Beiträge von fossi74

    Möglich, wärst du aber vielleicht auch, wenn dir aus allen Ecken entgegenschlagen würde, wie unmöglich, veraltet, engstirnig und überheblich bayerische Gymnasien im Allgemeinen und die dortigen Lehrkräfte im Besonderen sind.

    Dazu allerdings noch ein Anekdötchen: Meine Frau war letzten Herbst mit ihrer Hauptschulklasse im Schullandheim (so nennt man in Bayern das, was überall sonst ein Landschulheim ist. Landschulheime hingegen sind in Bayern ländlich gelegene Gymnasien mit Internat - das nur nebenbei zur Begriffsklärung). Gleichzeitig war auch eine Klasse vom Gymnasium mit den entsprechenden Lehrkräften da. Zitat meine Frau: "Die [Kollegen] haben uns mit dem A*** nicht angeschaut."

    Um auch mal was positives über bayerische Schulen zu sagen: Der allgemeine Kleidungsstil dürfte sich nicht mehr groß von außerbayerischen Kollegien unterscheiden, wenn er das je getan hat.

    An meinem untermainischen Provinzgymnasium war es in den 80ern noch durchaus üblich, dass die älteren Kollegen in (ebenfalls meist älteren) Anzüge gewandet waren, bei den jüngeren gab es das schon damals nicht mehr. Heutzutage kann man es auch als langhaariger, bärtiger Band-T-Shirt-Träger zum StD bringen - vorausgesetzt, man erfüllt die Anforderungen, z. B. die Schulaufgaben pünktlich in die Respizienz zu geben.

    Zumal Jogginghose und auch Sweatshirts inzwischen keine (ausschließliche) Sportbekleidung mehr sind.

    Zum Joggen dürfte es kaum ein unpraktischeres Kleidungsstück geben als die klassische Jogginghose.

    Ich zB könnte Würgen wenn ich nackte Füße sehe, trotzdem käme ich nie auf die Idee von anderen zu verlangen, dass sie ihre Füße bedecken, nur weil ich dieses Stück Fleisch ekelhaft finde

    Oh, ja... gib mir verhornte Mauken, mit zentimeterdicken, ins uringelbe spielenden Hornhautplacken und panzerplattenartigen Nägeln, garniert mit einem aparten Hallux Valgus. Kannste waschen, wiesde willst, die Dinger - manche Füße sieht man stinken!

    [x] für ein Verbot von Trekkingsandalen abseits des Jakobswegs

    Oder man muss halt doch mal Lebens- und Arbeitsort in eine neue Passung bringen. Ich wäre nicht bereit, arbeitstäglich 2 x (mindestens) 1,5 Stunden meiner Lebenszeit dem Arbeitsweg zu opfern. Das sind bei 190 Schultagen im Jahr über 71 volle Arbeitstage à 8 Stunden, die man bei den Strecken, die hier im Raum stehen, zusätzlich erbringt. Oder anders ausgedrückt, plattyplus: Du verbringst deine kompletten Ferientage auf der Straße. Das muss man schon wollen, auch angesichts deiner speziellen Situation, die du hier ja schon oft geschildert hast.

    Wie funktioniert dieses sensationelle (?) Brot-Game?

    Oh, das kann ich dir sagen, meine große Tochter hat es darin zur Meisterschaft gebracht: Man nehme eine Brotdose mit Pausenbrot darin, packe sie unters Bett und wette mit sich selbst, was zuerst passiert - die Eltern finden die Dose, oder die Dose bewegt sich aus eigener Kraft aus dem Zimmer.

    Natürlich muss nicht überall ein Schutzschalter eingebaut werden (wir haben zB keine zuhause eingebaut)

    Achtung, das ist lebensgefährlich. FI-Schutzschalter (ihr müsst echt im Uraltbau wohnen, seit Anfang der 80er sind die Dinger vorgeschrieben, allgemein verbreitet waren sie seit Anfang, Mitte der 70er) schützen nämlich auch intelligente Menschen vor Stromschlägen im Falle von unsichtbar defekten Geräten. Sie sind auch in Altinstallationen recht einfach nachzurüsten. (Es gibt übrigens tatsächlich selektive FI-Schutzschalter, aber auch diese selektieren nicht nach kognitiven Fähigkeiten der Nutzer, sondern nach harten technischen Fakten.)

    Freunde von uns sanieren gerade einen Bauernhof aus den 1880er Jahren. Dort war ein urtümlicher FI-Schutzschalter von ca. 1950 installiert (erfunden wurde die Technik schon in den 30ern) - er funktionierte sogar noch (war aber so groß wie ein Schuhkarton).

    Du hattest mir ja an anderer Stelle nicht geantwortet, deshalb frage ich nochmal: Was genau hat dich an Bayern derart traumatisiert, dass du jetzt so anti, ja schon fast verbittert bist?

    Um die Frage doch mal zu beantworten: Ich bin weder anti noch verbittert. Ich arbeite nur seit 10+ Jahren in Baden-Württemberg und sehe vieles, das mir im Ref in Bayern vermittelt wurde, mittlerweile kritisch. Zum Beispiel die extreme Notenfixierung, die ausufernde Kontrolle der Kollegen, die sich bis auf Leitungsebene erstreckt, usw. Ach, man könnte endlos weitererzählen!

    Anekdotisch noch zum Thema: Wir haben keine "richtige" digitale Schulverwaltung (es gibt schlicht keine, die für uns geeignet wäre). Die (stark schwankende) Anwesenheit unserer Schüler erfassen wir mit einer Excel-Tabelle, die ein Kollege mal erstellt hat und wo man über bedingte Formatierungen anzeigen lassen kann, ob ein Schüler entschuldigt oder unentschuldigt gefehlt hat oder pünktlich oder verspätet anwesend war.

    Die Tabelle muss jeden Freitag aktualisiert werden. Das mache ich selbst. Wenn ich es nicht mache, muss ich die Tabelle am Montag aus meiner sicher verwahrten Vorlage neu erstellen - dann hat es nämlich ein Kollegy gemacht, und die alte Tabelle ist dann zuverlässig kaputt.

    Sorry, da habe ich tatsächlich Blödsinn geschrieben.

    Als Ausgleich rechne ich es mal für EG13 aus. Dauert aber noch ein bisschen.

    edit: Ging doch ganz flott; gut, dass ich mit dem Rechenschieber so fit bin.

    Die Differenz zwischen "Ich bekomme von Anfang an Stufe 6" und "Ich arbeite mich von Stufe 1 hoch" beträgt tatsächlich 161.568,91 €.

    Das hätte ich nicht gedacht - I stand corrected!

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