Beiträge von fossi74

    Es ging darum, dass sie es nicht KÖNNEN. Das ist doch etwas gänzlich Anderes!

    Aber Eltern, die nicht zahlen können, können das doch nicht auf einmal, weil sie verklagt werden. Insofern wäre eine Klage doch völlig sinnlos und würde dann auch entsprechend abgewiesen. Bei Unterhaltsklagen geht es letztlich immer darum, dass jemand nicht zahlen will.

    wenn man Kinder hat, die derart moralisch verdorben sind, dass sie ihre eigenen Eltern verklagen würden...

    Kommt bitte mal von Euren hehren Mittelschichtidealen ein bisschen runter, von wegen viertes Gebot und so. Es spricht in der Tat für Euch und Euer Verhältnis zu den Eltern, wenn Ihr es Euch so gar nicht vorstellen könnt, die eigenen Eltern zu verklagen. Manchmal geht es aber nicht anders. Ich hatte im Studium mehrere Bekannte, die diesen Weg gehen mussten und (in Eurer Vorstellung wohl) moralisch verkommen genug waren, das auch zu tun. Es ging in allen diesen Fällen nicht darum, dass die Eltern nicht zahlen konnten, sondern dass sie nicht wollten; es handelte sich um zwei Ärzte und einen Unternehmer.
    Aber zugegeben: Wenn es soweit kommt, dann ist das Verhältnis vorher schon nicht viel wert.

    700€ hätten meine Eltern im Leben nicht monatlich abdrücken können! Hätte ich auch niemals nicht verlangt!

    Wenn Du richtig liest, wirst Du sehen, dass das hier auch niemand von den Eltern verlangt, wenn die es nicht leisten können. Die ca. 700 € sind aber nun mal schlicht der Bedarf eines Studenten. Und zwar knapp gerechnet - aber immerhin gerechnet und nicht aus dem Kaffeesatz gelesen.

    Für mich ist das so ein reiner Stänkerbeitrag deinerseits.

    Darf das nicht auch mal sein?

    Davon ab: Selbstverständlich hat das Ref mir nicht beigebracht, "Ideen zu haben". Aber ich habe im Ref immerhin einige Beispiele gesehen, wie mans machen kann (oder auch nicht). Dein Beitrag klang mir ein wenig zu sehr nach "man hats, oder man hats eben nicht". Sorry, wenn ich da zu viel reininterpretiert habe.

    Wenn man aber automatisch davon ausgeht, dass eine Selektion auch ohne Grund vorgesehen ist - dann ist so eine Polemik natürlich unausweichlich. Aber trotzdem ist sie fehl am Platz.

    Es freut mich, dass Du offensichtlich andere Erfahrungen gemacht hast. Dennoch beobachte ich seit fünfzehn Jahren, wie das System funktioniert und wer am Ende als Gewinner vom Platz geht. Das sind - zugegeben - oft gute Lehrer. Aber genauso oft sind es FlitzpiepInnen, die weder eine Lehrer- noch sonst eine Persönlichkeit haben (zumindest keine, der man im Dunkeln begegnen möchte) und bei denen man sich nur wundern kann, wie sie im Ref erfolgreich sein konnten.

    Um die Diskussion mal (nur ganz leicht polemisch) abzukürzen:

    Mehr gibt es nicht. Die "Lehrerpersönlichkeit" ist ein gern geglaubter Mythos.

    Man kann es auch so zusammenfassen: Du begegnest den Entscheidern im Ref zum ersten Mal, und dann steht innerhalb von Sekunden fest, ob und wie Du das Ref bestehst. Wenn beschlossen wird, dass Du ein Superlehrer bist, dann bist Du ein Superlehrer, auch wenn Du aussiehst und riechst wie Gollum und Dich benimmst wie Sheldon Cooper. Wenn beschlossen wird, dass Du in dieser Seminargruppe der Fisch bist (einer muss es sein), dann kannst Du aussehen wie der Kultusminister und bei den Schülern ankommen wie Teki Müller, und dann hast du halt keine Lehrerpersönlichkeit oder es mangelt Dir an Authentizität oder Du hast halt in der Lehrprobe den falschen Tisch genommen (was dann auch wieder an Deiner verkorksten Persönlichkeit liegt).

    In Bayern wird noch, glaube ich, bis 45 verbeamtet. In Hessen glaube ich sogar noch bis 50. Du wohnst zwar in Berlin, aber nur so als Info.

    Kindererziehungszeiten werden auf die Altersgrenze draufgerechnet, und zwar automatisch, also ohne dass man wirklich in Elternzeit o.ä. war. Mit Kindern sollte 42 also nirgendwo ein Problem sein.

    Ich fürchte aber, dass mehr Praktika nur für Vereinzelte einen frühen Exit bedeuten würden, da ich mal zu behaupten wage, dass
    a) viele Lehrer/Betreuer sich scheuen, Praktikanten so ehrlich und direkt genug, dass die Botschaft wirklich ankommt, ins Gesicht zu sagen, dass sie nicht geeignet sind, eben weil ihnen klar ist, dass Persönlichkeit niemandes "Schuld" ist, sich da Lebensträume zerschlagen und vllt. auch noch die (bei einigen bestimmt auch berechtigte) Hoffnung besteht, dass der junge Praktikant sich noch weiterentwickeln könnte.
    und
    b) eine gewisse Neigung, Kritik gerade an der eigenen Persönlichkeit nicht anzunehmen und als haltlos (+ respektlos) anzusehen, häufig Teil des eigentlichen Problems ist, sodass so mancher kritisierte Praktikant eher dem konkreten "hinterletzten Lehrer", der "Mobbingschule" oder "dem System" die Schuld geben als wirklich die Kritik ernstnehmen und Alternativen durchdenken wird.

    Jetzt hab ich das alles zitiert, um nur noch eines zu sagen: Ja. In anderen Worten: Isso.

    Was kann man da machen? Effektiv wohl nicht viel. Das in B-W seit einigen Jahren übliche Praxissemester finde ich - ohne persönlich betroffen gewesen zu sein - nicht schlecht. Meine eigenen beiden Praktika waren insofern erfolgreich, als ich da nette Leute kennengelernt habe, zu denen ich heute noch Kontakt pflege. Für die Ausbildung waren sie eher wertlos.

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