Beiträge von Herr Rau

    Mebis wird an meiner Schule gut angenommen.

    Mebis ist nicht der letzte Scheiß.

    Mebis hat nicht "500 Zugänge". (Was soll das überhaupt für eine Maßeinheit sein?)

    Mebis hatte in den letzten Tagen Probleme mit Andrang. (Wir sind gelassener, da davor schon alles eingerichtet.)

    Aber auch da ging viel, wie ich an den vielen Schülermeldungen dort mitkriege. (Ich hänge in vielen Mebis-Mailverteilern.)

    Aber ja, halt nicht sofort und immer. Das frustriert viele.

    Das Mebisteam erweitert gerade die Serverkapazitäten. Dann gibt es vielleicht sogar 4000 Zugänge!


    Insgesamt dürfen wir jetzt in Bayern auch Produkte nutzen, die datenschutzrechtlich nicht völlig sauber sind, will heißen: wir dürfen uns auf die ANgaben der Hersteller verlassen, was Datenschutz betrifft, bis zu einer späteren Prüfung durch die Behörden. Trotzdem reicht mir Mebis/Moodle. Ansonsten würde mir auch E-Mail reichen, oder ich lege bei Google Drive Material an und gebe die Links via Schulhomepage frei. Für drei Wochen braucht es keine große moderne digitale Bildung, einfache Tools reichen völlig. Aushang auf der Homepage. (Mein Kollegium, Blut geleckt, fragt aber schon nach mehr. Mehr aus Spieltrieb.)

    Den Begriff "maximalpigmentiert" verwende ich selbst nicht, habe ihn aber um die Mitte der 2010er herum immer mal wieder als Versuch, politisch korrekt zu sein, gehört.

    1. Du *hast* ihn verwendet, hier im Thread, als einziger.

    2. Gehört: Nur bei Rassisten oder Dummköpfen, die sich über Sprachregelungen lustig machen.

    Was ist denn zur Zeit der politische korrekte Ausdruck für Menschen mit schwarzer Hautfarbe? Ich verliere da langsam den Überblick.

    Jedenfalls konnte noch keiner erklären, warum es politische korrekt ist, das Geschlecht zu betonen, während es rassistisch ist, die Ethnie zu betonen.

    Es könnten dir viele erklären, die Leute möchten nur nicht mit dir reden. Ich ja auch nicht. Wer behauptet mit "maximalpigmentiert" lediglich die Ethnie zu betonen, ist entweder dumm oder unaufrichtig. Ernst gemeinten Aufklärungswünschen wird jederzeit gerne nachgekommen, aber von der Ernsthaftigkeit müsste ich erst einmal überzeugt werden.

    Ich finde es sehr bedauerlich, dass so viel Fokus auf die Unterschiede gelegt wird und nicht auf das, was uns vereint.

    Wenn man sich Fotos anschauen von Vorständen und so weiter: Was uns vereint, ist, dass wir alte weiße Männer sind. Darauf möchte in den Fokus nicht gelegt haben.

    Wenn man überall zwanghaft gendert, ist das politisch korrekt, wenn ich anfange, in Kontexten, in denen es nicht relevant ist (also in so gut wie allen) von asiatisch-aussehenden Lehrern, maximalpigmentierten Lehrern, türkischen Lehrern etc. zu sprechen, ist das rassistisch.

    Wer "maximalpigmentiert" sagt, ist nur wahrscheinlich rassistisch, aber ganz sicher jemand, der aufs Derbste beleidigt gehört.

    Arbeitszeit doch deutlich höher: 45,2 Stunden im Schnitt ... bei einer beträchtlichen Zahl von Lehrkräften noch deutlich darüber.

    Hatte leider noch keine Zeit, mich damit zu beschäftigen. 45,2 Stunden übers Jahr verteilt oder in den gemessenen Schulwochen? Denn, dass das in den Schulwochen höher sein muss, ist ja klar, weil die Ferien ausgleichen.

