Beiträge von Piksieben

    Ich vermute, dass die psychische Belastung derzeit unterschätzt wird. Es ist ja nicht nur die Angst vor Ansteckung - für jemanden mit einer Neigung zu Angststörungen ist das gerade eine Art GAU - auch das Homeoffice geht auf Dauer auf die Pumpe. Bei manchen mehr, bei manchen weniger.

    Ich merke, dass es mir gut tut, wieder in der Schule zu sein - auch mit Maske und allem. Fast jede Begrüßung startet doch mit: "Schön, euch/Sie zu sehen" - man ist einfach froh, die vertrauten Nasen zu sehen. Ok, manche mehr, manche weniger, aber das ist ja das Normale, was uns gerade so fehlt.

    Ich sehe auch bei uns, dass sich einige offenbar einen schlanken Fuß machen. Aber ich tue mich schwer damit, Leute zu verurteilen, die mit der aktuellen Situation Schwierigkeiten haben. Solche globalen Beschimpfungen hauen doch in die immergleiche Kerbe von den faulen Säcken und sind wirklich nicht hilfreich.

    Wobei natürlich: Wir können froh sein. Mit wem wollen wir denn tauschen? Mit der Zahnärztin, der gerade die Patienten ausbleiben? Mit der Kassiererin am Supermarkt? Der Altenpflegerin, dem Paketboten? Die Liste ist endlos.

    Ich frage mich, ob die Leute, die das viele Mehl und die Hefe gehamstert haben, wirklich gebacken haben.

    Ich habe schon die Mensa in der Uni gehasst und war für jede Gelegenheit froh, bei der ich mir selbst etwas zubereiten konnte. Das ist bis heute so. Ich nehme mir gelegentlich etwas in die Schule mit. Und in der ganzen Zeit vom Homeoffice ist uns hier nie der Gedanke gekommen, man könnte sich etwas bringen lassen. Dafür war auch immer viel zu viel da ... außer Hefe...

    Wir haben jetzt ganz unfassbar viel Aufsichten, weit über die Pausen hinaus. Mir graut davor, auf dem Schulhof herumzulaufen und die Leute auseinanderzutreiben. Habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht? Funktioniert das? Bei den Prüfungen sind alle ganz brav, aber es gibt auch weniger einsichtige Schüler ... Ich sehe mich da schon mit Schlag- äh - Zollstock rumfuchteln ... Das ist so gar nicht meins.

    Ach, das sind doch Binsenweisheiten. "Kinder müssen lernen, dass..." oder wie früher in Supermärkten alte Damen pikiert "das sollte meins sein" gifteten, wenn ein trotziges Balg sich auf dem Boden rollte. Klar, *Jazzy* kann ja jetzt einfach denken: leckt mich, ich krieg hier mein Geld, egal ob ihr lesen könnt. Aber ich bin überzeugt davon, dass Binsenweisheiten absolute Gesprächskiller sind. Die Frage sollte m. M.n. erst mal lauten: "wie geht's dir/Ihnen damit?"

    Eben. Das Gemecker verschlimmert doch alles. Bei einigen meiner Schüler klappt es super mit dem Lernen zu Hause. Andere brauchen die direkte Rückmeldung, die Lehrerin, die man mal was fragen kann oder die einem mal zuhört. Dass sie lernen müssen, wissen die Schüler sehr wohl, und sie wollen durchaus auch - aber je länger diese Krise dauert, desto schwerer fällt es ihnen, sich zu motivieren. Das ist ein bisschen wie Depressionen haben - der Ratschlag, sich zusammenzureißen, ist völlig kontraproduktiv.

    Ich konnte heute mit meinen Schülern reden, das war sehr schön, trotz Masken. Alle waren froh, ein bisschen was von Normalität zu spüren. Ich habe auch gemerkt, wie viel schöner es ist, direkt miteinander reden zu können. Ich wollte gar nicht mehr meckern, Grund gab es schon, aber ich wollte nur zuhören und ermutigen.

    Diese Schwierigkeiten beim Fernlernen bestätigen doch nur, wie wichtig die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden ist. Ich hoffe ja, dass die "Mischform", auf die wir uns wohl jetzt erst mal einstellen müssen - Fern- und Präsenzlernen - doch halbwegs besser funktioniert als das reine Homeschooling- einfach weil man direkt reden kann und das vielleicht dann auch viel mehr zu schätzen weiß.

