Beiträge von fossi74

    Warum geht ihr denn ans Telephon, wenn euch die Nummer unbekannt ist?

    Vielleicht, weil das tausendundein Leute sein können, die ein berechtigtes Anliegen haben? Nicht alle Menschen leben in einem Universum, das sich so leicht in bekannte (= "dürfen anrufen") und nicht bekannte (= "sollen mich in Ruhe lassen") Mitwesen einteilen lässt.

    Ich mach mal die Ingrid [1]:

    Um mal noch was anderes loszuwerden: Es ist mir völlig unverständlich, wie man sich als Eltern wirklich und ernsthaft NOCH EINE Weihnachtsfeier wünschen kann. Nicht abschließende Aufzählung, letztes Jahr am eigenen Leib erlebt:

    Es gibt doch für alles noch eine Steigerung... In der Klasse meiner Jüngeren gibt es seit kurzem einen Klassenelternsprecher, der seine Aufgabe ernst nimmt. Was sage ich - sehr ernst. Um nicht zu sagen SEHR, SEHR ERNST. Seit Amtsantritt Ende Oktober wurden ca. 20 Mails rausgeschickt, jeweils natürlich an alle Eltern, jeweils umgerechnet eine Druckseite lang, mit folgenden hochbrisanten Themen:

    - Organisation der Krankenpost
    - Organisation der Weihnachtsfeier
    - Organisation der Weihnachtsgeschenke für KL, Co-KL und eine Dame, von der ich noch nie gehört hatte
    - Organisation und Füllung der Klassenkasse

    Bei den Weihnachtsgeschenken lag die Vorstellung bei so ca. zehn Euro pro Kind, dito für die Klassenkasse, dann nochmal fünf Euro für die Weihnachtsfeier [2], für die - und das ist jetzt kein Witz - extra eine Liste auf einer dafür bestimmten Webseite angelegt wurde, wo man sich dann mit Art und Menge des Mitgebrachten eintragen konnte. Es wurde auch fleißig hin- und hergemailt, ob man denn jetzt drei oder fünf Liter Kinderpunsch brauche und ob Mager- oder Vollmilch zu bevorzugen sei (wir sind halt doch sehr kleinstädtisch hier, so dass der von mir eigentlich erwartete Ruf nach Soja- oder Reismilch sowie nach glutenfreien Lebkuchen erstaunlicherweise ausblieb).


    Vorweihnachtliche Grüße
    Fossi
    - seit Dienstag im Urlaub und daher bis gestern sehr entspannt


    [1] Na, wer kennt das noch? Die erste richtige Antwort kriegt ein "like"!
    [2] Wer jetzt diese Beträge addiert und mit der Zahl seiner Kinder multipliziert, mag ins Schlucken kommen, aber der Mann ist Freiberufler, da kann man schon mal den Blick nach unten verlieren.

    Also bitte, das kann nicht dein Ernst sein. Ich kenne zumindest keine Eltern, die aus Pflichtbewusstsein gegenüber der Gesellschaft/dem Allgemeinwohl Kinder bekommen haben... Das ist immer ein individueller Wunsch und eine persönliche Entscheidung, ergo "Privatvergnügen". Es ist ähnlich, wenn ich mir einen Hund zulege. Das ist MEIN Privatvergnügen! Und bitte komme jetzt nicht mit "Hunde haben keinen gesellschaftlichen Nutzen"... Doch, haben sie sehr wohl!

    Ganz nebenbei: Bis die Kinder soweit sind, dass sie unsere Renten/Pensionen zahlen, haben sie die Gesellschaft (und die Eltern) soviel Geld gekostet... Kindergarten, Schule, Ausbildung/Studium... Das können sie mit den Rentenzahlungen gar nicht mehr gut machen...

    Ob die Gesellschaft daher auf Kinder angewiesen ist, ist doch fraglich. Klar, aus biologischer Sicht sicher. Aber aus finanzieller Sicht? Würde man das Geld was die Bildung/Ausbildung der Kinder kostet direkt dafür verwenden, die Renten/Pensionen zu bezahlen, hätte man rein finanziell gesehen keine Probleme.

    Am Ende ist es eine Milchmädchen-Rechnung... Diese hier als Argument anzuführen um den persönlichen, individuellen Kinderwunsch zu rechtfertigen, klappt leider nicht.

    [...]

    Ach so, MrsPace: Kinder, wenn auch nur im geringen Maße die eigenen, sind für Dich wie auch für die übrigen Teilnehmer dieses Forums nicht nur von biologischer, sondern sogar von existenzieller finanzieller Bedeutung. Denk mal drüber nach. Oder willst Du an der Hundeschule unterrichten, wenn es keine Kinder mehr gibt? Obwohl, wenn ich so drüber nachdenke... wäre vielleicht sogar so ein win-win-Ding.

