Beiträge von Kathie

    Hier darfst du machen was du willst. In Hessen soll es in Schulen und Behörden nicht mehr gemacht werden.

    Das war ein kleiner Scherz im Bezug auf das seit Neuestem geltende Verbot in Bayern. Aber hier bin ich ja weder an einer Schule, noch an einer Behörde, wenngleich in Deutschlands größtem Lehrerzimmer.

    Wenn da mal jemand gegen klagt, dann hat die Schule ganz ganz schlechte Karten. Rechtlich gesehen müssen solche Tage nicht nachgeholt werden. Da muss ich Susannea zustimmen.

    Und das ist interessant. Ich habe mir gerade die Websites einiger FOSen durchgesehen, da ist es überall etwas schwammiger formuliert "Wenn mehr als 5 Tage ohne ausreichende Entschuldigung versäumt werden, gilt die fachpraktische Ausbildung als nicht bestanden." Wieder was gelernt, Danke. Und entschuldigt die beinahe schon Fehlinfo. Ich hatte mal ne FOS Praktikantin, die mir das mit den 5 Tagen genau so gesagt hat, das habe ich ihr geglaubt.

    Die 9.Klässler:innen, die in der Grundschule Praktikum machen, müssen ihre Krankentage nicht nacharbeiten.

    Es ist dann oft einfach nur schade, und in der Grundschule haben viele von ihnen innerhalb der 2 Wochen einen Infekt.

    Das ist aber etwas ganz anderes als eine universitäre Ausbildung mit Praxisanteilen. Zudem kann man von erwachsenen Studierenden erwarten, dass sie zum einen die Vorgaben kennen und sich zum anderen um einen Ausgleich selbstständig kümmern können.

    FOS SchülerInnen (ist das Gendern hier überhaupt noch erlaubt ;) ) müssen ihre verpassten Praktikumstage nacharbeiten, zur Not eben in den Ferien, sie dürfen bei einem halben Jahr Praktikum maximal 5 Tage fehlen.

    Die angegebenen Zahlen treffen nur für Angestellte in Deutschland zu, die vom deutschen Bundesamt hin - und zurückübergesiedelt werden. Diese Umzugserstattungen kann man nicht mit einem vietnamesischen Arbeitgeber vergleichen, somit macht dieser Vergleich leider keinen Sinn.

    Im Endeffekt sollte man natürlich die Arbeitgeber Konditionen vergleichen. Und der schnelle Vergleich fällt halt in etwa so aus:

    Umzugskostenpauschale gibt es bei dem einen Modell - beim anderen nicht.

    Reguläre Ferienzeiten gibt es bei dem einen Modell - beim anderen gibt es 12 Tage Urlaub.

    Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es beim einen Modell - beim anderen gibt es "Unterstützung im Krankheitsfall"

    Gehalt ist hier mehr - hier weniger

    Wenn man so wenig zahlen kann, wird man in einem Lehrerforum vermutlich wenig Glück haben.

    Man muss bedenken, dass bei einem Gehalt von 400€ im Monat (ob das stimmt, keine Ahnung, jemand hat es hier in den Raum gestellt) allein zwei Monatsgehälter mindestens für den Rückflug draufgehen und dass bei einem mehrjährigen Verweilen während der 12 Tage Urlaub ein Heimaturlaub z.B. über Weihnachten auch nicht mal so einfach drin sein dürfte, sondern Erspartes angreifen würde. Lohnen tut sich das irgendwie nicht.

    Für die Erfahrung könnte man es natürlich trotzdem machen, aber wärt ihr als Schule nicht erfolgreicher mit eurem Gesuch, wenn ihr Ehepartner von Expats vor Ort ansprechen würdet, ob die sich einen Job als Ortskraft vorstellen könnten, vielleicht halbtags?

    12 Tage Urlaub sind halt schon arg wenig, das sind gerade mal zweieinhalb Wochen im Jahr...

    Ich meine was kann ich den Schülern zeigen:

    • Schuleigenen Splitterschutzkohlenkeller aus dem WK2. Damals schon ein Behelf und letzte vorhandene Technik ist das Stahlschott fürs Kohlenfenster.
    • Nahegelegenen Atombunker für Fernmeldetechnik, wenn der Investor uns reinlässt
    • Bahnbunker WK2, der wie eine Kloake stinkt
    • Ehemaliges Erbsenlager aus dem kalten Krieg. Heute natürlich leer.
    • Ehemaligen Sprengschacht für die Atommine, um den Pass zu sperren
    • Ehemalige Atomraketenstellung im Nachbarort

    Das sind jetzt alles nicht so die Hits.

    Hilfe, wo wohnst du?

    Ich habe das Ref zwar nicht mit Kleinkind, aber dennoch mit kleineren Kindern gemacht, mein kleinstes Kind war 3, als ich anfing.

