Beiträge von Piksieben

    Ich finde es gut, wenn es auch Lehrer gibt, die eher schüchtern sind und Schüler verstehen, die sich nicht dauernd melden. Ich war als Kind schrecklich schüchtern. Das hat sich rausgewachsen. Es hilft: Sprechtraining, Rhetorikkurse, Übung und das Selbstbewusstsein, dass sich ergibt, wenn man sich qualifiziert. Fachkompetenz ist da schon hilfreich.

    Übrigens ist Schüchternheit in vielen Berufen problematisch. Oft ist es ja notwendig, auch mit ganz fremden Leuten umzugehen und ihnen womöglich sehr unangenehme Sachen zu sagen. Oder einfach dreist sein, einfach anrufen, etwas aufschwatzen etc. Ich vermute, auch in der Uniform eines Polizisten kann ein im Privaten schüchterner Mensch stecken, aber im Job muss er halt energisch sein. Im Klassenraum ist das so ähnlich. Vor einer Klasse stehen ist pure Gewohnheit.

    Aber es braucht halt Routine, das kann, wenn man nicht gerade ein angeborenes Talent hat, dauern.

    Und nuscheln geht nicht, klar. Aber daran kann man arbeiten. Einen Beruf wählen ist immer mit einem Risiko verbunden. Da kann einem auch niemand nichts versprechen ;)

    Ich war heute erstmals in der Schule, wir haben Maskenpflicht (Schal etc. geht auch), "Einbahnstraßen", Bodenmarkierungen und unzählige Hinweisschilder.

    Durchaus umsichtiges Konzept. Das mit dem Auf- und Absetzen der Maske finde ich aber auch schwierig. Als ich die erste Treppe erklommen hatte, habe ich gedacht, ich werde gleich ohnmächtig. Aber irgendwie ging es dann. Ich habe die Maske am Schreibtisch abgesetzt und mit der dem Mund zugewandten Seite nach unten abgelegt, so dass ich sehen kann, wie herum ich sie wieder aufsetzen muss.

    Ich habe aber auch schon Corona-Frisur und manchmal ist eben was im Gesicht. Auch blöd.

    Jeder Lehrer bekommt eine Sprayflasche mit Desinfektionsmittel. Damit habe ich die Tastatur bearbeitet, die dann endlich mal schön aussah. Hände beim Reinkommen waschen, desinfizieren, nachher wieder. Am Abend Hände gut eincremen.

    Ich habe eine Ahnung davon bekommen, wie mühselig das alles werden wird.

    Gestern bin ich Bus gefahren, der war viel zu voll, wenig Abstand, kaum Masken. Bin froh, dass sich das ändern wird.

    Wir haben schon seit vielen Jahren ein Gemüsekistenabo, darüber sind wir sehr froh, die nehmen nämlich im Moment keine neuen Kunden auf. Der Eismann freut sich im Moment auch.

    Ein Buchladen bei uns lässt bestellt Bücher in dem Gemüseladen nebenan abholen. Man bekommt dazu die Rechnung, das geht also weitgehend kontaktlos. Die Zusteller werden geschont, wenn man an die Packstation liefern lässt.

    Das Einkaufen geht merklich schneller, wenn man sich so irgendwie unwohl dabei fühlt. Der Wagen füllt sich trotzdem schnell.

    Eigentlich müsste man jetzt hamstern. Die Gefahr, in Quarantäne zu landen, steigt ja, wenn die Schule wieder startet und man wieder mehr unterwegs ist.

    Shutdown für 2 Wochen komplett oder zumindest sind alle KuK & SuS raus und in Quarantäne (nebst Family), die mit dem Infizierten Kontakt hatten.

    Schulboykott & Petitionen werden weiteren Zulauf bekommmen.

    Genau das ist meine Horrorvorstellung: Ich gehe da raus und als Dank wird meine Familie mit mir eingesperrt. Grusel. Und dann muss man vermutlich dankbar sein, wenn man nicht selbst infiziert ist.

    Natürlich ist das widersprüchlich. Einerseits sind die Masken sinnvoll, klar. Aber dass wir nun 12 Milliarden Masken jährlich brauchen sollen, kann einen schon verstören. Wenn jetzt plötzlich überall Bunker gebaut würden, fänden wir das auch besorgniserregend, obwohl die Bunker uns ja gar nichts tun (so als Beispiel).

    Der Blick nach Asien ist da wohl wirklich der richtige Hinweis. Die leben damit schon länger, für die ist ein Mundschutz nichts Schlimmes. Ich musste nach der Geburt meines ersten Kindes auch einige Tage einen Mundschutz tragen, um mein Kind zu schützen, weil ich erkältet war.

    Ich lese bzw. höre gerade die "kurze Geschichte der Menschheit" von Y. Harari. Der Blick auf den homo sapiens als ein Lebewesen unter vielen relativiert so manches. Wir sind eben verletzbar. Aber wir sind auch ziemlich zäh. Das Coronavirus wird nicht unser Ende sein. Mich sorgt eher, dass da noch so vieles anderes nachkommt. Ich schwanke immer zwischen "hat keinen Sinn zu grübeln" und "man muss der Gefahr ins Auge sehen".

    Miriam, es ist immer wichtig, für sich zu sorgen. Sich nicht verrückt machen (lassen) und genügend Zeit mit Dingen zu verbringen, die einen von dem ganzen blöden Mist ablenken.

