Ich sehe das Ref als eine große Selektionsmaschiene an. da vermute ich, dass ich mit meinem selbstbild und meinem Wesen klare Nachteile habe. Ich verstehe das so, dass ein Staat im Endeffekt auch nur diejenigen verbeamten möchte, die auch "perfekt" sind und eben nicht gerade großen verbesserungsbedarf im Bereich der sozialen kompezenz oder selbstsicherheit (-wie auch immer man meine problemzone nennen kann...) während des Referendariat haben.
Wie kommst du darauf? "Selektionsmaschine" ist schon ein ziemlich heftiger Angriff. Es werden gute Lehrkräfte gebraucht und das Ref ist ein Teil der praktischen Ausbildung so wie in anderen Berufen auch und selbstverständlich ist Unterrichten da ein zentraler Bestandteil. Warum sollte man da nach Leuten suchen, die Verbesserungsbedarf im persönlichen Bereich haben? "Perfekt" ist niemand. Aber es gibt halt bestimmte Voraussetzungen, die man erfüllen sollte, das gilt bei jedem Beruf. Ja, das Innere eine Lehrkraft ist wichtig. In deinem eigenen Interesse - du sollst das ja auch durchhalten können.
Du musst dir schon klar darüber sein, dass das Ref und das Unterrichten eine stabile Persönlichkeit voraussetzen und dass das keine Psychotherapie ist. Daraus so ein Feinddenken zu machen, als wollte man dich bewusst ausgrenzen, ist falsch. Immerhin geht es darum, dass man im Anschluss auf Kinder losgelassen wird.
Du hast das Gefühl, nicht verstanden zu werden. Die Frage ist, ob das so ist oder ob du das nur so wahrnimmst. In einem sozialen Beruf müssen dich andere verstehen und du musst die anderen verstehen.
Nach dem, was du schreibst, verstehe ich deine Zweifel und glaube, dass sie berechtigt sind. Wir sind hier nicht die Instanz zu beurteilen, wie das bei dir tatsächlich ist. Hast du jemals auf professioneller Ebene mit jemandem darüber gesprochen, ob du tatsächlich Lehrerin werden solltest?
Ansonsten hilft nur Ausprobieren, die "Selektionsmaschine" hält dann natürlich eine Antwort bereit. Aber wie gesagt, ich glaube, dass das eine sehr fragwürdige Sichtweise ist.