Beiträge von Bolzbold

    Das ist leider der ganz typische Verlauf dieser Diskussion. Für viele ist das Phänomen Trump einfach nur Projektionsfläche für ihren sowieso vorhandenen Antiamerikanismus und willkommene Gelegenheit, sich in ihrem Überlegenheitsgefühl bestätigt zu sehen. Wenn es dann den Hinweis gibt, dass man es sich damit zu einfach macht, kommen solche Reaktionen

    um zu vermeiden, dass man sich auf die inhaltliche Ebene begeben muss.

    Also ich finde die Umstände, die einen Trump überhaupt ermöglichen, viel krasser als den Umstand, dass ausgerechnet er an die Macht kommt.

    Bolzbold

    Aus welchen Quellen resultiert deine Analyse? Das finde ich sehr verallgemeinernd und ist fern meiner anekdotischen Erfahrungen.

    Wir haben ein paar Freunde und Bekannte in den USA, die wir hin und wieder im Zusammenhang mit USA-Reisen besuchen. Allerdings sind alle aus der Mittelschicht, da ist keiner (extrem) religiös oder verblödet, noch fürchten sie um ihre "weißen Privilegien". "Weiße Privilegien" finde ich auch nicht so zielführend, denn in deren Bekanntenkreis kommen unterschiedliche Menschen aller Hauptfarben vor, die zur Mittelschicht gehören. Es kommt doch eher darauf an, welchen Beruf man erlernt hat.

    Ich könnte aus meinen persönlichen Eindrücken im Land keine Analyse wagen, ich habe nur mehr oder weniger ein paar Eindrücke.

    Caro, ich habe tatsächlich meine eigenen anekdotischen Erfahrungen außen vor gelassen. Es ist meine Wahrnehmung aus den letzten Jahren, die ich in Zeitungsartikeln, Themenheften zu den USA für den Unterricht, in Reportagen von CNN, Live-Streams aus dem US-Kongress, Sachliteratur etc. etc. entwickelt habe. Ich bin Englischlehrer - und da "American Dream" seit mindestens meiner eigenen Schulzeit vor über 30 Jahren beständiges Thema im NRW-Curriculum ist, habe ich mich über die Jahrzehnte als Schüler, als Student wie auch als Lehrer nicht nur regelmäßig sondern auch tiefgreifender mit den USA befasst.

    Für eine Promotion mag das nicht reichen, aber ich denke, das dass schon mehr ist als das, wofür ein "Das finde ich sehr verallgemeinernd" angebracht wäre.

    Bolzbold , meinst du, dass Social Media und Fakenews ein ebenso großes Problem darstellen wie bei uns? Oder findet "christliche Sozialisierung" im Wesentlichen in Kirchen oder anderen Orten der Zusammenkunft statt?

    Das ist nicht die christliche Sozialisierung sondern gewissermaßen die DNA der USA. Der Glaube an etwas hat dort einen quasi sakralen Stellenwert. Die christlichen FundamentalistInnen sind da natürlich auch noch so ein Faktor - das findet dort aber sowohl zu Hause als auch in den Kirchengemeinden statt.

    Über Social Media und Fake News habe ich noch gar nicht gesprochen. Das spielt in diesen ganzen Komplex mit hinein. Insgesamt haben wir da ein hochproblematisches Konglomerat an ungünstigen Entwicklungen.

    In einer plutokratischen Demokratie muss das früher oder später so kommen.

    Das Grundproblem der USA ist nicht die Verblödung sondern die Auswirkungen des religiösen Fundaments, das sich gleichwohl wie Verblödung liest. In den USA haben persönliche, teils religiös geprägte Überzeugungen denselben Stellenwert wie wissenschaftlich bewiesene Fakten. Der eigene Glaube wird der Wissenschaft gleichgestellt. Das lässt sich historisch erklären, führt aber zu diesen "Ausfällen", die wir hier gerade sehen. Hinzu kommt die "Ich-Mentalität", denn man muss es in den USA selbst "schaffen", da es kein vergleichbares soziales Netz gibt wie hier. Das schürt Abstiegs- und Verarmungsängste. Wenn sich dann ein "alter weißer Mann" wie Trump, der Erfolg suggeriert, hinstellt und MAGA und dergleichen brüllt, dann triggert das die ureigensten Instinkte vieler (weißer und oft männlicher) Amerikaner.
    Gleichzeitig kommt hinzu, dass die weiße Bevölkerung um ihre "gottgegebenen" Privilegien fürchtet, weil immer mehr "Nicht-Weiße" ein Stück vom Kuchen abhaben wollen - und das sowohl auf lokaler bzw. nationaler Ebene wie eben auch auf internationaler Ebene.

