Beiträge von chilipaprika

    und ich dachte, unsere Aufgabe als Pädagog*innen (ob Förderschullehrer*in oder nicht) sei es, sich nach dem Kind zu richten.
    Wenn ein Kind schlecht im Lernen ist und deswegen auffällt, dann habe ich / hat das System die Aufgabe, das Lernen angemessener zu gestalten (langsamer, weniger schwierig, ...) aber auch Angebote zu machen, die das Kognitive nicht unbedingt alleine in den Vordergrund stellen.
    Wenn ein Kind hohe kognitive Fähigkeiten und negativ auffällt, habe ich die Aufgabe, nachzuschauen, woran es liegt: Kann es nicht lernen und ist frustriert, sich im Fremdsprachenunterricht vermeintlich zu langweilen, aber alle Wörter mit Rechtschreibfehlern zu schreiben? Lernt es zu schnell und hat keine Lust mehr, brav zu sein, während alle anderen noch die letzten 9 Schritte zu machen, obwohl das Kind schon 10 Schritte geschafft hat?

    Nur, weil ein Kind "schlau" ist, hat es nicht, einfach so brav zu sein und alles über sich ergehen zu lassen. Erwarten wir doch auch nicht von Kindern, die nicht schlau sind und nichts kapieren.

    Du schreibst, du konntest alles, andererseits hattest du schlechte Noten. Das verstehe ich nicht.

    Ich frage mich immer, wie es einem schlauen Kind langweilig sein kann. Es kann sich doch selbst attraktive Sachen suchen, deswegen ist es doch schlau.

    Bitte den nächstbesten Einführungsartikel zu Hochbegabung lesen, vielleicht auch was zu Underachievement.

    Vor allem kannst du die daraus resultierenden Probleme noch Jahre später beobachten und relativ zielsicher die Früheinschuler identifizieren. Stichwort Sozialverhalten in der Peer-Group.

    oder man schiebt es darauf, weil man es so sehen will.

    Meine Eltern haben sich gegen die Empfehlung von Arzt und Vorschullehrerin ausgesprochen und ich bin nicht "gesprungen" (in Deutschland: frühzeitig eingeschult). Dank Geburtstag bin ich durchgehend eine der ältesten meiner Klasse gewesen (aber normale Kohorte) und jede*r Beobachter*in hätte - hätte er geglaubt, ich hätte gesprungen - gesagt "sehe ich". Ich war noch lange eine Mischung von kindisch und schlauem Einsiedler, hatte - und habe weiterhin - trotz ein paar Freundinnen wenig Interesse an großen peer-group-Interaktionen, Schminken und Jungs (Interessant, dass es ein Kriterium ist?) haben mich bis weit nach dem Abitur wenig interessiert (Mädels auch nicht).
    Wenn ich mein Schulleben lang ein Gefühl der nicht passenden Zugehörigkeit hatte: dann umgekehrt: mit Älteren kam ich IMMER zu recht. Nicht in Sachen wie Schminken oder Flirts, aber in anderen Interessensgebieten.
    Und eins kann ich sagen: Als ich die Geschichte erfuhr, landete sie soweit von schnell auf der Liste der Sachen, die meine Eltern aus Dummheit vermasselt haben.

    Man kann es eh nie wissen.

    Genau darum geht es. Es ist einfach unrealistisch, mehrere Lerngruppen gleichzeitig hinreichend zu beaufsichtigen. Das gilt auch, wenn sich diese in Nachbarräumen bei offenen Türen befinden. Auf ein solches Spiel sollte man sich keineswegs einlassen.

    Jetzt um sicher zu sein, hätte ich gerne deine Einschätzung:
    Mitaufsicht ist bei uns wirklich der äußerste Faden, aber was wir leider oft haben müssen (Krankheitswelle November lässt grüßen), ist: 2 Klassen müssen beaufsichtigt werden (BEIDE Entfall), die Vertretungskraft hat beide Klassen, beide in Nachbarräumen und wandert ständig von Raum zu Raum. So meinte ich es oben mit "man ist in der Mitte", nicht als "Mitaufsicht parallel zum eigenen Unterricht".
    Auch wenn ich durchaus weiß: in 3 Minuten kann einiges passieren... wo ist dann der Unterschied in der Bewertung der Aufsicht, dass es "genügt", dass die SuS sich beaufsichtigt fühlen und wissen, dass man jederzeit wieder da ist (Hoegg). Auf dem Schulhof habe ich auch nie alle Ecken im Blick (und wandere durch den Hof) oder im Gebäude laufe ich auch den Flur hoch und runter, um die SuS nach draußen zu schicken.
    Würdest du einschätzen, dass es für eine "Unterrichtsaufsicht" höhere Kriterien gibt, als für Pausenaufsichten, auf die sich Hoegg glaube ich eher bezieht?

    müssen halt Lerngruppen an einem geeigneten Ort (z.B. Außengelände, Mensa o.ä.) zusammengelegt werden....nur fällt dann eben für beide Lerngruppen der Unterricht aus. Zumindest sind sie dann aber halbwegs adäquat beaufsichtigt.

