Beiträge von chilipaprika

    Es geht trotzdem nicht, wie man es so verstehen könnte.
    Weil dafür andere Voraussetzungen erfüllt sein müssen, die unabhängig von einem sind: Die Zuweisung zum Seminar UND in der richtigen Schulform (ja, Seminar für Gym und Seminar für Ges sind für GymGes-Reffis nicht austauschbar) UND dass das Seminar so spielt. Und es muss auch das richtige BL sein.

    Wenn man so anfängt, könnte ich auch dem TE sagen "Was für einen Pech, manchmal geht es. Frag doch die Schule, ob du nicht am nächsten Tag hospitieren kannst, damit du innerhalb von 72 Stunden zusagst". oder "Frag die Schule, ob sie nicht mit der BRW eine super duper Ausnahme von der Bestätigungsfrist machen" (ich bin sicher, es hat es schon mal gegeben. Zum Beispiel, wenn es nur eine*n Kandidat*en gibt.

    es ist aber eine inoffizielle Regelung, die nicht landesweit funktioniert und eigentlich unfair ist.
    und zwar beiderseits.
    Die Schulen in Ballungszentren können sich direkt im Ref die Rosinen rauspicken.
    Die Studis mit dem entsprechenden Habitus trauen sich einiges und bekommen noch eher, was sie gerne hätten und sie suchen sich selten die Schulen mit Sozialindex 8 im Ruhrgebiet.
    Wäre schön, wenn sich alle an Regeln halten würden oder man die Regeln aufheben könnte, damit alle wissen, wie es ist.

    Ja, es ist (leider) so.
    Drei Tage Bedenkzeit und zak ist die Tür zu und du bist im System, an der Schule gebunden und so.
    Wobei du nach OBAS die Schule verlassen könntest und dich frei bewerben dürftest.

    PS: die "regulären" Lehramtsabsolvent*innen können sich fürs Ref nicht mal für eine Schule bewerben ;)

    Aus einer ähnlichen Erfahrung (und aus einer zweijährigen Weiterqualifizierung im Bereich, wo ich dann plötzlich Eigenerkenntnisse und Eigentherapie hatte) weiß ich: es kann gut gehen. Mensch habe ich mich in der Schule gelangweilt. Ich habe sooooo viele Bücher gelesen und ich wollte aber so sehr, dass die Lehrkräfte mich mögen, dass ich NIE gestört hätte.
    Meine Schwester hat sich hier und da gelangweilt und hat einfach angefangen, Klassenclown zu sein. Nur: dann war sie eben Klassenclown und hat in Mathe, wo sie gar nicht so gut war, den Boden verloren und jahrelang darunter gelitten.
    Also ja: man muss schauen, was für das jeweilige Kind gut ist, und nein, wir können es leider nicht leisten. Und es ist traurig. Ich wüsste gerne, was aus mir in einem Paralleluniversum passiert wäre (nichts, da es in Frankreich und zu meiner Zeit sowieso nicht, keine Drehtürmodelle oder so gab). In der Mittelstufe springen wäre doof gewesen, der BEGYS-Zweig aus RLP wäre für mich die Lösung gewesen (eine Klasse macht die Mittelstufe in 3 statt 4 Jahren, aber alle zusammen), wo gibt es denn sowas..
    Ich werfe sehr viel meinen Eltern vor, auf der Ebene auch viel, aber ich möchte nicht vor einer solchen Entscheidung stehen (nur: ich hätte mich schon länger als 2 Minuten damit auseinandergesetzt).

    *gelitten habe ich auch unter mangelnden Empathie, unter kognitiv schwachen Mitschüler*innen aber auch krass unter Lehrern (sie waren alle männlich), die mich dumm vor der Klasse vorgeführt haben, weil ich auf meinem Pausenhof oder in meinen Freistunden (!!) gelesen habe oder ob ich eine Streberin sei ("intello", ist nicht ganz dasselbe).

