Beiträge von chilipaprika

    Der Punkt ist: nur, weil zufällig zaubern kann, bin ich nicht gezwungen, bei jeder Klassenaufführung zu zaubern und eine Zauber-AG anzubieten.

    Die TE hat auch (in meinem Verständnis) nicht gefragt, wie sie entlastet werden kann, sondern fühlt sich unwohl und möchte das nicht tun (zumindest nicht in dem Umfang).

    In MEINEM Verständnis steht es mir nicht zu, zu entscheiden, ob es viel oder wenig ist. Ich habe keinen Anspruch auf ihre Leistung, sie möchte es nicht (mehr), Punkt.

    Wir reden schliesslich nicht über den Sportlehrer mit Rettungsschein, der sich weigert, auf Klassenausflug ins Schwimmbad zu gehen.

    Klar, die Stimmung wird schlechter, aber es war nicht die Frage. „Ich respektiere die Grenzen meiner Mitmenschen“ ist etwas, was ich meinen SuS beibringe und von KuK erwarte.

    b) setz es auf die Tagesordnung der Lehrerkonferenz. Wenn du das ab und zu mal machst, wäre es ja auch so okay. Wenn es öfters angedacht ist, müsstest du an anderer Stelle (Pause, Ermäßigungsstunde, ...) entlastet werden.

    ... sagt das Arbeitsrecht (ich weiß, gilt nicht für uns), sagt deine Position als Schulleitung oder dein Gefühl als Betroffener (der sich dabei nicht wohl fühlt).

    Ich habe leider keine Lösung. Möchte dich aber darin bestärken, auf dein Gefühl zu achten und deine Grenzen zu ziehen.

    Abgesehen davon, dass du in Rollenkonflikte kommen könntest, nicht dafür ausgebildet wurdest und es nicht zu deiner Stellenbeschreibung gehört: komisch, der Gedanke von ‚wir sind ein Team, Sie haben eine tolle Ressource, wir teilen‘ ist immer, wenn es passt.

    Und wenn es nicht mehr passt, kriegst du eins auf die Mütze, dass du dich in der Schule in einer fremden Sprache unterhalten hast?

    Ich bekräftige dich, ein System zu finden, dann sind es eben eine Mischung aus Ehrenamtlichen / Praktikant*innen.
    Wenn ich mich nicht täusche, bist du doch im ganz hohen Norden. Dann hauen sie noch ein bisschen nördlicher ab ;) (und besetzen "unsere" Plätze).
    (Also: an den Schulen der deutschen Minderheit haben viele Studis die mitunter besten Erfahrungen gemacht, weil richtig gut betreut und von der dänischen Ausbildung profitierend).

    Wenn über Ehrenamtsstatus laufend (müssen): dann vielleicht mit sozialen Partnern arbeiten, die dann den Einsatz bei euch festlegen (ich denke da zum Beispiel an die Ehrenamtlichen, die in den Schulen im DaZ-Bereich laufen, und eigentlich offiziell über die Stiftung Mercator oder so laufen).

    Und sonst: es gibt so viele Projekte an Hochschulen, an denen man sich andocken kann.. (man muss nur die verrückten Ideen von irgendeinem Forscher mitmachen ;) )

    Ich kann dir meine Gedanken nennen:
    Genau das habe ich jetzt die letzten Jahre gemacht: Studis an Schulen für (zum Teil freiwilligen) Praktika vermittelt. Nur (und deswegen hilft es dir nicht): es war immer im Ausland.
    Da war der "Vertrag" (Frankreich und Spanien bestehen darauf) das Learning Agreement von Erasmus.
    Wenn es nicht der Fall war (nicht jede*r hat mindestens 60 Tage Praktikum gehabt, oder es war außerhalb von Europa), haben wir einfach einen Praktikumsvertrag aufgesetzt. Jede Uni müsste eine Anlaufstelle haben, wie zum Beispiel "Career Service", sie hatten Vorlagen für sowas, ich habe auch mal gegoogelt und mit der Schule angepasst.
    Als deutsche Schule würde ich nämlich auf das Vorlegen eines Führungszeugnisses und des Masernschutzes zum Beispiel bestehen, und sonst die Aufgaben drin schreiben.

