Beiträge von Piksieben

    Da sollte man die Kinder nicht unterschätzen. Im Zweifel sind sie nicht deprimiert - weil, sie haben das ja noch niiieee gemacht! Einer neuen Lehrerin kann man doch alles erzählen.

    "Was habt ihr denn beim Herrn Y" gemacht?" - "Ach, eigentlich nichts."

    Stationenarbeit würde bestimmt Trubel auslösen. Damit würde ich noch warten.

    Ich würde in der allerersten Stunde aber auch nicht so viele organisatorische Sachen machen. Nicht weil es die erste Stunde der Schüler ist, sondern weil *du* am Anfang bist und vieles noch erfragen musst, und das dauert seine Zeit. Speziell solltest du mit der Klassenlehrerin sprechen, denn vieles wird vielleicht einheitlich geregelt (etwa in Sachen vergessene Hausaufgaben). Und es ist ungeschickt, wenn du dann dauernd zurückrudern musst, weil du dir schon etwas Eigenes überlegt und angekündigt hattest. Sicher gibt es auch Klassenregeln und dergleichen.

    Ich glaube, an deiner Stelle würde ich auch mit einer Wiederholung zur Bruchrechnung anfangen, am besten wirklich anhand des Buchs, in der Hoffnung, dass die Kinder damit auch gearbeitet haben. Du kannst die Kinder auch einfach fragen, was sie gemacht haben und daraus eine Übersicht an der Tafel machen, und wenn das nicht funktioniert, fängst du mit der Aufgabe an.

    Das mit den Winkeln kannst du in Reserve halten, aber das würde ich nicht mit den Tortendiagrammen machen.

    Ich lasse die Schüler manchmal einen Brief schreiben, in dem sie sich mir kurz vorstellen mit dem, was sie mir gern mitteilen wollen, auch Wünsche an den Unterricht. Das hat eigentlich immer ganz gut funktioniert, und in der Zeit, in der sie schreiben, kannst du einen Sitzplan anlegen.

    Ich nutze auch die erhöhte Aufmerksamkeit, die ich am Anfang des Schuljahres habe, um noch einmal klarzumachen, was zum Gelingen des Matheunterrichts beiträgt und was nicht, und ich verspreche auch, meinen Teil beizusteuern.

    Und nicht zu viel erwarten - vor allem nicht von dir selbst. Das ist am Anfang viel auf einmal, und du kennst die Kinder noch nicht. Da braucht's ein bisschen Geduld.

    Viel Erfolg!

    Ich wäre sehr dankbar, wenn meine Schüler ihre Sachen mal ordentlich zusammenhalten würden. Als ich die Überschrift las, dachte ich: Natürlich ist das sinnvoll!

    Aber so inflationär wie du das schilderst scheint mir das auch nicht sinnvoll. Die Leistungsnachweise sollten sich auch ein bisschen nach der anstehenden Abschlussprüfung richten. Was wird da denn gefordert? Wieder eine Mappe?

    Einerseits sind die Matheaufgaben zu schwierig - angeblich. Andererseits gibt es Vorkurse in Mathematik an den Universitäten. Vielleicht sollte man an dieser Übergangsstelle mehr mit einander sprechen.

    Was sollten die miteinander besprechen? Das ist nun mal ein harter Bruch zwischen Schule und Uni.

    Aber eigentlich sieht man schon in der Oberstufe recht gut, wer in der Lage ist, sich selbstständig um das Verständnis zu bemühen, und wer immerzu an Lehrers Rockzipfel hängt und klagt, dass die Aufgaben ach so schwer sind (also die Ursache für Probleme grundsätzlich außerhalb von sich selbst sucht). Es ist immer ein zähes Ringen um Selbstverständlichkeiten: Nacharbeiten, wenn man krank war. Sein Arbeitsmaterial beisammen halten. Für die Klausur rechtzeitig zu lernen beginnen. Und erst mal nachdenken, bevor man loszetert.

    Bei dieser ach so schwierigen Matheklausur im Studium waren die Klagen eher peinlich. Für die Studierenden.

