Beiträge von chilipaprika

    Kohlfahrten gab's und gibt's übrigens auch an meiner Uni mehrere (von verschiedenen Fachschaften organisiert) und am Studienseminar ebenfalls :D .

    Kultur...
    An meinem Studienseminar gab es einen hohen Anteil an "Zugezogenen" und einen hohen Anteil an Einheimischen.
    Die Seminarleitung legte sehr viel Wert darauf, dass die Zugezogenen die Region lieben lernen, und sich dann mit Partner*in niederlassen, aber auch die "Einheimischen" waren der Meinung: Boßeln kann man mit Freunden (und Alkohol) nicht mit der Seminarleitung ein Tag vor einem Unterrichtsbesuch :D

    PS: Danke für die richtige Rechtschreibung, ich war zu faul zu googeln bzw. dachte, "Ach, so wird man es wohl schreiben..."

    Liegt vielleicht daran, dass bei vielen Lehrkräften auch im Privaten schon so einige Kohlfahrten oder Kohlessen anstehen (im Bekanntenkreis, in der Familie, im Verein,...)?!

    Obwohl wir nicht mehr in der Region leben, hat mein Mann alleine 3 solche Veranstaltungen (unter dem Namen "Kloadscheten"): Kegelklub, Cousins, Ex-Azubi-Gruppe.
    Als wir noch da wohnten, kamen noch die Straße / die Nachbarschaft, die Kolleg*innen/Abteilung, und auch mit der Familie.
    Januar-März: ich sehe ihn am Wochenende wenig. (Ja, die "Frauen von den Männern im Kegelclub" haben auch ihr Kloadscheten, aber ich bin ehrlich, ich mag Grünkohl sehr, Kloads haben mich nur mäßig begeistern können (Ja, bei "uns" boßelt man auf keinen Fall, Sakrileg :D )

    PS: Selbst am Studienseminar fiel einmal im Jahr die allgemeinpädagogische Sitzung für einen Boßel-Nachmittag aus. Selbstverständlich ohne Alkohol!

    Das Problem sollte aber nicht nur das Studium sein (eyh, zum Glück zählte meine Note vom Altfranzösisch-Kurs nicht zum Examen (im Examen war ich doch besser drauf)!), aber: Wenn ich mich recht erinnere, meine Entscheidung für SoWi statt Geschichte (mit dem ich liebäugelte) wurde dadurch besiegelt, dass die deutschen SCHULlehrpläne doch verhältnismäßig sehr wenig nach 1789 behandeln...
    Das muss man auch im Blick haben. Ich mag nicht jede Reihe, die ich unterrichte, es wäre aber blöd, 80% der Jahrgänge für sich auszuschließen.

    Warum fühlst du dich angegriffen.. Wenn du / ihr nicht unter diesem "Wenn" drin seid, dann seid ihr nicht mitgemeint.
    Sorry, es gibt aber wirklich genug Väter, die die Kleidergröße, die einzunehmenden Medikamente oder den Wochenplan (welche Aktivitäten) nicht kennen.
    Und daneben gibt es AUCH ganz tolle Väter, die sich drei Stunden Pony angucken, obwohl sie Handball spielen möchten.

    Ich glaube, wir können aber realistisch feststellen: auch 2024 ist die mentale Last eher bei den Frauen / Müttern und die Väter, die all das können, eher eine Minderheit bilden. "Obwohl" mein Umfeld fast ausnahmslos aus dem akademischen Bildungsbürgertum besteht, beobachte ich es wirklich...
    und in Elterngesprächen durchaus anekdotisch (Gespräche mit Freund*innen / Kolleg*innen sind da tiefgehender und die männlichen Parts geben es durchaus zu "Ach, warum sollte ich wissen, ob Anton schon geimpft ist, meine Frau weiß das.."

    PS: Disclaimer: Bei mir zuhause hat mein Mann die komplette mentale Last. Keine Ahnung, wie es wäre, wenn wir Kinder hätten.

