Beiträge von raindrop

    Eine Reise nach Finnland wäre sinnvoll, dann müsste man nicht das Rad neu erfinden.

    Zum Thema Pisa und Finnland gab es mal diesen Artikel im Netz, der auch auf die besondere Förderungsstruktur in dem Land eingeht.

    Abschnitt B: Gründe des finnischen Erfolgs b. Schulische Faktoren Punkt 2

    http://www.finland.de/dfgnrw/dfg043a-pisa04.htm

    Es sind dort nicht die normalen Lehrkräfte, die diese Inklusionskinder fördern, sondern besonders geschulte Profis! Das können die meisten hier bei uns einfach nicht leisten, weil sie dafür überhaupt nicht ausgebildet sind.
    In der Grundschule ist ja schon die "normale" Lehrkraft aufgeschmissen, die es mit Kindern mit Dyskalkulie oder mit Legasthenie zu tun bekommt, was ich da teilweise zu sehen bekommt ist nur noch grauselig.

    C. macht den Eindruck als ob sie Legeplättchen u.ä. in der Schule nicht benutzen will um nicht den Eindruck zu machen als bräuchte sie das.

    Das ist leider immer wieder ein Problem, bei dem ich auch nicht so genau weiss, wie man es am geschicktesten macht. In meinem Unterricht lasse ich immer wieder die Anschauung an dem Arbeitsmaterial einfliessen, sie werden selbstverständlich bereitgestellt, für Kinder die sie brauchen. Wenn man allerdings viele Kinder in der Klasse hat, die keines brauchen, nutzen die Schwächeren Mathematiker diese nur noch mit Widerwillen, weil sie halt nicht wollen, das die anderen sehen, das sie es noch nicht können. Alles gute Zureden und Klarmachen, dass es ein ganz normales Arbeitgerät ist, hilft nichts.

    Das Lehrwerk ist Denken und Rechnen.

    Das Lehrwerk arbeitet mit Steckwürfeln in Verbindung mit einem 10er-Feld oder 20er-Feld. Nicht das optimalste Material, aber wenn man die Steckwürfel zusammensteckt, kann man die 5er Struktur noch ganz gut nutzen und erarbeiten, sodass nicht jeder Würfel einzeln auf die Felder gelegt und gezählt wird, was nicht so gut ist.

    also die Zerlegungen für eine Zahl aufschreiben lassen, das klappte ganz gut aber nicht flüssig.

    Das ist schon mal ein guter Ansatz und hier kann man auch nicht genug üben. Die müssen die Kinder im Schlaf können!

    Addition klappt auch ganz gut

    Ein Problem könnte bei der Subtraktion auch sein, dass das Rückwärtszählen nicht gut gekonnt wird, sei es einzeln oder in Schritten. Das könnte man mal überprüfen und gegebenfalls für die Zählstrategien der Subtraktion üben.

    Ob es eine Rechenschwäche ist, kann man jetzt noch nicht sagen. Zählendes Rechnen ist zum jetztigen Standpunkt noch nichts ungewöhnliches.
    Es hängt allerdings auch von dem Lehrwerk ab, mit dem gearbeitet wird, wann mit dem Rechnen begonnen wurde, wie die Vorstellung der Addition und Subtraktion erarbeitet wurde
    und vor allem mit welchem Arbeitsmaterial gearbeitet wird (Rechenrahmen, Perlenkette oder nur lose Plättchen, etc.)
    Ein Kind wie von dir beschrieben würde ich in meinem Unterricht schon besonders beobachten und gegebenfalls
    die Arbeitsweise mit dem Material nochmals erarbeiten (ganz besonders ist, dass dieses eine 5er und 10er Struktur aufweist, ich. z.B nutze den Rechenrahmen ganz gerne)
    und das es die Strukturen dieses Materials zum Rechnen nutzt!
    Die Zählstrategien sollten nochmals mit dem Kind besprochen werden, um den +1/ -1 Fehler zu vermeiden.
    Kann es denn die Zahlzerlegungen bis zur 10 schon sicher?
    Vorstellungen zur Addition und Subtraktion würde ich mir bei dem Kind auch noch mal ansehen.