    Ich bin ganz froh darum, dass sich jemand die Mühe macht herauszufinden, ob es denn nun wirklich "Lerntypen" gibt und ob und wann Hausaufgaben Sinn ergeben und ob Prügelstrafe gut oder hinderlich ist. Alles was wir machen fußt doch auf Erkenntnis und gerade im Bereich der Pädagogik eh schon viel zu viel auf subjektiven Theorien. Ich fänds beängstigend, das letzte bisschen Theorie da auch noch rauszunehmen.

    Mhmhmh. Ich bin da skeptischer. Ja, "ohne Studium, Ref und Pädagogik irgendwie unterrichten" ist schlecht, aber mit Studium und Ref zusammen? Das reicht beziehungsweise macht keinen großen Unterschied. Und das mit den Lerntypen: So etwas kommt ja auch daher, dass die wissenschaftliche Pädagogik und Didaktik aus universitätspolitischen Gründen immer wieder gezwungen ist, Neues zu entdecken, auch da, wo es vielleicht gar nichts Neues gibt. Und daher kommen dann die regelmäßigen Moden und Schlagwörter, um kurz darauf von neuen abgelöst zu werden. Das passt so ein bisschen zum Thema, von wegen Bullshit-Sätze. Wenn nicht irgendwer mit den Lerntypen angefangen hätte, müsste man sie jetzt nicht den Köpfen wieder austreiben.


    Was gut wäre: Nach dem Referendariat, nach ein paar Jahren Erfahrung, noch ein Pflichtsemester Didaktik. Denn ja, ich glaube schon, dass die Beschäftigung mit Didaktik ein bisschen was bringt. Mir zumindest aber erst nach einigen Jahren Erfahrung, nicht aus der Uni. Grundschule wird sicher anders sein, das kann ich nicht beurteilen.

    Müsst ihr in BY und BW auch mündliche Simulationsprüfungen machen?

    Das ist jetzt aber kein Fachausdruck, oder? Gemeint ist so etwas wie eine Vorabi-Klausur (die es in Bayern nicht gibt)? Ansonsten entschuldige ich mich und kichere nur heimlich.

    Also: Nein, keine mündlichen Simulationsprüfungen.

    Da bin ich gespannt, ob die Statistik derart dezidiert sein wird

    und denke, dass du deinen Widerruf schon mal formulieren kannst.

    Ja, das kann natürlich sein, dass überhaupt nichts Aussagekräftiges für Laien dabei ist. Jeden Statistiker sträubt es sicher, einen bundesweiten Arbeitszeitdurchschnitt herauszugeben, aber ich hoffe dennoch auf so etwas Plakatives. Formal gibt es ja einen solchen Durchschnitt, nämlich den gesetztlich vorgegebenen.

    Und das mit dem Widerruf mache ich dann gerne. Aber nur wenn ich mitspiele, habe ich am Montag zumindest die Chance zu behaupten: "Hab ich eh schon alles gewusst, die Studie sagt mir gar nichts Neues." :-)

    Gibts es an euren Schulen schon Überlegungen, die auch die juristische Seite beachten?

    Nein.

    Aber ich sehe für Bayern auch weniger juristische Probleme - von dem einen, allerdings absolut zentralen, abgesehen, dass Schüler und Schülerinnen private IT nutzen müssten.

    Datenschutz ist dank bayernweitem Mebis (Onlinesystem mit Moodle) kein Problem, und die Lehrer... da würde ich als Land einfach sagen, dass die Kollegen und Kolleginnen ja jederzeit in die Schule können, um dort zu arbeiten, und die dortige IT-Infrastruktur nutzen können. Die hält das aus, auch wenn - sehr theoretisch - dann manche gemeinsam im Computerraum arbeiten müssten.

    (Nachtrag: Ein Online-Kommunikationssystem für Lehrer untereinander haben wir auch.)

    Was ich sagen will: ein, zwei konkrete Probleme zu fassen und bewusst zu machen scheint mir tausendmal nachhaltiger zu sein als jeder rot angestrichene Fehler.

