Beiträge von fossi74

    Natürlich habe ich das. Ändert nur nichts daran, dass ich mir eine andere Schulform gar nicht vorstellen kann, weil ich Null Ahnung habe, wie es da läuft. Ich bin aber räumlich flexibel (notfalls ganz D) und habe bisher relativ gute Noten.

    Hm. Wenn alle so denken würden, wäre der Lehrermangel an den anderen Schulformen wohl dergestalt, dass man diese längst hätte aufgeben müssen. Oder denkst Du, Hauptschullehrer seien ehemalige Hauptschüler?

    Mit 45 zu erben, finde ich nun übrigens nicht besonders früh. Mein Vater war 77, als er verstarb. Das ist nun zwar nicht sehr alt, aber auch nicht mehr wirklich jung, oder?

    Ich habe im Übrigen nie behauptet, dass ich mich zu den reichsten 10% zählen würde. Wie kommst du darauf? [Edit: Oder habe ich dich falsch verstanden und du meinst, dass wir auf jeden Fall zu den reichsten 10% gehören würden? Das fände ich ich absoluten Quatsch! Sooo groß war mein Erbe nun auch wieder nicht und sind auch unsere Mieteinnahmen nicht, s. o.]

    Entschuldige, ich wollte Dir nicht zu nahe treten. Ich bin nur von mir ausgegangen (jetzt 46 und hoffentlich noch lange kein Erbe).

    Das mit den reichsten 10% habe ich Dir übrigens nicht unterstellt, aber es ist halt das Thema dieser Diskussion.

    Vorausgesetzt, dass du Wohneigentum besitzt: Legst du denn tatsächlich gar nichts zusätzlich zurück?

    Doch, natürlich. Siehe mein anderes Posting. Ich beziehe diese Diskussion immer auf sogenannte Zusatzrenten.

    Vielleicht spart die Person ja auch gerade für karitative Zwecke.

    Ja, ausschließen sollte man es nicht - es hat auch schon mal im August geschneit...

    - Noch was zu der IMHO absolut müßigen Diskussion um persönlichen Reichtum: Was diese so schwierig macht, ist natürlich in erster Linie das persönliche Empfinden jedes Einzelnen.

    Anekdotisch 1: Als ich meine erste (Vertretungs-80%-)Stelle angetreten habe, habe ich dann ca. 1800 netto heimgebracht - wow, waren wir plötzlich REICH! Wir haben dann erstmal den Investitionsstau in unserem Haushalt aufgelöst und uns mal wieder mit Bettwäsche und Handtüchern und so ausstaffiert.

    Anekdotisch 2: Ich kenne ein pensioniertes Lehrerehepaar (A13/A14), Kollegen meines Vaters, mit nur einem Kind; beide waren selbst schon Einzelkinder und haben schon vor Jahrzehnten üppig geerbt (u.a. Mehrfamlienhäuser in einer Großstadt). Sprich: Wir reden hier von mehrfachen Millionären. Die beiden haben allein durch die Pensionen ca. 6500 Euro im Monat... aber sie fühlen sich (ohne jeden Flachs!) arm. Sie sind entsetzt, wenn sie hören, dass meine Eltern ab und zu essen gehen (und dafür Geld bezahlen!). Sie wohnen in einer schäbigen Mietwohnung und beschweren sich ständig, dass der Vermieter nichts macht (aber die Miete ist halt günstig). Sie kaufen keine Kleidung mehr, sondern tragen ihr altes Zeug auf (was man auch sieht). Ihre Möbel stammen teilweise aus den 60er/70er Jahren (wer Möbel von damals kennt, weiß, was das optisch und qualitativ bedeutet) - dem örtlichen Schreiner sind sie gram, weil er sich mal geweigert hat, an der Quelle-Einbauküche von 1969 etwas zu reparieren (aus Angst, das Ding bricht ihm unter dem Akkuschrauber zusammen).

    Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre... leider stimmt jedes Wort.

    Ach so, um das nochmal zu erwähnen: Ja, ich bin wirklich und wahrhaftig der Überzeugung, dass ein verbeamteter Lehrer keine zusätzliche Altersvorsorge treffen muss, unter folgenden Prämissen:

    1. Unter AV in diesem Sinne verstehe ich irgendwelche Zusatzrenten à la Riester.

    2. Das Vorhandensein von Wohneigentum setze ich natürlich voraus (wenn meine Eltern kein abbezahltes Haus hätten, an dem keine größeren Sachen anstehen, wären sie nicht so gut gestellt, eh klar). Wenn das wegfällt, mag eine Zusatzrente allein für die Miete im Alter sinnvoll sein.

    3. Ich setze weiterhin voraus, dass natürlich trotzdem Sparen und Vermögensaufbau stattfindet. Aber das ist doch selbstverständlich. Nur muss man das nicht unbedingt als "fürs Alter" deklarieren.

    Humblebee: No pun intended, aber Deine Einschätzung der eigenen Lage ist mir doch ein bisschen zu "humble". Mit zwei Lehrergehältern, jeweils noch einer vermieteten ETW und einem Erbe (BTW, ich finde es schon eher früh - im Zweifelsfall: zu früh -, mit 45 zu erben) zählt Ihr vermutlich schon nicht mehr nur zu den reichsten 10%. Was Ihr Euch leisten wollt und was Ihr Euch leisten könntet, sind zwei Paar Stiefel.