    Die Masken sind bei uns Pflicht und dürfen nur auf dem festen Platz abgenommen werden, wenn man sitzt, gestellt werden sie nicht. Über Kollegen, die nur ein lässig geschlungenes Tuch tragen, ärgere ich mich. Einen Mundschutz kann man sich inzwischen wirklich problemlos besorgen.

    Ich finde super, dass es genug Desinfektionsmittel überall gibt. Seife auch.

    Tja, worauf achtet man da, wenn man Atmosphäre erschnuppern will? Es ist ähnlich wie in einer Wohnung, die sehr viel über die Bewohner aussagt. Wie sind die Tische gestellt? Was hängt an den Wänden? Was steht auf den Tafeln, hängt in Schaukästen? Gibt es Blumen und/oder anderes, was die Schule freundlicher, einladender macht? Würdest du da gern zur Schule gehen?

    Aktuell natürlich besonders: Werden die Hygieneregeln eingehalten? Wird dir vom Hygienekonzept berichtet, wirkt das vernünftig oder eher sorglos? Sind die Räume gut ausgeschildert?

    Wie sieht die Homepage aus? Da wird natürlich immer gern schöngeredet, aber guck doch mal nach Projekten, von denen da berichtet wird, daraus ergeben sich vielleicht Gesprächsanlässe. Und dann gucken, wie offen dir da geantwortet wird und ob auch offene "Baustellen" angesprochen werden.

    Wenn du nach dem Besuch nicht beruhigt bist und denkst, ok, das kann ich mir vorstellen, dann Finger weg, Bauchgefühl geht vor. Würde ich sagen.

    Bei uns sollte dieser Kuddelmuddel nicht stattfinden - nur Mail. Auf Dauer ist das natürlich Mist. Dann kommen irgendwelche digitalen Fortbildungsangebote, aber ich hab da überhaupt keine Lust drauf, dutzende Systeme kennenzulernen. Warum ist es nicht möglich, dass uns ganz offiziell eine digitale Lernplattform zur Verfügung gestellt wird, einheitlich möglichst gleich für alle Schulen? Wir müssen doch auch nicht unsere Klassenräume selbst bestuhlen?!

    Ja, da wird so allerhand versprochen, ist irgendwie in Arbeit, jaja. Seit Jahrzehnten. Und alles Mögliche ist einfach verboten. Und dann sollen wir uns auch noch vorwerfen lassen, wir wären digital von gestern. Ich bins von Berufs wegen nicht - aber wenn alle paar Jahre eine neue Sau durchs Dorf gejagt wird, wird man vorsichtig, jedes Mal hinterherzulaufen.

    Hey, entspann dich erst mal, sonst gibst du im Vorstellungsgespräch ein ganz schlechtes Bild ab. Natürlich passt du gut auf, was die dir so erzählen, lässt dir die Schule zeigen - selbst wenn wenig Schüler da sind, sagt das eine Menge, legst dir ein paar Fragen zurecht und schaust dann mal. Es ist noch nichts entschieden.

    Ich glaube, dieses Kopf-Bauch-Thema ist ganz wichtig bei solchen Entscheidungen. Andererseits ist das, was du da machst, so wie Krankheiten googlen. Soll man nicht, macht einen nur verrückt.

    Was natürlich schon richtig ist: Stehende Ovationen für deinen Unterricht darfst du nicht erwarten, damit musst du leben. Und die Schüler kann man sich auch nicht aussuchen. Da ist halt mehr gefragt als Fachkompetenz und Reden vor Leuten.

    Lass es mal auf dich zukommen.

    Ich denke, Schüler in der 12. Klasse sollten in der Lage sein, ihre E-Mail zu benutzen.

    Das ist aber offenbar sehr schwierig. Auch schwierig ist es, Abgabefristen einzuhalten, sich zu motivieren, mal über etwas nachzudenken, das man nicht sofort kapiert hat ... Und ja: Die willigen Schüler nehmen dies sogar als Chance. Sie lernen, sich einen Plan zu machen, nicht immer gleich die Lehrkraft, sondern halt mal den Mitschüler zu fragen, eine Frage auch mal schriftlich zu formulieren ... und andere steigen aus. Oder sie schicken irgendeinen Rotz.