    Kopfschüttelnde Grüße
    Fossi

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    Edit by Mod: beleidigender Absatz wurde entfernt. kl. gr. frosch, Moderator

    Stimmt, in puncto Urlaub sind LehrerInnen besonders arm dran. Also bitte, jetzt nenn mir mal einen Job, mit dem du freiwillig tauschen würdest, weil die Bedingungen dort so viel besser sind!

    Du wirst lachen, liebe Schantalle - ich arbeite an einer etwas speziellen Schule, an der es keine Ferien gibt. Ich habe 30 Tage Urlaub und - jetzt wirst Du noch mehr lachen - bin damit glücklicher als mit den Ferien, die ich auch fünf Jahre genießen durfte.

    Dies aus zwei Gründen: Erstens die bekannte Gebundenheit des Lehrers an die Ferien. Mal spontan frei machen oder außerhalb der Ferien einen Brückentag mitnehmen? Muhaha. Bei mir problemlos möglich. Zweitens - aber das ist eine ganz persönliche Sache: Ich finde es wesentlich entspannter, nach dem Urlaub in einen Betrieb zurückzukehren, der ohne mich weitergelaufen ist, als diese Lehrerzimmer-Ferienvorbei-Tretmühle-geht-wieder-los-alles-scheiße-Stimmung ertragen zu müssen; verbunden mit den "heißen" Phasen, in denen dann alles rotiert. Letztes Jahr hatte ich das Vergnügen, vor Weihnachten zwei Wochen Urlaub nehmen zu müssen, weil er noch nicht verbraucht war. Mann, war das mal eine geile Vorweihnachtszeit. Das war mal so, wie man es sich vorstellt - Plätzchenbacken, Teetrinken, den Kids vorlesen, basteln...

    Naja sie sagten, dass das Gespräch ja 30 Minuten dauert und blieben sitzen. Hättest du sie rausgetragen?

    Gut, wenn das Gespräch 30 Minuten zu dauern hat, dann sollen sie reden. Fällt ihnen nichts ein? Gut, dann ist das ja kein Gespräch mehr. Im Übrigen genieße ich als Lehrer im Klassenraum das Hausrecht. Disclaimer: Mit Luschen-Schulleitung im Rücken funktioniert das natürlich nicht. Mit Arsch-in-der-Hose-SL kann das sehr gut funktionieren.

    Okay super, gibt es denn zurzeit und in den nächsten Jahren viele Planstellen zu vergeben?

    Sag mal, bist Du ein Troll oder willst Du uns ernsthaft erzählen, dass Du ein Jahr vor dem Ref bist und Dich bisher weder über die Einstellungssituation in Deinem Bereich noch über die Einstellungsmodalitäten erkundigt hast?!

    Kann es sein, dass diese Ansprüche primär von Lehrerinnen gestellt werden? In anderen Branchen gibt es feste Arbeitzeiten - friss oder stirb. Da geht es uns im Vergleich dazu echt noch gut.

    NACK. In "anderen Branchen" gibt es Gleitzeit, Arbeitszeitkonten, Schichtenmodelle, (mehr oder weniger, aber prinzipiell schon) frei wählbaren Urlaub und dergleichen mehr. Wenn ich daran denke, wie viele Schulleiter schon beim Gedanken daran, dass ein Lehrer mal außerhalb der Ferien frei möchte, Plaque bekommen... und dann diese vollkommen absurde Vorstellung, "Teilzeit" bedeute Reduzierung des Unterrichtsdeputats, dementsprechende Bezahlung, aber uneingeschränkte Anwesenheitspflicht für alles Außerunterrichtliche. Da würde jeder Angestellte in "anderen Branchen" - übrigens auch jeder Beamte, der nicht Lehrer ist! - nur den Kopf schütteln: "Also, Frau Rita, Teilzeit geht in Ordnung. Halbe Zeit an der Kasse, halbes Geld. Aber Aufschließen, Regale auffüllen, Abrechnung und Ware annehmen läuft wie immer, klar?"

    Nichtmal 1,2? Als Sehr gut, fast perfekt? Was wäre denn deiner Meinung nach ein super Schnitt?

    Meiner Meinung nach ist schon 1,8 ein super Schnitt. Nur ist meine Meinung für die Einstellungspolitik der Länder vollkommen irrelevant.

    Aber mit der Kombination findet man doch abseits der Schule sicherlich eine Stelle, odr?
    Immerhin ist eine Naturwissenschaft dabei, die werden doch in der sogennanten "freien" Wirtschaft doch immer dringend gesucht?!

