und ob es unter Umständen Schulen gibt, die ein funktionierendes Konzept haben
Wir haben ein Konzept (auch ein durchaus durchdachtes). Aber auch in diesem Konzept kann man nur das an Ressourcen erwähnen / verwenden, was zur Verfügung steht. Und das ist wirklich das Problem.
Dass wir eines haben, liegt vielleicht auch daran, dass wir seit gut 15 Jahren Integration / Inklusion betreiben (das Kind hat ja mit der Einführung von Neusprech einen anderen Namen erhalten). Die meiste mediale Aufmerksamkeit hat tatsächlich die (dann noch) Integration von mehreren GB-Schülern erhalten.
(Eigentlich gab es (zielgleich) integrativ beschulte Schüler auch davor immer wieder mal, auch schon vor 50 Jahren, wie ich bei Schulführungen ehemaliger Abiturienten erfahren habe. Ist vielleicht der Vorteil der ländlichen Lage, wo ansonsten weite Anfahrtswege auf Schüler zur nächsten Förderschule notwendig gewesen wären.)
Wenn du das Gefühl hast, dass es an deiner jetzigen Schule nicht alles rund läuft: Wie wäre es mit einem Zwischenschritt, bevor ein Konzept erstellt wird. Vielleicht nennt man das Arbeitspapier, Handlungsempfehlungen, Hinweise, Hilfestellungen oder so ähnlich. Einfach auf einer A4-Seite ein paar Stichpunkte. Von denen aus man dann irgendwann mal weiter arbeiten kann.
Ich kann dir aber nur empfehlen, das mit Bedacht anzugehen: Da kommt jemand Neues an die Schule / Schulform, ist noch in der Ausbildung, kennt die Strukturen / systemischen Zwänge noch nicht in ihrer Gänze - und will den Kollegen vorschreiben, wie das zu laufen hat? Das kann missverstanden werden, auch wenn's gut gemeint ist. Eine vorherige Absprache mit Verantwortlichen, vielleicht in Richtung von "Ich war neu und hätte mir in dieser 'besonderen' Klasse zu Anfang ein paar Hinweise und Leitlinien gewünscht" könnte helfen. Bei uns müsen Referendare für das Schulleitungsgutachten eine kurze Arbeit im schulischen Zusammenhang schreiben. Vielleicht wäre das ein "Aufhänger", der dann nicht zum "Aufreger" führt?