    Ich nutze die Zeit, meine Materialien zu verbessern, Dinge genauer auszuformulieren usw., das kann ich dann auch später noch verwenden. Ich habe ein paar pdfs erstellt, die als Wiederholungsquiz tauglich sind, ich verlinke Videos oder andere Online-Angebote. Aber nicht dass das mal gewürdigt würde. Kann ich auch verstehen, die Schüler haben auch so ihre Probleme.

    Es ist wirklich das Drama, dass die Schere weiter auf geht. Hier die Motivierten, Leistungsstarken, die auch von zu Hause unterstützt werden - und da die ohnehin in schwierigen Verhältnissen lebenden, die sehr auf die persönliche Betreuung angewiesen sind. Das gibt Langzeitfolgen, man möchte nicht so genau drüber nachdenken.



    - sofern unter Beachtung des Infektionsschutzes möglich - auch die in vielen Berufskollegs aus der Beschulung von Teilzeitbildungsgängen in Abendform geübte Praxis versetzter Unterrichtszeiten genutzt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die festgelegten beweglichen Ferientage weiterhin Bestand haben."

    Und das heißt, dass wir auch im Abendunterricht unterrichten sollen? :lach: Oder wer übersetzt mir das mal?

    Sorry, bin grad gefrustet und gehe ein Bier trinken.:hammer:

    Also, das Bier steht hier schon bei mir. Die Zeiten für den Abendunterricht machen uns ein bisschen flexibler.

    Aber jetzt müssen erst mal die Abschlussklassen - Abi ist ja auch nach hinten gerückt - versorgt werden, dann ist Pfingsten, bewegliche Ferientage, Feiertage, Klassen sind im Praktikum - was bleibt da denn noch?

    Die Klassen, die eigentlich am Abend dran sind, wurden gar nicht erwähnt, oder? Also z. B. Techniker im 2. Jahr. Ich glaube, bis zu den Sommerferien wird das irgendwie hingewurschtelt, das eigentliche Problem ist die Planung für das nächste Schuljahr.

    Du hast doch fertig studiert und Berufserfahrung. Das ist die Zielgruppe für OBAS. Der feine Unterschied zum Studium ist, dass du dafür bezahlt wirst.

    Im Moment schwierig, arbeitest du denn noch in deinem Job? Ein Praktikum zu Coronazeiten macht keinen Sinn. Du kannst aber durchaus an Schulen in deiner Nähe nachfragen, ob sie über kurz oder lang jemanden für deine Fächer suchen und da schon mal den Kontakt herstellen.

    FH-Professur, wenn dir die Promotion nicht gefallen hat? An den FHs wird inzwischen auch sehr viel Wert auf Forschung und Industriekontakte gelegt. Und deine Berufserfahrung ist auch wohl zu kurz, du müsstest noch ein paar Jahre in deinem Job bleiben und nach Möglichkeit dort ein bisschen Karriere machen, um deine Chancen zu erhöhen. Im Auge behalten würde ich das, machen ja auch viele. Und bewerben kann man sich ja, Versuch macht kluch.

    Aber du hast ja selbst schon selbst festgestellt: Schlechter Zeitpunkt gerade. Kann man auch positiv sehen: Dir bleibt noch Zeit, dich zu sortieren.

    Ich kann mir gerade so gar nicht vorstellen, was bei diesem Schuljahr eigentlich noch rauskommen soll, mal abgesehen von den Abschlussprüfungen. Meine Motivation, Homeschooling zu machen, geht so gerade gegen 0, wenn ich sehe, was die Schüler so zurückschicken - wenn sie überhaupt was schicken. Wie soll ich denn planen, wenn ich nicht weiß, was ich nächste Woche zu tun habe und wo? Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, irgendwie nichts Richtiges zu machen, davon aber total erschöpft zu sein.

    Gesundheit ist ein sehr fragiles Gut. Man kann heute noch quietschfidel sein und morgen erfahren, dass man eine tödliche Krankheit hat. Oder man fällt von der Leiter, rutscht mit dem Küchenmesser aus oder wird krankenhausreif geschlagen. In diesen Fällen ist man sehr dankbar, wenn das Gesundheitssystem einen auffängt und nicht von (anderen) Coronakranken lahmgelegt ist.