    Ich habe mich eingemischt als der Satz fiel "unsere Aufgabe als Pädagog*innen ist es doch..." Nein, ich sehe meine Aufgabe wirklich nicht darin, dem hochbegabten Linus den Hintern hinterherzutragen, am Gymnasium schon gleich gar nicht.

    weil ich angesprochen werde: Auch wenn ich am Gym bin, denke ich auch mit und auch wenn es mir für die Grundschullehrkräfte leid tut: so oder so differenzieren sie viel (und viele haben eben 15 Lerntheken in der Klasse, so dass 30 SuS an 17 unterschiedlichen Materialien zeitversetzt arbeiten..) und da ist das Ziel, dass ein Kind aus Langeweile nicht komplett untergeht, doch wichtig.
    Zumindest aus Sicht der Forschung und das Risiko ist da genauso groß bei Menschen am oberen Ende des Leistungsspektrums wie unten. Von den Kids wird aber eher erwartet, dass sie sich gedulden.
    In der Mittel- und Oberstufe sind die "Extra-Angebote" (AGs, Projekte, Wettbewerbe..) wichtiger als der Unterricht selbst, wenn wir nicht von vielbegabte Hochbegabte reden, die dann am ehesten in den entsprechenden Spezialschulen untergebracht sind.
    Eine Art natürliche Differenzierung findet in der weiterführenden Schule schon durch die Wahlpflichtfächer, die Arbeitsgemeinschaften (wenn es sie gibt) und die außerschulischen eigenen Entscheidungsmöglichkeiten, da ist unser Leben als Lehrkraft deutlich vereinfacht.
    (und SOOO oft gibt es nunmal auch keine Hochbegabte, die dann zufällig das eine Fach als Interessensschwerpunkt hat-)

    Ich meine einfach den Gesprächsverlauf.

    Von: Nochmal komplett neu vorstellen

    über: frühstücken und plaudern

    bis: neue Fragen zum zweiten "Kennenlernen".

    Finde das schon vielfältig.

    Nicht falsch verstehen, aber solche Sprüche sind sicher der größte Witz für jeden, der nicht in der Schule arbeitet und dieses Forum liest.
    Ernsthaft: Ich bin hauptsächlich Lehrkraft in meinem Leben gewesen, hatte eine Handvoll Gespräche außerhalb des Schuldienstes bzw. öffentlichen Dienstes... Dass jedes Gespräch ganz anders sein kann, ist doch klar (von mehrstufigen Gesprächen, 30 Minuten bis anderthalb Stunden, Aufgabe im Vorfeld erledigen und vorstellen (hatte ich auch für eine Schule), komplettes Konzept vorstellen bzw. Problem lösen, mitten im Gespräch die Sprache wechseln (2 mal wechseln, 2 Fremdsprachen) ...

    Es kann auch in eine andere Richtung gehen, wenn es einen anderen Schwerpunkt gibt (anderes Fach). Man fragt bei einer Ausschreibung für eine Fremdsprache etwas zu Austauscherfahrungen und -vorstellungen, bei Naturwissenschaftler*innen vll zu Erfahrungen bei Wettbewerben wie Jugend forscht.
    Aber wenn die Schule dich wirklich gebeten hat, dich noch mal zu bewerben, wenn eine Stelle passt, und du auch noch der einzige Bewerber bist, werden sie wohl kaum die fiesesten Fragen stellen, sondern die Chance geben, fürs Protokoll alles Tolle zu erzählen, was du kannst.

    Die Kommission ist vielleicht eine andere (selbst zum Teil). Schon alleine deswegen sind einzelne Vorstellungsfragen nicht abwegig.
    Ich habe mich auf eine Stelle beworben, bei der ich bekannt war (Vertretungstätigkeit in der Vergangenheit), ein Personalratsmitglied (Bezirk) war da, also durfte ich selbstverständlich alles neu erzählen.
    Falls mehr als eine Person da ist, müssen eh identische Fragen gestellt werden, also kann man sich nicht komplett anpassen. Aber natürlich gehen ein paar Punkte schneller, wenn es kürzer geht.
    Ich kenne einen, er hat - als Einziger - ein Gespräch an seiner Refschule gehabt. Sie haben eine halbe Stunde nett zusammen gefrühstückt und den Vertrag/ das Dokument unterschrieben.

    Hab ich einen Knick oder ein Förderverein darf machen, was er will, solange es durch seine Satzung (die man ändern kann) abgedeckt ist?

    Ob die Lehrkraft, zumal vielleicht verbeamtet, Geld annehmen darf, ist dann eine unabhängige Geschichte...

    ich glaube, wir sind uns gar nicht wirklich uneinig. Wir deuten bestimmte Wörter anders.
    Denn NEIN: ich habe keine 30 verschiedene Aufgaben im Klassenraum.

