Beiträge von Djino

    PS:

    Zitat von Claudius

    aktuelle Modeerscheinungen in der Bundesrepublik Deutschland

    Zitat

    Diskriminierungen aus Gründen des Geschlechts, der Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung zu bekämpfen


    Das ist „Arbeitsgrundlage“ in der Europäischen Union. Unterschrieben wurde das auch durch Deutschland.

    Ändern wir (solange die katholische Kirche in den Schulen nur ihre Lehrmeinung vertreten kann) nun die entsprechenden europäischen Verträge & Gesetze – oder wird der katholischen Kirche das Recht entzogen, in den Schulen Religionsunterricht zu erteilen? Schließlich ist sie nicht dazu in der Lage, diesen Unterricht auf der Grundlage der entsprechenden Gesetze etc. zu gewährleisten…

    (Es geht hier nicht um die Diskriminierung von Religion(en) oder Heterosexuellen, sondern nur um die gleichwertige, wertungsfreie, gleichberechtigte Thematisierung im Unterricht von Beziehungen, die erwachsene Menschen auf freiwilliger Basis miteinander führen können.)

    Zitat von Claudius

    Die Weltkirche hat über 1,2 Milliarden Mitglieder auf allen Kontinenten und sie wächst schneller als die Weltbevölkerung. Allein 40% aller Katholiken sind Südamerikaner. In Afrika und Asien wächst die Kirche rasant. Glaubst Du wirklich, dass die Weltkirche bestrebt ist ihren Glauben nun an den aktuellen Modeerscheinungen in der Bundesrepublik Deutschland zu orientieren und zu verändern?


    Was auf der Welt (gerade in Afrika, aber auch in Asien, so gut wie gar nicht in Südamerika) in Sachen homosexuelle Handlungen & deren Strafbarkeit so in den Gesetzbüchern zu finden ist, kann man bei Wikipedia recherchieren:


    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetze_z…sexualit%C3%A4t
    grafisch aufbereitet hier zu finden: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Worl…_expression.svg

    Zitat von Claudius

    Deutschland ist nicht der Nabel der Weltkirche, sondern eher eine kleine Provinz, mit abnehmender Bedeutung.


    Wenn ich mir dein Statement und die obige Liste so ansehe, dann bekomme ich Angst.
    Welche der Strafen sollten wir denn in unserer unbedeutenden Provinz einführen, um mit den von dir genannten Kontinenten konkurrenzfähig zu bleiben? Todesstrafe, vielleicht durch Steinigung wie in Nigeria, oder nur Peitschenhiebe, lebenslängliche Gefängnisstrafe, ...?

    (NB: Bis 2002 galten ja die Männer, die aufgrund des §175 im KZ gelandet waren, als rechtskräftig verurteilte Kriminelle - mit entsprechenden (z.B. finanziellen) Folgen...
    Wenn man weiter in die deutsche Geschichte schaut, dann findet man auch so etwas: "so eyn mensch mit eynem vihe, mann mit mann, weib mit weib, vnkeusch treiben, die haben auch das leben verwürckt, vnd man soll sie der gemeynen gewonheyt nach mit dem fewer vom leben zum todt richten." (1532)
    Back to the roots?)

    Ich versteh gar nicht, warum hier alle auf der katholischen Kirche herumhacken... irgendwann begreift auch die ihre altmodischen Ansichten und handelt entsprechend/modernisiert ihre Lehrmeinung.

    Um nur ein Beispiel zu nennen: Galileo Galilei. Wurde durch die Inquisition verfolgt (der hatte doch glatt behauptet, dass die Erde NICHT das Zentrum der Welt sei). Bereits im November 1992 hat die katholische Kirche die Verurteilung aufgebhoben und Galilei rehabilitiert (nachdem die Vorarbeiten zu dieser Rehabilitation erst 1979 begonnen hatten). Nach nur rund 400 Jahren hatte die katholische Kirche ihre Lehrmeinung in diesem Fall also modernisiert.

    Insofern besteht doch Hoffnung, dass die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen in etwa zwölf Generationen (oder 30 Schülergenerationen...) auch im Unterricht von Claudius et.al. behandelt werden dürfen.

    Zitat von Claudius

    Ich habe keine homosexuellen Schüler, zumindest ist mir davon nichts bekannt.


    Ja, genau da liegt das Problem. Die "Dunkelziffer" liegt (auch im Kleinstadtkaff) bei durchschnittlich 10% aller Menschen.

    Vielleicht sind deine SuS noch zu jung...
    Vielleicht trauen sie sich auch nicht (nicht dir gegenüber, nicht anderen gegenüber) deutlich zu machen, dass sie homosexuell sind. Warum? Genau wegen solcher Diskussionen wie dieser hier. (Ich meine, irgendwer erwähnte bereits die deutlich höhere Selbstmordrate bei homosexuellen Jugendlichen.)

