Beiträge von Piksieben

    Ganz grundsätzlich finde ich es übrigens gut, wenn der Dienstherr die Zügel wieder mal ein bisschen anzieht und deutlich macht, dass der Rock des Beamten eben nicht nur sehr warm, sondern zuweilen auch verdammt eng ist.

    Vielleicht relativiert sich das Streben nach den beamtischen Honigtöpfen dann mal wieder etwas. Man muss sich ja nur hier im Forum umschauen — an jeder Ecke finden sich Leute, die nach Tipps fragen, wie sie sich beim Amtsarzt gut darstellen können (um es mal ganz vorsichtig auszudrücken), oder die lautstark kundtun, dass sie für ein Angestelltengehalt nicht aus dem Bett aufstehen würden.

    ... und dann damit rechnen, dass die Ergebnisse der Tarifverhandlungen, die ihre angestellten Kolleg*innen u.a. durch Streiken erstritten haben, auf sie als Beamte übertragen werden. Und absolut niedliche Vorstellungen von "Bürojobs" haben.

    Ja, das fällt mir hier auch auf und ärgert mich oft. Unterschwellig werden auch private Angelegenheiten wie Kinderbetreuung irgendwie in die Arbeitszeit eingepreist.

    Vermutlich zieht der Beamtenstatus die falschen Leute an. Daran müsste man etwas ändern.

    Und nicht einfach die Arbeitszeit verlängern, sondern die Arbeitsbedingungen verbessern.

    Für mich würde das zum Beispiel dadurch geschehen, dass ich Schüler*innen unterrichte, die sich für das, was ich ihnen beibringen will, auch wirklich qualifiziert haben. Und nicht mit einer Fachoberschulreife ankommen und weder Deutsch noch Mathe noch Englisch können.

    Man stößt Reflexion auch dann an, wenn man sehr deutlich zeigt, dass man bestimmte Verhaltensweisen unter keinen Umständen akzeptiert und Gespräche, die eskalieren, sofort beendet.

    Der eigentliche Lernprozess findet ja nicht im Gespräch selbst statt, sondern später, wenn der/diejenige sich selbst überlassen ist.

    Klare Ansagen und Rollenverteilung und konsequentes Reagieren auf Fehlverhalten ist ebenso wichtig wie "mögen". Ich kann nicht jeden mögen, und wer mich immer wieder anlügt und beschimpft, der hat halt irgendwann keinen Kredit mehr. Aber damit komme ich klar. Ich kann auch Leute unterrichten, die ich nicht mag.

    Ich glaube, das "Mögen" wird schwerer, je älter die Schülerinnen und Schüler sind. In der Grundschule hat man vermutlich noch mehr "Kindchenschema". Aber so ist das halt. Mögt ihr alle eure Kolleginnen und Kollegen? Da fragt keiner nach. Man muss damit klar kommen.

    Da gehören noch mehr blöde Vorschläge dazu, beim WDR steht es aufgelistet

    https://www1.wdr.de/nachrichten/le…ission-100.html

    Die Stundenreduktion wegen Alters soll "angepasst" werden, "mehr Hybridunterricht" und "Selbstlernzeiten" sowie "Vergrößerung der Klassen" und "Verpflichtung zu mehr Unterrichtsstunden" soll angedacht werden. Zusammengefasst: Alles ist genehm, nur kosten darf es nichts.

    Und wenn uns das zu stressig wird, kriegen wir Achtsamkeitstraining. Ich hatte immer schon den Eindruck, dass das ganze Yogagedöns am Arbeitsplatz nur dafür da ist, den Leuten mehr reinzudrücken.

    Und Kompetenztraining zur Klassen- und Gesprächsführung. Das brauchen die Lehrkräfte ü60 ganz sicher.

    Ist das so? Eine Kollegin, die auch jünger in einer begehrten Berufsschulklasse ist, meinte auf meine Frage, wie sie so jung daran gekommen sei: "Da ist jemand gestorben und ich war die Einzige, die an dem TAg noch konnte.":grimmig:

    Ich meine, kann ich nicht nächstes Jahr "hingehen" und sagen: "So Leute, ich mache die unbeliebte Klassenleitung in der HBF, auf die keiner Bock hat und für die es keine Entlastungsstunden gibt. Aber ich mache das nur, wenn ich auch mal in der Berufsschule die und die Klasse bekomme. So...?"

    Ich meinte das durchaus ernst.