    Die Lehrämtler, die in Bielefeld auf SekI/II studiert haben und Musik als zweites Fach hatten, haben dieses in Detmold studiert, was aber eine ziemliche Fahrerei ist.

    Aber wo liegt der Vorteil für anderen Großen?


    Wenn sie anderen Kindern helfen und Lernstoff erklären, erfordert das ein gutes Verständnis des Inhalts und eine tiefergehende Reflexion des Themas.
    Ansonsten bietet doch gerade der offene Unterricht für die guten Kinder eine Menge Differenzierungsmöglichkeiten nach oben an. Es lassen sich
    zu fast allen Themen vertiefende Projekte durchführen, wo sie selbstständig Lernen können. Beim Frontalunterricht würden sie doch nur noch gelangweilt rumsitzen.

    Aber grundsätzlich hast du Recht, es kommt auf die Lerntypen an und auf die Lehrerpersönlichkeit, welche Form des Unterrichts angebracht ist.

    Problemlösen ist natürlich auch in der 1. Klasse möglich. Z.b. ist die Einführung der Addition auch problemlösend möglich, ohne ihnen diese Art der Mathematik einfach zu erklären. Dazu lässt sich auch eine
    tolle Rechenkonferenz gestalten, wo die Kinder ihre Möglichkeiten aufzeigen, wie sie dieses Problem gelöst haben. Geometrie gibt auch eine Menge Möglichkeiten her, hier Aufgaben problemlösend aufzubauen.

    Die Kinder in der Klasse in die ich komme rechnen gerade mal bis 20 (addieren, subtrahieren wird wenn erst eingeführt)


    Die Kinder rechnen üblicherweise in der 1. Klasse die ganze Zeit nur bis 20 und wenn Zeit ist, lernen sie noch die Zahlen bis 100 kennen und bündeln noch etwas am Ende des Schuljahres. Das sind aber keine notwendigen Voraussetzugen,
    um den Unterricht Problemlösungsorientiert aufzubauen. Wie caliope geschrieben hat, geht das Zahlenbuch in die Richtung, aber meiner Meinung nach auch nur sehr punktuell und viel zu wenig. Alternativ dazu gibt es als Schulbuch noch den Mathematikus, der einen ähnlichen Ansatz hat.

    Eine Freundin an einer andere Schule macht sich auch diesen Aufwand und schreibt anhand der Kompetenzen, was die Kinder schon können und was sie noch üben müssen, natürlich kindgerecht formuliert.

    Ich persönlich halte Micky-Maus-Zeugnisse für reichlich albern und wenig würdevoll

    Micky.Maus-Zeugnis" finde ich auch reichlich albern.


    Manchmal kann es nicht schaden, nicht nur die Überschrift zu lesen. Der Begriff Micky-Maus-Zeugnis ist wirklich etwas komisch, aber der TE hat darunter beschrieben was damit gemeint ist und das ist durchaus ernsthaft und sinnvoll.

    Ich bin auch ein Fan vom Zahlenbuch, wie Ohlin schon schrieb, gibt das Buch viele gute Ideen für guten mathematischen Unterricht her, im Sinne von Muster und Strukturen entdecken. Leider sind viele Kolleginnen nicht mit dem Buch klar gekommen. Es braucht, um das Buch richtig einsetzen zu können doch etwas mathematischen Background, da man die Kinder gut bezüglich ihrer Fähigkeiten einschätzen muss. Schwache Kinder können bei einem "normalen" einsetzen vom Zahlenbuch leicht den Anschluss verlieren. Wir sind dann über Welt der Zahl bei Denken und Rechnen gelandet. Kritik an Welt der Zahl kann ich nur bestätigen, was die Vorposter geschrieben haben. Zu unübersichtlich, chaotisch und teilweise fehlerhaft. Denken und Rechnen ist ein guter Kompromiss zwischen dem entdecken der Mathematik und Übungsformaten, vor allem auch mit den Förder- und Forderheften. Flex und Floh kenne ich nur durch Kollegen an anderen Schulen. Die Meinung ist gemischt. Einige finden die Aufteilung der Bücher gut, andere eher überflüssig. Einigen ist es zu einfach, es fehlt an herausfordernden Aufgaben und auch das entdecken von mathematischen Prinzipien kommt Ihnen zu kurz.