    Ich hätte es ohne ein soziales Netz nicht geschafft, ohne mich aufzureiben, aber so ging es: Mein Mann die Kinder in der Früh komplett übernommen und sie dann auch in den Kindergarten gebracht (Fahrstrecke zu den Seminarschulen war teilweise so weit, dass es dort sonst nicht pünktlich gewesen wäre), er hat am Wochenende auch regelmäßig einen Tag mit den Kindern was unternommen und mich in Ruhe vorbereiten lassen.

    Ich hatte außerdem nicht den Anspruch, die Kinder mittags aus der Betreuung zu holen, sondern habe sie bis zur Schließzeit dort gelassen.

    Vor diesem Hintergrund war es absolut machbar!

    Die Nachmittage nach dem Kindergarten und die Abende gehörten mir und den Kindern, ich habe dann eben oft so ab 21 Uhr nochmal gearbeitet. Am Wochenende war ich effektiv und hatte dann auch immer einen Tag für die Familie übrig. Ferien gibt es regelmäßig und das ist auch eine Erleichterung. Die sind zwar keine reine Erholung, weil man auch was arbeiten muss, aber man ist weniger eng getaktet.

    Ich hatte großen Bammel und rückblickend sage ich auch, dass das Ref zwei sehr harte Jahre waren, aber ich hatte nie das Gefühl, abbrechen zu wollen, und ich habe es auch gut geschafft. Von daher: nur Mut!

    Ich glaube, wichtig könnte sein, dass dein Partner (wenn du einen hast) weiß, dass sich dein Leben stark ändern wird von "daheim Mama sein" zu "arbeiten und Prüfungen haben". Wenn du bis jetzt den Hauptteil der Care-Arbeit geleistet hast und die Einkäufe, den Haushalt und das Kochen übernommen hast, dann mach ihm klar, dass das ab dann eben geteilt werden wird.

    Seitdem bei uns am Ort die Hauptschule geschlossen wurde, hat sich der eh schon schlechte Ruf der örtlichen Gesamtschule zum Status „Resterampe“ entwickelt. Konkret ist die in der Ablehnung ausgesprochene Alternative genau die eine Schule, die wir explizit auf gar keinen Fall wollen.

    Resterampe, schlechter Ruf, ich kann aus Erfahrung berichten, dass es manchmal alles andere als der Wahrheit entspricht.

    Beide Schulen nehmen jeweils ein Inklusionskind, was zur Folge hat, dass in dieser Klasse dann „nur“ 27 Schüler sitzen. Da kam bei der Vorstellung der Schulen schon Unmut auf, weil so ein Inklusionskind drei anderen Schülern den Platz wegnimmt.

    Was ist das denn für eine gemeine Art, zu denken?

    Ich finde schon die Quote von einem Kind pro Klasse sehr einschränkend und benachteiligend, weil ja alle anderen i-Kinder dadurch ausgeschlossen werden.

    Gut gesagt, finde ich.

    Wie würdest Du denn ein System beschreiben, bei dem:

    • Dein Vater vor 70 Jahren bei den Großeltern angemeldet wurde (Meldeadresse/Wohnsitz), damit er zur passenden Schule gehen konnte?
    • Du selber vor 40 Jahren bei der Adresse deiner Großeltern angemeldet wurdest, damit du den Kindergarten im Ort besuchen kannst und nicht in den Nachbarort musst.
    • Du selber vor 35 Jahren an besagter Realschule nicht aufgenommen wurdest und selber zu der einen Gesamtschule gehen solltest, die nicht nur deine Eltern sondern auch du auf ganzer Linie ablehnst. Letztlich bin ich so am Gymnasium gelandet und trotz Hauptschulempfehlung dort nie sitzen geblieben.
    • Sich das ganze Spiel heute genau so wiederholt.

    Du wirst doch wohl hoffentlich verstehen, dass so etwas prägend auf deinen Lebenswandel einwirkt, oder?

    Ich würde das Spiel vielleicht durchbrechen und mein Kind auf die Schule geben, auf der es einen Platz hat, und wegkommen vom "Resterampen"-Gedanken. (Sich wegen eines Kindergartenplatzes bei den Großeltern anzumelden kommt mir persönlich etwas übertrieben vor, es sei denn, es ging um Öffnungszeiten.)

    Aber wenn ihr partout die Gesamtschule nicht wollt, dann müsst ihr eben Widerspruch einlegen und versuchen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um eine andere Schule möglich zu machen.

    Nur noch ein Denkanstoß: Ich würde eine vermeintlich schlechtere Schule mit 40 minütigem Schulweg (was ich übrigens eine normale Zeit finde, meine Kinder habe alle mindestens 40 Minuten zu ihren Schulen zu fahren) einer vermeintlich besseren mit knapp 70 minütigem, kompliziertem Schulweg vorziehen.