    Unwahrscheinlich, dass die Prüfungsaufgaben unter Verschluss bleiben. Sachsen-Anhalt hat die Aufgaben immer in den letzten Jahren auf seiner Homepage veröffentlicht. Ausserdem gibt es bald die Aufgaben und die Lösungen beim STARK Verlag.

    http://www.bildung-lsa.de/unterricht/zen…urpruefung.html


    Ich bezog mich auf den Artikel, und da steht:

    Eine Auswertung der Noten will das Kultusministerium erst im September vorlegen. Die Prüfungsaufgaben sollen gar völlig unter Verschluss bleiben, anders als in den Vorjahren.

    Kurzum: Du hast während deiner Arbeitszeit Anwesenheitspflicht und kannst nicht einfach Termine da rein legen, weil deine Klasse jetzt fertig ist.

    Echt? Woher nimmst du das jetzt? Ich gucke in meinen persönlichen Online-Stundenplan und sehe dort, wie ich verplant bin. Wenn ich nicht verplant bin, muss ich auch nicht kommen, und schon gar nicht "auf Verdacht" - da werde ich vorher angerufen. Nun gut, vielleicht ist es bei euch anders. Aber ihr wisst doch auch nicht, wie das bei Porthos ist, ob er/sie z. B. Vollzeit beschäftigt ist, ob es einen Termin in der fraglichen Zeit gab etc. Ihn/sie dann einfach zu Anwesenheit zu verpflichten, das könnte vielleicht die Schulleiterin, aber dass du das einfach so behauptest, scheint mir doch sehr fragwürdig.

    Tresselt schreibt so:http://www.tresselt.de/sonderurlaub.htm</a>

    Was hättest du denn tun sollen in der Zeit, die du nun beim Arzt verbringst? Vertretung? Konferenz? Unterricht hast du doch keinen. Hättest also eigentlich auch gar nichts sagen müssen.

    Warum hast du nicht einfach gesagt: Es gab keine Termine mehr vor dem Urlaub.

    Bei uns an der Schule gäbe es solche blöden Fragen nicht. Solche Dinge werden bei uns, wie es bei Tresselt so schön heißt, unbürokratisch geregelt.

    Vermutlich ist deine SL auch langsam urlaubsreif...

    Die Prüfungsaufgaben sollen unter Verschluss bleiben, steht da.

    Aber es ist ja doch immer dasselbe. Einerseits wird darüber geklagt, wie viele Einserabiturienten es inzwischen gibt, das könne doch gar nicht sein. Andererseits sind die Mathearbeiten immer zu schwer. Oder wurde jemals beklagt, dass sie zu leicht gewesen seien?

    Was besagt das schon, dass Schüler weinend aus der Prüfung laufen? Dass sie schlecht vorbereitet sind, schwache Nerven haben oder sich überschätzt haben ... zum Beispiel. Jedenfalls ist das keine Lösung, denn in der Zeit, in der man weint, kann man nicht nachdenken.

    Ich bin inzwischen ziemlich taub für diese Art von Beschwerden. Wohl deshalb, weil ich sie zu oft höre.

    Es ging eigentlich um dies hier:

    Bei uns finden Veranstaltungen zum kompetenten Umgang mit den Medien statt, u.a. unterrichten 7-Klässler jüngere SuS im Umgang z.B. mit Whatsapp. Nun überlege ich so, dass solche Veranstaltungen ja eigentlich gar nicht gehen...?

    Die Schule hängt sich rein, wenn sie Medienkompetenz mit der Fähigkeit, Whatsapp zu benutzen, verwechselt, und Schüler darin unterstützt, Apps zu benutzen, für die sie nach Nutzerbedingungen zu jung sind. Und ich gebe dir recht, Stern*, das geht eigentlich nicht und ich würde das auf jeden Fall ansprechen. Immerhin gibt es Alternativen zu Whatsapp.

    Natürlich ist es blöd, wenn Bewerber kurzfristig abspringen. Aber denk mal an all die Vermieter, die Wohnungen zeigen, an Handwerker, die Angebote schreiben ... wie viel Zeit wirft man da zum Fenster raus, aber das gehört nun mal dazu ... und soll es ja auch Bewerber geben, die sich Hoffnungen machen und dann doch leer ausgehen. So ist das Leben. Ein Schulleiter wird dafür bezahlt, mit so etwas fertig zu werden. Also keine falschen Skrupel.

    Einzig verwerflich wäre es, jemandem die Ehe zu versprechen und dann nicht zum Standesamt zu kommen. Aber auch das könnte sich im Nachhinein als die richtige Entscheidung herausstellen.

    Hast du auch Fächer, Jooge?