    Und nur weil ein Mann z.B. noch nie ein Geburtstagsgeschenk etc besorgt hat und noch nie neue Klamotten ausgesucht hat, bedeutet das ja nicht, dass er nichts macht. Wenn er z.B. am Samstag 3 Stunden im Regen auf dem Fußballplatz steht, hat doch die Frau wunderbar Zeit, die Geschenke online zu bestellen, noch ein paar neue T-Shirts hinterher, das Essen zu kochen und sich dann auch noch auf dem Sofa auszuruhen.

    Man kann sich ja die Arbeit so aufteilen, wie es für einen passt.

    Klar kann man Sachen aufteilen, wie es für einen passt, aber wenn ein Vater nicht in der Lage wäre, Kleidung zu kaufen (hm... welche Größe hat mein Kind? Trägt er lieber Pullis oder Jacken?..) oder ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen (Die Mutter kann es besser...), dann ist es eine Verlagerung der mentalen Last. Die Mutter jongliert mit all diesen Gedanken im Kopf. Und klar sind drei Stunden im Regen auf dem Fußballplatz auch etwas, aber RICHTIG gegenrechnen kann man es erst, wenn der Papa selbst kein Fussballer ist und es auch nur mäßig findet.

    Mich irritiert tatsächlich die - auch an der eigenen Schule von einigen Kollegen - getragene Haltung, die "letzten Tage" vor Weihnachten, vor den Ferien usw. seien nicht mehr wichtig für Unterricht und man könne da ja eh nichts mehr machen.

    Mich erinnert es ein bisschen an eine auch (leider) oft getragene Haltung in der Arbeitswelt.
    In den Monaten vor meinem Wechsel / "Vertragsende" haben mehrere Personengruppen mir gegenüber gezeigt, dass sie nicht verstehen, warum ich 1) weiterhin arbeite und 2) meine Maßstäbe nicht ändere ("Kann Ihnen doch egal sein, Sie sind dann nicht mehr da" (Spruch eines Studis, warum er nicht ausgewählt wird), "Aber du schickst uns noch Studierende nächstes Jahr, oder?", Mail einer Schule vor der jährlichen Zuweisung, die Angst hatte, dass ich 6 Monate vorher aufhöre zu arbeiten, oder am besten zig Kolleg*innen, die mich ca. 80 Mal gefragt habe, bis wann ich arbeite und das Datum "31. Juli" für absurd hielten.)
    Eine Kollegin, die jetzt Ende Oktober die Stelle wechselte, wurde in der Woche vor dem Ende von der Leitung gelobt, dass sie noch da sei und sich nicht krank gemeldet habe... (das Absurde: besagte Leitung hat auf die vollständige Einhaltung der Kündigungsfrist bestanden)

    ... hm ... irgendwie habe ich mein Geld im Studium auch verdient ;)

    Und dann war ich naiv und habe selbst einen Sprachkurs an der VHS belegt und mich so aufgeregt (man muss NICHT für Linguistik brennen, aber irgendwie hätte ich es nett gefunden, wenn die Kursteilnehmer mehr Interesse für die Buchinhalte gezeigt hätten und nicht nur fürs Bestellen von Baklava und Liebessprüche für den Einheimischen, mit dem sie - trotz keiner gemeinsamer Sprache - seit dem Urlaub in einer Fernbeziehung sind.
    Da waren mir die Rentner*innen, die nach Frankreich wollen, lieber.
    (Ich trinke keinen Alkohol und kann keinen Wein riechen :D )

    na und?
    Können sie in einem anderen Kurs machen.
    Wenn ein Chemie-Kollege mit seinem Unterricht nicht fertig wird und die SuS wissensdurstig die Lösung des Experiments wissen wollen, dann müssen sie auf die nächste Chemie-Stunde, ich gebe doch nicht meine Französischstunde dafür her!
    Also bitte.
    WENN ich einen Film zeigen würde, dann weil ich es will, nicht weil die SuS auch noch den Film bringen und ich die erste Hälfte verpasst habe.

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