    Gleichwohl muss man dagegenhalten, dass die Reihenfolge Clinton, George W., Obama, Trump, Biden eine Abfolge von Extremen ist, sowohl im Guten wie im Bösen und immer in unterschiedlichen Bereichen. Dass Trump nach vier Jahren abgewählt wurde, hat den Zyklus gewissermaßen unterbrochen. (Bei George Bush sr. und Clinton war das ja bereits eine Ausnahme, weil Bush sr. auf Reagan folgte und eben kein Demokrat an die Macht kam.)
    So gesehen könnte man hoffen, dass vier weitere Jahre Trump ohne Weltkatastrophen vorbeiziehen und danach eine "Katharsis" in Form eines (oder einer) jüngeren demokratischen Kandidaten das Ganze wieder ins Lot bringt.

    Bezüglich deines EFV: Du solltest für dich Klarheit haben, ob du wirklich in die Schulleitung willst. Das klang jetzt nicht so ganz durch in deiner Beschreibung. Falls ja, buche ein entsprechendes Coaching für das EFV und wiederhole es. Die Durchfallquoten ohne spezielle Vorbereitung sind da ja katastrophal hoch. Die SLQ macht es sich da auch etwas einfach, wenn sie sagt, das wäre eine separate Sache. Jeden Lehrer/jede Schule würde man bei analogen "Erfolgsquoten" zur Rechenschaft ziehen.

    Die SLQ ist die formale Voraussetzung für die Teilnahme am EFV. Sie ist aber sicherlich keine tiefgreifende Fortbildung für die erfolgreiche Teilnahme am EFV. Deutlich über 50% der Teilnehmenden in meinem Kurs wollten im Wesentlichen herausfinden, ob sie wirklich Schulleitung machen wollen. Das waren oft StellvertreterInnen oder FunktionsstelleninhaberInnen. Einige waren bereits kommissarische SL und haben die SLQ als Pflichtveranstaltung gemacht, um im Anschluss dann das EFV zu machen.

    Wenn ich mir die Unterlagen in Erinnerung rufe, die man dort in die Hand gedrückt bekam, dann ist die SLQ meiner Wahrnehmung nach ein Trigger für einen ausführlichen Selbstreflexions- und Fortbildungsprozess, an dem dann am Ende das EFV steht.

    Also - ich versuche jetzt ein wenig Klarheit in die Sache rein zu bringen: Ich habe ursprüngliche eine Revision zur Stv. SL gemacht - dabei wurde mir nahe gelegt die Bewerbung (Nach der Gesamtkonferenz) zurück zu ziehen. Alles gut - ich wurde dann in die BR eingeladen um mit mir über Alternativen zu sprechen. Der Vorschlag war der Wechsel an ein benachbartes Gymnasium. Ich habe angenommen, weil mir auch gesagt wurde man könne mich "persönlich begleiten". Dort kam ich leider nie an. Es kam Corona dazwischen - leider leide ich unter einer Behinderung, die dazu führte, dass ich ab Oktober 2020 in den digitalen Unterricht wechseln musste. Dies blieb so bis Sommer 2021. Ich bewarb mich auf eine Abordnungsstelle außerhalb von Schule, die ich auch bekam - und durfte mehrere Jahre lang erfolgreich darin wirken. Naja, bis es ein Konflikt mit der Schulaufsicht gab: Ich hatte eine Anfrage als Referent von einem bekannten Lehrer*innenverband, welches ich angenommen habe. Es sollte eine einmalige Sache sein, zu einem Thema in dem ich mich aus meiner Arbeit heraus gut auskenne: Das Kooperationsdreieck Schule - Schulverwaltung - Schulaufsicht. Die zuständige Schulaufsicht fragte mich, was ich mir anmaßen würde da als Referent zu wirken. Die Abordnung wurde auslaufen gestellt. Somit landete ich Anfang dieses Schuljahres wieder in der Schule - und hatte an meiner Stammschule kein Platz. Man legte mir nahe, ich könnte an einer Realschule Schulleiter werden - ich sollte mir dies anschauen. Als ich dort ankam, spürte ich Tag für Tag, dass dies nicht mein Platz sein würde. Dennoch: EFV gemacht - durchgefallen. Also sitze ich jetzt da, und frage mich - wer kümmert sich eigentlich um meine Weiterentwicklung? Ja, ich selbst - ist klar. Ich habe mich immer wieder mal auf weitere Abordnungsstellen beworben, bekomme aber trotz Qualifikationen stets Absagen - was mich zu der Aussage bewegt: In Ungnade gefallen. Wird hinter verschlossenen Türen gesprochen? Ich vermute ja, wissen tue ich es nicht. Bin aber zur Zeit echt ratlos ob meiner Weiterentwicklung. Hilft das jetzt etwas weiter?