    Die Schüler müssen sich zur Nachprüfung in einem Fach anmelden, weißt du denn schon, dass sich wirklich drei für dein Fach angemeldet haben?

    Bei uns stehen die Nachprüfungen noch vor den Ferien fest und auch, wer die macht. Da kann man sich doch auch ohne gesetzliche Regelung mal eben verständigen, worüber da geprüft wird. Wäre ich "Ersatzprüfer", würde ich nachfragen. Wäre ich derjenige, der geht, würde ich von mir aus nachfragen, ob ich noch einen Input liefern soll, egal ob ich das muss oder nicht. Vermutlich prüft ja derjenige, der dein Fach in der betreffenden Klasse übernehmen wird. Aber ich würde das wirklich an der Schule klären. Oder gehst du im Zorn und willst mit niemandem mehr reden?

    Deine "Risikobetrachtungen" verstehe ich nicht, auch aus deiner Beschreibung nicht (wer ist der zuerst erwähnte Fachleiter im 4. Absatz?).

    Du hast einen Fachleiter, mit dem es offenbar klappt - was gibt's denn da noch zu überlegen? Wer sonst noch kommt, weißt du eh nicht, das sollte also erst gar nicht Gegenstand der Überlegung sein.

    Ich habe den Fachleiter mitgenommen, mit dem ich besser klar kam. Daran habe ich weder vorher gezweifelt noch es nachher bereut.

    Viel Erfolg!

    Die Eltern sind wütend und besorgt und von mir aus auch unverschämt. Dann ist es aber doch zwingend erforderlich, mit ihnen zu sprechen und ihnen das klar zu machen - und dann natürlich schnellstens eine Lösung für das Problem der Schülerin zu finden. Und da sollten alle Beteiligten mit am Tisch sitzen. Erst den Schulleiter ins Boot holen und dann auf stur schalten - was soll denn das bringen außer noch mehr Verdruss?

    Ja, stimmt das denn? Was meinst du, und das meine ich jetzt übrigens ganz unironisch, was meinst du, wie viel Mühe, Übung und Disziplin es kostet, ein Computerspiel so gründlich zu beherrschen, wie es Kinder und Jugendliche zum Teil tun. Diese Sekundärtugenden sind offenbar in jedem angelegt und prinzipiell abrufbar, wie es eigentlich auch nicht anders zu erwarten ist. Die Frage ist halt, wie man sie für die Schule anwenden kann.

    Spaßschule?

    Das meine ich auch ernst. Ich mühe mich wirklich redlich, beim Programmieren den Spaßfaktor rüberzubringen, den ich dabei habe. Ich programmiere in meiner Freizeit selbst Spiele, wende also Mühe auf, so wie für viele andere Dinge auch.

    Aber das ist ja nicht der Punkt. Mühe tut ja erst da weh, wo man etwas machen muss, was gerade nicht so im Fokus des Interesses ist.

    Das Ergebnis von Mühe ist irgendwann Freude, sei es, dass das Essen wunderbar schmeckt, weil man sich mal ein bisschen mehr angestrengt hat wie sonst, oder aber, dass etwas anfängt, leicht zu fallen. Am krassesten ist das beim Musizieren: Es macht unglaublich viel Mühe, Noten, Griffe, Fingerfertigkeiten, Theorie etc. zu erwerben, und Tonleitern üben ist echt öde, aber irgendwann funzt es, und die große Belohnung ist, dass es Spaß macht und man auch mit anderen mühelos musizieren kann. Beim Sport ebenso.

    Und so ist es auch beim Programmieren. Daran lässt sich nun mal nichts ändern.

    Dass es irgendwann Spaß macht, ist vermutlich eine dieser leeren Versprechungen, an die der Nachwuchs irgendwann nicht mehr glaubt ...

    Bei kleineren Kindern ist das alles gar kein Thema. Die wollen lernen. Welch schmerzliche Mühsal ist allein das Laufenlernen. Und auch die Zahlen zu lernen ist nicht einfach. Aber die machen einfach. Das geht irgendwann verloren.

    Vermutlich ist daran niemand schuld.