    (Achtung, jetzt wirds überheblich) Liebes Kind, bist Du ernsthaft des Glaubens, dass es für eine Karriere in der Wirtschaft reicht, irgendeine Naturwissenschaft vorweisen zu können? Die dann auch noch auf Lehramt und nicht auf Diplom oder Master studiert wurde?

    Fakt ist, dass ich das nicht mehr lange schaffe - ich habe zwei kleine Kinder und kann sie nicht permanent nachmittags wegorganisieren. Außerdem ist das Pensum enorm hoch und ich krieche auf dem Zahnfleisch.

    Das würde ich dem SL - ohne Zeugen! - genau so sagen. Kann er sich dann überlegen. Und such Dir einen verständnisvollen Arzt, so Du noch keinen solchen hast.

    Das finde ich auch. Wir machen ja quasi fast 2 volle Studiengänge und noch Erziehungswissenschaften oben drauf!
    Wir haben auch manche Vorbereitungs- und Einstiegsmodule mit den Fachwissenschaftlern zusammen. Ein Drittel der Übungszettelaufgaben müssen wir auch mitbearbeiten und abgeben.

    Ok, Dein Studium scheint grundlegend anders organisiert zu sein als meines es war. Ich habe jedenfalls nicht "fast", sondern tatsächlich zwei volle fachwissenschaftliche Studiengänge absolviert, während derer ich sogar mehr Scheine (aus den gleichen Veranstaltungsarten) abliefern musste als die Magistler. Naja, das war halt damals im 20. Jahrhundert noch so.

    Ich weiß das geschichte eher schlecht ist, aber das ist meine Leidenschaft. Das will ich unbedingt!
    Aber ich hab ja mit Bio noch eine Naturwissenschaft dabei, die werden ja immer gesucht. Dank dem Fachkräftemangel.

    Wow, zwei Fehler in zwei Sätzen... sag ich jetzt mal nichts dazu. Entscheidend ist nicht, ob Du Geschichte unbedingt willst, sondern ob Du für das Fach gebraucht wirst. Täusch Dich auch nicht über Bio, das ist ein sterbendes Fach und meines Wissens die einzige Naturwissenschaft, die weder in der Schule noch "draußen" ein Mangelfach ist. Was das mit dem Fachkräftemangel zu tun haben soll, weiß ich aber auch nicht.

    Mein Vater ist promovierter Physiker in einem Institut

    Frag ihn doch mal, warum es für die Habilitation nicht gereicht hat... :teufel:

    Und ich habe momentan einen super Schnitt von 2,1 damit sollte sich doch eine Planstelle finden lassen

    Sorry, aber das wäre mit Deiner Fächerkombination nicht mal umgekehrt ein super Schnitt.

    UNd zukünftiger Ex-Freund ist hart, aber so kann das ja nicht weiter gehen, wenn er meinen Wunsch so lächerlich macht und meine Arbeit gar nicht wertschätzt

    Mein Gefühl sagt mir, dass das a) sich nicht bessern würde und b) nur am Rande mit Deinem Fach, sondern mehr mit Dir als Person zu tun hat. Kann aber täuschen, ich kenn den Knaben ja nicht. Dafür viele andere Jura-Studenten, und von denen gehen zwölf aufs Dutzend.

    Ich finde es erschreckend wie homophob hier einige sind, was würde passieren wenn sie einen schwulen Kollegen hätten?

    Das kann ich Dir sagen: Dann wäre gerade dieser Kollege ja "ganz anders als die übrigen Schwulen" und müsste als Beleg dafür herhalten, dass man ja gar nichts gegen Schwule habe. Hatte ja damals [TM] auch jeder "seinen Juden" im Bekanntenkreis, auf den er nichts kommen ließ.

    Ach so, und was heißt "hätten"? Wer an einer durchschnittlichen nicht ganz kleinen Schule unterrichtet, der sollte davon ausgehen, dass er hat.

    Ich finde es verstörend, dass über sexuelle Orientierung, die nicht heterosexuell ist, gesprochen wird, als wäre es eine temporär auftretende Subkultur.

    Jetzt erschütterst Du aber die Argumentation von Claudius et al. in ihren Grundfesten! Am Ende willst Du noch behaupten, Homosexualität sei angeboren und keine selbsgewählte Perversion...

    Es geht Peter einen feuchten Kehricht an, mit wem Sabine wann wie oft Geschlechtsverkehr hat.

    Es sei denn, wie ich mir zu bemerken erlaube, Peter wäre Sabines Lebenspartner.

    Aber erinnere dich doch mal zurück, als du vielleicht 20 warst, und noch nicht so viel Lebenserfahrung und somit nicht so viel "Arsch in der Hose" hattest, immer über dem zu stehen, was andere so über dich und deine Lebensentscheidungen von sich gegeben haben.

