Beiträge von fossi74

    Hat vielleicht schon jemand Erfahrungen mit Schülern mit PTBS und wäre bereit mir die Situation darzustellen?

    Unter einer PTBS leiden ca. 50% meiner Schüler, aber leider muss ich Dir sagen, dass man ihnen das in den seltensten Fällen anmerkt - zumindest nicht in einer Weise, dass man sagen könnte, "Ah, PTBS... ganz typisch!". Die Auswirkungen einer PTBS können so unterschiedlich sein, dass es schwer ist, das an einem Fallbeispiel festzumachen. Das reicht von "man merkt im normalen Umgang überhaupt nichts" bis zu "die Schülerin fällt aus für Außenstehende nicht nachvollziehbaren Gründen ständig in Ohnmacht". Typisch für PTBS - wenn man das denn so kategorisieren will - ist allenfalls, dass es meist Situationen, Orte, Dinge gibt, die die Patienten "triggern"; die Auswirkungen dieses Triggers sind dann aber wieder komplett unterschiedlich. Ganz pauschal würde ich sagen: Wenn ein Schüler so belastet ist, dass Du es ihm anmerken würdest, ist er im Normalfall nicht in der Regelschule, sondern z.B. in einer Klinik.
    Ich würde das in dem Referat so sagen und darauf verweisen, dass die Symptome eben unheimlich vielfältig sind. Ein "Fallbeispiel" müsste die komplette psychosoziale Situation des Schülers abbilden, nicht (nur) sein Verhalten in der Schule. Mit Essstörungen o.ä. könntest Du so vorgehen, da hast Du typische Verhaltensweisen, die sich auch in der Schule äußern.

    Ich möchte Gymnasiallehramt [...] Geschichte studieren und möchte das Studium so kurz wie möglich halten, da ich schon etwas älter bin.

    In Geschichte dauert das momentan sinnvollste Lehramtsstudium genau 0 Tage, weil man es gar nicht erst antritt. Bitte informiere Dich über den Bedarf an Geschichtslehrern, bevor Du Dir Gedanken über irgendwelche Zulassungshürden machst.

    Schon Mathe bedeutet längst keine Stellengarantie mehr, aber Geschichte ist quasi die Garantie, keine Stelle zu bekommen.

    Falls er nach dem Abi studieren will, gibt es die Möglichkeit einen Nachteilsausgleich zu beantragen. Kann man unter „Nachteilsausgleich Leistungssport“ im Netz nachschlagen.

    Unglaublich. Hätte ich einen Wunsch an die gute Fee frei - ich würde mir wünschen, dass fürderhin jeglicher Sport, der (dann nicht mehr lange!) im Fernsehen übertragen wird, zukünftig 99% der Bevölkerung am Allerwertesten vorbeigeht. Die dummen Gesichter von diesen dummen, fetten Funktionären, wenn ihre wandelnden Apotheken keine Einnahmen mehr generieren, wären mir ein Quell unerschöpflicher Freude... (wenn die Fee nicht ganz so potent ist, würde ich mir wünschen, dass der FC Bayern die nächsten 100 Spiele verliert und bis in die Kreisliga absteigt. Die dummen Gesichter von Rummenigge und Hoeneß, ihre von Spiel zu Spiel wachsende Panik - hey, lass uns den Trainer schon nach der ersten Halbzeit feuern! - unbezahlbar!)

    Fosse Grüße
    Fiesi
    (oder umgekehrt)

    ehrlich gesagt kenne ich mindestens zwei Physiker, die an der Grundschule unterrichten. Physiker sind vielseitige und interessante Menschen, die oftmals sozial engagierte sind. Ich kenne z.B. auch Leute, die in der Politik sind. Im Gegenteil, ich glaube durch mein Denken, bin ich aus Leidenschaft eher qualifizierter als mancher Mensch, der wegen des Geldes und der Sicherheit Lehrer wird.

    Na endlich. Warum hast Du denn bis Beitrag #10 damit gewartet?

    Dem nächsten gelingt es seine Familie bis ins 18. Jahrhundert zurückzuführen

    Easy. Bis in meine Großelterngeneration in direkter Linie alles Bauern in einem Odenwalddorf. Mein Vater war aber nicht der erste Akademiker; es gab in jeder Generation einen männlichen Nachkommen, der aufs Gymnasium geschickt wurde (und dann Pfarrer, Geistlicher oder Kleriker wurde).

    Das ist auch so ein Problem mit den aktuell im Netz herumschwirrenden Artikeln und Aufgabenbeispielen: Natürlich sind das Aufgaben, wo man sich fragt, warum die Abiturienten denn jetzt schon wieder rumjammern. Aber es sind halt nicht aller Aufgaben veröffentlicht.

