Wenn eine Schulleitung bei einer Abordnungsanfrage konsequent nein sagt, dann hat das in der Regel gute Gründe. Mein SL hat mich seinerzeit ziehen lassen. Gleichwohl stellt man sich als SL selten gegen die BR oder das MSB als diejenige Behörde, die anfragt.
Bei mir ist das seinerzeit ganz unproblematisch gelaufen.
Beiträge von Bolzbold
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Für mich wäre eine Arbeitszeiterfassung inzwischen „ungerecht“, da ich im Laufe der Jahre mit allem schneller geworden bin und auf einen großen Fundus an Unterrichtsvorbereitungen sowie Klausuren usw. zurückgreifen kann. Außerdem beherrsche ich die sogenannte „Schwellendidaktik“ - also Unterrichtsvorbereitung ad hoc bzw. Planänderung nach aktuellen Gegebenheiten -.
Dafür habe ich in den früheren Jahren erheblich mehr Zeit investiert (was dann eigentlich falsch bzw. meine Dämlichkeit war).
Das ist eigentlich der beste Beleg dafür, dass es nicht nur um Arbeitszeit geht sondern auch um die Vielfalt an Aufgaben und die natürlichen oder extern gesetzten Deadlines, bis zu denen diese Aufgaben erledigt sein müssen.
Höhere Effizienz führt nicht zwangsläufig zu mehr Freizeit sondern dazu, dass noch mehr Aufgaben besser erledigt werden können. -
Sich über ein Thema zu informieren und dazu zu lernen ist etwas Schlechtes? Wie bist du denn drauf?
Die Einteilung von Zulassungsquoten nach Ethnien ist mindestens befremdlich. Warum werden Asian-Americans dafür benachteiligt, dass andere Asian-Americans überdurchschnittlich leistungsfähig sind?
Ich glaube, das Grundproblem ist, dass die Schwarzen strukturell seit 400 Jahren benachteiligt werden und es eigentlich erheblicher (finanzieller wie bildungspolitischer) Hilfen bedarf, um diese Benachteiligung zu kompensieren. Das war seinerzeit bei den asiatischstämmigen AmerikanerInnen auch so, doch zählen sie mittlerweile zu den "Guten". Das liegt aber eben auch daran, dass der Rassismus gegenüber Schwarzen viel älter ist und die Schwarzen viel weiter unten anfangen mussten. Während Weiße ihren Reichtum im 19. Jh. weitervererben konnten, mussten Schwarze bei Null anfangen und wurden konsequent "unten" gehalten - teils bis heute.
Zulassungsquoten nach Ethnien mögen befremdlich wirken und dem Gleichheitsgrundsatz widersprechen. Schaut man sich die vor-universitäre Karriere der Ethnien an, müsste man im schulischen Bereich erst einmal gleiche Bedingungen schaffen, damit theoretisch jede/r, der/die sich ins Zeug legt, auch eine Chance hat, an die Uni zu gehen.
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Ich habe meinen SchülerInnen gesagt, dass jedes Wort, das ich nicht beim zweiten Versuch lesen kann, als Fehler angestrichen wird. Alternativ kann ich auch eine Arbeit bei gehäuften Verstößen gegen die Rechtschreibung oder die äußere Form um bis zu eine Notenstufe in Klassen 5-EF oder zwei Notenpunkte in der Q-Phase absenken. Meistens hilft diese Ankündigung. Ich denke, richtige Sauklauen muss man sich nicht geben.
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Eine Deutschklausur ist inhaltlich und sprachlich zu bewerten und das braucht seine Zeit.
Die Schüler*innen überarbeiten die korrigierten Aufsätze, das ist deren Pflicht.
Auch Englischklausuren müssen auf Inhalt und Sprache hin korrigiert werden - das dürfte von der Korrektur der Sprache her sogar deutlich aufwändiger sein.
Korrigierte Klausuren zu überarbeiten könnte man sicherlich machen, dann muss man das aber auch konsequent kontrollieren. Dafür
habenehme ich mir jedoch keine Zeit. Mittlerweile bin ich sogar sehr skeptisch, was die Berichtigung von Sek I-Arbeiten angeht, denn der Lerneffekt für die SchülerInnen dürfte bestenfalls marginal sein. Oft ist es eine lästige Pflicht und ich darf den Berichtigungen mehrmals hinterherlaufen. Der Sinn einer Berichtigung erschließt sich mir in der heutigen Zeit immer weniger. -
Nun ja, das Land hat vermutlich nicht den Luxus, sich um Gendersternchen o.ä. zu kümmern oder gar Geschlechterklischees abzubauen...