    ABER: ich hatte einen (eindeutig sprachlich hochbegabten!) Schüler, der sich alleine Französisch beigebracht hat und nach einer Politikstunde eine Grammatikfrage stellte.
    Wir haben ein Jahr lang eine Stille-Post-Mappe gehabt, mit Aufgaben und Texten, usw.
    Natürlich hätte ich sowas nie für 70 SuS leisten können, aber ich finde: wenn ich regelmäßig Förderpläne schreiben muss (und das muss ich, für jeden mit defizitärer Zeugnisnote, du kannst es dir ausmalen, wie viele es sind, bei jährlich 3-4 Französischklassen), wenn ich diesen Schüler*innen auch halb abgestimmte Materialen geben soll, dann hat der sprachlich begabte Schüler, der sich furchtbar langweilt auch das "Recht" verdient, dass ich ihm ein Buch mit Lektüreaufgaben gebe (mit dem Deal, dass er sie auch im Unterricht machen darf, sobald er die Standard-Aufgaben bearbeitet hat), der mathematisch begabte Schüler darf an der Knobel-AG der höheren Jahrgangsstufe teilnehmen, wir können Drehtürmodelle installieren oder in den Ferien bestimmte Angebote machen, die nach links und rechts gucken und Sachen vertiefen, die nicht im Schulbuch sind.
    Und ich schätze dich so ein, dass ein Schüler, der in eurer ersten Klasse der Schule (sorry, Zählung nicht im Kopf) schon eine super Begabung in Physik/CHemie zeigt, und viel Vorsprung hat, weil er in der Mittelstufe viel mehr gemacht hat (ob alleine oder durch Zusatzangebote), dass du mit ihm auch eine Absprache hättest, was er auch neben dem normalen Lernstoff lernen kann.

    Tue nicht so die "Harte", wir wissen alle, dass du einen weichen Kern hast, ich habe gerade spontan die Geschichte der Matura-Schülerin im Kopf, mit der du stundenlang Experimente gemacht hast, weit über dein Soll hinaus.
    Man kann es NICHT für jeden leisten, aber manchmal merkt man, dass es auch für das eine Kind wichtig ist (UND hat selbst Bock (und Zeit) darauf).

    [Träumereien einer besseren Welt] ... wären Fördervereine dann überflüssig? Worin könnten die Aufgaben eines Fördervereins dann noch bestehen, wenn alles vom Land/Schulträger bezahlt würde?

    ... Unterstützung von schlechter gestellten Familien, Anschaffung vom 3. Film für den Fremdsprachenunterricht statt nur zwei, Schutzanzug für die Imker-AG oder Brennofen für die Kunst-AG.
    (vorausgesetzt es gibt schon Gelder für AGs, aber es ist jetzt die 14. AG der Schule..)

    Das stimmt "generell" nicht. Der Förderverein (unserer und andere, von denen ich weiß) fördert zusätzliche Angebote, die sonst nicht möglich wären aber für alle, die Schule nicht nur als Nürnberger Trichter verstehen, wichtig sind. [..]

    Das können zum Beispiel sein: Feste und Feiern, Ausflüge in die Natur (gerade für Großtadtkinder!), Theater- und Kinobesuche, Lesungen von Autoren, Theateraufführungen von mobilen Theatergruppen undsoweiter.

    Ich weiß total, was du meinst, aber ehrlich: Ich (!) finde, es sollten eben KEINE zusätzlichen Angebote sein, sondern Bestandteil unseres Bildungsauftrags, also eigentlich des staatlichen Bildungsauftrags.

    Zitatkürzung: Stichelei weggelassen

    Ich "kenne" es so: 11 Wichtel streiche-Ideen in 2024 | streiche, wichtel, adventskalender wichtel
    und gebe zu: da habe ich mir im Bereich Sprach- und Schreibanlässe viel vorgestellt. Fantasie ist wichtig (und schwer zu trainieren).

    und Grundschulkinder sind nicht doof, sie wissen ja, dass es keine "Magie" ist und der Wichtel nicht real ist. Aber es ist so schön, so zu tun, als würde man an etwas glauben.

    Ich habe übrigens selbst - schon seit Jahren und vor diesem Wichtel-Hype - in meinem Büro (zuhause) eine "Feentür/Wichteltür" (Beispiel) direkt an einem großen Wandtatoo mit dem Bild eines Baums... Und TROTZDEM glaube ich nicht, dass irgendwelche kleine Wichteln nachts in mein Büro kommen, um meinen Unterricht vorzubereiten.

    ... aber wurde hier irgendwo gesagt (habe ich es überlesen), dass ein "Wichtel" (oft in Form einer kleinen Holzpuppe direkt im Raum sichtbar) real sei?!
    Ich möchte gerne den Lehrer sehen, der seinen Schülern erzählt, dass ein Geist nachts in der Schule lebt und die Hefte umgeräumt hat.

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