    Was die Faulheit der Erwachsenen angeht, so ist die sicher weit verbreitet, aber es gibt auch unter erwachsenen Leuten genügend, die fleißig, bemüht und diszipliniert sind. Ich versuche meinen Schülern jedenfalls zu vermitteln, dass Mühe sich lohnt, dass Disziplin Freizeit schafft und dass man möglichst früh beginnen sollte, sich zu Sachen aufzuraffen, die man doch erledigen muss. Denn das hört ja nie auf. Jedenfalls akzeptiere ich die Begründung, dass andere Leute auch faul sind, nicht.

    Meines Wissens braucht es dazu Geld.

    Das finde ich niedlich. Die Welt ist mit Geld zu retten?

    Geld ist nun wirklich genug da. Man kann davon bloß keine neue Welt kaufen.

    Ich erschrecke oft darüber, mit wie wenig Wissen und Interesse Schüler zu uns ans BK kommen. Wenn ich das hier so lese, reichen die Probleme bis in den Kindergarten zurück. Was passiert da, wenn der natürliche Lernwille in ein angeödetes Desinteresse umschlägt? Auf welchem Weg wird Mathe zum "Hassfach"? Es ist bekannt, dass es grässliche Lehrer gibt. Aber ich denke auch, dass es eine Frage von Kultur ist, von dem, was halt gerade angesagt ist. Und das sind zwar Quizduell&Co, aber Mühe und Disziplin eben nicht.

    Wieso müssen "die" Eltern "wieder" in die Pflicht genommen werden? Sie hatten diese immer. Zusätzlich sollen sie aber heute möglichst beide arbeiten, und Frauen sollen auf keinen Fall jahrelang zu Hause bleiben und ihre Kinder hätscheln. An anderer Stelle wird hier über Helikopter-Eltern geklagt, das ist so neu, dass das Wort erst erfunden werden musste. Es gibt alles: Vernachlässigung und Überbehütung und alles Gesunde und Ungesunde dazwischen. So wie es auch inflationär viele Einser-Abis zu geben scheint. Die Schere geht immer weiter auf, scheint mir.

    Brauchen unsere Kinder nicht andere Fähigkeiten (s.o.) mindestens so dringend wie eine normgerechte Rechtschreibung und ein im Schlaf herzubetendes Einmaleins?

    Tja, welche Fähigkeiten genau meinst du da? Einfach "guten Willen, die Welt besser zu machen"? Womit genau bekämpft man denn die Gier? Und wie kann man das lernen?
    Kann man ein politisches Problembewusstsein entwickeln, wenn man nicht sinnentnehmend lesen kann? Kann man seine guten Absicht zum Ausdruck bringen, ohne die Orthographie zu beherrschen? Kann man neue Technologien entwickeln, ohne mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen zu beherrschen?

    Nein, es geht nicht um Kopfrechnen. Es geht um Kernkompetenzen, und wenn die fehlen, kann die nachwachsende Generation eben nichts zur Verbesserung der Welt tun. Dafür braucht man nämlich gute Ideen, Wissen, Problemlösungsfähigkeit. Träumerei und Schimpfen über das, was die Elterngeneration getan hat, hilft da leider nicht weiter, und Nichtwissen macht durchaus nicht kreativ, sondern verleitet nur zu unüberlegtem Handeln.

    Natürlich ist es wichtig, dass die Lehrer miteinander reden und sich auf bestimmte Regeln einigen. Und Schwierigkeiten gemeinsam anpacken.

    Trotzdem ist jeder erst mal nur für den eigenen Unterricht zuständig und verantwortlich. Jeder hat auch so seine eigenen roten Linien. Ich bin oft erstaunt darüber, was die Kollegen zulassen oder umgekehrt, wie empfindlich sie manchmal reagieren. Selbst wenn man eine Regel hat "Wer stört, kriegt einen Strich" - dann wird doch das, was "Störung" ist, ganz unterschiedlich wahrgenommen. Das jetzt völlig zu vereinheitlichen ist wohl unrealistisch und würde uns zu stark einschränken.

    Die Kinder merken das natürlich. Und sie nehmen die Klassenlehrerin nun mal am wichtigsten. Meine eigene Klasse benimmt sich bei mir auch besser als die anderen Klassen. Und das, obwohl ich sie nur wenige Stunden habe. Wenn ich Klagen von Kollegen höre, dann halte ich schon mal eine Standpauke, aber so richtig viel nutzen tut es auch nicht.

    Im Grunde macht man das doch sein Leben lang: Sich auf den Partner (oder "Gegner") einstellen, entsprechend reagieren, ausloten, taktieren.

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