Beiträge von Bolzbold

    Einen Rechtsanspruch gibt es nicht - ebensowenig würde so etwas greifen, falls man unter der Woche zurückkäme und den folgenden Tag frei haben wollte.

    Der Sonntag wird laut Ziffer 4.3 des Erlasses zumindest nicht als Arbeitstag ausgeschlossen. Gleichsam empfiehlt es sich, solche Dinge bereits bei der Planung der Fahrt verbindlich zu klären.

    Stimmt. Das Bild in der Öffentlichkeit ist noch schlechter.

    Einerseits. In dem Moment, wo Du mit Menschen persönlich sprichst und sie erfahren, dass Du Lehrkraft bist (am besten noch am Gymnasium), sind sie je nach eigenem beruflichen Hintergrund durchaus erst einmal "eingeschüchtert". Das merkt man daran, dass sie sich für ihre guten oder schlechten Leistungen in den Fächern, die man unterrichtet, rechtfertigen.
    Die Frotzeleien über Ferien etc. habe ich in der Tat mir gegenüber schon lange nicht mehr gehört.

    Das finde ich für jemanden, der am Gymnasium unterrichtet, eine betrübliche Aussage. Natürlich habe ich ein akademisches Interesse an meinen Unterrichtsfächern. Mein Hauptinteresse gilt zweifellos der Vermittlung der Inhalte, aber ich freue mich z. B. jedes Jahr über die Verleihung der Nobelpreise. Dieses Jahr übrig ganz besonders. Ich werde mit meiner Schwerpunktfachklasse den Fokus im Fortgeschrittenenpraktikum auf Quantenmechanik und Nanochemie legen.

    Ach weißt Du, ich habe hier so einige fette historische Wälzer (so auch den neuesten Clark) und auch einiges an englischer Literatur stehen - oder auf dem Kindle. Es würde mir beileibe nicht reichen, in der Oberstufe die mickrigen tausendmal durchgekauten 200 Jahre deutscher Geschichte zu unterrichten, die im Abitur drankommen können. Aber dieses akademische Interesse ist dann eher persönlicher als schulisch-dienstlicher Natur.

    Das ist natürlich - jenseits des Anekdotischen - unbestritten. Ich würde sogar behaupten, dass ein signifikanter Anteil der zukünftigen Lehrer wenig bis kein akademisches Interesse für ihre Fächer aufbringen und insofern wenig Interesse am Studium an sich haben.

    Das ergibt sich doch letztlich aus dem Berufswunsch. LehrerInnen wollen keine WissenschaftlerInnen oder wahlweise abhängig von der Fächerkombi VolontärInnen oder DauerpraktikantInnen werden. Das akademische Interesse wäre zweifellos lobenswert, würde aber an der Schule überhaupt nicht zum Tragen kommen.

    Auch wenn Du es wahrscheinlich nicht hören willst, müssen wir an den Sozialstaat ran. So würde ich z.B. an eine Arbeitspflicht für Bürgergeldempfänger denken. Wer nicht arbeitet, bekommt im Gegenzug das Bürgergeld massiv gekürzt.

    Auch sollten Minijobs abgeschafft werden, weil sie die Leute dazu verleiten ewig in den Minijobs zu bleiben. Der Ansporn selber etwas mehr zu verdienen, um dann eine Rente zu bekommen, geht verloren. Das sieht man daran, dass alle Minijobs mit dem sozialversicherungsfreien Maximalgehalt beworben werden.

    Bei diesen beiden Punkten bin ich durchaus bei Dir. Unsere Gesetzgebung ist insofern naiv, als sie von rechtskonformem Verhalten der Menschen ausgeht. Der Missbrauch ist dort nicht in der Form, in der das sein müsste, eingepreist.

    Die Arbeitspflicht würde ich einerseits unterschreiben, gleichzeitig muss man sich dann überlegen, wie weit wir noch von der Zwangsarbeit weg sind.

    Dann aber nur für Neuverbeamtete ab dieser Änderung, ich könnte mit dieser Entscheidung nicht gut leben, da sie die Rahmenbedingungen meines Berufes entschieden ändert. Dann können die Länder ja sehen, ob sie noch attraktiv genug sind.

    Interessant. Als ich mich dafür entschieden habe Lehrer zu werden, haben weder die Bezahlung noch die spätere Pension eine Rolle gespielt. Als es um die Verbeamtung ging und die Gehaltseinbußen im Vergleich zu damals Bat 2a, wäre ich jedoch ohne Verbeamtung nicht Lehrer geworden, weil mir die konkrete Bezahlung als Angestellter zu niedrig gewesen wäre

    Diese Artikel lese ich immer mit gewissem Amüsement, weil beispielsweise bei focus.de alle zwei oder drei Monate ein solcher, schlecht geschriebener PraktikantInnenartikel erscheint, der alleine durch die Auswahl der Zahlen polarisieren soll. Soviel zum Thema Presse und Verantwortung...

    Für mich ist wichtig, ob ich von dem, was ich im Alter bekomme, leben kann.
    Die Rechnung ist recht einfach. Meine Kinder muss ich bis dahin nicht mehr unterhalten, das Haus ist bis dahin längst abbezahlt und wir brauchen vermutlich nur noch ein Auto. Das sind einige Tausend Euro, die meine Frau und ich dann monatlich weniger an Kosten haben werden - gleichzeitig haben wir privat vorgesorgt.

    Damit könnten wir auch mit einer Pension, die "nur" 50% der Besoldung betrüge, gut leben.