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Weil es eben nicht ums Verbessern geht, sondern um die Note. Die Ziele sind ja nicht "ich möchte einen tollen Aufsatz schreiben können" sondern "ich will ne 2". Das kann man armselig finden oder anerkennen, dass es realistischerweise die meisten SuS betrifft, da man zumindest nicht in jedem Fach dieselbe Motivation abrufen kann. Aber egal, wir reformieren hier nicht das Schulsystem.
Interessant ist aber, dass diese SchülerInnen sich in der Regel nicht verbessern bzw. das tagesformabhängig oder textabhängig ist.
Diejenigen, die sich mit ihren "Schwächen" auseinandersetzen (in der Regel SchülerInnen, die von 12 Punkten auf 13-15 Punkte kommen wollen), schaffen das auch früher oder später. -
Ich würde auch deutlich profitieren.
Die Erfahrungen mit den Kultusministerien bundesweit sollte uns gelehrt haben, dass wir davon ganz sicher nicht profitieren würden. Wenn wir aufgrund der Gesamtarbeitszeit weniger unterrichten müssten, würde spätestens da ganz brutal auf die Bremse getreten werden. Das würde nämlich mehr Geld und vor allem mehr Personal benötigen. Beides ist nicht in der gewünschten Menge vorhanden. Die Kultusministerien haben kein Interesse daran, Lehrkräfte weniger arbeiten zu lassen. Und sie werden alles dafür tun, dass sich daran nichts ändert.
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Es ist auch ein Armutszeugnis für die SchülerInnen, denn diejenigen, die sich mit den Schwächen ihrer Klausur auseinandersetzen und daran arbeiten, haben sich bei mir mitunter von 10 Punkten in der ersten Klausur in Q1.1 auf 14 Punkte in der Vorabiturklausur hochgearbeitet. Das sind aber eben die SchülerInnen, die sich im Rahmen ihres Lernprozesses nicht zu fein sind, im übertragenen Sinne Staub zu fressen.
Je ausführlicher der EWH ist, desto weniger stark setzen sich die SchülerInnen damit auseinander - so zumindest meine Erfahrung. -
Und ganz sicherlich kann man komplexe Klausuren nicht wie ein gefühlloser Roboter in der zimmergleichen Zeit "durchkloppen".
Jedenfalls nicht, wenn man die individuelle Leistung wertschätzen und durchdenken möchte.
Ich verstehe Deine Beweggründe, gleichwohl muss man sich dann einmal die Realitäten anschauen.
Mit der Unterbrechung durch meine Tätigkeit in der Behörde korrigiere ich jetzt seit 16 Jahren Oberstufenklausuren. Irgendwann habe ich aufgehört, 20 Spalten Englisch-LK-Klausuren zweimal zu lesen oder mir das hehre Ziel des Wertschätzens der SchülerInnenleistung zu setzen. Das kann ich mir bei mehreren Oberstufenkursen und den sonstigen schulischen Aufgaben, die ich habe, zeitlich gar nicht leisten.
Wenn ich mir die Reaktionen der SchülerInnen ansehe, wenn sie die Klausuren zurückerhalten, sind 90% der Reaktionen der exklusive Blick auf die Endnote und das Zusammenrechnen der Einzelpunkte mit dem Taschenrechner (!), denn es könnte ja ein Punkt fehlen. Dann kommen die Diskussionen und das Suchen nach den zwei Punkten, die für die nächst bessere Note noch benötigt werden.
Wenn es hoch kommt, interessieren sich 10% der SchülerInnen für meine Wertschätzung. Und diejenigen, die das wirklich interessiert, kommen am Ende der Stunde zu mir. Dann nehme ich mir die Zeit für ein Durchgehen der Klausur und für ein individuelles Feedback.
Alles andere ist in der heutigen Zeit, in der es nur noch um das möglichst beste Endergebnis geht, weitgehend Zeitverschwendung und unnötig aufgebrachte bzw. aufgebrauchte Energie.Für eine LK-Klausur im sehr guten Bereich brauche ich bei 20 Spalten ungefähr 30 Minuten. Bei schwächeren Klausuren mit viel Korrekturaufwand entsprechend natürlich auch mal 45 Minuten. Angesichts der zu erwartenden Pauschalen im Rahmen einer kommenden Arbeitszeitregelung von sicherlich nicht einmal 15 Minuten pro Klausur liege ich da schon drüber, aber immer noch im Rahmen dessen, was ich verantworten kann.
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Das denke ich auch, Joker. Und es würde mich nicht wundern, wenn das sogar die Person wäre, die dafür verantwortlich ist...