    Vielen Dank für diese ausführliche und ehrliche Schilderung.

    Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Du mit Deiner Einschätzung Recht haben könntest. Gleichwohl gibt es auch ein paar "harte" Kriterien, die diese "Ungnade", in die Du gefallen sein magst, begründen. Unter andere das misslungene EFV oder die Sache mit der Referententätigkeit.


    Das muss aber nicht per se so sein. Zunächst gibt es nicht "die Bezirksregierung", sprich, es mag sein, dass Du den einen oder die andere DezernentIn temporär verärgert hast, ich kann mir aber kaum vorstellen, dass Du deswegen endgültig "verbrannt" bist.

    Was die Abordnungsstellen angeht, so sitzen nicht immer dieselben Leute in den Auswahlverfahren drin. Insofern kann es ja durchaus sein, dass es andere BewerberInnen gab, die schlichtweg geeigneter waren.

    Wohin willst Du Dich denn weiterentwickeln? Schulleitung? Schulaufsicht?
    Hast Du mit Deinem Dezernenten/Deiner Dezernentin einmal offen über die Sache gesprochen?

    Schon mal das Gefühl gehabt nicht gebraucht zu sein? Irgendwie ein merkwürdiges Gefühl, aber etwas das mich seit einiger Zeit nun beschäftigt. Nachdem ich einige Jahre abgeordnet war, ließ man meine Abordnung auslaufen, woraufhin ich als GY-Lehrkraft am GY überflüssig war. Von daher wurde ich an eine RS abgeordnet, an der ich trotz zahlreicher Weiterbildungen, Fähigkeiten, etc. schlicht als Stundenfüller gebraucht werde. Alle Bemühungen um neue Abordnungsstellen laufen ins Leere. Darüber hinaus habe ich langsam das Gefühl, dass ich als A14er auch „vergessen“ bin - sprich: Abgeordnet aber keiner denkt da dran, dass auch diese mal enden. Auch aus dem Dezernat heißt es: „Sie müssen bitte mal Verständnis haben, dass niemand „Juhu“ schreit nach einem A14er“. Kann irgendjemand von euch etwas mit meinen Gedanken anfangen? Ich vermisse die Instanz der Personalentwicklung gänzlich.

    Magst Du hier noch einmal konkret ausführen, was Du erwartest und willst? Ferner ist mir Dein aktueller Status nicht so ganz klar.

    Was die Antwort des Dezernats angeht, so halte ich die für unprofessionell. Gleichwohl mag es so sein, dass an bestimmten Schulen da nicht "Juhu" geschrien wird.
    Was die Bewerbungen oder Weiterentwicklung angeht, so wird niemand Dich quasi entdecken und Dir eine A15-Stelle zu Füßen legen. Der Illusion war ich auch lange aufgesessen. Vermutlich ist es an der Zeit, dass Du andere Wege beschreitest. Auf Stella werden ja auch immer mal wieder FachberaterInnen oder pädagogische MitarbeiterInnen gesucht. Ich lese aus Deinen beiden Beiträgen Larmoyanz heraus - die hilft Dir hier nicht. Wenn Du an Deiner aktuellen Schule nicht weiterkommst, bleibt Dir nur, das Ganze hinzunehmen oder wegzugehen - sei es an eine andere Schule oder in eine Behörde.

    Also entweder hast Du Mist gebaut - dann wüsstest Du es vermutlich - oder Du hast keinen Mist gebaut. Dann wäre ein handfester Grund für die Nicht-Bewährung schon einmal vom Tisch.

    Worauf Du vermutlich abzielst: Die persönliche Abneigung zwischen Schulleitung und Lehrkraft kann eigentlich keine Nicht-Bewährung nach sich ziehen, denn eine solche Beurteilung müsste gut begründet werden - und zwar handfest.

    Mach Dir also nicht ins Hemd. Solche Fälle sind wirklich die absolute Ausnahme.