    Darum geht es. Nicht darum irgendwelche Personen gegeneinander auszuspielen, das Kleinkind der Oma zu opfern und ähnlichen Schwachfug. Ich dachte, über diese Vorstellung, wir machen das hier alles nur für Alte und Kranke, wären wir hinweg. Furchtbar.

    Dass es trotzdem schwer ist, den richtigen Weg zurück zu finden, ist klar. Aber ganz falsch ist sicher, Personengruppen gegeneinander ausspielen zu wollen.

    Echt. Ihr bringt mich auf Ideen. Ich muss auch oft niesen, ohne erkennbaren Grund, es kitzelt einfach. Soll ich zu Hause bleiben? Da darf ich auch nicht niesen, unsere Meerschweinchen erschrecken sich dann immer ganz furchtbar. Am besten buddel ich mich irgendwo ein.

    Ich finde es gut, wenn es auch Lehrer gibt, die eher schüchtern sind und Schüler verstehen, die sich nicht dauernd melden. Ich war als Kind schrecklich schüchtern. Das hat sich rausgewachsen. Es hilft: Sprechtraining, Rhetorikkurse, Übung und das Selbstbewusstsein, dass sich ergibt, wenn man sich qualifiziert. Fachkompetenz ist da schon hilfreich.

    Übrigens ist Schüchternheit in vielen Berufen problematisch. Oft ist es ja notwendig, auch mit ganz fremden Leuten umzugehen und ihnen womöglich sehr unangenehme Sachen zu sagen. Oder einfach dreist sein, einfach anrufen, etwas aufschwatzen etc. Ich vermute, auch in der Uniform eines Polizisten kann ein im Privaten schüchterner Mensch stecken, aber im Job muss er halt energisch sein. Im Klassenraum ist das so ähnlich. Vor einer Klasse stehen ist pure Gewohnheit.

    Aber es braucht halt Routine, das kann, wenn man nicht gerade ein angeborenes Talent hat, dauern.

    Und nuscheln geht nicht, klar. Aber daran kann man arbeiten. Einen Beruf wählen ist immer mit einem Risiko verbunden. Da kann einem auch niemand nichts versprechen ;)

    Ich war heute erstmals in der Schule, wir haben Maskenpflicht (Schal etc. geht auch), "Einbahnstraßen", Bodenmarkierungen und unzählige Hinweisschilder.

    Durchaus umsichtiges Konzept. Das mit dem Auf- und Absetzen der Maske finde ich aber auch schwierig. Als ich die erste Treppe erklommen hatte, habe ich gedacht, ich werde gleich ohnmächtig. Aber irgendwie ging es dann. Ich habe die Maske am Schreibtisch abgesetzt und mit der dem Mund zugewandten Seite nach unten abgelegt, so dass ich sehen kann, wie herum ich sie wieder aufsetzen muss.

    Ich habe aber auch schon Corona-Frisur und manchmal ist eben was im Gesicht. Auch blöd.

    Jeder Lehrer bekommt eine Sprayflasche mit Desinfektionsmittel. Damit habe ich die Tastatur bearbeitet, die dann endlich mal schön aussah. Hände beim Reinkommen waschen, desinfizieren, nachher wieder. Am Abend Hände gut eincremen.

    Ich habe eine Ahnung davon bekommen, wie mühselig das alles werden wird.

    Gestern bin ich Bus gefahren, der war viel zu voll, wenig Abstand, kaum Masken. Bin froh, dass sich das ändern wird.

    Wir haben schon seit vielen Jahren ein Gemüsekistenabo, darüber sind wir sehr froh, die nehmen nämlich im Moment keine neuen Kunden auf. Der Eismann freut sich im Moment auch.

    Ein Buchladen bei uns lässt bestellt Bücher in dem Gemüseladen nebenan abholen. Man bekommt dazu die Rechnung, das geht also weitgehend kontaktlos. Die Zusteller werden geschont, wenn man an die Packstation liefern lässt.

    Das Einkaufen geht merklich schneller, wenn man sich so irgendwie unwohl dabei fühlt. Der Wagen füllt sich trotzdem schnell.

    Eigentlich müsste man jetzt hamstern. Die Gefahr, in Quarantäne zu landen, steigt ja, wenn die Schule wieder startet und man wieder mehr unterwegs ist.

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