    Da kann ich aber nur aus meinen Erfahrungen aus Klasse 5/6 sprechen.

    Meinst du Elemente der Mathematik? Ich glaube die Grundschulmathebücher sind nicht zu vergleichen mit diesem Werk.

    Gibt es überhaupt ein Fach, das intellektuell weniger anspruchsvoll ist als Mathematik oder Physik? Welches Fach wäre das? Oder sind per se alle Fächer automatisch gleich anspruchsvoll?

    Ist die Diskussion nicht sehr sinnfrei? Wie will man denn die verschiedenen intellektuellen Ansprüche der Fächer vergleichen? Alleine zu definieren, was denn vergleichbare Schwierigkeitesgrade fächerübergreifend sind, wird fast unmöglich sein.

    Äh, nein. Die Studie hat was ganz anderes gesagt - bei guten Schülern mit gutem Bildungshintergrund zeigt der Studie zu Folge "Lesen durch Schreiben" keine Nachteile aber auch keine Vorteile. Schlechte Schüler mit schlechtem Bildungshintergrund benachteiligt sie.


    Nein, das sagt die "Studie" auch nicht aus. Es sind 2 getrennte Studien. Die 1. genannte "Studie" hat als Ergebnis, das in orthografischer Sicht beide Gruppen zu gleichen Leistungsergebnissen kommen. Von Vor- oder Nachteile wird hier überhaupt nicht gesprochen und scheint auch nicht untersucht worden zu sein, es werden nur am Rande einige wenige Punkte genannt.
    In der 2. "Studie" stehen nicht die Methoden im Vordergrund sondern Förderkinder oder koginitiv schwächere Kinder wurden hinsichtlich der Förderschwerpunkte untersucht. Hier wurde als Ergebnis festgehalten, dass offene Unterrichtssituationen die Kinder überfordert haben. Da die Lds Methode oft sehr offen angewandt wird, ist es kein Wunder das schwächere Kinder hier keine Verbesserungen erfahren. Das ist aber ein Grundproblem schwächerer Kinder in allen Fächern, ist also keine besonders gehaltvolle Aussage bezüglich der Methode.

    Da ist meiner Meinung nach schon ein gutes Maß Skeptik angebracht und es muss quantitativ-empirisch weitergeforscht werden, also nicht wie üblich nach der qualitativ-spekulativen, ideologiegeleiteten "Wünsch-dir-was"-Methode der Didaktiker.

    Da gebe ich dir Recht. Die obige 1. Studie beruft sich auf nur 3 Schulen mit je 2 Klassen. Eine dürftige Grundlage. Ich würde mir an dieser Stelle zu den Methoden mehr empirische Untersuchungen wünschen, auch im Hinblick auf alle Vor- und Nachteile dieser Methode. Lds hat gerade in der Anfangszeit mit den Kindern beachtliche Erfolge. Mich würde interessieren, wie man die Nachteile auffangen kann.

    Persönlich halte ich es übrigens nicht für eine Verkürzung, dass in dieser Studie die orhographische Sicherheit der Lerner im Vordergrund stand. Denn genau der Punkt wird doch in der Öffentlichkeit als wichtig betrachtet, der Punkt ist die Kernkritik und der Punkt ist er der entscheidensten sozialen Marker, die über den weiteren Lebensweg der Jugendlichen entscheiden!


    Und ich finde es eine schlimme Verkürzung. Orthografie ist ein wichtiger Punkt, aber es ist doch nicht allen Ernstes deine Meinung, das dies der alles entscheidende soziale Marker ist. Mit anderen Worten, wir brauchen unseren Kindern in der Grundschule nur noch Orthografie beibringen, Aufsatz, Inhalt und Kreativität des Geschriebenen ist völlig egal. Wir schicken die Kinder so zu euch und sie bekommen dann nur noch Einsen? Ich glaube kaum.

    Meinst du nicht, wenn zumindest im Raum steht, dass eine Lernmethode für einen größeren Teil von Schülern schädlich sein könnte, man zur Beurteilung etwas mehr heranziehen sollte als Bauchgefühl und anekdotische Erfahrungen?