    Angesichts der Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Arbeit und des Ärgers von den schulfremden Verwaltungsheinis und Juristen in der Bezirksregierung und im Ministerium produziert wird, ist das natürlich eine ganz großartige Lösung! Damit es dann vor Ort auch nicht mehr klappt, oder was? :autsch:

    Die sollen erst einmal bei sich selbst ausmisten, dann sind 80% aller Probleme von Schulleitungen gelöst.

    Aber was will man von einem Ministerium erwarten, dass von einer Ministerin geführt wird, die es im Voramt zugelassen hat, dass in ihrem Zuständigkeitsbereich eine Schulleitung weg gemobbt wurde, die kurz zuvor einen Preis als eine der besten Schulleitungen bekommen hatte... (Viele Grüße an der Stelle auch an die Stadt Herten, wohin sich hoffentlich keine SL mehr bewerben möge.)

    In der Schulabteilung arbeiten 80% ehemalige Lehrkräfte - der Rest sind die Sachbearbeitungen.

    Der Ärger und die Arbeit kommt durch die unselige Verzahnung von Politik und Entscheidungen im Bildungssystem - das habe ich aus unmittelbarer Nähe erfahren dürfen. Ich könnte mir vorstellen, dass die dort arbeitenden Menschen mit den politischen Entscheidungen bzw. deren wahren Intentionen, die mit Bildung nichts zu tun haben, auch nicht immer glücklich sind...

    Vielen Dank für eure Einschätzungen.

    Inzwischen habe ich eine juristische Einordnung erhalten. Es gibt genau zu dieser Frage zwei Urteile des OVG NRW, die die Rechtmäßigkeit dieser Einschränkung des Bewerberkreises bestätigen (OVG NRW 6 B 575/12 sowie 6 B 408/1). In einem Fall hatte ein Realschullehrer geklagt, in einem anderen Fall eine Studienrätin. Beide sind gescheitert.

    Interessant. Das erstinstanzliche VG-Urteil las sich anders. Mir ist der inhaltliche Zusammenhang zwischen dem VG-Urteil und dem OVG-Urteil nicht ganz klar.

    Hallo Ihr Lieben :)

    Ich arbeite aktuell als Lehrer an einer Berufsschule mit vollem Deputat.


    Für die Zukunftsplanung bräuchte ich eine Information, die ich nirgends

    im Internet gefunden habe & zwar: wie viele Unterrichtsstunden muss
    denn eine Abteilungsleitung an einer Berufsschule in der Regel (circa)
    ableisten - könnt Ihr mich bitte in dieser Sache evtl. aufklären?


    MFG

    Hallo und herzlich willkommen.

    Wie Du weißt, sind viele gesetzliche Vorgaben bundeslandabhängig. Ohne Nennung des Bundeslandes wird man Dir keine konkreten Hinweise oder Verweise auf Rechtstexte gegen können...

    Meine Fragen an ChatGPT:

    Wie lange dauert die Korrektur einer Leistungskursklausur im Fach Deutsch im Durchschnitt?

    Die Dauer zur Korrektur einer Leistungskursklausur im Fach Deutsch kann je nach verschiedenen Faktoren variieren, darunter die Anzahl der abgegebenen Klausuren, die Komplexität der Aufgaben, die Verfügbarkeit der Lehrkräfte und ihre Arbeitsbelastung. Im Durchschnitt dauert die Korrektur einer Klausur jedoch in der Regel etwa eine bis zwei Wochen. In einigen Fällen kann es jedoch länger dauern, insbesondere wenn die Lehrkraft viele Klausuren zu korrigieren hat oder wenn es besondere Umstände gibt, die die Korrektur verzögern. Es ist daher am besten, sich direkt an die betreffende Lehrkraft oder Schule zu wenden, um eine genauere Schätzung zu erhalten.

    Ich präzisiere: Wie viele Minuten benötigt eine Lehrkraft im Durchschnitt für die Korrektur einer einzelnen Klausur?

    Die Zeit, die eine Lehrkraft benötigt, um eine einzelne Klausur im Fach Deutsch zu korrigieren, kann stark variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Länge der Klausur, die Komplexität der gestellten Fragen, die Genauigkeit und Ausführlichkeit der Antworten sowie die Erfahrung und Effizienz der Lehrkraft beim Korrigieren.

