Tochter eines Eisenbahners und einer Steno-Sekretärin, die nach einer betriebsbedingten Kündigung nie wieder einen Job gefunden hat und sich "für das Wohl ihrer Kinder" opferte und Tages- und dann Pflegemutter wurde. (In Anlehnung an einen anderen Thread: natürlich ohne Ausbildung, sie hat ja schließlich selbst zwei Kinder).
Ob es mich geprägt hat: Klar doch.
1) Sie hielten den Lehrerjob für den Aufstiegsjob schlechthin, lauer Lenz, gesellschaftliche Anerkennung, gutes Geld. (hahaha)
2) Ich bin Zugpendlerin durch und durch
(es hat andere Gründe, aber ich fühle mich tatsächlich wohl in Zügen)
3) Ich fühle bei jedem Streik mit und denke nicht nur an meine primären Individualbedürfnisse.
4) Ich wusste schon sehr früh, dass Babys und Kinder nicht "soooooooo süss" sind, sondern verdammt viel Arbeit und ich diese Arbeit nicht machen möchte.
5) Ich hatte jeden Tag vor Augen das Gegenbeispiel pädagogisch geprägter, wohlwollender Erziehung und bin froh, dass das Tagesmutter- und Pflegesystem sich doch durchaus geändert hat.
6) Ich wusste schon sehr früh, dass ein Kind nicht per se glücklicher ist, weil ein Elternteil zuhause ist und dass ich nicht wegen Kinder meinen Job aufgeben würde. Ein ausgelasteter Elternteil ist besser als ein Mensch zu Hause (aufgrund meiner Sozialisation kenne ich nur die Extreme, es gibt in Frankreich kaum Teilzeit und definitiv nicht die "deutsche Teilzeit", meine Mutter war die einzige Mutter zuhause in meinem Freundeskreis und vor der Schule standen nur Tagesmütter)