    In welchen Studien ist den herausgekommen, dass die Methode für einen größeren Teil schädlich ist? Es wurde von Förderkindern und kognitiv schwächeren Kindern geredet, das ist ein Teil der Kinder, aber nicht der Größere. Ich gebe dir aber Recht, dass die Methode für diese Kinder nicht besonders geeignet erscheint. Muss man sie deshalt gleich ganz kippen? Es gibt auch genannte Vorteile dieser Methode. Eine größere empirische Studie steht leider aus, um zu verifizieren, ob dies genügt, die Lds einer anderen Methode vorzuziehen und wo sie verbessert werden muss.
    Aber grundsätzlich, wendest du nur Lernmethoden an, die empirisch getestet worden sind? So funkioniert Wissenschaft nicht immer. Und die alten Methoden sind auch nicht das gelbe vom Ei, sonst würde man nicht anfangen neue Sachen ausprobieren, die natürlich im Besten Falle empirisch untersucht werden sollten. Aber das wird wohl im Bildungssystem Deutschland nicht passieren.
    Und im Einzelnen können diese Methoden durchaus funktionieren, wenn erfahrene Lehrer sie anwenden, diagnostische Kenntnisse haben, um gegen zu steuern, wenn es nicht funktioniert und vernünftige Förder und Forderkonzepte anwenden können. Da hat dann nichts mit Bauchgefühl oder anekdotischen Erfahrungen zu tun.

    Du teilst uns leider nicht mit, ob du über noch umfassendere und längere Erfahrungen aus wissenschaftlichem Umgang mit neueren/traditionellen Unterrichtsmethoden verfügst als jene Frau Prof. Röber, die sich in dem Planetopia-Film zu „Lesen durch Schreiben“ äußerte.

    Frau Röber macht meiner Meinung nach allerdings den gleichen Fehler wie viele andere Wissenschaftler, um sich zu profilieren schüttet sie gleich das Kind mit dem Bade aus.
    Es bringt auch nichts die Methode "Lesen durch Schreiben" jetzt völlig zu verteufeln. Neleabels hat die entsprechende Vergleichstudie ja schon verlinkt, die besagt, das beide Ansätze zu guten Ergebnissen führen, sofern die Lehrkräfte wissen, was sie da tun.
    Auch und meiner Meinung nach die wichtigere Erkenntnis der Hattie Studie, es kommt auf die Lehrkraft an wie sie unterrichtet und ob sie gut ausgebildet ist.
    Ich finde den Ansatz von Melosine gut. Die Methode bietet viele gute, sinnvolle und im Sinne der Lernforschung wichtige Ansätze. Aber sie muss auch kritisch hinterfragt und angewendet werden. Vor allem sollte die Lehrkraft, die diesen Ansatz verwendet, gute Diagnosefähigkeiten mitbringen, um angemessen auf die Lernwege der Kinder zu reagieren.

    Aber das ist doch der Kasus Knaxus! Die Eltern - der Background - entscheidet über den Werdegang von Malcolm und Katharina-Amalia. Und wenn man den Studien glauben darf, dann ist Deutschland wohl eines der Länder, dem es am wenigsten gelingt, Kindern mit sozial schwachem Elternhaus eine ihrer Leistung entsprechenden schulischen Laufbahn zu ermöglichen.

    Und wie das Schule richten soll: Durch Ganztageschulen, kostenloses Mittagessen, kostenlose Freizeitangeboten IN der Schule, Hausaufgabenbetreuung mittags und zwar nicht durch Eltern, sondern duch pädagogisches Fachpersonal, Sozialarbeiter an jeder Schule, pädagogische Assistenten im Unterricht und einem Klassenteiler von 20. (Träumen darf man ja... :love: ). Finanziert wird ein Teil von den Eltern selber: Je nach Einkommen zahlt jeder einen Betrag x pro Monat. Jedoch maximal Beitrag xy.

    Dem kann ich nur zustimmen! Es wäre der richtige Schritt, um die Ungerechtigkeiten abzubauen.

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