    Oder sie legen wenig für die Altersfürsorge zurück (was aber ja wohl dringend anzuraten wäre, wenn man keine Kinder hat, die sich später um einen kümmern könnten).

    Warum sollte ein Beamtenpaar mit Immobilienbesitz noch irgendwas fürs Alter zurücklegen? Etwa für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Pension doch mal aufs Niveau der gesetzlichen Rente gekürzt wird?

    Das Problem ist: Man muss sich vergegenwärtigen, dass man auch mit einer steilen Karriere häufig das nicht aufholen kann, was andere quasi als "Startgeld" mit auf den Weg bekommen. Karrieren in der freien Wirtschaft sind da auch keine "Tür", sondern eher eine "Treppe" und auch dort startet man in den seltensten Fällen als Geschäftsführer, sondern backt erstmal lange Zeit kleine Brötchen.

    Das kann man nicht genug unterstreichen. Und der Grund für die extreme Ungleichverteilung des Reichtums in unserem Land liegt genau hier - und nicht in der unterschiedlichen Bezahlung von Männern und Frauen, Lehrern und Erziehern, Beamten und Angestellten, whatever.

    Zu den reichsten 10% der Bevölkerung kann man aber auch ohne jede aktive Erwerbstätigkeit gehören.

    Ich würde sogar behaupten: Bei den reichsten 10% spielt das Erwerbseinkommen keine Rolle mehr für die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe.

    Passende Bannerwerbung gerade (wie so oft): "Spätzlesuche". Das wäre bei Bedarf meine erste Anlaufstelle, weil das schon so herzig klingt, dass sich dahinter einfach keine eiskalte Algorithmenabzockabofallenseite verbergen kann! Ist halt nur für den Südwesten.

    Bammel

    verzweifeln

    Kann ich gut verstehen - aber da musst Du jetzt durch. Für Dein Selbstwertgefühl dürfte mein Vorschlag der bessere sein. Du kannst natürlich auch warten, bis man Dich wie einen Hund vom Hof jagt. Du solltest Dir im klaren sein, dass die Suche nach Deinem Nachfolger wahrscheinlich schon längst läuft (zumindest auf den üblichen informellen Kanälen). Und wenn dann einer kommt, der sofort anfangen könnte, wirst Du ganz schnell an der Luft sitzen.

    Dann aber nicht mehr freiwillig.

    Also, ich kündige nun morgen, bis zum Eingang beim Träger rechne ich mal den 20.10.

    D.h. ich wäre erst ab 1.12. dann frei?

    Wenn Du es so machst wie von mir vorgeschlagen, bist Du morgen früh frei.

    Ein bisschen Mumm braucht es dafür natürlich. Wobei Du das ganze auch schriftlich machen könntest.

    Wie gesagt: Ich halte das Fehlverhalten Deines Arbeitgebers für so gravierend, dass Du "außerordentlich fristlos" kündigen kannst. Die im Arbeitsvertrag genannten Fristen gelten für die ordentliche Kündigung (und dann gilt: bis zum 15. kündigen, Ende des laufenden Monats raus sein). Deshalb bleibe ich dabei: Geh morgen früh in das "Gespräch", eröffne den Herrschaften als erstes, dass Du das Festhalten an Deinem Arbeitsverhältnis für nicht mehr zumutbar hältst, leg Kündigung und Schulschlüssel auf den Tisch und geh.

    Disclaimer 1: Ich bin trotz fundierter juristischer Kenntnisse kein Anwalt. Mein Rat ist nur als solcher, nicht als Rechtsberatung zu verstehen.

    Disclaimer 2: Wenn man Dir arg böse wollte, könnte man argumentieren, dass Du den Arbeitgeber zunächst abmahnen müsstest, bevor Du kündigst. Das halte ich hier für entbehrlich. Ein AG, der Dir so deutlich zu verstehen gibt, dass er nur noch gnadenhalber an Dir festhält, sollte froh sein, wenn Du so schnell wie möglich weg bist und kann daher die fristlose Kündigung nicht gegen Dich verwenden.

    Disclaimer 3: Es besteht die theoretische Möglichkeit, dass Dein (dann Ex-)AG Dich vor Gericht zerrt, um Deine Kündigung überprüfen zu lassen. Vor dem Arbeitsgericht zahlt jede Partei in der ersten Instanz unabhängig vom Ausgang des Verfahrens ihre Kosten selbst. Für eine eventuelle Verhandlung bräuchtest Du aber keinen Anwalt (weder rechtlich noch tatsächlich). Du müsstest in diesem Fall die halben Gerichtskosten bezahlen, das sind über den Daumen ca. 300 Euro. Verlieren kannst Du im Prinzip nichts - weder kann man Dich zur Arbeit zwingen noch kann Deine jetzige Schule irgendwelchen Schadensersatz geltend machen.

    Ich oute mich mal als jemand, der sehr erfolgreich war in dem Genre (Silberhochzeit ist nicht mehr allzu fern). Damals gab es aber noch keine optimierten Suchalgorithmen, sondern nur einen Steckbrief und die Möglichkeit, Nachrichten zu schicken. Dem ersten realen Treffen gingen drei Monate intensivsten Briefwechsels voraus. Ich hatte damals nicht das Gefühl, jemanden wildfremden zu treffen. Aber Online-Dating ist wie Pferdefleisch - wer da spontan sagt, "Igitt, niemals!", der wird sich schwer bis gar nicht überzeugen lassen, dass es gut schmeckt.

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