Beiträge von chilipaprika

    Nicht?

    Die Sprache wird doch immer mit bewertet, in jedem Fach … und kann sogar zum Ausschluss führen, fand ich damals sehr unfair und diskriminierend für die Referendarin.

    Selbst bei mir in der Sek II meinte meine Fachleiterin, sie sei nicht mehr da, um die Sprache zu bewerten (und ich weinte innerlich bei meiner Mitreferendarin). Es wäre sowieso unfair, wenn ich als Muttersprachlerin einen Bonus hätte.
    Dass man mir in PoWi-Stunden dann einen mündlichen (!!) Fehler bei Minute 13 in der Nachbesprechung "einfach so beiläufig" wiedergibt, war natürlich was ganz Anderes.

    Hm, wenn man den B2-Level braucht, den jeder Abiturient hat, warum mussten dann die Kolleginnen, die eine Englisch_Quaifizierung gemacht haben, auch die entsprechende Prüfung machen? Sie hätten den Nachweis ja dank des Abiturs eigentlich schon gehabt.

    weil es auf den alten Abi-Zeugnissen nicht stand, vielleicht?
    und weil man zwischendurch gesagt hat, dass eine Ausbildung doch nicht schlecht wäre.

    Aber ja, es gibt genug Abiturient*innen / Studierende, die glauben, das nicht zu brauchen.

    Seien wir mal ehrlich: zwischen der Bescheinigung auf dem Abizeugnis und dem realen Niveau (ggf. ein paar Jahre später), insbesondere in EINEM Kompetenzbereich (Sprechen) kann es Welten geben.

    (In der weiterführenden Schule reicht C1 in der Fremdsprache, um das Sachfach bilingual zu unterrichten. Ich hoffe, meine SL macht nicht davon Gebrauch. Mein C1-Zertifikat liegt der Schule vor, ich habe mehrere Jahre AUF Englisch gearbeitet, aber meine Sprache will ich den Kids nicht zumuten :D )

    Ich weiß, warum Sport, Reli und Englisch nicht.
    Meine Frage, warum DU in deinem Beitrag Musik und Kunst anders behandelt hast und das habe ich schon mehrfach im Grundschulbereich UND bei uns auch in der weiterführenden Schule beobachtet. Wir haben durchaus Kunst fachfremd in der Unterstufe (gehabt), das würden wir vermutlich nicht für Musik geben. Zertifikatskurse für Kunst habe ich schon gesehen, für Musik glaube ich nicht.
    Das hat mich eben neugierig gemacht, woher das kommt.

    - Englisch (aus sinnvollen Gründen)

    - Sport (aus rechtlichen Gründen)

    - Religion (aus rechtlichen Gründen)

    - Musik ... kann auch die Klassenlehrerin, wenn nicht gerade eine studierte Musik-Kollegin da ist.

    Deutsch, Mathe, Sachunterricht, Förder, Kunst sollten in einer Hand sein. Wenn möglich auch die anderen Fächer.

    Sachliche Nachfrage: Warum werden Kunst und Musik unterschiedlich behandelt? (Ist nicht das erste Mal, dass es mir auffällt).

    Ach bitte, es gibt schon Gründe, warum NRW die Ausbildung umgestellt hat und Mathe verpflichtend macht.
    Das tut man nicht, weil die Mathedidaktiker arbeitslos wären.
    Es ist KEINE Allgemeinkritik an alle Grundschullehrkräfte, auch nicht an die ohne Mathestudium, aber selbst unter den motiviertesten schaffen es nicht alle, sich komplett einzuarbeiten, wie es wünschenswert wäre.

    doch doch.
    Nur dass unser "akzeptabler Rahmen" nicht derselbe ist wie derjenige der BR.
    80 Kilometer war letztes Jahr (?) der akzeptable Rahmen, deswegen die Kaskade, um eben nicht 150 Kilometer zu haben ;)

    Sorry, du wirfst dort schon wieder viel durcheinander, evtl. erkundigst du dich mal erst bei dir an der Schule, was bei euch alles über Honorarmittel an externen finanziert wird.

    Und ja, es gibt vieles, was z.B. aus der Klassenkasse finanziert wird, die jede Monat 10 Euro beträgt, weil die Schule das Budget nicht hat, aber darüber werden eben auch Schulhefte, Hefter usw. als Erstausstattung finanziert.

    Ich habe eben geschrieben, dass ich sachlich nachfrage, wie es läuft.
    Und ich weiß sehr wohl, dass die sehr wenigen Experten KEIN Geld für die SuS kosten (Drogenberatung, Mental Health Workshop, Aufklärung "Liebe ist..", irgendwann mal Erste Hilfe (war von einer Krankenkasse mitfinanziert worden, haben wir nicht mehr).

