Da magst du sicher Recht haben. Nur würde das Konstrukt Stundenplan zusammenbrechen, wenn alle Kolleg*innen für sich beanspruchen würden ihre privaten Probleme flexibel lösen zu können und spontan mal zu fehlen, z.B. weil der Hund Durchfall hat oder die Putzfrau krank ist und man Gäste erwartet und daher spontan die Bude putzen möchte... Mir fällt da leider auch nichts ein, wie das Problem gelöst werden könnte.
Sicher weiß man so vieles nicht, was einen erwartet, wenn man sich dafür entscheidet Lehrkraft zu werden. Dass man einen Stundenplan bekommt, der nicht spontan verschiebbar ist, sollte einem bei der Berufswahl aber durchaus bewusst sein.
Ich spreche nicht von: ich nehme frei, sondern von Urlaub oder Verschiebung von Stunden. Und ich weiß, dass es als Lehrkraft nicht und akzeptiere (noch) den Deal. Aber nur, weil es so ist, heißt es nicht, dass man bestimmte Sachen kritisieren darf.
Ein Krankenhaus bei mir um die Ecke (und es ist 100% nicht das einzige in Deutschland) wirbt dafür (sowohl um Krankenpflege-Personal als auch Ärzte), dass man sich jeden Monat so einträgt, wie es in den Schichten passt, meine Zahnarztpraxis hat gerade jemanden eingestellt, der die Ferien durcharbeitet und sonst nur 1-2 Tage die Woche arbeitet, viele Arbeitgeber*innen werben mit Home Office oder Umwandlung von Überstunden in Freizeit...,
(Mein Mann betreut viele Techniker auf Montage. Von der Firmenpolitik, dass Überstunden ausbezahlt werden MÜSSEN, sind sie schon längst weg, weil ein Teil der Techniker/Bewerber die Umwandlung in Freizeit bevorzugt und sie sonst keine Leute bekommen (und sie bekommen schon so keine Leute)
die (Arbeits)Welt ändert sich, die Schule aber nicht (weder im Hinblick auf die Lernbedingungen noch im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen..). Wir dürfen auch träumen, sonst wird sich nie was ändern.
Total krass, dass die Machtposition der Lehrkräfte (LehrerMANGEL!) dafür genutzt wird, die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern, statt sie zu verbessern.
Und man kann natürlich die Argumente von anderen ad absurdum führen, aber ich vergleiche nicht die Kind-Kranktage der Kolleg*innen mit "möchte das Bad putzen".
WENN ich jemals für meinen Hund "frei" nehmen würde (und "lustigerweise" ist zwischen diesen Beiträgen und jetzt ein Vorfall gewesen, wo ich panikartig die Konferenz verlassen habe und nach Hause fuhr, ich habe nicht mal um Erlaubnis gefragt, sondern bin aufgestanden, habe es erklärt und bin weggerannt - bzw. eine Kollegin hat mich gefahren), dann nicht, weil er Durchfall hat und ich Angst um mein Sofa habe, sondern, weil er dehydriert sterben könnte. Und da ist mir die Lohnkürzung auch egal.
Ich unterstelle keinen Kolleg*innen (naja, den meisten nicht), dass sie bei leichtem Durchfall des 12jährigen zuhause bleiben, sondern dass es sich um einen Fall handelt, wo das Kind nicht alleine bleiben kann und echt krank ist. Und wenn sie wegen Putzen auf Lohn verzichten, soll es mir auch egal sein.