    Alles, was helfen könnte, wäre ein absolut selbstverständlicher Umgang mit homo- und transsexuellen Themen im Alltag. Und das funktioniert zum Beispiel durch eine unaufgeregte Thematisierung in den verschiedensten Lebensbereichen (Soap Operas im Vorabendprogramm, Englischunterricht, Familienanzeigen in der Tageszeitung, ...). Das könnte so einfach sein...

    Zitat von DaVinci

    Partnerschaften, welche diese Möglichkeit [Kinder zu erzeugen] nie haben können, sind für mich persönlich in ihrer Entfaltung somit nicht gleichwertig.


    Das erste Mal, das mir durch Ärzte gesagt wurde, dass das mit dem Leibliche-Kinder-haben-Können schwierig sein könnte, war, bevor ich Teenager wurde...

    Sollte ich deshalb auf Partnerschaften (egal, ob homo- oder heterosexuell) verzichten?
    Geht es bei einer Partnerschaft nicht erst einmal um die Liebe zwischen zwei Menschen (egal welchen Geschlechts)?
    Können Kinder (egal ob adoptiert oder aus einer früheren Partnerschaft mit in die Beziehung eingebracht) in einer solch liebevollen Beziehung sich nicht auch wohl fühlen und entwickeln?

    <Ironie an>
    Wie schön, dass dieser Thread sich mittlerweile davon wegbewegt hat, <strike>"nur"</strike> homophob zu sein, und mittlerweile auch alle kinderlosen Heteros in ihrer Menschenwürde missachtet...
    </Ironie aus>

    Sind nach der regulären Unterrichtszeit nicht die Eltern aufsichtspflichtig? Dann würde ich die anrufen... (Man stelle sich die Situation analog im Kindergarten vor, wenn Eltern ihr Kind täglich erst eine halbe Stunde später abholen.)

    Für den Schülertransport ist doch der Schulträger zuständig. Den über die Probleme informieren & sich gleichzeitig bestätigen lassen, dass im Falle des Ausfalls des Fahrdienstes ein Taxi auf Kosten des Schuträgers verwendet wird.

    (Falls der Fahrdienst eher ein "I-Helfer" ist: Diese werden meist von den Eltern beantragt, vom Schulträger genehmigt & dann von den Eltern (vielleicht mit Unterstützung durch andere Institutionen) beauftragt. In dem "Dreieck" kann die Schule eigentlich sehr wenig machen, die Verantwortung liegt bei den Eltern. In so einem Fall könnte man den Eltern vielleicht mitteilen, dass eine Beschulung bis zur Klärung der Aufsichtssituation leider nicht möglich ist...)

    Falls ein "echter" I-Helfer vorhanden ist: Der könnte doch die Betreuung in der Zeit übernehmen. Falls kein I-Helfer vorhanden ist: Für genau solche Fälle könnte doch einer benötigt werden & beantragt werden (letzteres erhöht (weil mit zusätzlichen, eigentlich unnötigen Kosten verbunden) wieder den Druck auf den Schulträger, für einen verlässlichen Transport zu sorgen/ ein verlässliches Unternehmen zu beauftragen.)

    @ chilipaprika (und andere NDS-Interessierte):
    Aktuelle Aussage der Landesschulbehörde aus dieser Einstellungsrunde: Auch Berufseinsteiger können (ohne familiären Grund) in Teilzeit anfangen (die Schulleitung muss wie immer ein Statement zur Befürwortung abgeben / dienstliche Gründe bei Ablehnung benennen).

    Zitat von chilipaprika

    in NDS darf man seit neuestem (1-2 Jahren) NICHT mehr in Teilzeit gehen


    Hast du dafür einen Beleg? Ich kenne das anders (§ 61 NBG)
    Allerdings musste in den letzten Jahren (zumindest in der Vergangenheit... als es an die Rückzahlung des verpflichtenden Arbeitszeitkontos ging (was ja sehr überraschend kam, man hatte ja nur 10 Jahre Vorlauf...) & bevor die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung/die Abschaffung der Altersermäßigung eingeführt war) durch die Schulleitung intensiv geprüft werden (und vorzugsweise abschlägig entschieden werden...), ob die Teilzeit genehmigt werden könnte. Aber für die Ablehnung mussten zwingende dienstliche Verpflichtungen angeführt werden...

