Beiträge von fossi74

    Bei uns gibt es einige Lehrkräfte, die nur in der Sek1 eingesetzt werden. Die werden aber auch dementsprechend nur nach A12 oder noch geringer besoldet.

    Die dürften dann aber auch von der Ausbildung her entsprechend nur die Voraussetzungen für A12 erfüllen.

    Davon ab: Gibt es nicht an jedem Gymnasium Kollegen, die nur in der SekI eingesetzt werden und trotzdem A13, A 14 oder noch mehr kriegen? Das sind dann diejenigen, bei denen die Einsatzplanung unter dem Motto "Schadensbegrenzung" läuft...

    Aber es sind zusätzliche Scheine notendig.

    Hier irrte die "Zeit" - es war in der Tat kein einziger zusätzlicher Schein notwendig, wenn die Fächer gepasst haben. Wer für den Magister noch ein Nebenfach gebraucht hat, das er nicht auf LA studierte, der musste in der Tat noch einen oder zwei kleine Scheine machen. Die Zulassungsarbeit fürs Staatsexamen konnte man unverändert als Magisterarbeit einreichen.

    - Natürlich war damals schon die Frage, was man mit einem M.A. in Germanistik denn anfangen solle.

    Drei Kinder aus meiner 2. Klasse, die sicher auch mal aufs Gymnasium gehen werden, sprechen mich jetzt schon oft mit "Sie" an (obwohl die anderen alle sehr konsequent "du" und auch schon mal "Mama" oder einmal sogar schon "Oma" sagen).

    Also bitte - ich unterrichte jetzt seit über fünf Jahren auch Grundschulkinder aus allen Klassenstufen, aus allen Bundesländern und jeden Intelligenzniveaus. Nicht mal beim unterbelichtetsten Förderschüler habe ich es jemals erlebt, dass einer zu mir oder den KollegInnen "Mama" oder "Papa" gesagt hätte. Nicht mal bei denen, die sich keinen einzigen Namen von Lehrern oder Erziehern merken können (gibts erschreckend oft) und beharrlich "der Mann" und "die Frau" oder "der da" und "die da" sagen.

    Die Grundschule kann sich schwerlich auf die Kitas berufen, mir wäre es zumindest neu dass wir in Deutschland irgendeine Form von verpflichtendem Kita-Besuch hätten.

    Oh, meine Schwägerin hat heute berichtet, dass die Leiterin ihres Dorfkindergartens (der lange Jahre auch unserer war) einer Freundin von ihr weismachen wollte, ihre Tochter könne nächstes Jahr nicht eingeschult werden, wenn sie dieses Jahr nicht den "Zahlenland"-Kurs im Kiga belege...

    Hier muss man allerdings klärend anfügen, dass diese Leiterin zwar die Tochter des Bürgermeisters (deshalb Leiterin), aber sehr dumm und damit entschuldigt ist.

    Könnt ihr ableiten, ob die SL richtig gehandelt hat?

    Hat sie wohl - nach den spärlichen Informationen zu urteilen - nicht. Typischer Fall von menschlich und fachlich völlig ungeeigneter Deppen-Schulleitung, komplett unfähig zum Umgang mit Konflikten und juristisch völlig unbedarft. Eine Katastrophe für jedes Kollegium, das dann nicht geschlossen auf den Hinterfüßen steht (und ein gefundenes Fressen für ein Kollegium, welches das tut).

    Lehrer sollte man aus Überzeugung werden!

    Muss man mit Deinen Fächern wohl auch :D ! Sorry, der musste sein - ich bin nun mal ein entschiedener Verfechter der Ansicht, dass man auch Lehrer werden kann, weil einem die Ferien oder das Gehalt oder oder oder gefallen. Man muss halt bereit sein, trotzdem bestmögliche Arbeit abzuliefern.

    @Topic: Ohne nachgeschaut zu haben: In Bayern wäre die Kombi gar nicht zugelassen.

    Ich habe mich damals schon gefragt, wieso alle Abitur machen und studieren müssen - und wer dann eigentlich die Arbeiten machen soll, für die man nicht studiert?

    Die Antwort liegt natürlich zu einem großen Teil in der Feststellung, dass es anderenorts nicht unser hervorragendes duales System der Berufsausbildung gibt und man dort auch für Berufe wie Krankenpfleger oder Elektrikerin an einer entsprechenden Ausbildungseinrichtung "studiert".
    Ich habe mal einen sehr interessanten Artikel darüber gelesen, wie viel von der Kritik, die z.B. die OECD am deutschen Bildungswesen übt, oder von der Überhöhung des finnischen Bildungswesens durch speziell deutsche Pisa-Hysteriker auf Nichtwissen und Missverständnissen beruht: nämlich das Meiste.

    Der "Wert" von Schulabschlüssen unterhalb des Abiturs in der öffentlichen Wahrnehmung.

