Beiträge von fossi74

    und listen mir das dann auch einfach sinnbefreit auf


    "das" = "alles, was ich ihnen jemals beigebracht habe und was in irgendeinem noch so konstruierten Zusammenhang mit der Aufgabenstellung stehen könnte". Was solls - sind halt Kinder :) Im Ernst: Mittlerweile glaube ich, dass Schüler vieles, was wir von ihnen verlangen, einfach nicht leisten können, sei es wegen mangelnder Lebenserfahrung, sei es, weil sie bestimmte Denkprozesse noch nicht beherrschen. Neben der Interpretation von Kunst und Literatur gehört da wahrscheinlich auch logisches und stringentes Erörtern dazu.


    Viele Grüße
    Fossi

    Ich würde weder das Germanistikstudium noch den Beruf als Deutschlehrer so stark auf die Literatur verkürzen wollen, wie es hier getan wird. Wie kommst du denn mit den sprachwissenschaftlichen und -didaktischen Inhalten zurecht? Findest du das interessanter?

    Das Studium lässt sich ließ sich zu meiner Zeit sehr stark auf einen der beiden Bereiche beschränken (wobei NDL mindestens das erste Nebengebiet war, im StEx also auf jeden Fall schriftlich geprüft wurde). Keine Ahnung, wie das heute ist. In der Schule - mindestens am Gymnasium - lässt sich der Unterricht aber auf drei Bereiche reduzieren (alles andere ist Tüddelkram, der insgesamt nur wenige Stunden umfasst): Literatur, sprachliche Themen und DIE ERÖRTERUNG. DIE ERÖRTERUNG ist wahnsinnig wichtig, und wer sie mag - vor allem: wer sie korrigieren mag - tut sich wesentlich leichter. Und zwar von der siebten ("Ich will ein Haustier") über die zehnte ("Alkoholausschank an Jugendliche sollte verboten werden") bis in die zwölfte ("Ist Faust ein moderner tragischer Held?") Jahrgangsstufe. Die Aufsätze unterscheiden sich von Jahrgangsstufe zu Jahrgangsstufe immens, aber leider meist nur im Umfang.


    Viele Grüße
    Fossi

    Ich bin auch am Grübeln. Blauwalgestrüpp ergibt nicht das gewünschte Ergebnis...


    Und ich war mir sicher, dass mittlerweile wirklich jeder sofort sagen würde, "Ach die...". Gut, das Geheimnis um die Firma Walbusch ist ja jetzt gelüftet. Übrigens gibt es noch etliche andere Herren- und Damenausstatter, die eine ähnliche Passformvielfalt anbieten, jedoch einen geringeren Werbeetat besitzen; bei denen bekommt man sicher auch das Passende.

    Was ich mir noch wünschen würde, sind Krawatten in Überlänge. Die gibts aber wirklich nur beim gut sortierten Herrenausstatter zu den entsprechenden Preisen.


    Viele Grüße
    Fossi

    Mir passen Damenblusen nicht. Ich kann darin die Arme kaum heben, ich könnte mit so einem Teilchen an meinem Körper niemals an der Tafel schreiben.

    Es gibt da so eine Solinger Firma, die penetrant damit wirbt, zwei Hemden oder Blusen zum Preis von einem zu verkaufen. Der Name ist eine Kombination aus dem größten Säugetier und einem kleinen, in alle Richtungen wachsenden Baum - will ja hier keine Werbung machen. Jedenfalls haben die Hemden und Blusen in unterschiedlichsten Passformen - ich bin dort glücklicher Kunde, seit ich entdeckt habe, dass es Hemden mit längeren Ärmeln gibt. Und noch glücklicher, seit ich feststellen durfte, dass mir "Slim-Fit"-Hemden besser passen als normal geschnittene (Hurra, meine Waage und mein Spiegel lügen doch!).

    On Topic 1: Es stimmt wohl - beide Extremfraktionen sind weitgehend ausgestorben, sowohl die Jeden-Tag-Anzug-Studienräte als auch die Jesuslatschen-Schlabberhosen-Träger. Ich kenne aber genug KollegInnen, denen ich durchaus mal einen Besuch im Textilfachgeschäft anraten würde.

