Besonders betroffen ist das Schreiben. Dies gilt einerseits für die (fehlenden) Kenntnisse im Bereich Rechtschreibung, andererseits auch die motorischen Fähigkeiten (Handschrift). Dies ist im Übrigen kein rein subjektiver Eindruck, sondern auch empirisch erhärtet, wenn auch nicht in repräsentativen Studien.
Die Kritik ist berechtigt, hat aber nichts mit der Unterrichtsorganisation, wie sie Frosch vorschwebt, zu tun. Sprachliche Defizite sind ein Problem der Zeit und der Methodik.
Tatsache ist, dass ich mittlerweile davon überzeugt bin, dass nur ein Methodenmix auf Dauer die höchste Zufriedenheit auf Seiten der Schüler, Eltern und Lehrer erzielt.
Das ist nach einigen Jahren offenen Unterrichts auch meine Erfahrung. Wenn ich eine Klasse neu im 1. Schuljahr bekomme, gucke ich mir meine Pappenheimer erstmal eine Zeit lang im eher geschlossenen Unterricht an,
öffne zu einzelnen Themen, zu einzelnen Stunden so langsam den Unterricht und beobachte, ob die meisten der Kinder damit zurecht kommen.
Nach meinen Erfahrungen gibt es tatsächlich immer einige Kinder, die mit der ganz großen Freiheit nicht zurecht kommen. Je nach dem wie groß dieser Anteil ist, variiere ich mit mehr offenen Einheiten, Stunden- oder Wochenplänen oder mehr Frontalunterricht. Es ist die flexible Mischung, die ich für mich sinnvoll finde.
Aber ich denke, man muss auch der entsprechende Lehrertyp dafür sein. Eine Kollegin an einer anderen Schule arbeitet komplett "individualisert". Hat jetzt auch einen entsprechenden Fundus und Organisationsgrad, um nicht
jeden Tag im Dreieck zu springen und ist damit sehr zufrieden und kommt meiner Meinung nach auch gut mit den Kindern und dem Lerninhalt zurecht.