    Vielleicht ist hier ein ganz grundlegendes Problem darin zu sehen, dass es, als wir (also, ich zumindest) 20 waren, noch keine Internetforen gab.

    Mein Problem ist nur, dass ich mich kaum noch traue zu erwähnen, dass ich Lehramt studiere.
    An der Uni selbst wird man von den "echten" Fachstudenten dafür nur ausgelacht oder blöd angeschaut.

    Ich weiß ja nicht, wie es in Bio ist. In Geschichte war zumindest zu meiner Zeit zumindest Gym-Lehramt ein wesentlich anspruchsvollerer Studiengang als der Magister. Insofern hätte es da kein Nicht-Lehrämtler gewagt, blöde Sprüche zu reißen.

    An der Uni selbst wird man von den "echten" Fachstudenten dafür nur ausgelacht oder blöd angeschaut. Die trauen einen danach auch nichts mehr zu! Als in einer politischen Gruppe letztens eine Podiumsdisskusion geplant wurde, wurden wir Lehrämtler zum Flyer designen weggeschickt, denn wir könnenja gerade so unsere eigenen Schuhe binden

    Hm, das klingt ja dramatisch. Eigentlich müssten die Lehrämtler doch in Deinen Fächern die ganz deutliche Mehrheit der Studenten stellen. Du stellst es ein bisschen so dar, als gehörtest Du einer Minderheit an, so wie Orientalisten oder Philosophen.


    Auch in der Familie werde ich nur belächelt. Ich soll doch lieber etwas richtiges Studieren wie meine Brüder. Bwl oder Ing. Das wäre doch was richtiges und angesehenes.
    Für das anspruchslose Lehramt wäre ich doch zu fleißig und klug.

    Das scheint mir ein innerfamiliäres Problem zu sein, das unter Umständen wenig mit dem Lehramt zu tun hat. Kann es sein, dass Lehramt in Deiner Familie etwas ganz tolles wäre, wenn es von Deinen Brüdern studiert würde?


    Dabei kennen sie gar nicht den Streß den wir haben! Die Hausarbeiten von dennen jede 3 Monate Vollzeit Bearbeitung brauch!
    Auch mein Freund nimmt mich nicht ernst und meint ich soll mich nicht so anstellen, Lehramt wäre eh kein richtiges Studium und danach ein Halbtagsjob
    Aber sein Jura ist ja ganz was tolles ... (Finde auch meine Eltern)

    Naja, drei Monate Vollzeit für eine Hausarbeit... vielleicht solltest Du effektiver arbeiten. In drei Monaten Vollzeit schreibt man locker eine Zulassungs- oder Masterarbeit.

    Und was zukünftige Ex-Freunde so daherreden, solltest Du nicht ganz so ernst nehmen. By the way, was machen denn Deine Eltern beruflich?


    Wenigsten meine Großmutter ist für meinen Traumberuf, damit kann man ja so gut Kinder großziehen

    Aber nicht unbedingt die eigenen. Hier irrt Omi womöglich ein bisschen.


    Wenn Lehrerin wirklich Dein Traumberuf ist, dann lass Dich nicht ins Bockshorn jagen (und such Dir andere Freunde und Bekannte). Allerdings scheint mir Deine Berufswahl nicht hundertprozentig gefestigt, soweit man das aus einem Forumsposting schließen kann. Sollte das so sein, würde ich mir an Deiner Stelle sehr, sehr gründlich überlegen, ob ein anderer Studiengang nicht besser geeignet ist. Übrigens: Der Chemiker oder Jurist oder Ingenieur, der sich von Vertrag zu Vertrag hangelt und zwischendrin am Weihnachtsmarkt Glühwein verkaufen muss, ist ebenso ein Klischee wie der Chemiker oder Jurist oder Ingenieur, der nach dem Studium mit 200.000 brutto einsteigt.

    Wie Du mit Deinen Fächern allerdings hierauf


    Wenigsten hab ich super Berufschanchen und tolle Jobaussichten, das hält die Sache am laufen

    kommst, ist mir schleierhaft. Geschichte ist massiv überlaufen und auf längere Sicht ca. vierfach überversorgt (das heißt in anderen Worten: auf jede Stelle in Geschichte kommen vier Geschichtslehrer!), in Bio sieht es etwas, aber wohl nicht viel besser aus. Ich würde auf jeden Fall in Erwägung ziehen, z.B. Chemie oder Mathe dazuzunehmen. Mit den "harten" Nawis war insgesamt betrachtet auch in Zeiten von faktischen Einstellungsstopps immer noch am ehesten was zu kriegen; zur allergrößten Not ist mit diesen Fächern auch immer Nachhilfe drin.

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