    Und um die Frage nach dem Lehrwerk zu beantworten:
    Ich denke, dass es durchaus einige "Standardlehrwerke" gibt, die durch die Verlage dann in regionalen Varianten angeboten werden. (Die Bundesländer haben da teilweise eigene inhaltliche Vorgaben, z.B. habe ich mal gehört, dass in Bayern nur Lehrwerke zugelassen werden dürfen, die auch regionale (also bayrische) Bezüge haben.)

    Ein Beispiel wäre das hier: http://www.schroedel.de/reihe/Fara-und…e-2013/FARAFU13 . Da kann man auch online in die Bücher hineinsehen.

    Zitat

    dass jede Schule selbst entscheidet, mit welchem Lehrwerk sie arbeiten will


    Es gibt aber auch das umgekehrte Beispiel, dass sich Schulen (bzw. die Fachkonferenzen Deutsch dieser Schulen) einer Region darauf einigen, welches Lehrwerk, welche Ausgangsschrift sie verwenden. Dann wird an vielleicht 10 verschiedenen Schulen mit dem identischen Lehrwerk gearbeitet.
    Die Begründung dafür ist dann meistens (neben dem möglichen fachlichen & (einfacheren) personellen Austausch) die, dass alle Schüler von den unterschiedlichsten Grundschulen dieser Region auf den weiterführenden Schulen (meist ab der 5. Klasse, Berlin & Brandenburg erst ab der 7. Klasse) "vermischt" werden und so identische Ausgangsvoraussetzungen haben. Das erleichtert gerade den 5. Klässern den Start an Hauptschule/Realschule/Gymnasium.

    Zitat

    Beim Vorstellungsgespräch solltest du das schon erwähnen.
    Wie soll denn sonst dein Einsatz geplant werden?


    Das ist nichts, was beim Vorstellungsgespräch gesagt werden muss - oder gefragt werden darf.
    Der Einsatz wird ja sowieso erst nach der Einstellung geplant (bis dahin könnte es ja noch irgendein anderer Kandidat mit einer anderen fachlichen Ausrichtung werden, der irgendwie anders eingesetzt werden könnte/müsste.)

    Wenn es beim Vorstellungsgespräch gesagt wird, kann dies ja durchaus (ob bewusst oder unbewusst...) mit in die Auswahlentscheidung hineinfließen - und evtl. könnte dann ein anderer Bewerber ausgewählt werden...

    Um einige deiner Überlegungen/Fragen aufzugreifen:

    Zitat

    Gewalt gegen Lehrer soll nicht zum Thema werden. Aber in einigen Regionen ist es ein großes Problem. Welche Erfahrungen habt ihr?


    Fangen wir an mit den Erfahrungen (ebenfalls aus dem Großraum Berlin, Schulform Gymnasium): Jedes ca. Vierteljahr war ein "Programmpunkt" bei den Gesamtkonferenzen der Schulverweis von mindestens einem Schüler (ein Verfahren hatte ich im Referendariat "angeregt"... wie heißt es so schön: was nicht umbringt härtet ab/ an seinen Erfahrungen wächst man). Am intensivsten ist mir in Erinnerung geblieben der Kollege, der in einer Klassenarbeit einem Schüler die "falsche" Note gab. Besagter Schüler engagierte daraufhin einen Schlägertrupp... Ein Schüler schaffte es übrigens tatsächlich (durch verschiedenste Umstände) der Schule innerhalb einiger Jahre zwei Mal verwiesen zu werden...

    Zum Thema "in einigen Regionen ein großes Problem": Vielleicht hast du die Möglichkeit, tatsächlich in einer anderen Region,im ländlichen oder kleinstädtischen Raum neu anzufangen? Meine Erfahrung: Je "provinzieller" das Umfeld, desto größer die ständige "gesellschaftliche Kontrolle", die die Schüler (bewusst oder unbewusst) wahrnehmen. Die SuS sind (ohne dass man sie darauf aufmerksam machen muss, dass die Nachbarn/Lehrer/andere Schülereltern es wahrscheinlich mitbekommen) insgesamt "wohlerzogener.

    Zitat von Seph

    dann darf es die 4 halt erst ab über 60% geben
    Natürlich sollte man eine solche Klausur gar nicht erst entwerfen.


    So eine Klausur gibt es jedes Jahr wieder in Niedersachsen. In den Sprachen gibt es Aufgabenbestandteile, bei denen per Erlass geregelt ist, dass es erst mit 60% 05 Notenpunkte gibt...
    (Ist aber durchaus in Übereinstimmung mit dem, was auch bei internationalen Sprachtests üblich ist... ist also nicht "böse"/"unprofessionell"/"...").

    Zitat

    Eine Frage ist ja (sinng.) ob man sich zutraut, alle Kinder zum Abschluss zu führen.


