Beiträge von chilipaprika

    Die Talentschulen in NRW (und das wird im Ende ähnlich ablaufen mit den 20 Milliarden) konnten sich bisher in unsere Stadt nicht "verbessern".

    Wie krass! Der Label "Talentschule" und die Ausstattung mit Mitteln und Personal hat NICHT dazu geführt, dass die Kids die Familiensprache wechseln, es keine selbst migrierte SuS mehr gibt oder die Kinderarmut verschwindet?

    Unglaublich aber auch ...

    Mit Pädagogik könntest du (sehr wahrscheinlich) den QE in RLP machen (was für dich nicht in Frage kommen wird). Ich kann mir aber vorstellen, dass das auch in deinem BL gehen könnte. Dann wäre kein Studium mehr nötig und die finanzielle Situation wäre angenehmer und die Verbeamtung eher möglich.

    Mit einem (vermutlich Nebenfach, wegen der Reihenfolge der Auflistung) Magister in Päda kriegt man eine Anerkennung für SoPäd im Quereinstieg? Krass...

    Wir haben auch 2 Stufen "verloren".

    Ich vermute, dass es vorher anhand von "Punkten" gemacht wurde und und die Grenzen halb unrealistisch sind. Da es jetzt quasi eine Reihenfolge darstellt (alle 8 Stufen neben der Stufe 9 sind gleich groß), kann man nicht eine Riesenbandbreite in Stufe 2 haben.

    Tatsächlich gibt es sogar mind. zwei Schulen in meinem Bundesland, die das praktizieren. Allerdings ist eine davon quasi "Laborschule" und die Voraussetzungen (Ausstattung, Räumlichkeiten und Schüler*innen-/Eltern-Klientel) sind ganz andere als an meiner Schule. Was die andere angeht, so habe ich einen Kollegen, der Anfang dieses Schuljahres von dort zu uns kam. Überzeugt ist der nicht von diesem Konzept.

    Das Problem bei "nicht überzeugt von dem Konzept" ist aber eher: wir sind so stark in einem bestimmten System (sozialisiert, unterwegs, usw..), dass jede Abweichung Richtung einem anderen System aus der Perspektive des dominanten Systems beurteilt wird "aber die Kinder brauchen Noten zum Vergleichen", "aber es ist keine richtige Rückmeldung".
    Kinder, die es NIE anders kennengelernt haben (weil die ganze Gesellschaft so ist), erleben es wiederum ganz anders.

    Ach so: aus Dänemark hatte ich es nicht mit der Produktpräsentation verknüpft.
    Sondern ein langes zusätzliches Gespräch mit dem Kind (O-Ton der Lehrkraft: Warum sollte ich mit den Eltern sprechen? Das Kind will ja was lernen), die Eltern können dabei sein, etwas Schriftliches gibt es an diesen zwei Schulen nicht (einer privaten und einer staatlichen, wobei "private Schulen" in Dänemark nicht dieselbe Definition haben wie in Deutschland.., es gibt viel mehr davon, es ist dort eher normal).
    Im Gespräch wird aber auf alles Bezug genommen, was vorher gemacht wurde (weiterer O-Ton: "aber das macht man doch ständig immer wieder, da braucht man also nicht besonders lange")

    Lustigerweise (bei deinem Nick und vermutlich BL) musste ich sofort an Dänemark denken. Dort scheint es genauso zu laufen (schließlich gibt es auch gar keine Noten bis Klasse 8). Wenn du also in der Grenzregion bist, lohnt sich vielleicht der Blick dorthin, ich empfand die Gespräche (mit den Lehrer*innen ÜBER das System, sonst habe ich keine Erfahrungen) als sehr bereichernd.

    ... die bischöflichen Schulen sind nicht mehr dabei?

    Da ich nicht glaube, dass grundsätzlich ganz viele Schulen sich "verschlechtert" haben, gehe ich davon aus, dass eine höhere Brandbreite möglich ist. Ich finde die Einstufung jetzt durchaus realistischer (wenn ich mein süsses "untypisches" Gymnasium mit den Unistadt-Gymnasien vergleiche (wo vorher alles nur 1-2 war...), auch im Vergleich zu den zwei Gesamtschulen meiner Stadt vergleiche (die einen schlechteren Index haben.)
    Bei den Grundschulen der Stadt habe ich weniger Einblick.