    Solltet ihr euch gar nicht mit dem Gedanken der Gesamtschule anfreunden können, viel Glück beim Versuch, etwas zu erreichen!

    Und wenn ihr dabei bleibt, dann wünsche ich euch und dem Kind, dass ihr erstmal offen an die Schule herangeht.

    Wie sollen sie euch am Telefon auch begrüßen? Mit "Willkommen bei der Resterampe, schade, dass Sie hier sein müssen, was ist Ihr Anliegen?" ;) wärst du vermutlich noch unzufriedener als mit "Schön, dass Sie sich für uns entschieden haben." - wobei ich verstehe, dass so eine Ansage nervt, wenn man sich eben nicht dafür entschieden hat...

    Ich bin je nach Klasse zum Sommer hin entweder eigentlich ganz froh, relativ ungerührt oder teilweise auch sehr traurig, dass die gemeinsame Zeit vorbei ist. Das legt sich aber spätestens am ersten richtigen Tag der Sommerferien wieder. Man muss die Kinder (Jugendlichen, jungen Erwachsenen in deinem Fall) auch weiterziehen lassen und neue Erfahrungen machen lassen. Melancholie, weil eine Etappe zu Ende geht, darf schon sein - aber eben kurz.

    Ich fände es nicht normal, wenn man sich im neuen Schuljahr immer noch viele Gedanken um die abgegebenen Schüler machen würde. Dass man mal nachfragt, wie es ihnen geht, wenn man sie trifft: Klar. Aber der Kopf ist dann doch bei den Neuen, und so sollte es auch sein, meiner Meinung nach.

    Ich erkläre das gerne noch ein bisschen besser:
    Ich glaube es gibt einfach ein Missverständnis, das ich wirklich gerne ausräumen möchte: Ich will gar niemanden "überzeugen" in die Schweiz zu kommen. Das schreibe ich eigentlich fast in jedem meiner Beiträge. Ich freue mich wirklich über jeden, der sein Plätzchen gefunden hat.

    Ich bin einfach zufällig über dieses Forum gestolpert, weil ich schauen wollte, ob sich hier eine Lehrperson für eine Klassen-Brieffreundschaft finden liesse. (Hat übrigens geklappt.) Dann habe ich ein wenig durch das Forum geklickt und mich bei den Schlagwörtern wie "Referendariat, Verbeamtung und Dienstrecht" daran erinnert, wie unterschiedlich die beiden Schulwelten (Deutschland und Schweiz) doch sind. Das hat mich auch irgendwie in meine eigenen Berufsfindungsphase nach dem Abi zurückversetzt, weil ich mich damals auch mit dem Lehrerberuf in Deutschland beschäftigt hatte. Neben den schlechten Prognosen für den zukünftigen Bedarf war es dann vor allem der (aus meiner Sicht) starre Beamten-Rahmen, der mich damals davon abgehalten hat, diese Richtung einzuschlagen. Ein Leben lang denselben Job ausüben und womöglich sogar jahrzehntelang an derselben Schule arbeiten? Das wirkte damals einfach extrem einengend auf mich.

    Und mit diesem Hintergrund kam mir dann der Gedanke, dass ich ja einfach mal kurz meine Erfahrungen zur Schweiz teilen könnte und womöglich anderen in ihrer Berufsfindungsphase oder Stellensuche helfen könnte. I


    Kannst du meine Gedanken nachvollziehen?

    Ja, jetzt verstehe ich es besser, Danke für die Erläuterung!

    Liebe Grüße in die Schweiz und einen schönen, sonnigen Sonntag noch!

    Hm, ursprünglich ging es ja darum, dass du meintest, der Lehrerberuf, gerade das Unterrichten kleiner Kinder, sei bedeutungsvoller als andere Berufe, deshalb sollte man dafür brennen.

    Ich finde den Beruf auch bedeutungsvoll und finde es wichtig, dass man zum Beispiel Kinder generell mag, wenn man Lehrerin ist. Mir fallen aber noch unzählige andere Berufe ein, die sehr wichtig sind:

    Ärzte, alles in der Pflege, Bauern, alles im Verkauf, Forschung, Berufe bei der Bahn, bei der Post, handwerkliche Berufe, Tätigkeiten in der Regierung und beim Militär und so weiter und so fort.

    Als Grundschullehrkraft hat man direkt mit Kindern zu tun, und ist stundenlang am Tag deren einzige erwachsene Ansprechpartnerin und oft ein Vorbild, also man ist schon recht prägend in deren Leben. Ähnliches gilt auch für alle Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, und natürlich auch für Förderschul- und Sekundarlehrkräfte.