    Oh ja, die Frage habe ich auch gesehen.
    Bekommt ihr das nicht hin?
    Klar habe ich Schüler, die in Klasse 10 noch nicht ihren eigenen Vornamen schreiben können (oder einzelne Buchstaben ohne Vorzeichnung reproduzieren könnten). Aber das heißt doch noch lange nicht, dass die zwei Jahre später am Abitur scheitern werden.

    So böse wie mein Kommentar jetzt evtl. klingt: Wir haben tatsächlich seit rund einem Dutzend Jahre Erfahrungen mit "I-Kindern" im GE-Bereich (und auch schon länger in anderen Bereichen). Und GE-Schüler sind nun mal nicht prädestiniert für das Abitur (auch wenn es in Spanien mal ein Schüler mit Down-Syndrom bis an die Uni geschafft hat).
    Diese Umfrage hinkt einfach entsprechend lange hinter der Realität hinterher... schade... Oder sie ist einfach viel zu undifferenziert? Ich würde Nacharbeiten dringend empfehlen...

    Zitat

    Und oft wird mir berichtet, dass die Kurse im Fremdsprachenstudium zu mindestens 50% auf Deutsch sind


    Das kann je nach Uni an der Größe/Struktur der Romanistik-Abteilung liegen. Wenn die zu klein ist, dann sind Seminare/Vorlesungen eben auch "sprachübergreifend" und man findet sich zusammen mit Studierenden in einem Seminar, die Französisch, Italienisch, Spanisch studieren. Hier eine gemeinsame Sprache zu finden ist nicht leicht (oder doch: man verwendet Deutsch).

    Nimm's mir nicht übel, aber wenn ich mir durchlese, in welchen Bereichen du im Französischen noch Probleme hast, dann ist das im Moment eine zu große Baustelle, um das Fach zu unterrichten (studieren wäre was anderes, wenn du weiter intensiv an deiner Sprachkompetenz arbeitest...).

    Zitat

    Und das gilt nicht nur für die naturwissenschaftlichen Sammlungen an den Schulen, sondern praktisch für alles, was nicht mit Unterricht zu tun hat.


    Die einzige "Hilfe zur Selbsthilfe", die hier (ansatzweise...) möglich ist, ist diese:
    Der Schulträger (= Kommune, Stadt, Landkreis, ...) zahlt die sächliche Ausstattung der Schule. Viele Schule erhalten hierüber (aber das ist abhängig vom Schulträger, kann sich also alle 50 km ändern) ein Budget, dass sie zumindest teilweise selbst verwalten können. Und dann nimmt man dieses Budget und kauft alles das ein, was die Arbeitszeit der Lehrkräfte reduzieren/ihnen die Arbeit erleichtern kann. Um im "Themenkomplex" zu bleiben: zum Beispiel eine Laborspülmaschine (gibt's ab 5.000 Euro aufwärts, dazu vielleicht noch die passenden Reinwasseranschlüsse, Hochspannungsleitungen, whatever). Die Spülmaschine muss man zwar noch ein- und ausräumen, spart aber das leidige Ausspülen...
    Das ist dann eben Geld, das an anderer Stelle nicht investiert werden kann...

    Zitat von Wollsocken

    Andererseits musst Du auch bedenken, dass ein Gymnasiallehrer in der Schweiz eine vollwertige Fachausbildung hat


    Hm, vielleicht habe ich ja an der falschen Uni studiert... Ich habe für meine Fächer genau das machen müssen, was auch jemand für den Magister-Hauptfach-Abschluss machen musste. Zuzüglich weiterer fachlicher Auflagen (inkl. der dazugehörigen zusätzlichen Abschlussklausuren/Prüfungen), zzgl. der verschiedenen Fachdidaktigen, zzgl. Pädagogik/Psychologie (im Umfang eines Magister-Nebenfachs), zzgl. Nachweis einiger "allgemeinbildender" Seminare/Studium generale.

    Niedersachsen:

    Zitat

    2.1 Lehrkräfte, deren Unterrichtsverpflichtung nach § 61, 62 NBG reduziert worden ist und Lehrkräfte, denen Altersteilzeit im Teilzeitmodell (§ 63 NBG) bewilligt worden ist, haben ebenso wie vollzeitbeschäftigte Lehrkräfte neben ihrer Unterrichtsverpflichtung auch außerunterrichtliche Aufgaben zu erfüllen. Diese Verpflichtung führt in Einzelfällen zu einer im Verhältnis zu Vollzeitlehrkräften stärkeren Belastung der teilzeitbeschäftigten Lehrkräfte, die von den Betroffenen als ungerecht empfunden wird.


    Fortsetzung, Ausgestaltung hier nachzulesen: http://schure.de/20411/14,03143,2,94.htm#p2

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