    Englischsprachiges Theater (kommt in die Schule: 3-5 Euro), Schulkinowochen (5 Euro), frz-sprachiges Kino (3-5 Euro), Kunst-Workshop für die Unterstufe (über Kulturpaket teilfinanziert, 5-6 Euro, auswärts) sind Sachen, die mir einfallen. Besuch von einem Uni-Labor (Zugkarte kostet was) für ein WP-Fach.
    Und natürlich die unsäglichen verpflichtenden Wandertage und Klassenfahrten, die auch jedes Jahr teurer werden können.

    und DESWEGEN frage ich, wie ihr das macht, und wieviel Geld ihr da grob pro Schüler*in einholt.

    10 Euro pro Monat für die Klassenkasse ist natürlich eine echt gute Basis. Wir haben gar keine Klassenkasse (wäre sicher nicht zulässig), es wird nur zu Beginn des Jahres Geld eingesammelt, für Kopierpauschale, SV und Landeselternvertretung, sowie eine "Klopauschale", aus der ein Mitarbeiter bezahlt wird, der regelmäßig putzt. Jeder Euro dieser Pauschale (ca. 20 Euro insgesamt für das ganze Schuljahr) musste durch alle Gremien der Schule abgenickt werden, und dies jedes Jahr.

    Erstens, wo liest du das es der Lehrer veranlasst hat?!? 2. natürlich werden auch diese Externen, wie z.B. der Leiter vom Workshop am PC von der Schule oder den Schülern bezahlt, dass der Polizist dafür Zeit vom AG bekommt und der ihn zahlt ist toll, die Frauenärztin hat soviel ich weiß auch einen Honorarvertrag usw.
    ist also genauso wie die Tanzlehrerin

    Also jetzt wirklich wertneutral, weil ich es verstehen will:
    Es gibt an der Schule deiner Kinder regelmäßig Externe, die kommen, und dann werden jedes Mal ein paar Euro eingesammelt, weil die Frauenärztin in Bio Aufklärung leistet oder ein Informatiker im Informatikunterricht kurz was Vertiefendes aus seinem Job erzählt?
    Über was für Beträge reden wir denn bei der Frauenärztin oder Informatiker?
    Ist es allen Eltern, die ihre Kinder an dieser Schule anmelden, bewusst bzw. wird im Vorfeld etwas unterschrieben? (Bei uns zum Beispiel die Pflicht zum iPad-Kauf ist Voraussetzung bei der Schulanmeldung, Unterstützung kann geleistet werden [und der Vollständigkeit halber: ich bin auch gegen diese kostenpflichtige Verpflichtung, mögliche Unterstützung hin oder her])

    Jenseits der Kostenfrage finde ich die Einbeziehung von Externen nämlich durchaus bereichernd (wenn es nicht um die Übernahme von grundständigem Unterricht geht), aber diese Kostenfrage stört mich sehr. Ich finde, dafür muss es einen Schultopf geben (vom Träger und Land)

    Stimmt, anstelle des Theaterbesuchs kann auch das Kollegium ein Stück aufführen.

    Der Kollege mit dem größten Haus wird dann der Herbergsvater für die nächste Klassenfahrt.

    Der mit dem dicksten Auto fährt dann den Bus dorthin, usw.

    Es geht nicht darum, es ins Lächerliche zu ziehen.
    "Natürlich" sind kulturelle Veranstaltungen wichtig (und ich hätte nie ein Theaterstück gesehen, wenn meine Schule es damals nicht organisiert hätte, meinen Zugang zu Kultur habe ich der Schule zu verdanken und dafür bin ich bis heute dankbar!), aber man muss auch als Lehrkraft sich immer dessen bewusst sein, dass die aller allermeisten Familien weniger Geld zur Verfügung haben, als wir. Dass 30 Euro sehr viel Geld sind. Dass wir nur ein Fach von vielen sind. Dass viele Familien mehrere Kinder haben. Dass es klassistisch ist, nicht darüber nachzudenken oder anzunehmen, dass die Eltern es dem Kind nicht gönnen würden...

    Wenn eine Schule den Ruf hat, solche viele "Angebote" (verpflichtend!) zu machen, dann kann es durchaus eine gewisse Klientel anziehen (und das will vielleicht die Schule sogar!), aber es kann auch andere abschrecken. Mir ist klar, dass es vielen Lehrkräften durchaus als positiver Nebeneffekt erscheinen mag.
    Es gibt in Frankreich keine freie Schulwahl, meine Eltern hätten mich sonst zu einer anderen Schule angemeldet. Und heutzutage vermute ich auch, dass mein versuchter, sprachenangebotsbedingter Schulwechsel nicht nur "der Fahrzeit" wegen sabotiert wurde, sondern sicher Angst mitschwang, nicht mithalten zu können.
    Meine (später anderswo kennengelernte) beste Freundin wechselte die Schule zur Oberstufe, um ein bilinguales Abitur zu machen. Ihre Eltern haben drei Jahre lang kritisiert, dass sie sich die Schule der reichen Kids ausgesucht hat. Und kein Geld dazu steuern können, als sie eine Austauschfahrt nach Deutschland hatte. Dafür musste sie arbeiten gehen. Es war ihre Entscheidung als 16jährige, aber nicht alle können das.

    Wir haben neben dem Bildungsauftrag auch den Auftrag, möglichst ohne Diskriminierung zu arbeiten.

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