigenen Bedingungen machen kann. Ich fühle mich an meiner (noch) aktuellen Schule wohl und eigentlich gäbe es keinen handfesten Grund, wieso ich von dort so schnell wie möglich weg wollen würde.

    Dafür mussten nun einige Dinge zusammenkommen.

    Eine Sache war, dass eines meiner Profile an meiner aktuellen Schule nicht zum Tragen kommen konnte, weil die Bedingungen vor Ort das nicht ermöglicht haben. Das ist nicht die Schuld meiner Schule - vermutlich ist mir dieser Teil aber einfach zu wichtig, als dass ich ihn dauerhaft aufgeben wollte. Meine neue Schule hat ein solches Profil, so dass ich da die Hoffnung habe, mich dort stärker einbringen zu können.

    Die andere Sache war meine aktuelle Arbeitssituation. Diese entsprach einer gut bezahlten Vollzeitlehrkraft. Und das alleine füllt mich dauerhaft nicht aus. Ich wollte aber auch nicht zig kleinere oder größere Zusatzaufgaben übernehmen neben 24 Stunden Deputat.

    In der Behörde fehlten mir die SchülerInnen, in der Schule fehlte mir die Verwaltung. Meine künftige Tätigkeit wird mir hoffentlich beides in einem gesunden Maß ermöglichen.

    Mein Fahrtweg zur Schule betrug ca. 40km, was das äußerste war, das ich zu fahren bereit war. Dummerweise führt der Weg über eine sehr stauanfällige Autobahn in eine Großstadt, wo man mal nur 30 Minuten braucht, aber eben auch mal 70 Minuten. Ich muss so früh losfahren, dass ich zwischen 45 und 60 Minuten vor Unterrichtsbeginn ankomme, wenn alles glatt geht. Jede Minute, die ich später losfahre, verbringe ich dreimal solange auf der Autobahn. Der Rückweg ist oft schneller, aber auch da kann es während der Rushhour länger dauern. Die künftige Schule wird sieben Minuten mit dem Fahrrad weg liegen.

    Just in dem Moment, wo ich ansatzweise anfing, mir darüber Gedanken zu machen kam die Ausschreibung und das Ganze passte auf dem Papier zu gut. Ich habe dann umgehend Kontakt zur Schulleitung aufgenommen und schnell den Eindruck gehabt, dass das auch zwischenmenschlich passen könnte. Da bin ich dann schwach geworden. Den Rest habe ich ja bereits weiter oben geschrieben.

    Dem Ganzen gingen natürlich auch intensive Gespräche mit meiner Frau voraus, die mit der aktuellen Situation auch nicht mehr so glücklich war und jetzt hofft, dass durch den Wegfall der Pendelzeit und der Korrekturberge insgesamt weniger Stress aufkommen wird. Verwalten habe ich ja in der Behörde fast vier Jahre gelernt. Und ich spare zwischen fünf und acht Stunden pro Woche an Fahrzeit.

    Zwei Kinder sind nun Teenager, der Jüngste geht in einem Jahr auf die weiterführende Schule, damit sind die Kinder in einem Alte, wo sie nicht ständig mehr betüdelt werden müssen. Es war also letztlich der richtige Zeitpunkt, um ehrlich zu mir selbst zu sein und dann den Schritt zu gehen. (Und ich kann Euch sagen, so schnell mache ich sicherlich keine Revision mehr...)

    Natürlich freue ich mich auch, dass ich dieses "Ziel", das ja keins mehr war, doch erreicht habe. Klingt widersprüchlich, ist es vielleicht auch.

    Irgendwann geht es nach dieser Zeit an die Schule zurück - und vermutlich müsste ich jetzt einen neuen Thread starten mit der Überschrift "Warum Schulleitung für mich kein Karriereziel mehr ist" - auf die Gefahr hin, dass ich - ohne das direkt zu verfolgen - dann in fünf Jahren doch dort lande. Dann lasse ich mich aber gerne hier im Forum dafür virtuell steinigen.
    (Ich bin jedoch mit meiner Frau verheiratet und meine Kinder stehen an erster Stelle - bei der Verabschiedung meines ersten Schulleiters wurde gesagt, er sei mit der Schule verheiratet gewesen. DAS kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen.)