    Also ich sehe unseren Beruf als wichtig an, aber nicht als wichtiger als andere Berufe.

    Ja das ist richtig. Klar werden hier im Forum überwiegend fertige Lehrpersonen unterwegs sein. Heisst aber nicht, dass ich genau die ansprechen wollte. Mag auch Mitleser/innen geben, die sich gerade fragen, wo sie ihr Lehramtsstudium beginnen wollen.

    Auch vor dem Ref möchte man sich ja vielleicht über die Optionen informieren. Ob das allerdings so einfach geht und ob ein fehlendes Ref bei Primarlehrpersonen in der Schweiz irgendwie kompensiert werden könnte/müsste, weiss ich aktuell allerdings nicht. Vielleicht ist da Antimon informiert? :)

    Ja aber, entschuldige dass ich jetzt nochmal nachhake bzw. schreibe, ich verstehe es irgendwie nicht, warum das für dich so wichtig ist, die Leute zu überzeugen, in die Schweiz zu kommen, zumal du selbst ja direkt dort studiert hast, aber hier in einem Lehrerforum schreibst, in dem 90% der Schreibenden (Schätzung) bereits fertig ausgebildet und in Deutschland verbeamtet bzw. angestellt sind, und der Rest sich im Studium oder Ref befindet. Und wie einfach bzw. schwierig es ist, unter diesen Voraussetzungen in die Schweiz zu wechseln, das weißt du ja nun gar nicht.

    Meine Knetbälle sind auch nicht gefüllt und können nicht platzen ;-).

    Ich habe eine Schale mit Fidget Toys am Pult stehen. Ich mache es so, dass die sehr unruhigen Kinder von mir von vornherein ein Fidget Toy für den Tag ausgeteilt bekommen, die anderen Kinder sich die aber auch nehmen dürfen. Wir haben besprochen, warum manche Kinder sie mehr brauchen als andere. Für die Kinder, die davon nicht profitieren, sind sie schnell uninteressant.

    Meine Klasse nutzt sie vorwiegend während stillen Phasen (ich lese vor oder erkläre etwas, wir haben ein Unterrichtsgespräch, die Kinder rufen sich gegenseitig auf, solche Situationen). Also immer, wenn die Hände nicht beschäftigt sind. Ansonsten bleibt das Fidget Toy einfach am Schülertisch liegen, es soll ja griffbereit sein, wenn der Bedarf aufkommt.

    Ich biete leise Fidget Toys (z.B. Squishys oder diese Knetbälle) gern sehr unruhigen Kindern an, die ansonsten mit anderen, lauteren Dingen, z.B. Stiften, spielen.

    Meiner Erfahrung nach brauchen manche Kinder etwas in der Hand, sie werden dadurch ruhiger und können sich dann auch wirklich besser konzentrieren, die oben genannten leisen Fidget Toys sind dafür super.

    Und deiner Analyse zu den Unterschieden bzgl. der Schweiz und Süddeutschland würde ich durchaus zustimmen. Im grenznahen Raum würde ich die Situation auch so beschreiben, sodass dort der Wechsel über die Grenze sicher einfacher ist. Konsequenterweise ist es aus allen anderen Teilen Deutschlands ein grösserer Schritt. Aber ein grosser Schritt ist ja noch lange kein unmöglicher Schritt. Auch für einen Berliner wäre der Schritt ins ländliche Bayern ein grosser Schritt und trotzdem würde niemand bestreiten, dass das grundsätzlich für manche Menschen möglich ist. Und so ist es auch mit der Schweiz. Für die allermeisten ist es sicher wenig attraktiv (oder auch viel zu riskant) ins Nachbarland zu wechseln. Aber manch andere finden das Land auch einfach nur spannend und verbinden damit (verklärte) Urlaubsfantasien. Es darf ja zum Glück jeder selbst entscheiden, was er/sie sich zutraut. Wie gesagt, ich will niemanden überreden, sondern nur besser verstehen, warum die Situation so ist, wie sie ist und gleichzeitig meine persönlichen Erfahrungen anbieten, falls sich dafür jemand interessiert.

    Du hast mir auf jeden Fall ein gutes Stück weitergeholfen! Herzlichen Dank.

    Der eine Schritt ist halt innerdeutsch, der andere ins EU-Ausland, die Schweiz ist zwar auf der Landkarte nah an Süddeutschland dran, aber dennoch ist sie nicht einmal ein EU Mitglied.

    Ich frage mich aber immer noch, was dich an den Beweggründen deutscher Lehrer, in Deutschland zu bleiben (was ja eigentlich das Normalste der Welt ist) so brennend interessiert, es kommt mir fast vor, als würdest du ein Buch schreiben wollen und wärst hier auf Recherche ;-).

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