    Aber gerade da sieht es in Bayern doch noch nicht ganz so düster aus wie in anderen Ländern.

    wird aber besser, es gibt jedes jahr mehr von den eingangsklassen. war ja früher mit fos/bos ähnlich, teils neunzig minuten anfahrt. noch früher (70er) sogar mit normalen gymnasien.

    Und anno '60 gab es in Bayern ganze drei Universitätsstädte, während sich heute alles, was nicht drei Buchstaben auf dem Nummernschild hat, mindestens mit der Filiale einer FH schmückt.

    Dieser Beitrag bereitet mir körperliche Schmerzen.

    Mir auch. Aber nicht wegen des bayerischen Schulsystems, sondern wegen dieser verrückten Eltern. Wobei: Wenn ich mir vorstelle, ich wäre Arzt, meine Frau wäre Unternehmensberaterin, und wir könnten uns trotzdem nur so eine potthässliche Reihenhausbutze in ArschPoing leisten, dann würde ich mir für mein Kind auch eine bessere Zukunft wünschen. So als promovierte Vorstandsvorsitzende der Lufthansa sollte schon ein richtiges Haus drin sein.

    momentan ist lehramt in den augen vieler ein berechenbarer, langweiliger weg für die mediokre masse, und dabei ist dieser job alles mögliche, aber wirklich nichts für dienstnachvorschrift achmirdochegalmachtmalichwartmalab.

    Da ist meiner Meinung nach ein "momentan" zu viel und ein "mittlerweile" zu wenig. Sprich: Ja, das Lehramt ist ein (mittlwerweile nicht mehr so sehr, aber immer noch) berechenbarer Weg und immer noch einer der Berufe mit der besten Work-Life-Cash-Balance. Und was die "mediokre Masse" angeht: Seid mal ehrlich zu Euch selbst und denkt an Euer Studium zurück - wie viele Kommilitonen waren wirklich an den mittelhochdeutschen Lautverschiebungen und den dichterischen Werken von Dafydd ap Gwyllim interessiert und wie viele brauchten einfach nur den Schein? Und wie viele gab es, die grundsätzlich einfach nur die Scheine brauchten und sich für ihr Fach bestenfalls mittelmäßig interessierten? Das sind dann halt die, die bei der Gedichtinterpretation in der Oberstufe erstmal Metrik und Reimschema untersuchen, weil sie ohne Handreichung nicht viel weiter kommen, aber was solls? Gute Lehrer können das trotzdem sein.

    ich fänd es klasse, wenn die Arbeiter und Bauern mehr bezahlt kriegen würden

    Auch da gibt es solche und solche. Sprich: Es gibt genug Arbeiter, die mehr haben als ein Lehrer, und es gibt auch genug Bauern, die sich als Agrarunternehmer (und Subventionsempfänger, eh klar!) eine goldene Nase verdienen. Nur wird man den Bauern nicht mit dem Porsche herumfahren sehen, weil ein Bauer das nicht macht. Ein Bauer fährt mit seinem uralten Benz in die Stadt, wo der Porsche dann in der gemieteten Garage wartet. Nicht lachen - isso. Und ja, ich kann dazu qualifiziert was sagen, danke der Nachfrage.

    momentan ist lehramt in den augen vieler ein berechenbarer, langweiliger weg für die mediokre masse

    War das mal anders? Und ist an diesem Vorurteil nicht auch einiges dran?

    - Vielleicht sollten unsere Bildungspolitiker sich mal wieder nach Finnland orientieren: Dort werden bekanntlich nach strengen Auswahltests nur die Besten fürs Lehramtsstudium zugelassen, und die brennen dann so für ihren Beruf, dass sie mit 1.600 € netto im Monat vollauf zufrieden sind. Das wäre doch eine echte win-win-Situation, oder sitze ich da einem Denkfehler auf?

    Für konfessionslose und -kritische Menschen im Allgemeinen gilt das wahrscheinlich nicht. Für mich schon.

    Was die nach wie vor (ehrlich gemeint) interessante Frage, warum Du das für Dich als Selbstverständlichkeit betrachtest, immer noch unbeantwortet lässt. Mir (aus familiären Rücksichten katholisch getauft, aber nicht so erzogen) wäre es nämlich nicht in den Sinn gekommen, meine Kinder taufen zu lassen.

    Die Frage war: "Ist die Nebentätigkeit(!) als Prüfer für Lehrer dienstliche Verpflichtung oder ist es komplett freiwilliges zusätzliches Engagement?"

    Und die Antwort war durchaus eine Antwort auf Deine Frage...

    Nochmal: Wäre es eine dienstliche Verpflichtung, wäre sie mit Deinem Gehalt abgegolten (und wäre auch keine Nebentätigkeit). Du würdest dafür nichts (zumindest kein Geld) extra kriegen - wie eben auch für Korrekturen, Pausenaufsichten und Konferenzen.

    Im Übrigen ist die IHK keine Behörde, sondern eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und damit definitiv keine Stelle, bei der Du eine Dienstpflicht im Rahmen Deines Amtes ableisten könntest.

Werbung