So ... jetzt mal was wirklich Persönliches. Das was Du als "ich bin toller" herauszulesen glaubst, ist nichts weiter als ein bisschen stolz geschwellte Brust. Ich habe sehr lange so gut wie gar kein Geld gehabt, war BaföG-Student aus ... wie sagt man so schön ... "bildungsfernem Elternhaus" mit sehr geringem Einkommen des Versorgers. Ich hab mir den Arsch aufgerissen für das, was ich heute habe, das kannst Du mir glauben.
Ok, dann etwas Persönliches zurück: Ich gönne es Dir von Herzen. Ganz ehrlich. Ich finde aber nicht, um Deinen anderen Post noch zu beantworten, dass hier in D insgesamt zu wenig verdient wird, sondern es wird zu unterschiedlich verdient und die Vermögen sind zu ungleich verteilt. Da muss ich nur in den Anzeigenteil unseres Käseblattes schauen und die Immobilienanzeigen zählen, in denen "für solvente, vorgemerkte Kundschaft" Mehrfamilienhäuser gesucht werden - "diskrete Abwicklung garantiert". Da könnte ich kotzen.
Da ist das hier
Hier darf man sagen, was man verdient und man darf auch sagen, dass man findet, dass man gut verdient.
doch erfrischend angenehm. Mir wollte kürzlich ein Nachbar nicht verraten, was er für seinen frisch erworbenen gebrauchten VW-Bus bezahlt hat. Das finde ich schon etwas bizarr. Liegt aber möglicherweise daran, dass mein Gehalt in jedem Tarifrechner so halbwegs öffentlich nachvollziehbar ist.
Dazu allerdings:
Ich habe eine persönliche "Schmerzgrenze" für mich definiert, die bei 90000 CHF bzw. 60000 € Jahres-Brutto liegt. Dieses Gehalt halte ich für meine Ausbildung und für das, was ich gewillt bin zu leisten, für angemessen. In Deutschland müsste ich für diese Summe aber eine Gruppenleiterstelle bei einem grösseren Unternehmen in der Industrie haben und das ist absolut nicht das, was ich haben will. Hier habe ich für das gleiche Geld einen Job, der mir sehr viel Spass macht, in dem ich viel und gut arbeite und trotzdem ein Leben nach Feierabend habe.
... sei angemerkt, dass ein verbeamteter (Sek II-)Lehrer spätestens mit A14 und ein, zwei Kinderchen ein Nettogehalt nach Hause bringt, das einem Angestellten-Brutto von locker 80.000 entspricht. Bezieht man die Pension in die Betrachtungen ein, dann steht der Beamte über die Lebenszeit noch wesentlich besser da (schon für die Pension eines A10-Beamten muss ein Angestellter ganz schön viel verdient und auf jeden Fall privat vorgesorgt haben).
Ohne jetzt wieder Diskussionen lostreten zu wollen: Die 60.000 habe ich sogar als Angestellter mittlerweile hinter mir gelassen. Also nicht mal auf diesem Sektor sieht es gar so düster aus, wie es manche darstellen. Und ja, ich fühle mich durchaus angemessen bezahlt, zumindest für den etwas exotischen Job, den ich gerade mache.
Viele Grüße
Fossi