    Wir hatten vor Jahren an meiner Schule ein paar Monate lang eine französische Praktikantin (sie hatte mich im Forum des deutsch-französischen Jugendwerks gefunden), es lief "einfach so". Zugegeben, das würde ich jetzt anders machen, wobei am Ende eh die SL es hätte besser wissen müssen.

    Leider hat dir dein Mann mit der Antwort an diesee Stelle keinen Gefallen getan.

    Ach. Auf die Frage kann man eh nicht richtig antworten.
    Jemand, der eine Schwangerschaft als Grund ansieht, jemanden nicht einzustellen, wird bei einem "nein, nicht geplant" genauso vermuten, dass eine Schwangerschaft geplant ist, aber man auf diese Frage eh nicht mit der Wahrheit antworten muss. Aus verschiedenen Gründen, die keinen was angehen, aber multiple sind, kamen Kinder für mich nicht in Frage und mir wurde es nie geglaubt. Das hat mich eine Stelle an meiner Refschule gekostet, wobei ich es auch nicht angestrebt habe. Die (kinderlose!) SL war aber fest davon überzeugt, dass sie eine liierte, kinderlose Frau im Gebäralter auf keinen Fall einstellen kann.

    Du hast manchmal ein bisschen was vom dauerbeleidigten Mathelehrer, der sich empört, dass keiner mehr Bruchrechnen kann. Was bei weitem nicht so despektierlich gemeint ist, wie es sicher klingt. Deine Begeisterung für Sprachen in allen Ehren, aber die Zeiten ändern sich nunmal und die Unterrichtsinhalte müssen angepasst werden.

    Jaaa… lass uns dann bitte die Fremdsprache canceln. Glaub mir, ich würde dafür bezahlen, das nicht mehr unterrichten zu müssen.

    In meiner persönlichen Situation an meiner Schule: ich unterrichte gerade nicht, es ist Verwahrung mit Alibifremdsprache.

    Und natürlich ändern sich die Zeiten, aber wir vergeben trotzdem Abschlüsse nach geltenden Lehrplänen. Ich rede nicht von dem, was meine Austauschschülerin vor 25 Jahren gemacht hat. Sondern von Schülern, die NICHT verstehen, dass man Verben konjugiert, und auch nicht, dass das zweite Verb widerum nie konjugiert ist.

    Ich kann damit umgehen, dass Gedichtinterpretation, Entwicklungstheorien, Wirtschaftspolitik oder französisches Drama des 17. Jahrhunderts mässig begeistert. WIRKLICH! Aber ja, Bruchrechnung sollte man können, wenn (!!) man Abitur will, solange (!!) die Lehrpläne sind, wie sie sind.

    Und glaub mir, im Alltag schäme ich mich für meinen Französisch-Unterricht. Mein täglicher Erfolg ist, wenn die Schüler die Aufgabenstellung auf Deutsch verstehen und bereitwillig sind, die Lücken auszufüllen.

    Zum monologischen Sprechen habe ich sie letzte Woche sich auf dem Flur aufnehmen lassen, in der Klasse redet ja keiner.

    Ok, das ist jetzt aber nur ein persönlicher Erfahrungsbericht an einer sehr spezifischen Schulart im kleinen Kreis.

    Dass den Schülern generell nicht das Handwerkszeug zur Sprachbeschreibung beigebracht wird, wie du es im Ursprungspost dargestellt hast, stimmt nämlich einfach nicht.

    ... in deinem Bundesland.