    Unbedingt! Aber 1. macht man auch das schriftlich mit Rotstift, und 2. ist es beim Korrigieren doch nicht das Anstreichen von Fehlern, das Zeit kostet!

    Irgendwo wurde hier vorgeschlagen, die Klausurlängen einfach zu kürzen. Das geht nicht und ist meiner Meinung nach auch nicht sinnvoll, denn, so lästig die Korrekturen auch sind, die Klausuren sind eben auch ein Instrument zur Prüfungsvorbereitung.

    Ach, da ginge schon etwas, in der Tat. Wir könnten die Klausurlängen kürzen und schlechter aufs Abitur vorbereiten, und ich wäre voll dafür! (In Englisch geschieht das bereits und ist vom Kultusministerium abgesegnet.) In Deutsch ist das vom Kultusministerium explizit nicht gewünscht, aber eben auch nicht explizit wörtlich direkt und unmittelbar verboten. Da sträuben sich allerdings die Kollegen und Kolleginnen tatsächlich.

    Am Montag werden endlich die Ergebnisse der Studie "Lehrerarbeit im Wandel" veröffentlicht: https://www.presseportal.de/pm/57564/4529453

    Die Studie untersucht bundesweit "Auswirkungen des gesellschaftlichen und technischen Wandels auf die Arbeitszeit, Belastung und Gesundheit von Gymnasiallehrkräften", in Auftrag gegeben vom deutschen Philologenverband, sicher mit der Erwartung, dass den Gymnasiallehrkräfte zu viel zugemutet wird.

    Angegriffen wird die Studie werden von allen, denen die Ergebnisse nicht passen. Ich muss dabei auf die Experten vertrauen, die die Studie durchgeführt haben, und tue das weitaus mehr als selbsternannten Experten hier und anderswo. Bei aller Fehleranfälligkeit einer solchen Studie: Es ist nun mal die erste ihrer Art; wenn den Kultusministerien die Ergebnisse nicht passen, sollen sie eine eigene Studie finanzieren.


    Jetzt, bevor die Ergebnisse da sind, könnte man noch schnell tippen, was wohl rauskommen wird. Ich lehne mich mal aus dem Fenster...


    1. Die durchschnittliche jährliche Arbeitszeit wird etwas höher sein als von Beamten verlangt, also sagen wir: 41,5 Stunden statt 40 Stunden pro Woche. Nicht so hoch, wie manche gerne hätten, aber höher als erlaubt.

    2. Es wird große Unterschiede geben sowohl zwischen Fächern (Mathe, Deutsch) als auch zwischen Individuen (ich, die anderen).

    3. Es wird Unterschiede geben zwischen den einzelnen Ländern. Bayern wird am meisten arbeiten, Sachsen durchschnittlich. (Um mal die PISA-Spitzen zu nennen.) Die Stadtstaaten am wenigsten.


    Der letzte Punkt ist pures Vorurteil. Aber um es spannend zu machen, muss ich ja etwas behaupten. Am Montag ziehe ich dann gerne alles zurück!

    Wie gesagt, der Topos "Bedeutungskonstruktion durch Selbstinszenierung" durchzieht das Schulsystem auf allen Ebenen und in allen Kontexten, hier eben im Bild der am Schreibtisch knechtenden Mater Dolorosa.

    Mir scheint, du hast da einen Schwerpunkt, und durchaus recht mit diesem, aber du siehst, wohin du siehst, halt nur noch diesen Schwerpunkt. Das verstellt dir die Sicht. Zur Übertragbarkeit aus dem Englischen: In Bayern am Gymnasium gibt es keinen Langaufsatz, da gibt es Fragen zum Text, deren Antwort ist maximal 1 Seite lang. Es gibt maximal 4 oder 5 Punkte auf den Inhalt, ähnlich für Sprache, das ist leicht zu korrigieren und zu entscheiden. Es gibt Kommenatre, die sind eineinhalb Seiten lang, ebenso zu bepunkten, und von der gedanklichen Tiefe um Meilen entfernt von dem, was in Deutsch verlangt wird. - In Deutsch gibt es keine Einzelfragen, ich muss selber alles gewichten und abwägen. Und es sind acht Seiten. Ich bin ja selber Deutsch- und Englischlehrer und stelle kaum Vergleichbarkeit fest. Englisch korrigiere ich massiv schneller. Wenn das nur Leidensprotzerei bei mir ist, wieso protze ich dann nur mit Deutsch und nicht mit Englisch?