    Also dass ich mit einer Lehrerin verheiratet bin, ist isoliert betrachtet vermutlich naheliegend - sowohl im Studium als auch im Anschluss daran begegneten mir in meinem Umfeld viel mehr Lehrerinnen als andere Frauen. Das dürfte auch die Erklärung für chilipaprikas Beobachtung sein.

    Gleichsam habe ich aber auch Frauen mit anderen Berufen gedatet, bevor ich meine Frau kennenlernen durfte. Mir persönlich ist es dabei nie auf den Beruf angekommen - zwei der Damen waren keine Akademikerinnen. Eine merklich ungebildete Frau hätte ich aber in der Tat "abtörnend" gefunden.

    Mir geht es ähnlich, allerdings hat es bei mir nichts mit Aufstiegschancen o.ä. zu tun. Ich finde Juristen nämlich genauso langweilig und unsexy.

    Ich bin mit einem Ingenieur zusammen, der verbindet für mich die zu mir passenden mathematisch-technischen Interessen mit einem attraktiven Äußeren. Bei meinen ehemaligen Partner war es ähnlich, ich erkenne da ein Muster.

    Allerdings war mir nicht klar, dass ich mich dadurch nach oben verpartnert habe, bislang hielten wir uns für gleichwertig und gleichberechtigt.

    Und das wäre bei einem "attraktiven M/PH-Lehrer" nicht der Fall gewesen? :P

    wobei es in NRW nur die Anlassbeurteilung gibt.
    Wer katastrophal ist, wird sich wohl kaum (oder?!) auf eine Beförderungsstelle bewerben... (deswegen bewerbe ich nicht irgendwohin, bin zu schlecht, würde durchfallen ;) )

    Nicht ganz. In Behörden gibt es die Regelbeurteilung durchaus - alle zwei Jahre. Aber da sind Beförderungen eben auch nicht mit einer Revision verbunden - eben aus dem Grund der Regelbeurteilungen.

    Da wird es doch sicherlich einen Kriterienkatalog geben.

    Zum Vergleich NRW:

    BASS 2023/2024 - 21-02 Nr. 2 Richtlinien für die dienstliche Beurteilung der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Leiterinnen und Leiter an öffentlichen Schulen und Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung des für Schule zuständigen Ministeriums (schul-welt.de)

    Da jemanden "durchfallen" zu lassen, dürfte zumindest in NRW mit deutlich mehr Arbeit (und Ärger) verbunden sein, so dass ich mir kaum vorstellen kann, dass da allzu häufig Leute mit weniger als drei (von fünf) Punkten rausgehen. (Drei Punkte = entspricht den Erwartungen.)

    Leute, wollt ihr nicht alle mal ein bisschen zurückrudern? Ich finde die Diskussion ziemlich würdelos.

    Ja, das kann man wohl so sehen.
    Aber hieran zeigt sich leider, dass Äußerlichkeiten und Oberflächlichkeiten bei der PartnerInnenwahl immer noch eine erhebliche Rolle spielen können, obwohl wir ja alle sooo tolerant und weltoffen sind (und unser Erziehungsauftrag darin besteht, unseren SchülerInnen eben diese Werte zu vermitteln...)

    Kieselsteinchen danke für deine Ehrlichkeit als Frau. Wir wissen doch alle, dass Lehrerinnen eher nach oben heiraten. Männer mit "richtigem" Job.

    Aus Erfahrung an meiner alten Schule: Diese Damen arbeiten dann eher "just for fun", halten ihrem Karrieristen den Rücken frei, verdienen sich ein Taschengeld neben Kindern und Haushalt, tragen die Nase recht hoch, weil sie ein - durch das Einkommen des Gatten finanziertes - teures Haus, einen Nobelhobel, teure Inneneinrichtung, teure Urlaube etc. haben. (Und wenn sie Pech haben, sucht sich ihr Göttergatte dann in der Midlifecrisis ein 20 Jahre jüngeres Modell, weil er es in seinem Beruf so gelernt hat.)
    Kann man machen. Erweist dem Feminismus nur einen Bärendienst (- aber da habe ich den Eindruck, dass das ohnehin für einige eine Rosinenpickphilosophie zu sein scheint.)

    Was ich faszinierend finde, ist, dass es offenbar innerhalb der akademischen Berufe ein klares Ranking zu geben scheint - und als Lehrer (m) fällt man bei der einen oder anderen Dame durchs Raster, weil man nicht karrieretechnisch den dicken Macker markieren kann. Männer müssen also immer noch Anteile dessen, was der Feminismus teils als toxische Männlichkeit erachtet, besitzen, um bei Frauen punkten zu können. Interessant.

    Umgekehrt könnte es natürlich auch sein, dass Lehrer (m) eben solche Frauen total abtörnend finden. Ironie des Schicksals wäre es dann nur - und hier schließt sich der Kreis - wenn das dann genau die Damen wären, die sich wie in diesem Thread darüber beklagen, wie schwer doch das Dating heutzutage sei und sie doch alle sooo unkompliziert wären und überhaupt keine überzogenen Ansprüche hätten...

    Wenn ich vom Beruf auf die Persönlichkeit eines Menschen schließen zu können meine, dann wissen wir, wo das Problem beim erfolgreichen Dating liegt.
    (Und wenn man bedenkt, dass selbst innerhalb einer Profession wie der der Lehrkraft Schulform und Fächerkombi auch bestimmte Klischees lostreten...)

    Mir scheint, in der heutigen schnelllebigen Gesellschaft will man schnell "Erfolg" haben, aber ist nicht bereit, aktive Arbeit in das Kennenlernen eines Menschen zu stecken, geschweige denn überhaupt sich auf Menschen einzulassen, deren äußere Parameter wie ein Beruf einem aus unerfindlichen Gründen nicht zusagen.

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