So what? Wir haben in allen Spanisch- und Italienisch-Klassen Muttersprachler*innen sitzen, die nicht selten über eine 4.5 nicht rauskommen weil sie, wie chilipaprika bereits schrieb, ausser ein bisschen umgangssprachlich plaudern nicht viel können. Schau dir doch an, wie viele Deutsch-Muttersprachler von deutscher Grammatik überhaupt keine Ahnung haben.
Ist in unserer spät startenden romanischen Sprache genauso.
Da hatte eine - mittlerweile leider ehemalige - Kollegin echt viel zu kämpfen, bis das eine oder andere "muttersprachliche" Kind akzeptiert, dass das tradierte Dorf-Gesprochene der Großeltern, die als Gastarbeiter*innen ohne Schulabschluss nach Deutschland kamen, NICHT das ist, was man in der Klausur schreiben darf. Weder phonetisch noch grammatikalisch.
Ich hatte den Fall übrigens auch in Französisch (aber seltsamerweise sind die seltenen Französischsprachige, die sich in der Gegend verlieren "bildungsbewusster"). Die Schülerin kam von der Realschule, mit durchgehender 1 dort (hahaha) (ich habe die Zeugnisse als Nachweis gesehen, ich konnte es nicht glauben), auch am Koopgymnasium bekam sie im ersten Oberstufenjahr ihre 1minus.
Sie schrieb Sätze wie "la fam ne veux pas fair ca, je trouve elle a raisont, ces feminist".
Mündlich war es okay, halt sehr umgangssprachlich und ohne jedweden Versuch, den eingeführten Wortschatz zu nutzen.
Und dann sagte sie mir, es sei Belgisch.
Sie rutschte bei mir auf eine 5minus schriftlich (weil sie auch die hellste in der Analyse war), mündlich war sie auf einer 3 und sie VERSTAND es nicht. Die Mutter angeblich auch nicht. Bis sie zugab, dass sie sich schon gewundert hat, dass die Tochter immer mit einer 1 durchkam und es jetzt an mir scheitern sollte.