Beiträge von Bolzbold

    Der einfachste Weg, Lehrerin zu werden ohne Referendariat, ist es, dir jetzt eine Vertretungsstelle zu suchen und dann, wenn sich die Möglichkeit ergibt, auf Entfristung zu klagen.

    Eine solche Kollegin möchte ich persönlich aber eher nicht haben.

    Warum nicht? Dieses Pauschalurteil finde ich irgendwie unpassend.

    Wenn jetzt die letzte Beurteilung (viel) länger als fünf Jahre zurückliegt und die Lehrkraft sich an sich anlasslos eine neue Beurteilung wünscht, kann die Schulleitung sich dann der Erstellung eines Dienstberichts verweigern? Wie sieht es aus, wenn viele Kollegen gleichzeitig einen Dienstbericht wünschen? Kann auf Grund der auf 40 Wochenstunden begrenzten Arbeitszeit eines Schulleiters dann irgendwann seitens des Schulleiters eine Grenze gezogen werden?

    LG DFU

    Ich bin kein Fan von theoretischen Fragen nach dem Motto "was wäre, wenn?".

    Es dürfte auf der Hand legen, dass in diesem Fall die KollegInnen eine Weile warten müssen - bei anlasslosen Berichten dürfte das zu verschmerzen sein. Bei anlassbezogenen Berichten gibt es in der Regel Fristen, die eine SL dann auch einhält.

    Eine Koalition aus drei Parteien zum Stichtag 2021 bedeutete faktisch, dass eine der beiden "kleineren" Parteien jeweils in das politisch gegnerische Lager eintreten musste. (Jamaica vs. Ampel)

    Die FDP war genauso Fremdkörper im rot-grünen Lager wie die Grünen es im schwarz-gelben Lager waren bzw. gewesen wären. Da hätte es so oder so ganz erheblich geknirscht.

    Ich bin gespannt, welche Regierung wir im Zuge der Neuwahlen bekommen werden. Für schwarz-blau würde es vermutlich dicke reichen, gleichwohl wäre das die einzige Konstellation, bei der mir wirklich schlecht würde. Jedwede Zweierkonstellation kennen wir allesamt von der Bundes- und Landesebene, einige weitere Dreierkonstellationen von der Landesebene.

    Für mich stellt sich die Frage, ob und dann ggf. wann und wie die neue Regierung die drängenden Probleme unserer Gegenwart angehen wird.

    Das liest sich für mich nicht, als hättest du den Artikel gelesen. Da steht doch genug zu den Abläufen auf den verschiedenen Seiten. Auch wenn das Vorgehen der FDP aus "überlebenstechnischer" Sicht grundsätzlich nachvollziehbar sein mag, finde ich es gegenüber unserer Gesellschaft und dem demokratischen System insgesamt hochgradig verwerflich.

    Ich finde es immer faszinierend, dass es heißt, Parteien würden bei der Willensbildung des Volkes mitwirken (Art. 21 (1) GG.) Letztlich maßen sie sich an, diesen Willen zu kennen und nach diesem Willen zu handeln. Das habe ich schon vor Jahren als problematisch erachtet.

    Zu den Wahlen und den Problemen in Deutschland gab es der Tage einen sehr guten Artikel in der Zeit.
    Regierungskrise: Woran die Ampel wirklich scheiterte | ZEIT ONLINE

    Leider mit Paywall, aber wirklich lesenswert.

    Die Kernbotschaft:
    Es gebe drei objektive Integrationsaufgaben - Solidarität, Ökonomie und Ökologie. Alle Felder waren durch jeweils eine Partei vertreten. Eine CDU-geführte Regierung werde eine Politik der (aus der Ära Merkel) fortgeführten Ignoranz betreiben, um so diesen Problemen - insbesondere den ökologischen Transformationsprozessen und den Reaktionen der WählerInnen auf diese - aus dem Weg zu gehen.

    Mentalität/Leidensfähigkeit: Deutschland hat sich in den letzten Jahrhunderten auch durch viele tiefe Krisen gekämpft. Im Ersten Weltkrieg haben wir allein an der Heimatfront 800000 Menschen (für einen dummen Zweck, klar) geopfert und im Zweiten Weltkrieg und Nachkriegsjahren waren wir auch nicht gerade für Wehleidigkeit bekannt.

    Doch. Sogar sehr.

    Diese Wehleidigkeit ermöglichte es Hitler, an die Macht zu kommen.

    Und dieselbe Wehleidigkeit legten die Deutschen nach dem 2. WK an den Tag, denn sie hatten ja scheinbar zuvorderst gelitten. Empathie für das Leid, das man über andere gebracht hatte, war weitgehend nicht vorhanden. Das mag nachvollziehbar sein, weil einem das eigene Leid näher ist als das fremde, aber wehleidig war es dennoch.
    Später wurde die Vergangenheit dann verdrängt, totgeschwiegen und als Trauma an die nachfolgenden Generationen vererbt. Das Wirtschaftswunder half natürlich dabei - mit Wohlstand und weitgehender Sorgenfreiheit.

    Manchmal frage ich mich echt, warum manche so anders denken.