    Selbes BL wie rosalaune, andere Schulform, mehrere Schulen hinter mir, Germanistik-Studium hinter mir (in einem anderen BL), ich kann grob einschätzen, wie wenig Interesse (und Kompetenz) meine Deutschkolleg*innen an Grammatik haben

    Meinem Empfinden nach kann man aber "integrativen Unterricht" erst machen, wenn die Basis stimmt. Eine Gedichtsanalyse ist kein GRAMMATIKunterricht, sondern die (bewussten) Grammatikkenntnisse sind Bestandteil meiner Analysekompetenz.
    Und ja, ab und zu eine Abfrage von Grammatiktermini, Umformung von aktiv in passiv oder eine stumpfe Konjugation fände ich wirklich sinnvoll.

    aber es liegt eben daran, dass "das System" sich einen schlanken Fuss macht, davon auszugehen, dass selbst zwei Wochen nicht vertreten werden (Pool-Lösung, Mobile Reserve, keine Ahnung, irgendwas muss / müsste es geben).
    und mit dem Start der Wiedereingliederung (in dem konkreten diskutierten Fall war das Beispiel einer starken Depression mit langem Ausfall) weiß man, dass es auch wieder Monate gehen wird (um eine 2-Wochen-Stufe ging es nicht, sonst werden die anderen Kolleg*innen nicht so stark belastet, dass sie in die DU geschickt werden).

    Das System und das nicht zur Verfügung Stellen der Ressourcen sind zum K...
    Dass es einen Lehrermangel gibt, ist _womöglich_ (Achtung, steile These) nicht ein Zufall und der Grund für die Restriktion unserer Arbeitsbedingungen, sondern die FOLGE davon...

    Da die Lehrkraft allerdings bis zum Ende der Wiedereingliederung krankgeschrieben ist, dann sollte sie quasi "ignoriert werden". Ihre Vollzeitvertretungslehrkraft macht den Unterricht und dann kann die kranke Lehrkraft nach und nach Stunden übernehmen und es entsteht eben die Doppelbesetzung. Quasi ein Win-Win.
    Da zieht sich der Staat aus der Verantwortung heraus, wenn die Mittel schrittweise abgebaut werden.
    Ja, es ist ein Topf, aber die Person ist offiziell noch im Krankenstand (ja, Beamte, blabla. Kann man sich schön rausziehen.)

    Meiner Meinung nach entwickelt sich das Bewusstsein darüber gerade MIT dem Erlernen einer Fremdsprache.

    In der Herkunftssprache ist es ein Beschreiben dessen, was man tut, in der Auseinandersetzung mit einer Zweitsprache findet man Unterschiede und erkennt darüber, dass es eine Meta-Ebene benötigt, um über sprachliche Strukturen zu sprechen.

    Jein.
    Mir wäre es als Fremdsprachenlehrkraft (die zufälligerweise auch Deutschlehrkraft für Deutsch als Muttersprache ist, also die Lehrpläne kennt) sehr geholfen, wenn die Kids Begriffe wie Konjugation kennen würden und auch tatsächlich wüssten, was Konjugieren ist. Wenn ich nicht vor der Einheit zu Konditionalsätze und Passiv schon davor eine eigene schnelle Einheit zu "wie ist es denn auf Deutsch?" einlegen müsste, wäre es auch schöner Luxus.

    Mir ist dieser "integrative Grammatikunterricht" so zuwider. Einerseits führt es dazu, dass die allermeisten Deutschlehrer*innen nur alibimäßig die Grammatik behandeln (ich spreche von der weiterführenden Schule, nur da habe ich Einblicke und Kenntnisse!), andererseits geht es ja nicht nur darum zwei mal einen Konjunktiv I in einem Bericht richtig verwendet zu haben oder einen Konjunktiv II in einem Lied erkannt zu haben, sondern auch Metawissen zu haben, um Texte zu interpretieren.
    Die Nutzung von einem bestimmten Verbmodus in einer Rede muss erkannt und bestimmt werden. Die gehäufte Nutzung von Adjektiven oder Nomen hat eine bestimmte Wirkung. Rhetorik ist heute wichtiger denn je. Sprache IST Macht und zu merken, wie man sprachliche Wendungen, Stilfiguren, usw.. erkennt, um Machtstrukturen zu entlarven, ist Empowerment.

    Nicht jede*r hat vor, in die Soziolinguistik zu gehen oder Diskursanalysen zu machen, aber auch Wortspiele in Werbung, Flyern oder Stellenausschreibungen basieren auf Sprachwissen.

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