Es ist vielleicht pietätslos, aber vielleicht bin ich durchaus arbeitsfähig (also: nicht krank), aber ich muss eine Menge organisieren und würde dafür Urlaub nehmen, weil es gemacht werden MUSS.
Wenn ich nicht arbeitsfähig wäre, würde ich nicht an den Ort des Geschehens reisen und mit Menschen über die Räumung eines Hauses, die Farbe einer Grabplatte oder so.
Oder ohne den Tod naher Angehöriger zu nehmen:
Meine Schwester war eine Zeit lang sehr krank, es gab medizinisch notwendige Familientermine, ich war zum Glück im Studium und konnte das Semester in den Sand setzen, weil ich mehrmals dahin gereist bin (war mir wert), ich hätte heutzutage in meinem Beruf keine Möglichkeit, alle 3-4 Wochen für 2 Tage dahinzureisen.
Mein Vater war vor ein paar Jahren an Krebs erkrankt, meine Mutter war der Meinung, ich müsse vorbeikommen, ich bin übers Wochenende mit Flixbus gereist. Weder gab es Werktagtermine, noch war es mir das wert, meiner SL meine Lebensgeschichte zu erzählen, ich weiß rückblickend nicht, ob ich für den Fall Urlaub genommen hätte. Eine Krankschreibung und mich dann in einen Nachtbus zu setzen, naja...
Und ja, ich hab den Deal als Lehrerin eingekauft, darf aber trotzdem doof finden, dass es so ist und MUSS es nicht als gegeben ansehen, es gibt Länder, wo es anders ist.
(und nein, ICH hätte keine Probleme, auf Zuruf im August Tätigkeiten zu übernehmen).