Ich vermute, dass die psychische Belastung derzeit unterschätzt wird. Es ist ja nicht nur die Angst vor Ansteckung - für jemanden mit einer Neigung zu Angststörungen ist das gerade eine Art GAU - auch das Homeoffice geht auf Dauer auf die Pumpe. Bei manchen mehr, bei manchen weniger.
Ich merke, dass es mir gut tut, wieder in der Schule zu sein - auch mit Maske und allem. Fast jede Begrüßung startet doch mit: "Schön, euch/Sie zu sehen" - man ist einfach froh, die vertrauten Nasen zu sehen. Ok, manche mehr, manche weniger, aber das ist ja das Normale, was uns gerade so fehlt.
Ich sehe auch bei uns, dass sich einige offenbar einen schlanken Fuß machen. Aber ich tue mich schwer damit, Leute zu verurteilen, die mit der aktuellen Situation Schwierigkeiten haben. Solche globalen Beschimpfungen hauen doch in die immergleiche Kerbe von den faulen Säcken und sind wirklich nicht hilfreich.
Wobei natürlich: Wir können froh sein. Mit wem wollen wir denn tauschen? Mit der Zahnärztin, der gerade die Patienten ausbleiben? Mit der Kassiererin am Supermarkt? Der Altenpflegerin, dem Paketboten? Die Liste ist endlos.