    Es waren keine vier Jahre und es ist nur die Stellvertretung.

    Ihr dürft mich aber dann wohl trotzdem ab dem neuen Schuljahr steinigen. Manchmal frage ich mich, wie solche Dinge passieren. Vielleicht frage ich mich aber auch besser nicht mehr. Es war doch ursprünglich kein Ziel mehr...

    Ausfall wegen Erkrankung ist neutral, d.h. es wird nicht von einem eventuellen Guthabenkonto abgezogen - das wäre ja noch schöner.

    Schau Dir die Modelle in anderen Arbeitsfeldern des ÖD an. Da gibt es reichlich Erfahrung. Das einzige, was die Länder unbedingt erreichen wollen werden, ist, dass es kein Minusgeschäft für sie wird. Und das wird vermutlich hässlich werden.

    Die Drohung mit dem Anwalt ist reines Säbelrasseln, um Dich einzuschüchtern. Umgekehrt sind Anwälte bei Ordnungsmaßnahmen in der Schule gar nicht beteiligt. Man darf sie sogar des Gebäudes verweisen, wenn sie bei einer Ordnungsmaßnahmenkonferenz dabei sein wollen.

    Die Beleidigung, sofern sie überhaupt erfolgte, ändert ja auch nichts daran, was Du gesehen hast bzw. ändert nichts an dem Fehlverhalten des Kindes. Letzteres wäre ganz unabhängig von einer vorhandenen oder erlogenen Beleidigung zu sanktionieren.

    Für NRW spezifisch ist es ärgerlich, dass es für die Sek II kein zugelassenes Lehrwerk gibt. Wir nutzen zwar Connect als Steinbruch, aber anschaffen und austeilen können wir das Lehrwerk leider nicht. Auf meine Nachfrage bei den drei großen Verlagshäusern ist derzeit auch kein neues bilinguales Lehrwerk in der Pipeline und auch keine Zulassung von Connect für NRW geplant.

    Immerhin gibt es jetzt die Modulreihe "Changes", die als Materialsammlung durchaus brauchbar ist. In der Sek I ist "Exploring History" eingeführt - damit kann man ordentlich arbeiten.

    Mich würde interessieren, wie viele von euch bilingual unterrichten und generell welche Fächer an eurer Schule bilingual unterrichtet werden, insbesondere in den Bereichen Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften. Wie ist euer Eindruck vom bilingualen Unterricht? Wo habt ihr eventuell auch Herausforderungen und Hürden gehabt? Welche Materialien und Ressourcen verwendet ihr für den bilingualen Unterricht und wie kommen diese bei SuS an?

    Ich unterrichte bili.
    Die klassischen Fächer in NRW sind dabei Biologie, Erdkunde und Geschichte, zum Teil auch Politk/SoWi.

    Material und Ressourcen gibt es über Verlage und über den Tausch mit KollegInnen. Die Materialien kommen genauso gut oder schlecht an wie die deutschen, wenn sie sprachlich entlastet sind.

    Ein Widerspruch, der mitunter angeführt wird, ist, das deutsche Geschichte auf Englisch unterrichtet wird. Das mutet erst einmal merkwürdig an. Gleichwohl findet man dann über authentische Quellen aus den USA oder Großbritannien auch noch einmal einen erweiterten Zugang zur geschichtlichen Perspektiven.

    Nun, dann weißt Du jetzt, dass jede Schulleitung froh ist, wenn jemand für seine Zusatztätigkeit möglichst wenig bis gar keine Entlastungsstunden erhält.


    Die einzigen, die überhaupt spürbare Entlastungsstunden erhalten, sind Schulleitung und Stellvertretung, weil diese einen eigenen (Leitungs)Topf haben. Daraus müssen sie aber auch einen Teil für die KoordinatorInnen abgeben - und, soweit sie bestimmte Aufgaben delegieren, ebenfalls dann an diese Personen.

    Meinem Kenntnisstand nach erhalten die Koordinatoren zwischen einer und fünf Entlastungsstunden - das ist von Schule zu Schule unterschiedlich.


    Meiner Meinung nach sollte das Gros der Entlastungsstunden an die KollegInnen gehen, die mit Korrekturen stark belastet sind - das neben dem vollen Deputat ohne Burnout zu erledigen, ist schon eine dickes Brett.

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