Mila: Ich glaube, Eltern reagieren so, um das Bestmögliche für ihr Kind herauszuholen - manche im Notfall mit allen Mitteln, teilweise auch mit unlauteren! Wenn ihre und unsere Einschätzung davon, was das Bestmögliche ist, divergiert, tendieren einige Eltern eben dazu, mehr oder weniger massiven Druck auszuüben. Hierfür gibt es nach meiner Erfahrung unterschiedliche Gründe, zunehmend beobachte ich aber, dass schon in er 5. Klasse von Eltern massiv Panik gemacht wird, ob denn "das Pensum" auch geschafft wird, einfach, weil man befürchtet, das eigene Kind könnte dem immer größeren Konkurrenzdruck in Schule und Gesellschaft nicht gewachsen sein.
Das geht bei uns bis hin zu Eltern, die schon in der 5 darauf hinweisen, wie ihr Kind denn später im Studium zurechtkommen sollte, wenn einmal ein Problem im Matheunterricht auftaucht.
Ich tröste mich dann damit, dass die unangenehmen Eltern Gott sei Dank nicht die Mehrheit darstellen, und bin dazu übergegangen, Extrembeispiele, wie sie hier genannt werden, einfach als indiskutable Entgleisungen und Beweis für eine schlechte Kinderstube der Eltern anzusehen. Natürlich will man mit möglichst allen Eltern guten Kontakt pflegen, aber ich bin auch zu der Auffassung gekommen, dass es bei einigen besser ist, den Kontakt so formal wie möglich zu halten und mich abzusichern - bis hin zu Gesprächen, die ich nur noch in Gegenwart Dritter führe. Ich signalisiere durchaus Gesprächsbereitschaft, breche aber auch konsequent ab, wenn Eltern ausfallend werden o.ä. Manchmal beschleicht mich aber der dunkle Verdacht, dass in einigen Fällen eher die Eltern als die Kinder zu erziehen wären ![]()
Eugenia