Beiträge von nihilist

    im lehrplan sehen sie aber nicht, was fritzchen morgen zu hause machen kann, wenn es zu ungemütlich war, früh aufzustehen und ihm frühstück zu machen...

    ich komme immer noch nicht mit digitalen kalendern klar. habe lehrerkalender in der tasche und papierplaner in der küche und bin immer pünktlich.

    Warum sollte das mit digitalem Klassenbuch anders sein? Ich trage da exakt das Gleiche ein wie auf das Papier. Und das analoge Klassenbuch kann die Schulleitung auch jederzeit einsehen. Macht sie aber nicht. Wäre ein bisschen viel Arbeit bei 36 Klassen. Und ist auch völlig unspektakulär, das lässt ja gar keine Rückschlüsse über meinen Unterricht zu, da steht nur das Thema.

    naja, bei digital könnten theoretisch auch eltern einsehen wollen, was genau wann dran war oder gar sein wird, damit sie ihre kinder gemütlich zu hause lassen können, denn das, was lehrer können, kann ja jeder auch zu hause.

    sobald man mal den neuesten heißen scheiß, an dem hübsch geld verdient wird, nicht ohne kritisch nachzudenken befürwortet, verwirrt man gleich viele leute..

    (weil ich so altmodisch bin, kommen in meinen träumen noch keine werbeunterbrechungen) :flieh:

    Bei der Anwesenheitsliste ist es ein verständliches Anliegen der Schulleitung.

    Allerdings fürchte ich, dass bald mit digitalen Klassenbüchern unsere Arbeit von der Schulleitung und vielleicht bald sogar Eltern streng beobachtet werden könnte (z.B. Stunden- und Sequenzplanung). Ich möchte meine letzten Freiheiten (z.B. Unterricht je nach aktueller Lage und Befürfnissen der Kinder abändern und spontan umplanen) als Pädagoge nicht abgeben.

    Was können wir tun, damit es nicht soweit kommt?

    das marburger hochbegabtenprojekt machte eine langzeitstudie. hochbegabte kinder und erwachsene kommen im schnitt besser durchs leben und sind im schnitt beliebter, weil sie pfiffig sind. die wenigen fälle, wo sie (wie andere menschen auch) probleme haben, fallen auf, weil sich in den beratungsstellen nur die problemfälle sammeln. die allermeisten werden nie diagnostiziert oder brauchen keine beratungsstelle (man macht kann ja in arztwartezimmern keine sinnvollen umfragen zur allgemeinen gesundheit machen) . ihnen geht es meist gut, weil schule leicht fällt und sie erfolge haben. mal ein kleines langeweilchen in der schule haben auch normalbegabte! und hochbegabte sind normale kinder, die nur quantitativ etwas schneller oder leistungsstärker in den items, die der test misst, sind. sie denken nicht qualitativ ganz anders.

    ich rede vom durchschnitt. problemfälle gibt es quer durch alle iq-werte.

    bei VERA hatte ich in meiner klasse im vergleich mit den parallelklassen am wenigsten schüler auf dem "mindeststandard nicht erreicht"-niveau, dafür aber die allermeisten beim regelstandard plus (zweithöchste stufe). die spitze (optimalstandard) war leicht kleiner als bei den anderen klassen, aber es gab viel weniger "schlechte" ergebnisse.

    man kann natürlich nicht wissen, ob es am unterricht liegt, aber ich finde es auf jeden fall besser, wenn der notenspiegel sehr viele zweien hat (besser als mehr einsen und mehr schlechte noten).

    intelligenten, die schwierigkeiten in der schule haben, helfe ich natürlich sehr gern! aber die einserschüler (die auch meistens privilegierter, fröhlicher, beliebter, gesunder, attraktiver sind) haben schon so viele erfolge und spaß in der schule, dass ich meine arbeitskraft nicht primär bei ihnen einsetze, sondern erst, wenn ich eben das gefühl habe, dass am unteren rand niemand verzweifelt.

    belohnen ist ja was anderes als zu behaupten, die spitze bliebe "auf der strecke".. die schaffen es meiner erfahrung nach mit ihrer schlauheit und oft auch mit drill von zu hause oft "von alleine", da wird gepaukt ohne ende (und von eltern viel gefordert), so dass ich kein schlechtes gewissen habe, mich um die schwachen zu kümmern, die sonst im leben wirklich auf der strecke bleiben.

    So ein System wird auchmal Schülern gerecht, die dieses hohe Niveau bringen können und wollen. Diese bleiben leider immer mehr auf der Strecke.

    ach, die ärmsten strebsamen und schlauen.. die bleiben in unserer gesellschaft ja sowas von auf der strecke!

    (wie man an den mächtigen sieht, kommen dumme zwar auch mal an die macht, aber die elite bleibt mitnichten auf der strecke! um die muss man sich die wenigsten sorgen machen!)

    schreit lieber nicht so laut nach gebundenem ganztag! ich finde gerade das tolle an unserem beruf, dass wir nachmittags zu hause arbeiten können (oder auch mal nicht und dafür an einem anderen tag mehr).

    auch bei den kindern merke ich, dass sie sich nach dem unterricht sehr auf den "feierabend" im hort freuen. erst die arbeit, dann spiel und austausch mit den freunden. diese struktur mögen sie gern. ich weiß nicht, ob man sie den ganzen tag lang immer wieder zum lernen zwischendurch motivieren könnte. ich merke schon einbußen nach zu langen hofpausen. sie müssen sich dann immer wieder in den arbeitsmodus bringen. dann doch lieber vormittags etwas powern und nachmittags relaxen und quatsch machen (die kinder und wir)!

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