    Da muss ich mal eine Lanze für Bayern brechen: Hier waren schon letzten Dienstag die kompletten Abiaufgaben (zumindest Mathe) im Netz. Mein Mathekollege fand sie übrigens nicht zu schwer. Auch, was ich als Kritikpunkt schon gehört hatte, (unpassende Operatoren kombiniert mit fehlender Angabe der Gewichtung der Teilaufgabe) konnte ich nicht nachvollziehen.

    Dabei sind viele dieser Quereinsteiger Fachkollegen mit erfolgreich absolviertem Referendariat

    Wie kann denn ein Erfüller Quereinsteiger sein? Entweder oder, würde ich meinen.

    Zahl der Lottomillionäre in Bayern 2018: 24.

    Zahl der Einstellungen auf Planstelle mit Kombination D/G: 38.

    Zahl der regelmäßigen Lottospieler in Bayern: ca. 1 Million.

    Zahl der Bewerber mit D/G (2018): 337.

    Und dabei ist noch nicht mal berücksichtigt, dass D/G gar nicht einzeln ausgewiesen wird, sondern mit etlichen anderen D+x-Kombis.

    Wow, ich bin gerade umgekippt. Ich komme pro Woche auf 154 Minuten Pausenaufsicht. Davon 2x so, dass ich zwischen zwei Doppelstunden-Blöcken weder Pause habe noch essen kann.

    Das scheint mir aber das Ergebnis schlechter Planung zu sein. Gibt es wirklich keinen Kollegen, mit dem Du die Aufsichten so tauschen könntest, dass keiner von Euch beiden so blöd Aufsicht hat?

    Du gibst außerdem als Schulform "Gymnasium" an. Warum hast Du so viel Pausenaufsicht? Wenn ich von einem wirklich kleinen Gymnasium mit ca. 30 Lehrkräften ausgehe, komme ich auf 4.620 Minuten Pausenaufsicht pro Woche, wenn jeder 154 Minuten absolviert. Das sind 77 Stunden Aufsicht pro Woche oder 15,4 Stunden am Tag. Mit anderen Worten: Jeweils drei Kollegen könnten jeden Tag über fünf Stunden Aufsicht führen. Bei - äußerst großzügig gerechnet - einer Zeitstunde Aufsicht, die pro Tag maximal notwendig ist, könnten jeweils 14 Kollegen gleichzeitig Aufsicht führen. Und das gilt wie gesagt für ein äußerst kleines Gymnasium. Seltsam.

    Was aber was für dich sein könnte... Betreuer zB für Kinder und Jugendliche in Feriencamps, Hotels, etc. Ich könnte mir vorstellen, dir würde so etwas liegen. Auch da bekommst du "Resonanz", musst nicht mehr allzu viel dazulernen, bist ggf immer woanders unterwegs...

    Und das ist jetzt ein ernst gemeinter Ratschlag für jemanden, der auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive für den Rest seines Lebens ist?!

    Dann schon lieber selbstständig als Betreiber eines Nachhilfestudios. Das ist - wenn man es ordentlich aufzieht - durchaus eine reelle Möglichkeit, sich eine solide Existenz aufzubauen.

    Kleine Anekdote zur von mir ja schon oben angedeuteten Misere dieses ganzen Bereichs:
    Heute flatterte mir eine ansonsten brauchbare, ganz neu herausgekommene Handreichung des vbe auf den Schreibtisch zum Thema "Aufsichtspflicht". Ein Fallbeispiel: Lehrer hat Frühaufsicht, steht aber im Stau und kann die Schule nicht informieren... Hä? Hän die koi Handy? Kurz die zugehörige Fußnote überprüft: aha, alles klar. Das zitierte Fachbuch war von 1985. Ohne Worte.

    Natürlich muss ich Aufsicht führen, das ist mir schon klar. Wenn die Wünsche der anderen KuK berücksichtigt werden, nur meine eben nicht und ich derart benachteiligt werde, ist es wohl mein Recht, an der Stelle nachzuforschen.

    Ich glaube, das war jetzt genau das Stückchen Information, dessen Fehlen den Tonfall der Antworten in eine für Dich eher unerfreuliche Richtung gelenkt hat .

    Mal noch ein anderer Aspekt: Soweit ich informiert bin, soll Ethik in Zukunft in Bayern erheblich aufgewertet werden, um der betrüblichen Tatsache Rechnung zu tragen, dass den Kirchen die Schäflein von der Fahne gehen. Teil dieser Aufwertung soll sein, dass Ethik zukünftig als vollwertiges Fach studierbar sein und möglichst nicht mehr fachfremd unterrichtet werden soll. Von daher verwundert mich die Aussage des TE ein wenig, dass Ethik nach wie vor nur als Drittfach möglich sein soll.

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