    Es gibt Kolleg*innen, die sich kooperativ verhalten, hilfsbereit sind und auch mal einspringen, kurzum: einen guten Job machen. Und dann gibt es solche, die immer, wirklich immer, was zu meckern haben, auf ihre Rechte pochen, ihren Stundenplan nicht mögen, sich vor Aufgaben drücken, kurzum: anstrengend und unangenehm sind.

    Einigen tut man lieber einen Gefallen als anderen. Und wenn das dann so ist heißt es "Seilschaft" und hat einen negativen Beigeschmack.

    Aber "Vitamin B" ist wie Geld: Manchmal bekommt man es geschenkt. Aber oft verdient man es sich auch.

    Vielleicht erst einmal rückmelden und darauf setzen, dass die Dozentin als normal denkende Person auch so etwas wie Anstand besitzt. Beschweren (bei höherer Stelle) kann man sich dann immer noch.

    Aber sie hat doch gerade bewiesen, dass sie keinerlei Taktgefühl besitzt und Vertrauen grob missbraucht. "Normal denkend" würde ich das nicht bezeichnen.

    Petalie, musst du nochmal mit ihr zu tun haben? Wie viel Energie kostet es dich, dich zu beschweren oder noch einmal das Gespräch zu suchen? Ich wäre da wahrscheinlich etwas hin- und hergerissen. Aber eigentlich kann man das keinesfalls so lassen.

    Mit den jetzigen Voraussetzungen (Kinderbetreuung bis 13 Uhr, Mann der nicht unterstützt, Probleme bei der Reflexion der eigenen Leistung) sehe ich da, ganz ehrlich, große Schwierigkeiten beim nächsten Anlauf.

    Ja. Verstehe auch die gesamt-familiäre Planung nicht: Wenn TE erneut durchfällt, bleibt der Mann Alleinverdiener. Möchte er das?

    Mir scheint es auch so ein bisschen Selbstsabotage zu sein. Wenn unter diesen misslichen Voraussetzungen der Plan misslingt, war man wenigsten nicht selbst unfähig, dann waren es halt irgendwie die Umstände und dass "Lehrer immerzu perfekt" sein müssen etc., also kurz: die anderen.

    Wenn man sich dagegen alles perfekt einrichtet und plant und es geht dann trotzdem schief, dann muss man sich eingestehen, dass man es halt nicht gekonnt hat. Der Gedanke ist unangenehm. Also möglichst viele "das geht nicht"s einbauen.

    Klingt gemein, aber vielleicht denkst du trotzdem mal drüber nach.

    Aufgaben mit Entlastungsstunden bekommt man bei uns erst, wenn man das mit dem Unterrichten im Griff hat, also eben gerade nicht mehr so viel Zeit und Nerven darauf verwenden muss. Die Zeit, die man mit diesen Zusatzaufgaben, zumal am Anfang, zubringt, übersteigt die veranschlagte "Entlastung" meist deutlich.

    Von daher denke ich, dass dein Ansatz, weniger Stress durch zusätzliche Aufgaben zu haben, eher kontraproduktiv ist und du tatsächlich golums Tipps beherzigen solltest.

    Ich finds irgendwie fast schon witzig, dass ein 'Verbote bringen nie etwas!' für fortschrittlicher gehalten wird als 'Wir brauchen Regeln und jedes Kollegium hat Erfahrungen, welche das für ihre Schulart sinnvollerweise sind.'

    Ja, das nervt mich auch immer. Ein Handyverbot hält ja nicht nur mich, sondern auch meine Mitschüler vom Handy weg. Vielleicht sind die dann auch noch für anderes zu gebrauchen als gemeinsam auf einen winzigen Bildschirm zu starren.

    So wie das Rauchverbot ja nicht nur mir das Rauchen verbietet, sondern eben auch verhindert, dass andere mich vollqualmen. Mir ist es nicht gestattet, andere Leute zu verhauen. Genau genommen ist es mir sogar verboten. Insbesondere aber dürfen die anderen mich nicht verhauen.

    Da gäbe es noch tausend Beispiele - aber irgendwelche schreien immer "Verbotspartei" und "bringt doch nichts" ...

    Mag sein. Ich finds super, dass ihr alle so vorausschauend arbeitet. Wir haben es nicht gesehen. Aber wie gesagt: Wir lernen dazu.