    - hätten die Ärzte dafür plädiert einen Blutzuckersensor am Arm zu implantieren, hätte das den Tod von Emily mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verhindert

    - hätten die Eltern die Lehrer darüber informiert, dass ihre Tochter Typ 1 Diabetes hat, hätte das den Tod von Emily mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verhindert

    Man könnte die Liste sicher noch weiter ausführen. Aber wer wird hier verklagt? Der Lehrer :pfeifen:

    Das kann, muss aber nicht, am GeisterfahrerInnensyndrom liegen.

    Das ist sicherlich ein Versäumnis der Eltern, gleichwohl haben sie bereits die Höchststrafe erhalten.

    Wenn das Gericht bzw. angesichts der Revision die Gerichte allerdings der Ansicht sind, dass hier schuldhaftes Verhalten vorliegt, dann kann man darauf nicht trotzig reagieren und skandieren, dass man dann eben keine Fahrt mehr macht. Neben diesem Fehler gab es auf der Fahrt ja auch noch weitere Versäumnisse, die ich mir nicht erklären kann, wenn es doch so hochverantwortungsvolle Lehrkräfte gewesen wären.

    Ergänzend zur Leidensfähigkeit:

    Das russische Volk wird seit Ivan IV. weitgehend mit einer Unterbrechung von ein paar Monaten unter Kerenski 1917 bis 1991 und seit dem Amtsantritt Putins autokratisch regiert. Die HerrscherInnen Russlands haben sich dabei oft wenig um das Wohlergehen ihres Volkes geschert. Besonders auffallend war das in den Weltkriegen und in den Hungersnöten im Zuge des Bolschewismus. Diese Abermillionen Menschen, die hier zu Tode gekommen sind, haben in der Tat unendliches Leid über alle Überlebenden gebracht. Vor diesem Hintergrund wirkt der Begriff Leidensfähigkeit fast schon zynisch - es blieb den Menschen schlichtweg nichts anderes übrig.

    Die SLQ ist meiner eigenen Erfahrung nach DIE Veranstaltung, bei der man im Anschluss eine gute Entscheidungsbasis für oder gegen die Übernahme einer Schulleitungsstelle hat. (OK, ich muss einschränkend sagen, dass meine "Entscheidung" ausgehend von meinem letzten einschlägigen Beitrag in diesem Forum dazu nur knapp ein Jahr Bestand hatte...)

    Viele meiner KollegInnen, die ich dort kennengelernt hatte, waren entweder stellvertretende Schulleitungen oder kommissarische Schulleitungen und wollten für sich Klarheit über ihren weiteren Weg. Einige "mussten" (bzw. wollten) eben auch den Weg zum EFV über die SLQ gehen.

    Warum "leider"? Sollte man sich nicht auf Augenhöhe begegnen?

    Im Prinzip ja. Die "russische Mentalität" hat sich jedoch seit 1945 nicht sonderlich geändert in dem Punkt, als dass Stärke bewundert und respektiert wird, wohingegen Schwäche verachtet wird. Solange sich der Westen eben wie Letzterer verhält, wird er nicht den Respekt der RussInnen bekommen, was sich dann auch in künftigen Konflikten niederschlagen wird. (Ich habe hier sinngemäß Adenauer zitiert.)


    Wir brauchen eine gemeinsame EU-Verteidigungspolitik und eine gemeinsame EU-Armee. Wenn diese personell und waffentechnisch entsprechend aufgestellt ist - und ja, das können wir uns leisten - dann bleiben wir im wahrsten Sinn des Wortes auf der sicheren Seite.

    P.S. Ist es für die "erfahrenen Versetzten" wirklich so, dass ich warten...warten...warten kann mit einer Entscheidung der Bezirksregierung bzgl. meines Versetzungsantrags oder habe ich doch die Möglichkeit mal "persönlich - sprich Telefonat/Mail" mit einem der oben Herrschaften zu kommunizieren?

    Irgendwie fühlt man sich doch sehr lost :grimmig:
    Man reicht den Versetzungsantrag ein samt zahlreichen Anhängen und dann heißt es nur noch warten :pfeifen: 
    Anstrengend!

    Ja, man kann bei der BR anrufen und mit den dortigen Beschäftigten über die Versetzung sprechen. Gerade auf der Ebene der Sachbearbeitung oder der Büroleitung habe ich bislang (BR Düsseldorf) gute Erfahrungen gemacht, auch wenn das Ergebnis des Ziels der Versetzung meiner Frau nicht erreicht wurde.
    Den Duktus "obere Herrschaften" würde ich ablegen, denn dort arbeiten auch Menschen, die ebenso wie wir an Vorgaben gebunden sind und anders als wir keinen "pädagogischen Ermessensspielraum" haben. Die Sachbearbeitungen sind auch einige Besoldungsstufen unter uns, das nur am Rande. Und auch ein/e Dezernent/in bekommt "nur" A16.

    Also ich habe gestern mit dem PR gesprochen und der hat mir nochmal Folgendes für NRW dargelegt:

    1. A13 --> A14: Besoldung wird direkt angepasst, da keine Erprobungszeit.
    2. A 14 --> A15 (Z): Besoldungsanpassung nach erfolgreicher Beendigung der 9 monatigen Erprobungszeit
    3. A 15 (Z) --> A16: Besoldungsanpassung direkt trotz 2 jähriger Erprobungszeit

    Man sieht, ein ganz einheitlich geregeltes System :)

    Ergänzend: A15 --> A15(Z) Besoldungsanpassung nach erfolgreicher Beendigung der 9monatigen Erprobungszeit.

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