    Im Allgemeinen kann man jedoch davon ausgehen, dass eine Lehrkraft etwa 5 bis 15 Minuten benötigen kann, um eine einzelne Klausur im Fach Deutsch gründlich zu korrigieren und angemessenes Feedback zu geben. Diese Schätzung kann je nach den oben genannten Faktoren variieren. Es ist wichtig zu beachten, dass Lehrkräfte möglicherweise auch zusätzliche Zeit benötigen, um alle Klausuren einer Klasse zu korrigieren, was die Gesamtdauer beeinflussen kann.

    Bist Du der Ansicht, dass sich eine Klausur, die 20 Spalten lang ist und eine dreigeteilte, komplexe Aufgabenstellung hat, in 15 Minuten zu korrigieren ist?

    Nein, das wäre unrealistisch. Eine Klausur, die 20 Spalten lang ist und eine komplexe, dreigeteilte Aufgabenstellung hat, erfordert in der Regel deutlich mehr Zeit für eine gründliche Korrektur und angemessenes Feedback. In einem solchen Fall könnten 15 Minuten pro Klausur nicht ausreichen, um die Arbeit angemessen zu bewerten und umfassendes Feedback zu geben.

    Die Zeit, die eine Lehrkraft für die Korrektur einer Klausur benötigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Länge der Klausur, die Komplexität der gestellten Fragen, die Genauigkeit und Ausführlichkeit der Antworten sowie die Effizienz der Lehrkraft beim Korrigieren. Für eine Klausur von 20 Spalten Länge mit einer dreigeteilten, komplexen Aufgabenstellung würde die Korrektur wahrscheinlich deutlich länger als 15 Minuten dauern. Es wäre vernünftiger anzunehmen, dass eine solche Klausur mindestens 30 Minuten oder sogar länger pro Exemplar benötigt, um angemessen bewertet zu werden.

    "Es wäre vernünftiger anzunehmen, dass [...] 30 Minuten oder länger benötigt." Selbst die KI weiß das.

    Ich bin gespannt, was ein wie auch immer geartetes Arbeitszeitmodell dazu sagt. Im Verbandsmagazin des PhV war ein Artikel zum Hamburger Arbeitszeitmodell, das im Schnitt pro Klausur 10 Minuten angesetzt hat. Es muss einer Lehrkraft gegeben haben, die nach 10 Minuten per Stempel und Strich das Ende der Korrekturzeit markiert hat und die Arbeit nur anhand dessen, was innerhalb der 10 Minuten gelesen wurde, bewertet hat.

    Die Normierung von Zeit und Qualität völlig losgelöst von der Realität, vorgenommen von studierten Menschen, gleichwohl aber den (finanziellen) Sachzwängen der Politik unterworfen, mutet schon etwas sagen wir... verstörend an...


    Lustig. Wenn ich mir bei ca. 200 SchülerInnen, die ich unterrichte, nur zehn Minuten für aktive Gedanken zur individuellen Förderung und für das Festlegen und anteilige Erstellen von Differenzierungsmaterial nähme, wäre ich bei 2.000 Minuten, d.h. bei 33 Stunden oder einer 3/4 Arbeitswoche. Dabei hätte ich dann noch keine Stunde unterrichtet, keinen Unterricht geplant, keine weitere dienstliche Aufgabe erfüllt.

    Aha. In Behörden gibt es Kantinen - da geht man hin und bezahlt selbst. In Firmen gibt es Kantinen. Da geht man hin und bezahlt selbst. Ob die Firma das Essen subventioniert, ist ein anderes Thema.

    Meines Erachtens ist das eine Frage des Anstands, dass ich für meine Verpflegung selbst zuständig bin, auch wenn ich einen ganzen Tag an einer Schule prüfe. Dafür werde ich bezahlt und es ist Teil meiner Dienstpflichten. Im Zweifelsfall würde ich das der Schule sogar im Vorfeld noch einmal extra sagen, damit diese Unsitte endlich einmal ein Ende hat.

    (Wenn Referendare die Verpflegung "freiwillig" übernehmen, ist das das eine. Wenn das explizit eingefordert wird, ist das eine Sauerei.)

    Gute Frage.

    Laut Schulgesetz kann das "niedrigere" Gremium Anträge an das höhere Gremium stellen - sprich eine Lehrerkonferenz stellt einen Antrag an die Schulkonferenz (z.B. bei der Festlegung der beweglichen Ferientage).

    Umgekehrt ist das zumindest laut Schulgesetz nicht vorgesehen. Ich versuche mir gerade eine Situation vorzustellen, in der das so herum passiert.

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