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Es sollen jetzt wohl viele solcher Projekte starten (was heißt, dass wir dann da quasi unentgeltlich arbeiten).
Auch in Sachsen wird es wohl so etwas wie eine Dienstordnung geben, in der aufgeführt ist, für was Du bezahlt wirst. Das geht, wie Du sicherlich weißt, über das reine Unterrichtsdeputat mit Vorbereitung und Korrekturen deutlich hinaus.
Solche Projekte kann eine Schulleitung m.E. auch nicht einfach nach eigenem Gusto starten - da muss das Kollegium schon beteiligt werden. -
Wir haben durch eine Beförderung an eine andere Schule mal eine Kollegin verloren. Der Schulwechsel fand 2 Wochen nach den Herbstferien, also mitten im Schuljahr mit einer Woche Vorlauf statt.
Das ist natürlich wenig schulfreundliches Timing und stellt die Schule vor unnötige organisatorische Probleme.
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Es soll Themen geben, in denen eine Vorbereitung des Gegenübers gar nicht gewollt oder angezeigt ist, um den Sachverhalt nicht zu manipulieren. Das unterstelle ich hier dem TE keinesfalls, weil ich gar keinen Anlass dazu hätte. Im Gegenzug bin ich aber gleichermaßen fern davon, der Schulleitung ein sensibles Ego, Bossing oder was auch immer zu unterstellen.
Manchmal muss man mit dem unbequemen Gefühl, dass man nicht weiß, worum es geht, leben. Fühlt sich doof an, ist aber so. Ich habe das in den letzten 20 Jahren durchaus auch schon erlebt. In den meisten Fällen war eine Vorbereitung gar nicht notwendig. -
Möchtest du denn auch behaupten, Afroamerikaner*innen seien selbst für ihre Probleme verantwortlich? Vom Tellerwäscher zum Millionär, wenn man nur fest genug will, für alle gleich? Oder ist die Problemlage halt doch komplexer, egal was auf dem Papier steht und auch unabhängig davon, was der einzelne erreichen kann (es gab einen farbigen Präsidenten, wie wir wissen.)
Zumindest für die Weißen war "from rags to riches" über lange, lange Zeit das Credo, was den Brutalo-Kapitalismus in den USA zugelassen und befördert hat. Dieses Credo ist gewissermaßen die "Religion" bzw. das Opium für das amerikanische Volk.
Für die Afro-AmerikanerInnen heißt das (aus Sicht der Weißen) heute: "Was wollt Ihr denn? Ihr habt doch jetzt Eure Freiheit, Eure Bürgerrechte, werdet nicht mehr (ganz so doll) diskriminiert. Wieso schafft Ihr es denn dann nicht endlich einmal, etwas aus Euch zu machen?" Das ist blanker Hohn. Die Mechanismen, die hier greifen, sind von der Wirkungsweise bei der Gleichstellung von Frauen wie der der Afro-AmerikanerInnen identisch.
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Kein Widerspruch.
Nur noch einmal - es kann doch nicht die Lösung des Problems sein, am Ende des Bildungswegs nach den genannten Kriterien zu sortieren. Wenn mehr Gerechtigkeit das Ziel ist, muss bei den Chancen, nicht am Ergebnis angesetzt werden.
Von den völlig absurden Konsequenzen im konkreten Fall nicht zu reden - wie dunkel genau muss die Haut sein, wie schmal die Augen, um als Afroamerikaner oder Asiate durchzugehen?
So lange diejenigen, die für die Diskriminierung aktiv verantwortlich sind, in den entsprechenden Positionen sitzen, wird es diese Chancen und damit die erwünschte Gerechtigkeit nicht geben.
Wir können das auch auf Schule runterbrechen. Es gibt doch dieses schöne Bild mit den ungleich großen Menschen, die über eine Mauer schauen wollen. Bekommen nun alle gleich große Hocker (bzw. viele Chancen), oder bekommt jeder so große Hocker, dass vom Endergebnis her alle über die Mauern schauen können.
Gleiche Unterstützung und ungleiches Ergebnis, oder ungleiche Unterstützung und gleiches Ergebnis?
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Gilt das dann auch für die Frauenförderung im Rahmen des Gleichstellungsgesetzes?
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Wer es als Afro-Amerikaner oder ethnischer Asiate einen Bildungsweg bis vor die Tore einer Elite-Uni hinlegt, gehört persönlich wohl eher nicht zu den Benachteiligten.