    So etwas und insgesamt überhaupt starken Notendruck habe ich allerdings auch bei meinen Nicht-Lehrer-Eltern erleben müssen. :(

    jup.

    GENAU DESWEGEN sogar.
    "Du sollst es besser haben".

    Und ich gebe zu, das Bewusstsein darüber, was es bei mir ausgelöst / angerichtet hat, ist erst vor 1-2 Jahren entfacht und es tut immer noch weh (also mir war schon immer klar, dass meine Eltern, insbesondere meine Mutter - aufgrund ihrer eigenen sehr schlechten Bildungsbiografie und Jobs - einen Knall diesbezüglich haben, aber als sehr gute Schülerin habe ich halt damit gelebt. Erst vor Kurzem ist mir klar geworden, dass wir ein absolutes Muster von nicht bedingungsloser Liebe gelebt haben und weiterhin leben und ich mir sehr schwer tue, mich zu lösen und mein Leben fast ausschließlich nach dem Leistungsprinzip lebe. Allerdings interessanterweise fast nur bei mir, bei meinen Erwartungen an den Anderen konnte ich mich schon vor langer Zeit lösen...)

    Tochter eines Eisenbahners und einer Steno-Sekretärin, die nach einer betriebsbedingten Kündigung nie wieder einen Job gefunden hat und sich "für das Wohl ihrer Kinder" opferte und Tages- und dann Pflegemutter wurde. (In Anlehnung an einen anderen Thread: natürlich ohne Ausbildung, sie hat ja schließlich selbst zwei Kinder).

    Ob es mich geprägt hat: Klar doch.
    1) Sie hielten den Lehrerjob für den Aufstiegsjob schlechthin, lauer Lenz, gesellschaftliche Anerkennung, gutes Geld. (hahaha)

    2) Ich bin Zugpendlerin durch und durch :D (es hat andere Gründe, aber ich fühle mich tatsächlich wohl in Zügen)

    3) Ich fühle bei jedem Streik mit und denke nicht nur an meine primären Individualbedürfnisse.

    4) Ich wusste schon sehr früh, dass Babys und Kinder nicht "soooooooo süss" sind, sondern verdammt viel Arbeit und ich diese Arbeit nicht machen möchte.

    5) Ich hatte jeden Tag vor Augen das Gegenbeispiel pädagogisch geprägter, wohlwollender Erziehung und bin froh, dass das Tagesmutter- und Pflegesystem sich doch durchaus geändert hat.

    6) Ich wusste schon sehr früh, dass ein Kind nicht per se glücklicher ist, weil ein Elternteil zuhause ist und dass ich nicht wegen Kinder meinen Job aufgeben würde. Ein ausgelasteter Elternteil ist besser als ein Mensch zu Hause (aufgrund meiner Sozialisation kenne ich nur die Extreme, es gibt in Frankreich kaum Teilzeit und definitiv nicht die "deutsche Teilzeit", meine Mutter war die einzige Mutter zuhause in meinem Freundeskreis und vor der Schule standen nur Tagesmütter)

    Ich habe zur Zeit nicht nur ab und zu Studis vor mir, die genauso eine Haltung/eine Rede an den Tag legen, sondern studiere auch mal nebenbei und komme in Lerngruppen oder Gruppenarbeiten (mein Gott, ich wusste schon immer, dass ich sowas hasse, aber dieses Jahr noch mehr. Drei Kreuze mache ich in 3 Wochen, wenn sie vorbei ist) nicht mehr aus dem Staunen, was einige glauben, verdient zu haben (und ich realistischerweise denke "sorry, Kinder, die Noten sind sogar zum Teil nur zu gut" oder "wenn du den Unterschied zwischen deiner und meiner Leistung nicht siehst, nach einem akademischen, sozialwissenschaftlichen Studium, verstehe ich es auch nicht" (Beschwerde darüber, "das Selbe wie chili geschrieben zu haben", "gut, nur in Stichpunkten und ohne Beispiele und ohne Argumente und ohne Transfertleistungen aber halt trotzdem das Selbe", Beschwerde darüber, ein "befriedigend" für reines stichwortartiges copy paste der VL-Unterlagen geschrieben zu haben.)

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