    On Topic 2: Ich habe mich vor Jahren mal gegen Ende der ersten Stunde plötzlich gewundert, warum mir an den Füßen so warm war. Die schnell gefundene Lösung: Ich war in Hausschuhen in die Schule gefahren. Und zwar in den bequemen... Muss man halt drüberstehen.


    Viele Grüße
    Fossi

    Der Referendarin fiel es aber schwer, den Kern der Gedichte zu erfassen und dementsprechend dann auch die Gedichte zu interpretieren.

    Ja, genau das ist ja eben mein Eindruck. Was bringt es mir denn, bei einem Gedicht zuerst Metrik und Reimschema zu untersuchen? Da kann die Interpretation anschließend ja nur noch nach Schema F ablaufen.Dass man Schülern so die Freude an Gedichten für lange Zeit austreiben kann, steht wohl außer Frage.


    Viele Grüße
    Fossi

    Wir hatten eine Referendarin, die sagte, sie könne mit Lyrik nicht viel anfangen - und das hat man auch gemerkt

    Ich bekomme ja nun über meine Schüler an der Klinikschule ständig mit, was Kollegen so im Unterricht machen und muss sagen: Es können wohl viele Deutschlehrer mit Lyrik nicht viel anfangen. Wenn ich mir anschaue, wie viele Schüler offensichtlich beigebracht bekommen, dass man bei der Gedichtanalyse zu allererst das Metrum und das Reimschema betrachten [und daraus dann tiefschürfende Schlüsse ziehen] soll... dennoch finde ich es legitim, sich die Freiheit zu nehmen, Lieblingsthemen und deren Gegenteil zu haben: ›Jeder‹, so schrieb Ludwig Marcuse zum Bildungsproblem, ›sollte frei
    sein, sich ins Herz treffen zu lassen oder keine Notiz von einem Meister
    zu nehmen.‹ Wer offen zugibt, zu Lyrik keinen rechten Zugang zu finden, stattdessen aber für Epik und Dramatik brennt - so what? Die Grundzüge der Gedichtanalyse muss man den Schülern halt trotzdem überzeugend beibringen können.


    Viele Grüße
    Fossi

    Und wenn ich am Montag noch eine Klausur schreibe und in der nächsten Woche nicht mehr da bin, dann muss ich die Klausur korrigieren.


    "Herr Müller! *Pochpochpoch* Sie müssen die Klausur von den 12ern noch korrigieren! Hören Sie mich? Ja, ich weiß, dass Sie einen schlimmen Autounfall hatten. Aber die Korrektur gehört zu Ihren Dienstpflichten, da können Sie doch nicht einfach...*Pochpochpoch*... Und wissen Sie, so eine Einäscherung, die kann man doch noch mal verschieben! Herr Müller, jetzt geben Sie doch mal Antwort!"


    Viele Grüße
    Fossi

    Du hast natürlich recht - diese verfahrenstechnische Besonderheit führt dann natürlich dazu, dass die Beleidigung eines Amtsträgers mit höherer Wahrscheinlichkeit teuer wird als die Beleidigung irgendeines dahergeloffenen Heinz, z.B. eines Lehrers :) . De facto musst Du aber schon einen Polizisten oder Richter beleidigen, um bluten zu müssen. Ich weiß nicht, ob die strafrechtliche Verfolgung der Beleidigung eines Bürgermeisters oder Kreisbrandrats von solchem öffentlichen Interesse ist. Zumal die Äußerungen wohl in der Tat "nahe an" den Straftatbeständen sind, diese aber wohl nicht erfüllen.

    Für die betreffende Website gilt allerdings in ganz besonderem Maß das alte "audiatur et altera pars"... in Fürstenberg war ich mal im Urlaub. Hübsche Gegend, hübsches Städtchen - aber da tun sich ja Abgründe auf!


    Viele Grüße
    Fossi

    Manchmal bin ich echt froh, an einer Klinikschule zu arbeiten, wo medizinischer Beistand einen Anruf entfernt ist...


    Viele Grüße
    Fossi
    - Pflasterkleber, Kühlpackholer, Düftchenanreicher, Händchenhalter, aber definitiv nicht Pillengeber.

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