Statistisch betrachtet leben ca. 12-13% Schwarze in den USA. Der Anteil schwarzer Studierender in der Ivy-League beträgt je nach Uni zwischen 5 und 9 %. Fehlerquellen könnten bei der Bestimmung der "ethnischen Zugehörigkeit" auftreten.
Quellen:
Demographics of the United States - WikipediaDemografie der Vereinigten Staaten – Wikipedia
The Demographics of the Ivy League | CollegeVine Blog
In der Tat sind Studierende in der Ivy League wahrscheinlich nicht benachteiligt, freilich müssen sie erst einmal dorthin kommen. Die Aufnahmequote ist relativ gering.Die Schwarzen sind auch heute noch in den USA strukturell und ganz bewusst benachteiligt. Das geht seit vier Jahrhunderten so - und zwischendurch hat die weiße Mehrheitsgesellschaft alles dafür getan "to keep the Negro down."
Wer heute in der schwarzen Mittel- oder Oberschicht aufwachsen darf, kann sich glücklich schätzen - und sollte dies auch tun vor dem Hintergrund, dass das Vermögen den Eltern ganz sicher nicht in den Schoß gefallen ist - und das auch noch mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weniger, als das bei einer weißen Familie der Fall war. -
Vielleicht sollte man ergänzen, dass die Kriterien nicht in der APO-S I angeführten Reihenfolge anzuwenden sind.
In meiner Kommune ist das einheitlich geregelt, d.h. dass alle Gymnasien beispielsweise einheitlich vorgehen.
Hier noch der Auszug aus den VV zu den Aufnahmevorgaben nach § 1 Abs. 2 APO-S I:
Übersteigt die Zahl der Anmeldungen die Aufnahmekapazität einer Schule, soll die Aufnahmeentscheidung mit benachbarten Schulen abgestimmt werden. Dazu sollen sich die Schulleitungen der beteiligten Schulen frühzeitig miteinander in Verbindung setzen. Kommt dabei keine Einigung zustande, koordiniert die Schulaufsichtsbehörde unter Beteiligung des Schulträgers die Aufnahmeentscheidungen der Schulen, damit möglichst viele Schülerinnen und Schüler die gewählte Schule besuchen können. Erst danach dürfen die betroffenen Schulen über die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern entscheiden. Das Aufnahmeverfahren ist zu dokumentieren.Für mich stellt sich die Frage, was eine Klage bringen soll, wenn bestimmte Einzugsgebiete chronisch zu wenig Schulplätze an der weiterführenden (Wunsch)Schule haben. Man kann die Plätze ja nicht herzaubern.
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Bei uns ist das nicht so. Zumindest habe ich das in dieser Form nicht mitbekommen.
Es ist sicherlich sinnvoll, das auf der GLK anzusprechen. Gleichwohl würde ich mir hier sehr gut überlegen, wie ich das mache. Aus meiner Sicht sollte man die Worte so wählen, dass man die Vorteil der direkten Kommunikation hervorhebt, ggf. in Verbindung damit, dass man den SchülerInnen diese Vorteile auch vermittelt. Was die genannten Vorfälle angeht, so kann man hier an die Vorgaben erinnern.
Gleichzeitig würde ich klarstellen, dass bei "krassen" Vorfällen die Schulleitung natürlich Ansprechpartner bleibt, aber man sich auch in die Situation der kritisierten Person versetzen möge. Vermutlich wäre es auch nicht verkehrt, die langfristigen Folgen eines solchen Verhaltens zu skizzieren, was die Atmosphäre im Kollegium angeht und dass doch sicherlich jede/r an einer positiven offenen Atmosphäre interessiert ist.
In Ratgebern zu diesem Thema wird die Frage vorgeschlagen "was muss passieren, damit Sie das Verhalten XY abstellen?" Diese Frage könnten die KollegInnen auch sich gegenseitig bei solchen Sachen stellen.
Im Vieraugengespräch würde ich bei Bagatellen wie das mit dem Tafelputzen die (wiederholt) anklagende Lehrkraft fragen, was sie mit diesem Schritt erreichen möchte.
Nun gut, ich bin kein Schulleiter, insofern fehlt mir da ggf. die Praxiserfahrung, aber ein solches Verhalten im Kollegium finde ich problematisch. Ich räume ein, dass ich mich auch schwer damit tue, Kollegen auf ihre Pflichten hinzuweisen, gerade dann, wenn es konkret ein Kollege ist, der Renitenz als Zeichen seines Protests gegen das böse Schulministerium deklariert. Ich habe das einmal gemacht, bin da aber nicht wirklich weitergekommen. Zur Schulleitung bin ich damit aber auch nicht gelaufen.
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