Das kann ich nachvollziehen. In dem beschriebenen Setting - welches ich übrigens auch von Schwimmkursen der Vereine kenne - stehen die Aufsichtspersonen dann aber am Beckenrand und haben die Kinder alle im Auge. Auf der Bahn sind dann auch nicht 20 Kinder gleichzeitig, sondern eher um die 8. Die Gefahr, dass dabei jemand 1min unentdeckt unter Wasser bleibt, ist verschwindend gering.
Ich konnte den Presseberichten bislang nicht entnehmen, wo sich die Lehrerinnen genau befanden. Falls mit im Wasser, ist das wirklich problematisch.
Also: Ich kann definitiv sagen, dass in den von mir beobachteten Schulstunden weitaus mehr als 8 Kinder im Becken sind. (Mindestens 2 Reihen, kleine Grundschulkinder brauchen keine 3 Meter Abstand und greifen sich gefühlt eher an den Füssen und ich sage es mal so: die Wasserlage ist nicht horizontal).
Die Lehrkräfte sind am Rande und tun ihren Job und ja, eine Minute würde auffallen, ich meine nur, dass ich mir diesen Stress nicht mehrere Stunden in der Woche machen möchte/könnte, wenn ich auch noch an einigen meiner verhaltensoriginellen Kids denke und wie sie vermutlich 4 Jahre vorher waren (und der Hubboden geht bei meinem Schwimmbad nur über die Hälfte des Beckens).
Im Verein ist es auch ein bisschen anders, sobald ich das Niveau der Kids richtig abschätzen kann.
Ich hatte aber schon selbst - gute Schwimmerin, zu dem Zeitpunkt mit Silber-Schein unterwegs - einen Krampf und unterging beim 2Meter-Tiefpunkt. Ich habe wild um mich rumgeschlagen und nach Luft geschnappt, zwei Meter weiter unterhielten sich zwei Vereinskolleginnen vor der nächsten Bahnübung und haben NICHT verstanden, dass ich nicht einfach so eine kleine Bewegungsübung machte und gerade kurz Todesangst hatte.
Wasser ist mein happy place, ich bin dafür, dass ALLE Kinder / Menschen das Schwimmen beherrschen, aber mir ist klar: das Risiko ist mir zu hoch, das in einer Gruppe beizubringen oder nur Aufsicht zu führen. Voller Respekt an alle Grundschulleute, die es sogar oft nur mit einem kleinen Zusatzschein machen.