    Unsere Meerschweinchen futtern gerne Estragon. Vielleicht kennst du Leute, die welche haben? Wir Zweibeiner können den auch nicht komplett verwerten. Ich lege den aufs Brot oder in den Salat, aber immer nur in kleinen Dosen. Und ich finde das Gefühl immer witzig, dass etwas im Garten so intensiv nach Lakritze schmeckt.

    Ich habe heute Erbsen gesät, schön ordentlich in drei Reihen. Und Melonen. In den Töpfen sind schon Kürbispflänzchen, Tomaten, Anisysop, und heute habe ich zum ersten Mal Estragon geerntet. Die Johannisbeersträucher wirken auch schon vielversprechend.

    Es war so viel zu gucken und zu tun im Garten, und es war so herrlich ruhig. Und stundenlang mal nur mit der Gießkanne hin- und herlaufen, sich die Hände so richtig schön dreckig machen ... das entspannt mich total.

    Nachher setze ich mich ans Klavier. Corona kann mich mal.

    Hat da schon jemand Lagerkoller?

    Die Schulen haben zugemacht, weil damit die Verbreitung des Virus verlangsamt werden soll. Jetzt ist die Frage, wie man aus der Nummer wieder raus kommt. Das Virus verbreitet sich weiter, das ist gar nicht die Frage. Und Schule ist nun mal eine Massenveranstaltung, also will die Öffnung wohlüberlegt sein. Und das wird auch überlegt. Man sollte den Leuten, die darüber entscheiden, nicht unterstellen, dass die Lehrerinnen und Lehrer "an die Front" geschickt werden.

    Dennoch sieht es mit den hygienischen Bedingungen an unseren Schulen schlecht aus, und da finde ich es schon wichtig, sich klarzumachen, dass man unter diesen Bedingungen im Moment nicht gern unterrichten will. Ich will es jedenfalls nicht. Aber einfach eine individuelle Lösung - krank schreiben lassen? Finde ich Mist.

    Ich finde es schon mal gut, dass zumindest entschieden ist, dass die Abschlussprüfungen stattfinden. Das kriegt man in einer ansonsten leeren Schule auch hin. Ich glaube ja, dass es dann in Richtung Maskenpflicht/verschärfte Hygienemaßnahmen/Klassen teilen o.ä. weitergeht.

    Für die Psyche wäre es das Beste, jetzt einfach Ferien zu machen.

    Mache ich auch.

    Warum schreib ich das alles? Weil ich Musik irgendwie doch verdammt wichtig finde!

    ... und in dieser Situation über systemrelevante Unterrichtsfächer zu diskutieren finde ich auch daneben. "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum" (Nietzsche) - wir werfen doch jetzt nicht unsere Kultur über Bord.

    Ich oute mich mal als bekennende Lindenstraßenguckerin. Die Serie bringt - brachte - Struktur in mein Leben: Sonntags um 18:50 wird das Bügelbrett aufgestellt. Ich gönne mir 30 Minuten Unterhaltung mit Leuten, die ich schon seit 35 Jahren kenne, ich kann das kaum glauben, man sieht die Kinder aufwachsen, die Leute alt werden, die Zeit sich wandeln ...

    Ab nächste Woche muss ich mir eine andere Sendung suchen, die das Zischen des Dampfbügeleisens erträgt. Ja, ich habe auch schon mal ohne Bügeleisen hingeschaut, aber die Verknüpfung ist doch fest verdrahtet. Seufz. Ich finde es schon schade.

    Andere Leute gucken Sport, das kann ich nicht ertragen, da nehme ich sofort Reißaus.

    ... ich kann mir nicht helfen ... ich lese hier immer "Hasenabitur" ... und das angeboten von einem übergroßen Meerschwein namens Nele, was für eine herzige Vorstellung :rofl:

    Ich stelle mir ein Meerschweinchen vor, dass einem Hasen was hinter die Löffel schreibt :flieh:

    Appelliert ihr an eure Schüler, sich vernünftig zu verhalten? Was man da so im Fernsehen sieht so in die Richtung "muss doch jeder für sich wissen" - und dann fröhlich zusammenzuglucken ist ja wirklich fürchterlich.

    Auf der anderen Seite möchte ich die Schüler auch aufmuntern. Ich höre sehr wenig von ihnen und mache mir Sorgen. Wie handhabt ihr das?

    Ich finde auch Videokonferenzen fragwürdig. Wisst ihr so genau, wie der Alltag in den Familien abläuft? Da können fixe Termine schwierig und auch unsinnig sein. Gegen einen Aufenthalt im Freien ist ja prinzipiell nichts einzuwenden, sofern, siehe oben, man sich vernünftig verhält, und dass man die Schularbeit dann in den Abend verlegt, macht Sinn. Abgesehen davon, dass es für die Schüler ja auch mal eine Chance ist, zu Zeiten zu arbeiten, in denen sie auch im Modus sind.

    Aber sich in den Arbeitsmodus zu versetzen ist nicht einfach. Mir hilft es ja sehr, um mich abzulenken. Aber für junge Menschen ist das etwas ganz anderes. Es ist auch eine Lernchance, gewiss. Aber darauf sind sie nicht vorbereitet.

    Diese Gedanken treiben mich im Moment viel mehr um als die Benotung.

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