    Aber ich wäre natürlich auch dankbar für Hinweise, inwieweit meine allgemeineren Überlegungen zur Sinnhaftigkeit der traditionellen Bewertungsansätze für die Textsorte "Langaufsatz", die in vielen Fächern als Prüfungsform vorgesehen ist, nun ausgerechnet für Deutschklausuren nicht gelten sollen.

    Ich kann da schlecht helfen, da es diese Textsorte in Bayern außerhalb des Deutschaufsatzes (~8 Seiten) nicht gibt.

    Sich auf ein Podest zu stellen und zu sagen, "das geht nicht anders und wer was anderes sagt, hat keine Ahnung", ist ganz typischer Lehrerbullshit.

    Dass Lehrer oft Bullshit erzählen, stimmt; das merkt man auch hier. Dennoch, in diesem einen konkreten Fall... ich gebe dir recht, dass Teilzeit keine systemweite Antwort sein kann. Aber ich bezweifle, dass du viel über Deutschklausuren sagen kannst, und um die die ging es ja. Englisch ist nicht übertragbar; nicht nur, weil die Klausuren viel kürzer sind.

    Zum ersten Absatz: Bullshit.

    Das finde ich unnötig unfreundlich. Für Bayern, Gymnasium, Deutsch sind 1.5 Stunde pro Klausur keineswegs ungewöhnlich, was alle meine Erfahrungen mit Bayern, Gymnasium, Deutsch betrifft. Eine Stunde ist sicher Minimum.


    Ohnehin habe ich mit den Stunden meine Probleme. Wenn ich mich anstrenge und 5 Klausuren hintereinander in 5 Stunden korrigiere, bin ich danach zu nichts mehr zu gebrauchen. Die Frage ist eher: Wie viele Klausuren schafft man an einem Arbeitstag, also Samstag oder Sonntag? Ich komme nicht über 6, aber ich bin auch eher langsamer als schneller geworden im Lauf der Zeit. Länge des Kommentars darunter: acht bis zehn Zeilen.

    Meiner Meinung ist das auf keinen Fall harmloser als die geisteskranken Entgleisungen einiger AfDler.

    Ernsthaft? Das mag ich gar nicht glauben. Ich halte das für um Größenordnungen harmloser. Wir leben in einer Welt, in der Rechte ihre Gegner umbringen, in der Politik, auf der Straße. Das sind nicht einige Entgleisungen, das ist das Prinzip dieser Partei. Wie man damit taktisch umgeht, da kann man anderer Meinung sein, sonst eigentlich nicht. (Ich folge einem Twitterfeed, der die Opfer rechtsextremer Gewalt aufzählt, das ist echt gruslig. In den 1990er Jahren, was da alles abging.)

    Solange sie nicht verboten ist, und damit hatte Gauck letztens Recht, muss man

    Das "muss man" ist sicher metaphorisch oder sonstwie uneigentlich gemeint. Ich muss ziemlich wenig, und mit der AfD muss ich gar nichts, und das gilt für andere mans genauso.

    Von mir aus kann jeder frei seine Meinung äußern - auch in der S-Bahn.

    Laut? Pöbelnd? Mit der Bierflasche? Ich möchte das nicht. Das verdirbt mir die Fahrt.
    (Bei Mikael ist mir übrigens nichts dergleichen aufgefallen, ich will ihn keinesfalls als Pöbler hinstellen.)

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