    Bei uns kam das auch irgendwie überraschend, obwohl man es natürlich auf dem Jahresterminplan sehen konnte. Aber anders als die Sommerferien war das Halbjahr immer mehr oder weniger fix Ende Januar zu Ende. Ich finde es irgendwie lustig, dass meine Zeitrechnung gefühlt nur bis zu den Weihnachtsferien ging und dass andere sich ebenso verwundert wie ich die Augen gerieben haben.

    Aber jetzt haben wir es ja geschafft - das finde ich gerade sehr schön. Wenn man das in diesem Thread so sagen darf.

    Effizienz und Bürokratie? Echt jetzt?

    Vielleicht ist Berlin ein besonders krasser Fall, die Stadt hat ja so ihren Ruf. Aber Schule ist eben Behörde, egal wo.

    Erst mal würde ich das positiver sehen, du möchtest dich verändern, das ist erst mal etwas, was neugierig macht und den Horizont erweitert. Ich kann gut verstehen, dass du Berlin verlassen möchtest, aber du darfst nicht anderswo das Schlaraffenland erwarten. Und dann hängt das ja nicht nur vom Bundesland ab, sondern auch vom Wohn-/Schulort und natürlich von der Schule selbst. Da wird dir niemand genau sagen können: Komm hierher, hier ist es schön. Vielleicht findest du es dann dort scheußlich.

    Und wenn du in den Osterferien mal ein bisschen rumfährst? Guckst, wo die AfD wenig Stimmen hat, wo du hinpassen könntest. Wobei es natürlich nicht sein kann, dass die AfD die Leute verscheucht. Irgendwer muss die ja auch bekämpfen.

    Wie auch immer, Schulform und Fächer wären da schon hilfreich.

    Tja, Fragen über Fragen! Eine Berufsschule mit 100 Schülern und Küche. Das klingt urgemütlich. Vielleicht können die glücklichen 5 Kolleg*innen (viel mehr können es ja nicht sein) ihren lieben Schülerinnen und Schülern mal eine Thermoskanne Tee bringen? Wurde da früher für 105 Hungrige gekocht? Was gabs denn da so?

    Für mich ist das Pedelec nicht die Alternative zum unmotorisierten Rad, sondern zum Auto. Das ist bei mir zu steil für jeden Tag mit einem Rad ohne Unterstützung zu fahren. Ich habe das auch schon gemacht, dauerte zu lang und ich war danach hungrig wie ein Wolf und echt kaputt.

    Ich bin sehr glücklich mit dem Pedelec. Ich fahre nämlich nicht gern Auto und bin sehr froh, dass ich das Problem mit der massiven Erschöpfung, die mich bei dem steilen Anstieg auf dem Heimweg befällt, gelöst habe.

    Das Rad ist kein Klump, aber leider sind die Fahrradwerkstätten nicht immer die Besten und außerdem alle schrecklich überlastet und ich hatte da auch einfach etwas Pech. Da steckt man halt nicht drin. Ich bin aber auch wirklich viel gefahren.

    Morgen hole ich es endlich frisch repariert aus der Werkstatt meines Vertrauens und freue mich schon sehr darauf. Ich habe mich bewusst entschieden, es noch einmal reparieren zu lassen und eben nicht zu entsorgen.

    Klingt wirklich nicht so toll, aber ich hätte mein Pedelec tatsächlich (nach 5 Jahren) momentan gerne gegen ein neueres Modell eingetauscht, weil die Reparaturkosten gerade immens sind. Ich hatte überhaupt viele Reparaturen, teils auf Gewährleistung aber dann eben nicht mehr. Ich war mit dem Rad deutlich häufiger in der Werkstatt als mit dem Auto und musste schon mehrfach mehrere Wochen auf Ersatzteile warten (gerade wieder). Nix Mobilitätsgarantie.

    Wenn Service-Checks im Leasing enthalten wären, hätte ich sehr viel mehr Geld gespart als da in dem Video schlechtgerechnet wurden. Das hätte sich vermutlich für mich also rentiert. Bei einem Pedelec finde ich das mit dem Leasing echt gar nicht so schlecht. Aber ich habe das jetzt auch nicht durchgerechnet, ich hatte ja gar nicht die Wahl.

    Da die Entwicklung beim Pedelec noch in vollem Gang ist, würde ich die Option, nach 3 oder 5 Jahren auf ein neues Modell umzusteigen, durchaus mit einrechnen.

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