    ... erinnert mich an meine Jugend bzw. an Frankreich.
    Alle Lerngruppen ohne Lehrkraft (ob durch Entfall oder durch Lücke im Stundenplan): ab in den Raum, den man vielleicht "Silencium" nennen würde, aber selten super still war. Und im Winter: in die Mensa.
    Dabei würde kein Unterricht ausfallen, denn mindestens eine Vertretungsbereitschaft da ist. Sie würde halt 5 Klassen in der Mensa beaufsichtigen. Schaffen auch die mit Mindestlohn entlohnten Aufsichtspersonen in Frankreich :D

    Was ich lediglich sagen wollte: Es ist (im Lehramt) unbestreitbar, dass das "gut" in dem einen Seminar das "mangelhaft" im anderen 20km entfernten bedeuten kann.

    Ist einfach (auch an erlebten, praktischen Beispielen) nachweisbarer Fakt.

    Glaub mir, das weiss ich, ich war an so einem Studienseminar und habe sehr viele Tränen zerflossen. Aber die Studiennoten spielen auch eine Rolle.

    das stimmt. Wenn man aber die Grenznoten und die Prozentzahlen der Angebote der selben Quelle (Link) entnimmt, dann hat man das einen Hinweis darauf, dass das Gymnasiallehramt in Bayern im letzten Turnus nicht die Noten der Juristenausbildung hatte.
    In meinem Ref-Durchgang haben weniger als 5% eine 1-1,5, vermutlich 10-15% bis 1,9. Es ist aber nur 50% der Einstellungsnote (bei mir NDS, in BY ähnlich, es gibt zum Teil andere Berechnungen in anderen BL), da sind die Notenschnitte, die für dieses Jahr auf der Liste erscheinen wesentlich humaner und machbar, als vor X Jahren, wo die 1,1 für D/G nicht reichte.

    Ganz ernsthaft: man kann auch mit Menschen reden.
    Ich bin just vor einem Monat zu der zuständigen Person gegangen, habe sie darum gebeten, den neu ankommenden Referendar doch nicht zu übernehmen, weil ich es gesundheitlich nicht packe, aber im nächsten Turnus hoffentlich wieder dabei bin. Sooo perfekt war es nicht, aber es ist auch ein großer Schritt für sich einzustehen und meiner Meinung nach Professionalität, statt es eben (absichtlich oder nicht) schlecht zu machen.
    Es gibt immer jemanden anderen, der dann die Aufgabe übernehmen wird.

    Ich predige auch im Alltag Schülern beinah aller Schulformen, dass eine 3/ 4 eine gute Note ist (bestanden).

    hm.. nein. Es ist befriedigend oder ausreichend, aber "gut" ist es nicht.
    Es kann für ein Kind nach individueller Norm eine gute Leistung sein, ein ausreichendes Ergebnis zu erreichen, aber ein gutes Ergebnis nach möglichst objektiven Kriterien ist es nicht.

    Der Chirurg mit 3,0 darf genau so operieren wie der mit 1,0-


    Ja, es ist so.
    Irgendwie wäre es mir lieber, wenn beim Schneiden und Flicken meiner Organe möglichst ohne Verluste gearbeitet wird und wenn ich die Wahl hätte, dann bevorzuge ich denjenigen, der gezeigt hat, dass er es sehr gut kann.

    (Aber ja, ich weiß, es gibt soooo viele Chirurg*innen, die so toll sind, aber nur Prüfungsangst haben und deswegen im Durchschnitt aller ihrer theoretischen Studienprüfungen und praktischen Prüfungen im Praktischen Jahr (oder wie es jetzt heißt) eine 3 haben, und trotzdem sooooo viel besser sind, als dieser Nerds, die sowohl im Studium nur gelernt haben, nur 1er geschrieben haben und keine Ahnung von der Praxis haben, aber wait ... trotzdem auch auch Einser in den praktischen Prüfungen haben.)

    jetzt ist ein Link drin.
    Du studierst also D/E, D/G, D/Ek oder D/PuG... mmmm, WER hat denn bitte vor 2,5 Jahren behauptet, es gäbe dafür einen Mangel? Klar, es gibt neuerdings selbst in Bayern wohl mehr Bedarf an Deutschleuten, aber die werden sicher auch durch die anderen zugelassenen Fächerkombis abgedeckt, so dass überall nur die "besten" genommen werden.
    47% ist aber wesentlich mehr bei der Kombi als es vor ca. 10 Jahren war.

    Und wer weiß, wie vielen von den 53% überhaupt Interesse hatten und ob wirklich nur die "ersten" 47% genommen wurden, oder ob die Rekrutierung viel "tiefer" geht.
    Ich finde, die angegebenen Grenzwerte sprechen nicht für die super krassen Schnitte...

    Einfach jetzt weiter studieren, das beste daraus machen, die besten Noten, ggf. ein Erweiterungsfach und daran glauben.

    Vermutlich ist "unsere" Absicherung, dass die mehrfach zu beaufsichtigenden Lerngruppen nebeneinander gelegt werden. Rein technisch könnte ich mich auf dem Flur stellen, äquidistant zu zwei offenen Türen und die ganze Zeit hin und her wandern. Damit fühlen sich die SuS beaufsichtigt, wissen, dass ich jederzeit wieder da bin/sein kann, usw..

    Ich dachte es herrscht in allen Fächern ein Mangel?

    Ich sehe keinen Link, kann also weder Bundesland, noch Schulformen und Fächer sehen, aber in deinem Profil steht "Gymnasium" und da ist es ein bisschen naiv zu glauben, da herrsche in allen Fächern Mangel.

    Darüber hinaus kann selbst nicht jeder GEBRAUCHTER Informatikkollege eingestellt werden, weil es zum Teil die Stellen nicht gibt. Die Einstellungsquote ist also sicher mit Vorsicht zu genießen.

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