Ein nichtprofessioneller Umgang mit Minderleistungen, der das Selbstvertrauen der betroffenen Schüler zerstört und sie im Kern ihrer Person so angreift, sodass sie hinterher das Gefühl haben, als Person wertlos zu sein.
Für den von dir genannten "psychischen Schaden" braucht man nicht mal Eltern oder Lehrkräfte, die mit Minderleistungen nicht umgehen können. Falls Beratungsgespräche zum Schulformwechsel nicht zu einer Änderung der eingeschlagenen Schullaufbahn führen, dann muss ein Schüler erst zweimal hintereinander sitzenbleiben, um endlich die Schulform wechseln zu müssen. Danach kann der Schüler dann an einer einfacheren Schulform endlich wieder Erfolge erleben und bekommt nicht mit jeder zurückgegebenen Klassenarbeit rot auf weiß, wie wenig (auch im Vergleich zu anderen) er kann.
Natürlich kann "drumherum" dem Schüler durch Lehrer und Eltern mitgeteilt werden, dass Noten nicht alles sind im Leben, dass es beim nächsten Mal bestimmt ein wenig besser wird. Natürlich können da massenweise Fördermaßnahmen laufen. Das ist aber längst nicht immer von Erfolg gekrönt - kann es gar nicht sein.
Ich denke da z.B. an den Schüler, der an der Grundschule jahrelang im Förderunterricht war, bei dem in der Grundschule von den Bewertungsmaßstäben abgewichen wurde (also zieldifferente Beschulung in dem Fach, aber ohne Vorliegen einer Diagnose zur Lernbehinderung oder GB)- und der trotz dieser Maßnahmen auf den Grundschulzeugnissen nur eine schwach ausreichende Vier hat. Für einen solchen Schüler bedeutet der Elternwille, es an einem Gymnasium versuchen zu müssen, zwei Jahre Misserfolg. Klar hat das psychische Folgen. Daraus sollte man der abgebenden Schule / den dort tätigen Lehrkräften aber keinen Vorwurf machen. (Was ist das eigentlich für eine Vorstellung, dass wir SuS zwei oder mehr Jahre untätig irgendwo parken und uns nicht um diese kümmern?)